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Alter schützt vor „Bild“-Geilheit nicht

Die Mitarbeiter von „Bild“ und Bild.de gucken sich gern Aufnahmen von jungen Mädchen an und zeigen sie dann rum. Sie betrachten die Fotos, bewerten das Aussehen der Minderjährigen und schreiben darüber. 15 Jahre alt? 16 Jahre alt? 17 Jahre alt? Diese Jugendlichen können doch auch schon „heiße Kurven“ haben und „Hotchen“ sein. Und manchmal haben auch schon Neunjährige einen Schlafzimmerblick, wenn die „Bild“-Redaktion das findet.

Besonders ausgeprägt ist derzeit die Leidenschaft der „Bild“- und Bild.de-Mitarbeiter für Kaia Gerber. Die Tochter von Cindy Crawford ist aktuell 16 Jahre alt. Schon im Januar 2012 schrieb Bild.de über ihre „Rehaugen und die brünetten Locken“. Kaia Gerber war damals zehn. Mit 13 Jahren war sie für die Bild.de bereits:

Screenshot Bild.de - Crawford-Tochter Kaia Gerber (13) - So wunderwunderschön wie Mama!

„Im zarten Alter von gerade einmal 14 Jahren“ war Kaia dann reif für das „Bild“-Prädikat „hot“. Oder in der etwas niedlicheren Variante und zusammen mit ihrer Mutter:

Screenshot Bild.de - Cindy Crawford und Tochter Kaia - Das doppelte Hotchen

In den dazugehörigen Artikel hat Bild.de solche Sätze über das „unverschämt gute Aussehen“ des Teenagers geschrieben:

Dunkle Walla-Walla-Mähne, mandelbraune Augen, sinnliche Lippen und Beine bis zum Himmel! Ihr unverschämt gutes Aussehen hat der 14-jährige Teenie definitiv von Model-Mama Cindy geerbt.

Im Februar dieses Jahres schmachtete das Bild.de-Team erneut die „Beine bis zum Himmel“ der damals 15-Jährigen an. Anfang September vermeldete die Redaktion, dass Gerbers Beine 87 Zentimeter lang seien. Und vor zwei Tagen ging es mal wieder — oh Wunder — um die Beine der inzwischen 16-Jährigen:

Screenshot Bild.de - Crawford-Tochter Kaia Gerber (16) - Gehen zwei Streichhölzer bummeln

Die Leidenschaft für die „sinnlichen Lippen“, die „Beine bis zum Himmel“ und die „Rehaugen“ von Kaia Gerber teilen die „Bild“-Mitarbeiter übrigens mit ihren „Springer“-Kollegen von der „B.Z.“.

Kaia Gerber ist nicht die einzige Minderjährige, die die „Bild“-Medien sexualisiert. Im Januar dieses Jahres zeigte Bild.de ein Foto von „Beach-Babe“ Sasha Obama und schrieb über deren „heiße Kurven“ im Strandoutfit. Die Tochter von Barack Obama war zu der Zeit 15 Jahre alt. Vergangenes Jahr im Juli war Lionel Richies Tochter Sofia dran. Auch der damals 17-Jährigen attestierte Bild.de „heiße Kurven“:

Screenshot Bild.de - Lionel Richies Tochter Sofia (17) - Achtung, gefährlich heiße Kurven!

Endgültig irre wurde es vorgestern bei „Bild“. Auf der letzten Seite, beim „HINGUCKER des Tages“ schrieb das Blatt über Elvis-Tochter Lisa Marie Presley:

Mit ihr schauten ihre Tochter Riley (28) sowie ihre Zwillinge Harper und Finley (9) mit typischem Presley-Schlafzimmerblick in die Kameras.

Zwei Neunjährige mit „Schlafzimmerblick“?

Vielleicht ist das alles aber auch nur Gleichberechtigung: Warum sollten neun-, 15- oder 17-jährige Mädchen von der „Bild“-Redaktion nicht genauso auf ihr Äußeres reduziert werden wie erwachsene Frauen?

Mit Dank an Matthias L. für den Hinweis!

Das sind die schlimmsten Seiten von Bild.de zur Frauen-EM

Seit gestern läuft die Frauen-Fußball-Europameisterschaft, und jetzt gerade bestreitet auch das deutsche Team sein erstes Spiel. Bei Bild.de gab es heute, als eine Art Einstimmung auf das Turnier, schon mal einen Überblick mit den schönsten Spielzügen der vergangenen Wettbewerbe den schönsten Toren aller Zeiten den schönsten Bikini-Fotos der Teilnehmerinnen:

Ausriss von Bild.de - Fußballerinnen privat bei Instagram - Das sind die schönsten Seiten der Frauen-EM

Vor allem bei Instagram zeigen sich die Stars der Frauen-EM von ihrer ganz privaten Seite — und die kann sich sehen lassen!

Ohne Trikot, Stutzen und Fußballschuhe setzen die Mädels auf Bikinis, Kleider und Highheels. BILD zeigt das Instagram-Album der besten Fußballerinnen Europas. Das sind die schönsten Seiten der Frauen-EM!

Die Bild.de-Mitarbeiter hätten zum Start eines solchen Turniers nun wirklich über so vieles berichten können, selbst wenn sie sich mal nur aufs Sportliche beschränkt hätte. Stattdessen haben sie lieber auf Klischees, Bikinis, Kleider und High Heels gesetzt.

Ach, und wo wir schon bei eurer Berichterstattung zur Frauen-Fußball-EM sind, liebe Bild.de-Strandfiguren, eine kleine Anmerkung: Auf diesem Foto …

Ausriss von Bild.de - Fit für die Europameisterschaft: Anja Mittag (l.) und Linda Dallmann sind heiß auf das Turnier

… sind nicht Anja Mittag und Linda Dallmann zu sehen, sondern Anja Mittag und Leonie Maier.

Die Aufnahme stammt aus einem Artikel mit der Überschrift:

Ausriss von Bild.de - Die wichtigsten Fragen zur Frauen-EM - Was verdienen eigentlich unsere Stars?

Wie wäre es für den Anfang mit etwas mehr Respekt für ihre Leistungen auf dem Platz, eine Bewertung nach sportlichen Gesichtspunkten und etwas weniger vom üblichen „Bild“Frauenbild, dem der Sabber aus dem Mundwinkel läuft?

Mit Dank an Dirk, Mark L., Timo W., Lukas H. und @JanisHue für die Hinweise!

Zuckermelonen, die hupend Muscheln sammeln

Im Dezember vergangenen Jahres, Sie erinnern sich vielleicht, wollte die „Bild“-Zeitung eine „große Debatte um das Frauenbild von Flüchtlingen“ anstoßen:

Natürlich haben viele Männer ein schiefes Frauenbild — egal ob Flüchtling, Deutscher oder wasauchimmer. Und die „Bild“-Medien arbeiten mit ihren unzähligen Brüste-Hintern-Schlüpferlos-Artikeln nicht gerade dagegen an. Deswegen wollen wir uns hier im BILDblog immer mal wieder das Frauenbild der „Bild“-Redaktionen anschauen.

Seit der letzten Ausgabe im Januar ist ein bisschen was zusammengekommen. Zum Beispiel dieses lustige Wortspiel in der Bildunterschrift aus der vergangenen Woche über Leila Lowfire und Sophia Thomalla:

Klar, warum nicht einfach mal Frauen mit größeren Brüsten oder tieferem Ausschnitt mit dem Wort „ficken“ in Verbindung bringen? Was ziehen die sich auch so aufreizend an?!

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Bleiben wir bei Sophia Thomalla. Denn um sie handelt es sich bei dieser „fruchtigen Aussicht“:

Bild.de schreibt dazu:

Dann schauen wir mal, wir sehen: schöne Füße, wohlgeformte Beine, flacher Bauch, zwei Kokosnüsse — und zwei Zuckermelonen …

Melonen? Hat hier jemand „Melonen“ gesagt?

Wenn man häufiger bei Bild.de vorbeischaut (was keine Empfehlung unsererseits sein soll), bekommt man das Gefühl, dass die Redakteure, die dort arbeiten, an keinem Bikini-Foto vorbeikommen. Wenn irgendwo eine halbwegs prominente Frau zwischen 15 (ja, 15!) und 40 Jahren (oder Liz Hurley) in Bademode auftaucht — zack, ein neuer Artikel bei Bild.de.

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Oder wenn irgendwo mal ein Millimeter eines Nippels zu sehen ist. Und wenn gerade keine Kokosnuss und auch keine Melone in der Nähe ist, dann geht es dieses Mal eben um „Hupen“:


(Alle Unkenntlichmachungen in diesem Beitrag durch uns.)

Und auch sonst veröffentlich Bild.de gern Fotos, bei denen irgendwelche Paparazzi Frauen in den Ausschnitt oder unter den Rock fotografiert haben:

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Doch zurück ans Wasser. Denn dort kann man Frauen immer noch am besten auf ihr Äußeres reduzieren:




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Das Frauenbild der „Bild“-Medien begrenzt sich aber nicht nur auf plumpes Titten-Glotzen und Ärsche-Gucken. Es lässt Frauen neben Männern oft klein aussehen. Die Begleitung von Schauspieler Ryan Gosling bei der „Oscar“-Verleihung war für Bild.de nicht „seine Begleitung“ oder gar einfach eine „Frau an seiner Seite“, sondern „die heiße Blondine von Ryan“:

Während Casper „Rap-Star“ ist, ist Lisa Volz nicht eine Schauspielerin, sondern eine „Schönheit“:

Während Andreas Bourani „Sänger“ ist, ist Toni Garrn nicht ein erfolgreiches Model, sondern „Single“:

Und während es völlig zurecht als Problem gesehen wird, wenn Flüchtlinge Frauen als reine Objekte betrachten, soll der Sexismus der „Bild“-Medien Journalismus sein.

Scharfe Puppen, die im Busch nach Kontaktlinsen suchen

Neulich, Sie erinnern sich bestimmt, wollte die „Bild“-Zeitung eine „große Debatte um das Frauenbild von Flüchtlingen“ anstoßen:

Natürlich haben viele Männer ein schiefes Frauenbild — egal ob Flüchtling, Deutscher oder wasauchimmer. Und die „Bild“-Medien arbeiten mit ihren unzähligen Brüste-Hintern-Schlüpferlos-Artikeln nicht gerade dagegen an.

Der Versuch von „Bild“, die Debatte „um das Frauenbild von Flüchtlingen“ zu starten, liegt jetzt knapp einen Monat zurück. Höchste Zeit also, sich mal wieder (und ab jetzt immer mal wieder hier im BILDblog) das Frauenbild der „Bild“-Redaktionen anzuschauen.

Zum Start drei aktuelle Beispiele von Bild.de. Dieses hier stammt von heute, ein Klassiker — der Schuss auf Hintern und in den Intimbereich:

Nicht nur das Foto, auch der Einstieg in den Artikel ist ganz, ganz schrecklich:

Was sehen unsere Äuglein denn da? Eine besonders scharfe POje!

Äh, ja.

Es geht um das brasilianische Model Alessandra Ambrosio, die aktuell Urlaub in ihrem Heimatland macht. Was das alles mit einer „Kontaktlinse“ zu tun hat? Keine Ahnung! Vielleicht hat auch nur der Bild.de-Photoshopper seine Kontaktlinsen verloren. Denn merkwürdig ist es ja schon, dass Ambrosio zwei linke Arme hat!

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Am Montag berichtete Bild.de, dass TV-Moderator Stefan Mross eine neue Freundin hat. Aber natürlich schreibt das Portal nicht irgendwas wie „neue Freundin“ oder „neue Frau an seiner Seite“, sondern:

Hehe, verstehen Sie? „Scharfe Puppe“, weil das eine Puppenspielerin ist, hihi. Um wen es sich dabei überhaupt handelt, erfährt man nur, wenn man „Bild plus“-Kunde ist.

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Bald ist ja wieder Dschungel-Zeit im Fernsehen. Bild.de hat gestern mal zusammengestellt, welche Frauen Brüste schon „im Busch“ waren:

Im Artikel bekommen manche der Brüste freundlicherweise sogar ein Gesicht spendiert: Sophia Wollersheim zum Beispiel, Tanja Tischewitsch, Micaela Schäfer. Bei anderen Frauen muss man erstmal raten, welche „unvergessenen Dschungel-Brüste“ zu wem gehören:

Total witzige Idee. Aber wehe, ein Flüchtling wird zu so einem „echten Dschungelcamp-Fan“, macht es Bild.de gleich und reduziert Frauen jetzt nur noch auf ihre Titten!