Posts Tagged ‘Franz Josef Wagner’

Post aus Karlsruhe

Das Bundesverfassungsgericht muss sich zwar öfter mal mit Härtefällen herumschlagen, doch vor Kurzem kam es so richtig dicke für die obersten Richter. Denn diesmal ging es um die gedruckten Gedanken von Franz Josef Wagner.

Der Brief, mit dem sich das Gericht befasst hat, stammt aus dem Jahr 2007 und richtete sich an die „Liebe Latex-Landrätin“ Gabriele Pauli. Kurz zuvor war in der (inzwischen eingestellten) „Park Avenue“ eine Fotoserie erschienen, in der die ehemalige CSU-Landrätin mit Lackhandschuhen posierte. Das gefiel Wagner ganz und gar nicht. Er schrieb:

Die Fotos sind klassische Pornografie. Der pornografische Voyeur lebt in der Qual, Ihnen die Kleider vom Leib zu reißen. Kein Foto löst in mir den Impuls aus, Sie zu lieben bzw. zärtliche Worte mit Ihnen zu flüstern. Kein Mann liebt eine Frau in einem Porno-Film.

Er fragte: „Warum machen Sie das? Warum sind Sie nach Ihrem Stoiber-Triumph nicht die brave, allein erziehende Mutter geblieben?“ — und antwortete selbst:

Ich sage es Ihnen: Sie sind die frustrierteste Frau, die ich kenne. Ihre Hormone sind dermaßen durcheinander, dass Sie nicht mehr wissen, was wer was ist. Liebe, Sehnsucht, Orgasmus, Feminismus, Vernunft.

Sie sind eine durchgeknallte Frau, aber schieben Sie Ihren Zustand nicht auf uns Männer.

Pauli klagte gegen diese Äußerungen und bekam in erster Instanz recht: Das Landgericht Traunstein entschied 2012, Wagner habe in seinem Brief die „Grenze zur Schmähkritik“ überschritten. Eine Geldentschädigung bekam Pauli aber nicht zugesprochen.

Nachdem beide Parteien Berufung eingelegt hatten, wies das Oberlandesgericht München Paulis Klage im Herbst 2012 jedoch ganz ab: Wagners Äußerungen seien von der Meinungsfreiheit gedeckt, begründeten die Richter.

Das sieht man in Karlsruhe anders. Nach Ansicht der Verfassungsrichter handelt es sich bei dem Brief „um einen bewusst geschriebenen und als Verletzung gewollten Text“. Wagner ziele mit seinen Formulierungen bewusst darauf ab, Pauli „nicht nur als öffentliche Person und wegen ihres Verhaltens zu diskreditieren, sondern ihr provokativ und absichtlich verletzend jeden Achtungsanspruch gerade schon als private Person abzusprechen“. Daher könne sich hier „die Meinungsfreiheit nicht durchsetzen“.

Das Oberlandesgericht muss nun erneut über den Fall entscheiden.

Mit Dank auch an Christos, Mirko V. und Felix R.

Franz Josef Wagners physische Probleme

Vom Fußballspieler Thomas Häßler ist der Ausspruch überliefert, er sei „körperlich und physisch topfit“.

Anscheinend arbeitet Thomas Häßler heute als Ghostwriter für Franz Josef Wagner:

Lieber Weltfrauentag, ich habe nie eine Frau sein wollen, weder körperlich noch physisch.

In einigen Printausgaben steht „weder körperlich noch psychisch“, aber da war der Text natürlich schon bei Bild.de ins Internet gedruckt.

Mit Dank an Tom T.

Nachtrag, 8. März: Jetzt steht auch bei Bild.de „psychisch“.

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Man lebt nur zweimal

Möchten Sie „ein Mensch aus Herz und Schokolade“ sein? Über sich lesen, „Sie stammen vom Sonnensystem der Lächler ab“?

Markus Lanz muss mit diesen Attributen klarkommen. Sie stammen aus der Feder von Franz Josef Wagner, der dem „lieben Markus Lanz“, der womöglich „Wetten dass ..?“ übernehmen wird (von Bild.de mit der Schlagzeile „Lanz in Sicht“ gefeiert), heute seine „Post von Wagner“ widmet.

Und wie Wagner heute wagnert!

„Wetten, dass ..?“ darf nicht untergehen. „Wetten, dass ..?“ gehört zu uns wie die Bundesliga und die Oma zum Enkel.

Es kann doch nicht sein, dass „Wetten, dass ..?“ stirbt, weil Moderatoren zu feige, zu eitel sind, Gottschalks Nachfolger zu werden.

Das mit dem „sterben“ ist kein Zufall. Nach Gottschalks letzter Sendung im Dezember hatte Wagner etwa Folgendes zu Protokoll gegeben:

Lieber Thomas Gottschalk,

dies ist kein Nachruf auf Sie, die Trauerrede gilt „Wetten, dass ..?“. Für mich ist der „Wetten, dass ..?“-Laden geschlossen. Nicht vorübergehend, für immer.

Ein Laden macht dicht, wenn es keine Erben gibt. Geschäftsaufgabe. Die Schaufenster sind dunkel, die Regale leer. (…)

„Wetten, dass ..?“ ist Vergangenheit. Ein Sarg. Das ZDF zeigte noch einmal, wie Thomas Gottschalk war. Kurze Haare, lange Haare, sehr lange Haare, zum Glück noch Haare.

„Wetten, dass ..?“ ist tot, aber Gottschalk lebt. Das ist das Wichtigste.

Und auch im November, nach Gottschalks vorletzter Sendung („das beste ‚Wetten, dass ..?‘, das ich seit Langem sah), hatte sich Wagner in dunklen Todesmetaphern gewälzt:

„Wetten, dass ..?“ steht nun allein auf leerer, großer Bühne. Es ist niemand da.

Die Bühne ist leer. Ich kann mir nicht vorstellen, dass auf dieser Bühne Pilawa, Lanz, Engelke, Kerner, Geissen stehen werden.
Für mich ist „Wetten, dass ..?“ gestorben.

Pilawa, Engelke, Kerner, Geissen werden nun nicht auf dieser Bühne stehen, aber höchstwahrscheinlich Lanz. Und an den schreibt Wagner heute mit der ihm eigenen Konsequenz:

Ich fände es großartig, wenn Sie „Wetten, dass ..?“ machen.

Mit Dank auch an Dirk R.

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Franz Josef Wagner wird verrückt

Der Mann, der im Juli in Norwegen bei einem Bombenanschlag im Osloer Regierungsviertel und bei einem Massaker auf der Insel Utøya 77 Menschen getötet hat, ist laut einem psychiatrischen Gutachten unzurechnungsfähig. Das bedeutet, dass er womöglich nicht ins Gefängnis kommt, sondern in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen wird.

„Bild“-Kolumnist Franz Josef Wagner stellt sich das wie folgt vor:

Ab ins Kuckucksnest, Einweisung in ein Psycho-Krankenhaus. Morgens eine Pille, abends eine Pille. Wie wunderbar. Sie sind kein Massenmörder mehr. Sie sind ein Patient. Seelenärzte kümmern sich um Sie.

Geht es Ihnen gut?

Wie fühlen Sie sich heute?

Was haben Sie geträumt?

Wagner findet diese Vorstellung unerträglich:

Massenmörder als Patienten, ich werde verrückt. Dschingis Khan, Stalin, Hitler, Mao, Pol Pot als Patienten.

Er schließt:

Für mich gehören diese Typen nicht in die Psychiatrie, für mich gehören Sie ins Gefängnis. Sie müssen büßen.

Es ist nicht der erste Brief, den Wagner an den „Teufels-Killer“ („Bild“) schreibt. Am Montag nach den Attentaten hatte er dies erstmals getan.

Damals schrieb Wagner:

Ich glaube, dass Sie ein Psycho sind. Sie sind ein Psycho wie die Attentäter von 9/11.

Einen Unterschied konnte Wagner allerdings ausmachen:

Die Attentäter von 9/11 hatten braune Augen, sie rasierten sich ihre Haare ab, bevor sie sich mit ihren Flugzeugen in die Türme stürzten.

Sie sind ein nordischer Psycho. Blond, blaue Augen, keine Drogen, keine Tattoos, Bodybuilder, Jogger, 1,82 Meter, 80 Kilo.

Aber vielleicht hatte Wagner die Bezeichnung „Psycho“ damals gar nicht als Diagnose gemeint, sondern als Schimpfwort.

Menschen, die wirklich in die Psychiatrie müssen (und dort „an Füßen und Armen festgeschnallt“ werden), nennt Franz Josef Wagner ja ganz anders: die nennt er „Monster“.

Mit Dank an Oliver K.

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Der Leichnam aus einer anderen Welt

Es fällt schwer, das zuzugeben oder zu glauben, aber wenn in „Bild“ mal die Stimme der Vernunft spricht, dann tut sie es meist aus der Kolumne von Franz Josef Wagner.

Der schreibt heute ausnahmsweise mal nicht an, sondern über etwas:

Gaddafis Leiche,

sie liegt auf einer Matratze in einem Supermarkt-Kühlhaus aus. Schlangen davor, alle 10 Minuten neuer Einlass der Anstehenden.

Alle wollen den toten Gaddafi sehen. Es wird kein Eintrittsgeld verlangt im Museum des Krepierten.

Wagner gibt sich als Humanist zu erkennen:

In unserer Welt zieht man den Reißverschluss des Leichensacks zu. Wer immer auch tot ist, hat seine Würde. Wir alle wissen nicht, was der Tod ist. Egal, ob man ein Massenmörder ist oder ein Dichter – der Tod ist so ungeheuerlich.

Zwar erklärt Wagner nicht, was genau diese, seine, „unsere Welt“ ist, aber der Begriff scheint ihm wichtig zu sein:

Ich verstehe, dass die Rebellen Libyens den toten Diktator bespucken. Aber dies kann nicht unsere Welt sein. Tote sollten nicht bespuckt werden. Tote sind in einer anderen Welt der Gerechtigkeit.

In der Franz-Josef-Wagner-Welt werden Leichen also nicht bespuckt und nicht öffentlich vorgezeigt.

Währenddessen, zwölf Seiten weiter in der „Bild“-Welt:

Schlange stehen zum Gaddafi-Gaffen. Halb nackt, blutverschmiert: der Leichnam Gaddafis im Kühlhaus.

Mit Dank auch an MB.

Nachtrag, 18.20 Uhr: Zwölf Seiten, pah! In der Hamburger „Bild“-Ausgabe ist der tote Gaddafi gleich auf der selben Seite abgebildet wie Wagners Text:

Schlange stehen zum Gaddafi-Gaffen. Halb nackt, blutverschmiert: der Leichnam Gaddafis im Kühlhaus.

Mit Dank an Helga B.

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Das Grauen hat einen Namen

Franz Josef Wagner hat einen Liebesbrief geschrieben. Er geht an Joachim „Jogi“ Löw, den „eleganten Bundestrainer, der wunderbar aussieht“. Mit mehr als einer Prise Homoerotik erinnert sich Wagner „an Artikel, in denen es nur um Ihr strahlend weißes Hemd ging“:

Wie lässig es Ihren 50-jährigen Körper bedeckte, auf Taille geschneidert und zu allen Träumen veranlasste.

Dann war der Hype um Ihren blauen Pullover. Sie trugen ihn nackt auf Ihrer Haut.

Einmal in Fahrt, gibt es für Wagner kein Halten mehr:

Und zu Ihrer Schönheit kam das Haar, als hätte Gott jedes einzelne Haar in Ihren Kopf eingepflanzt. Dieses volle Haar. Sie sind 51 und Sie haben kein einziges graues Haar.

So gesehen dürfte Franz Josef Wagner ziemlich enttäuscht gewesen sein, als er den Sportteil jener Zeitung aufschlug, für die er arbeitet:

Keine Farbe mehr! Löw steht zu Grau. Deutschland siegt und siegt. Warum wird denn unser Bundestrainer grau und grauer? Wer Joachim Löw (51) am Fernseher genau beobachtete, sah graue Haare in der vollen Haarpracht und den Koteletten. Der Grund ist einfach: Löw färbt seine Haare schon länger nicht mehr. "Endlich fällt es den Leuten mal auf", sagt er lächelnd. Das dichte Haar hat er übrigens von seinem Vater geerbt.

Im vergangenen Jahr war „Bild“ übrigens selbst noch überzeugt davon, dass Löws Haarfarbe echt sei:

Die dichten schwarzen Haare sind nicht gefärbt. Hat er vom Vater (Beruf Ofensetzer) geerbt.

Mit Dank an Flo M.

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Der letzte Blondikaner

Es spricht für die eigene geistige Gesundheit, wenn man nicht ganz versteht, warum „Bild“ ausgerechnet zum 21. Jahrestag der Deutschen Einheit ein „Zukunfts-Special“ darüber bringt, wie die Welt in 20 Jahren aussehen wird („Ein Putz-Roboter macht unsere Hausarbeit“, „Fährt die Formel 1 bald elektrisch?“).

Franz Josef Wagner plagen in seiner „Post“ an das „Liebe Jahr 2031“ ganz andere Sorgen:

abgesehen davon, dass es in 20 Jahren kaum noch echte Blondinen gibt, wird sich die Welt nicht groß verändern. (…)

Natürlich ist es ein Verlust, wenn die Blondinen aussterben, „weil die Erbanlagen für dunkle Haare das blonde Haar dominieren“ (so der Genetikforscher Prof. Steve Jones von der Universität London).

Welche Verluste, außer den Blondinen (blondes have more fun), werden wir in 20 Jahren spüren? (…)

2031 wird es im Winter schneien, der Mond wird aufgehen, die Sterne werden funkeln.

Ein 17-Jähriger wird eine chemisch gefärbte Blondine küssen.

Wagners Horrorvision einer Zukunft ohne Blondinen ist so befremdlich wie unbegründet. Zwar ist es korrekt, dass das „Blond-Gen“ (oder besser Allel) rezessiv ist und sich daher in der Regel nicht durchsetzt, was zu einem (leichten und langsamen) Rückgang der Anzahl an (phänotypisch) blonden Menschen führen wird. Da das rezessive Gen aber auch in Nicht-Blonden schlummert und sogar dazu führen kann, dass zwei Nicht-Blonde blonde Kinder bekommen, ist ein Aussterben nahezu unmöglich.

Überhaupt ist das Aussterben der blonden Haarfarbe eine gut gepflegte Urbane Legende, die es sogar zu einem eigenen Eintrag in der englischen Wikipedia gebracht hat. Dort heißt es:

Bei dem verschwindenden Blond-Gen handelt es sich um eine pseudowissenschaftliche Behauptung, die seit 1865 immer wieder durch die Medien geistert. (…)

Die Behauptung basiert auf einer Fehlinterpretation von Rezessivität in der Genetik. In Wirklichkeit ist es unwahrscheinlich, dass blonde Haarfarbe ausstirbt (…).
(Übersetzung von uns.)

Dabei ist noch gar nicht berücksichtigt, dass 20 Jahre evolutionsbiologisch ohnehin eine lächerlich kurze Zeitspanne sind.

Jeder, der im Jahr 2031 in den Archiven der bis dahin längst eingestellten „Bild“-Zeitung wühlt, wird nur ein Kopfschütteln für die Sorgen von Wagner übrig haben — mit wallendem blonden Haar versteht sich.

Good Molch, bad Molch

Vielleicht können Psychologen erklären, warum Christian von Boetticher, frischgebackener Ex-designierter Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, das erste Interview nach seinem Rücktritt ausgerechnet jener Zeitung gegeben hat, die als erstes Medium über seine Beziehung zu einem damals 16-jährigen Mädchen berichtet hatte: Der „Bild am Sonntag“.

Die Folgeberichterstattung über Boettichers Rücktritt, seine ehemalige Geliebte und seine „Blitzhochzeit“ mit seiner langjährigen Lebensgefährtin hatte dann „Bild“ übernommen.

Oder, wie es die „Bild am Sonntag“ ausdrückt:

Es ist seitdem viel über die Affäre, ihre Folgen und die Darsteller geschrieben und gesendet worden, man hat Boetticher in diesem Zusammenhang „einen Lolita-Politiker“ genannt oder, deutlicher noch, einen „Lustmolch“.

Die letzte Bezeichnung scheint auch Boetticher schwer getroffen zu haben:

„(…) Erst wurde ich zum Kinderschänder gemacht, dann zum Weiberhelden und Lustmolch.“

Und dann direkt wieder „BamS“:

Wie lustig ist es für einen konservativen Politiker aus Schleswig-Holstein, Lustmolch genannt zu werden?

Man kann Boettichers Monologe durchaus unterbrechen, man muss dazu zwei bis drei Anläufe unternehmen. Aber er lässt die Unterbrechungen zu, sie verstimmen ihn nicht.

„Über den Lustmolch haben meine Freunde noch geschmunzelt. Sie wissen genau, dass ich mich weder zum Lustmolch noch zum Weiberhelden eigne.“

Langsam sollte es auch ein gemeiner Schwanzlurch verstanden haben: Herr Boetticher wurde als „Lustmolch“ bezeichnet.

Aber wer war so böse, herz- und lustlos?

Sie, lieber von Boetticher, Sie sind weder christlich noch sozial. Sie sind ein Lustmolch. Herzlichst, Ihr Franz Josef Wagner

Mit Dank an Oliver K.

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Korb für Wagner

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist heute zum Staatsbankett im Weißen Haus geladen und bringt neben etlichen Ministern auch Menschen wie Thomas Gottschalk und Jürgen Klinsmann mit. Doch einer fehlt: Franz Josef Wagner Dirk Nowitzki.

Dem deutschen Basketballspieler in Diensten der Dallas Mavericks wurde dafür eine andere Ehre zuteil: Franz Josef Wagner schreibt ihm heute einen Brief. Wagner ist zwar offensichtlich verzückt von Nowitzki („Sie werfen Bälle, wie sie nur ein Zauberer werfen kann.“), hat aber andererseits eher wenig Ahnung von dem Sport, den dieser so betreibt.

So schreibt Wagner:

Amerika sieht, wie Sie hochsteigen, unglaublich hochsteigen, fast 4 Meter hoch und den Ball versenken.

Warum Nowitzki, der (wie Wagner richtig schreibt) 2,13 Meter groß ist, „fast 4 Meter“ hochsteigen soll, um den Ball in 3,05 Metern Höhe im Korb zu versenken, weiß nur Wagner.

Dirk, 32, Deutscher, der höher springt als alle anderen, der aus 30 Metern Bälle wirft – ohne Nerven, ohne zittern.

Womöglich kann Nowitzki auch aus 30 Metern Bälle werfen, allerdings ist ein Basketballfeld in der amerikanischen Profiliga NBA eh nur 94 Fuß (28,65 Meter) lang.

In Teilen der heutigen Auflage ist Nowitzkis Alter darüber hinaus mit „33“ angegeben. So alt wird er aber erst in 12 Tagen.

Mit Dank an O. St., Jens W. und Bene.

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Weltraumtechnik gegen Darmbakterien

Womöglich müssen wir froh sein, dass Franz Josef Wagner seine heutige „Post von Wagner“ nicht direkt an die „verdammten Bakterien“ adressiert hat, sondern nur an die „lieben Bakterien-Forscher“. Das war dann aber auch seine vorerst letzte logische Amtshandlung.

Nachdem Wagner festgestellt hat, dass „immer mehr EHEC-Infektionen“ in Deutschland gemeldet werden, macht er den „lieben Bakterien-Forschern“ Vorwürfe:

Was mich erschreckt, ist, dass Ihr Experten nichts wisst. Ihr wisst nicht, welche Keime uns töten und wie wir uns vor ihnen schützen können. Mich erschreckt Eure Hilfslosigkeit.

Aber auch in seiner erschrockenen Stunde der Hilflosigkeit gelingt es Wagner noch, dem eigenen Nationalstolz zu frönen:

Wir Deutsche sind ein Ingenieursvolk, wir bauen die besten Autos. In der Weltraumtechnik leisten wir hervorragende Arbeit. Wenn man zurückdenkt, dann haben wir Deutsche eigentlich alles erfunden. Das Internet, das Auto, den Zeppelin, Röntgen.

… außerdem das Rad, das Feuer und dieses Plastikteil, das man an der Supermarktkasse aufs Laufband legt, damit man nicht versehentlich die Zigaretten vom Vordermann mitbezahlt.

Aber noch mal zurück zu Wagners Auflistung: Das Internet entstand in den 1960er Jahren an amerikanischen Universitäten (das World Wide Web Ende der 1980er am Schweizer Forschungszentrum CERN); beim Auto kann man ein bisschen darüber streiten, ob es nun von Carl Benz „erfunden“ wurde oder von irgendwelchen Franzosen, und auch wenn der Zeppelin zweifelsohne auf die Initiative von Ferdinand Graf von Zeppelin zurückgeht, so gilt doch der Ungar David Schwarz als Erfinder des ersten starren Luftschiffs. Und das Röntgen hat Wilhelm Conrad Röntgen streng genommen nicht erfunden, sondern die Strahlen eher entdeckt.

Trotz seiner Sorge und Ahnungslosigkeit gibt sich Wagner gegen Ende aber optimistisch:

Weil ich an das menschliche Gehirn glaube, glaube ich, dass alles gut ausgeht.

Wir wären beim Glauben an das menschliche Gehirn etwas vorsichtiger.

Mit Dank an Holger K. und Bruder B.

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