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“Das Versagen von Nius”, Informationsfreiheit, Sportmarkt

1. Mordfall Stade: Das Versagen von NiUS
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 11:07 Minuten)
Nach dem Sechsfachmord in Stade steht das rechtspopulistische Portal “Nius” wegen einer folgenschweren Identitätsverwechslung in der Kritik. Wie Mats Schönauer auf seinem YouTube-Kanal berichtet, habe die Redaktion um Julian Reichelt eine völlig unbeteiligte Frau fälschlicherweise der Mittäterschaft und Fluchthilfe bezichtigt. Aufgrund detaillierter persönlicher Angaben im Artikel wurde die Betroffene im Netz sofort identifiziert und (befeuert von AfD-Politikern) Opfer einer digitalen Hetzjagd.
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

2. BVG muss rechspopulistische Werbung dulden
(taz.de)
Das Berliner Verwaltungsgericht habe im Eilverfahren entschieden, dass die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) die Werbung des rechtspopulistischen Portals “Nius” wieder zulassen müssen. Das Medium habe einen Anspruch auf diskriminierungsfreien Zugang zu den Werbeflächen. Die BVG habe die Kampagne im Juni gestoppt, nachdem “Nius”-Chef Julian Reichelt ein mögliches Werbemotiv mit dem Slogan “Wir werden immer beliebter bei sämtlichen beiden Geschlechtern” veröffentlicht habe, was die Verkehrsbetriebe als “offensichtlich rechtswidrig” eingestuft hätten. Dem widersprach das Gericht: Das Motiv sei von der Meinungs- und Pressefreiheit gedeckt. Auch von der BVG angeführte Sicherheitsbedenken wegen drohender Proteste und Sachbeschädigungen würden den Ausschluss nicht rechtfertigen.

3. Mehr als eine halbe Million Menschen wollen Informationsfreiheit retten
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Die Pläne der schwarz-roten Bundesregierung, das Informationsfreiheitsgesetz drastisch einzuschränken, würden auf massiven Widerstand stoßen. Eine Petition von “FragDenStaat” habe innerhalb einer Woche über eine halbe Million Unterzeichnerinnen und Unterzeichner einsammeln können. Zudem hätten sich mehr als 120 zivilgesellschaftliche Organisationen, darunter auch die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, gegen das Vorhaben positioniert. Auch aus der SPD-Bundestagsfraktion komme parteiinterner Gegenwind.

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4. Springer Exposed
(youtube.com, Der dunkle Parabelritter, Video: 44:20 Minuten)
Der “dunkle Parabelritter” beschäftigt sich in seinem Video mit der Geschichte von Axel Springer: “Wir sprechen über Erfolge, Skandale und Kontroversen, vom Kampf gegen die 68er über den Reichelt-Skandal bis zur Digitalisierung des Unternehmens. Im Mittelpunkt steht außerdem Mathias Döpfner. Wie groß ist sein Einfluss wirklich? Wie viel Macht hat Axel Springer über Politik und öffentliche Debatten? Und was bedeutet das für unsere Demokratie?”

5. Gabor Steingart baut drittes Medienschiff und startet Finanz-Podcast mit KI-Stimm-Klon
(turi2.de, Björn Czieslik)
Wie Björn Czieslik berichtet, investiere das Digitalmedienhaus “Media Pioneer” von Gabor Steingart mehr als 40 Millionen Euro in ein drittes Medienschiff. Die “Pioneer Three” solle mit einer Länge von 80 Metern und Platz für bis zu 400 Gäste in Frankfurt am Main vor Anker gehen, um das wirtschafts- und finanzjournalistische Angebot der Marke auszubauen. Außerdem habe das Medienhaus den börsentäglichen Podcast “Frontrunners” gestartet, der von einem KI-trainierten Stimmdouble Steingarts gesprochen werde.

6. DAZN hat den Sport-Markt verändert. Muss sich jetzt DAZN verändern?
(dwdl.de, Alexander Krei)
Der Sport-Streamingdienst DAZN feiere sein zehnjähriges Bestehen auf dem deutschen Markt. Was als Wagnis mit internationalen Fußball-Nischenrechten begann, habe sich zu einem etablierten, finanzstarken Milliarden-Player entwickelt. Entgegen anfänglicher Skepsis und trotz herber Rückschläge wie der Corona-Pandemie schreibe DAZN in Deutschland seit 2024 schwarze Zahlen und rechne auch für 2026 mit signifikanten Gewinnen. 2027 stehe jedoch ein radikaler Umbruch bevor, da sich Rechte und geografischer Fokus verschöben.

Appell an die Künftigen, Plaudern im Wohnzimmer, Millionen für Sport

1. RSF gibt Empfehlungen an die künftige Regierung
(reporter-ohne-grenzen.de)
Kurz vor der Bundestagswahl meldet sich die Organisation Reporter ohne Grenzen mit einem Appell zu Wort: “Ohne eine vielfältige und freie Presse gibt es keine Demokratie. Wir appellieren an die künftige Regierung, dafür zu sorgen, dass dieses Grundrecht nicht geschwächt wird – insbesondere auf digitalen Plattformen.” Die vollständigen “Handlungsempfehlungen für die nächste Legislaturperiode” gibt es hier (PDF).

2. Wie neutral ist X und profitieren Populisten?
(zdf.de, Paul Krauß & Gunnar Krüger & Nathan Niedermeier & Markus Reichert)
Eine Recherche von “ZDF frontal” zeige, dass die Plattform X/Twitter Inhalte von AfD und BSW deutlich häufiger empfehle als Beiträge von anderen Parteien, was Fragen nach der Neutralität des Algorithmus aufwerfe. Zudem mische sich Elon Musk persönlich in den Wahlkampf ein, indem er bestimmte Politikerinnen und Politiker retweete und ihnen so eine enorme Reichweite verschaffe.

3. Plaudern in Wohnzimmeratmosphäre
(taz.de, David Honold)
Im laufenden Wahlkampf treten Politiker und Politikerinnen vermehrt in Podcasts auf, wahrscheinlich da sie dort ihre Botschaften in entspannter Atmosphäre vermitteln und nahbarer erscheinen können. Podcasts erreichen besonders junge Zielgruppen, lassen viel Raum für persönliche Geschichten und Emotionen und schaffen durch ihre Intimität eine stärkere Bindung zu den Zuhörerinnen und Zuhörern. David Honold hat sich einige der Formate mit Politik-Gästen angehört.

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4. Springer-Chef Döpfner nennt J.D. Vances Rede »inspirierend« und Europäer »weinerlich«
(spiegel.de)
Springer-Chef Mathias Döpfner habe in der “Financial Times” (nur mit Abo lesbar) die Rede von US-Vizepräsident J.D. Vance auf der Münchner Sicherheitskonferenz als “inspirierend” gelobt und die schockierten Reaktionen aus Europa als “weinerlich” kritisiert. Vance hatte behauptet, in Europa gebe es keine Meinungsfreiheit und dies sei eine größere Bedrohung als Russland oder China. Weiterhin hatte er der deutschen Politik empfohlen, auch mit der AfD zusammenzuarbeiten.

5. Droht ProSiebenSat.1 bereits der nächste Stellenabbau?
(dwdl.de, Alexander Krei)
Wie “DWDL” unter Berufung auf einen Bericht des “Manager Magazins” (nur mit Abo lesbar) berichtet, stehe der TV-Konzern ProSiebenSat.1 vor einem weiteren Stellenabbau, bei dem “rund 500 Stellen” gestrichen werden könnten. Zudem gebe es einen Machtkampf im Unternehmen, da der Aufsichtsratsvorsitzende Andreas Wiele seinen Rückzug angekündigt habe und der italienische Medienkonzern Media for Europe eine Komplettübernahme anstrebe.

6. Fast 400 Millionen Euro pro Jahr für den Sport: ARD und ZDF wegen hoher Übertragungskosten in Erklärungsnot
(tagesspiegel.de, Michael Rossmann)
ARD und ZDF stünden wegen hoher Ausgaben für Sportrechte, insbesondere für Fußball, in der Kritik, würden diese jedoch als wichtigen Bestandteil ihres Programms verteidigen und betonen, dass sie ihre Budgets bereits gekürzt hätten. Außerdem würden die öffentlich-rechtlichen Sender verstärkt auf Kooperationen mit privaten Sendern setzen, um Kosten zu sparen, zum Beispiel durch die Aufteilung von Übertragungsrechten mit RTL oder den Weiterverkauf von Sublizenzen.

Ausgezeichnet, “Sportschau”-Ende?, “Luftraum völlig ungeschützt”

1. Reporter:innen-Preis 2024
(reporter-forum.de)
Das Reporter:innen-Forum hat mit seinem Reporter:innen-Preis erneut herausragende journalistische Arbeiten ausgezeichnet, die gesellschaftlich relevante Themen beleuchten: Von Flüchtlingsunterkünften und Afghanistan-Abzug bis hin zu Zwangsprostitution und Kulturkämpfen in den USA – die in elf Kategorien prämierten Beiträge würden “akribische Recherche”, “erzählerische Kraft” und Feingefühl aufweisen. Die Jury hob besonders den Mut, die Relevanz und die handwerkliche Qualität der ausgezeichneten Reportagen, investigativen Recherchen, Essays und Podcasts hervor. Unbedingter Lesetipp, da PDFs der prämierten Beiträge verlinkt sind.

2. Vor der MPK: ÖRR-Finanzierungsreform wackelt
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Am heutigen Donnerstag beraten die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten über die Zukunft des Rundfunkfinanzierungsstaatsvertrags. Timo Niemeier beleuchtet bei “DWDL” die zentralen Fragen rund um ein neues Finanzierungsmodell und die laufende Verfassungsbeschwerde von ARD und ZDF. Die Entscheidungen könnten weitreichende Konsequenzen für die öffentlich-rechtlichen Sender und die Medienpolitik im Allgemeinen haben.

3. RSF-Vorschläge zu Medienpluralismus
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) hat Empfehlungen zur Förderung des Medienpluralismus in Deutschland vorgestellt. Sie lehnen sich an das neue Europäische Medienfreiheitsgesetz an. Die Vorschläge umfassen unter anderem die Gemeinnützigkeit für Non-Profit-Journalismus, mehr Transparenz bei Medieneigentum und staatlichen Werbegeldern sowie eine klare Reform des öffentlich-rechtlichen Auftrags. Ziel sei es, Medienvielfalt und Unabhängigkeit besser abzusichern, journalistische Inhalte sichtbarer zu machen und stärker zu schützen.

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4. KI: Menschen wollen Regeln
(verdi.de)
Das Verdi-Medienmagazin “M” berichtet von einer Umfrage der Landesmedienanstalten zur Akzeptanz von Künstlicher Intelligenz (KI) in Medien. Laut der Studie fordern 90 Prozent der Befragten eine verbindliche Kennzeichnung von KI-gestützten Inhalten, da vor allem synthetische Moderationen und KI-generierte Artikel auf Skepsis stoßen. Christian Krebs, Leiter der niedersächsischen Landesmedienanstalt und verantwortlich für die Studie, kommentiert: “Nur wenn Medienhäuser und Plattformen sich aktiv für klare Kennzeichnung und nachvollziehbare Prozesse einsetzen, können wir verhindern, dass Vertrauen verloren geht”.

5. “Luftraum ungeschützt”: Verbreiteten Medien Spin des Verteidigungsministeriums?
(kobuk.at, Simon Weiß)
Simon Weiß kritisiert die Berichterstattung österreichischer Medien, die den Luftraum des Landes fälschlicherweise als “völlig ungeschützt” dargestellt hätten. Dabei habe die passive Überwachung uneingeschränkt funktioniert. Das österreichische Verteidigungsministerium dementiere die falsche Darstellung nicht, was den Verdacht aufkommen lasse, dass die Aufmerksamkeit genutzt werden könnte, um mehr Budget für das Heer zu fordern. Der tatsächliche Zustand sei eine eingeschränkte aktive Überwachung, nicht ein völliger Schutzverlust.

6. Das Ende der “Sportschau” nur verschoben?
(fachjournalist.de, Michael Schaffrath)
Michael Schaffrath bewertet die jüngste Vergabe der Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga im Hinblick auf Refinanzierbarkeit und Zukunftsperspektiven kritisch. Trotz gestiegener Einnahmen seien die Investitionen für Sender wie Sky und DAZN nur schwer zu stemmen, was das Geschäftsmodell langfristig gefährden könnte. Mit Blick auf öffentlich-rechtliche Traditionssendungen sieht Schaffrath das Ende von ARD-“Sportschau” und ZDF-“Sportstudio” nur als eine Frage der Zeit, da wirtschaftliche Gründe die Bundesliga zunehmend ins Pay-TV drängen könnten.

Springer baut um, Engel und Teufel, Hässliches Entlein Sportjournalismus?

1. Ulf Poschardt löst Stefan Aust als »Welt«-Herausgeber ab
(spiegel.de)
Der Axel-Springer-Verlag ordnet seine Medienmarken neu. Nach dem Ausscheiden von Stefan Aust werde der bisherige “Welt”-Gruppe-Chefredakteur Ulf Poschardt Herausgeber einer neuen Dachmarke, bestehend aus “Welt”, “Politico Deutschland” und “Business Insider Deutschland”. Bei der “taz” kommentiert Nicholas Potter die Personalentscheidung: “Dass der Premium-Poschardt nun zum Herausgeber der neuen Dachmarke wird, dürfte für den Verlag tatsächlich eine erfreuliche Nachricht sein. Zu Springer passt er wie Arsch auf Porschesitz.”

2. Himmel-und-Hölle-Preis 2024: Annabelle & Tageszeitungen
(freischreiber.de)
“Freischreiber”, der Berufsverband freier Journalistinnen und Journalisten, vergibt alljährlich den “Himmel-und-Hölle-Preis” für besonders fairen beziehungsweise fiesen Umgang mit freien Medienschaffenden. Diesmal wurden alle deutschen Tageszeitungen in die Hölle geschickt: “Tatsache ist: Wir kennen keine einzige deutsche Tageszeitung, die ihren freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein mindestens durchschnittliches Einkommen in durchschnittlicher Arbeitszeit ermöglicht”, so Hölle-Laudator und Jury-Mitglied Andreas Unger. In den Himmel gelobt wurde das Schweizer Magazin “Annabelle”. Auf dem Youtube-Kanal von “TIDETVhamburg” gibt es eine Aufzeichnung der Preisverleihung (youtube.com, Video: 47:09 Minuten).

3. Sportjournalismus – das hässliche Entlein des Berufsstandes?
(de.ejo-online.eu, Thomas Strübin)
“Sowohl innerhalb der Redaktionen als auch in der öffentlichen Meinung wird der Sportjournalismus seit seinen Anfängen im Vergleich zu anderen journalistischen Praktiken gering geschätzt. Wie lässt sich das erklären?” Thomas Strübin ist dieser Frage nachgegangen und hat die häufigsten Kritikpunkte am Sportjournalismus aufgegriffen.

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4. Endlich mehr Schutz für Frauen in den Medien!
(dju.verdi.de, Matthias von Fintel)
Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in Verdi fordert von Politik und Arbeitgebern mehr Schutz für Frauen in den Medien: “Gewalt und Belästigung sind gravierende Verstöße gegen Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz. Medienarbeitgeber haben die Pflicht, ein sicheres Arbeitsumfeld zu gewährleisten und funktionierende Mechanismen einzurichten, damit Frauen Übergriffe melden können und besser geschützt werden”, so die dju-Bundesvorsitzende Tina Groll.

5. Musks Trollarmeen leiden unter dem eXit
(futurezone.at, Claudia Zettel)
Claudia Zettel führt bei futurezone.at aus, dass die Abwanderung von Nutzerinnen und Nutzern von der Plattform X (ehemals Twitter) aggressiven Troll-Communities zunehmend ihrer Zielscheiben beraube: “Setzt sich der eXit-Trend weiter fort, wird keine breite Masse mehr verbleiben, deren Widersacher man spielen oder die man versuchen kann, auf seine Seite zu ziehen. Das Ergebnis wäre tatsächlich eine Echokammer, in der man die Aggression unter Seinesgleichen im Kreis schicken kann.”

6. Was der Podcast jetzt braucht
(medientage.de, Petra Schwegler)
Petra Schwegler berichtet von der Podcast-Konferenz “So many Voices”, die vom Label hauseins und dem MedienNetzwerk Bayern organisiert wurde. Die Themen reichten von Community Building über komplexe Produktionsprozesse bis hin zur Rolle von Musik im Storytelling. In Workshops und Expertengesprächen habe es Einblicke in kreative Ansätze, effiziente Techniken und den Einsatz von AI-Tools gegeben. Ein weiteres Thema seien Monetarisierungsmöglichkeiten wie Crowdfunding, Werbung und Netzwerkpartnerschaften gewesen.

Loblied auf Randsport-Reporter, Der Penis und die Latte, Musks KI-Bot

1. Warum Tagesschau24 zeitweise keine “Tagesschau” sendete
(dwdl.de, Alexander Krei)
Wie Alexander Krei bei “DWDL” berichtet, musste der Nachrichtenkanal Tagesschau24 am Donnerstag wegen eines Streiks beim NDR für mehrere Stunden auf die Ausstrahlung der “Tagesschau”-Nachrichten verzichten und stattdessen ein Ersatzprogramm senden. Auch das Hauptprogramm der ARD sei betroffen gewesen. Der Streik, der bis zum heutigen Freitag andauern soll, betrifft auch andere öffentlich-rechtliche Sender wie den Bayerischen Rundfunk. Die Gewerkschaften fordern eine Gehaltserhöhung von 10,5 Prozent.

2. Ein Hoch auf die Randsport-Kommentatoren bei Olympia!
(rnd.de, Imre Grimm)
Beim “Redaktionsnetzwerk Deutschland” singt Imre Grimm ein Loblied auf die Kommentatorinnen und Kommentatoren der olympischen Randsportarten und die von ihnen ausgelöste, überspringende Freude: “Die Spiele von Paris sind ein wundervoll gestaltetes, lavendel­farbenes, perfekt inszeniertes und medial stabil begleitetes Fest der Freude. Es wird nicht dazu führen, dass sich Hundert­tausende Kinder in Deutschland nächste Woche für Judo, Kanu-Polo oder Wellenreiten vor Spiekeroog anmelden. Bis Sonntag aber sind wir alle Randsportler.”

3. Bekannte Bilder
(taz.de, Carolina Schwarz)
In der neuen ZDF-Reportagereihe “Deutschland, warum bist du so?” ist die Journalistin Eva Schulz in Sachsen, Thüringen und Brandenburg unterwegs und spricht mit Menschen vor Ort über Politik und die anstehenden Landtagswahlen. Carolina Schwarz hat sich die Politdoku angesehen und einiges Gutes entdeckt: “Dabei kommen wiederholt auch Rechte und Rechtsextreme zu Wort, wie sollte es anders sein. Doch sie bekommen hier keine große Bühne, sondern werden kritisch befragt.” Letztlich ist Schwarz aber nicht wirklich überzeugt: “Doch trotz allem bleibt man als Zuschauer_in unbefriedigt zurück. Denn was bleibt? Das ohnehin schon bekannte Bild von AfD-Wähler_innen, die sich im Stich gelassen und abgehängt fühlen.”

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4. Digitale Angriffe gegen Exilmedien
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) berichtet, dass die Facebook-Seiten kambodschanischer Exilmedien seit Anfang des Jahres von regierungsnahen und armeefreundlichen Accounts mit Hasskommentaren überflutet würden. Dies scheine eine gezielte Aktion zu sein, um die Medien zu diskreditieren und die Regierung zu unterstützen. Das kambodschanische Verteidigungsministerium weise die Vorwürfe jedoch zurück. Die Pressefreiheit in Kambodscha habe sich laut ROG in den vergangenen Jahren drastisch verschlechtert. Das Land sei mittlerweile auf Platz 151 von 180 in der weltweiten Rangliste der Pressefreiheit zurückgefallen.

5. Irische Datenschützer gehen wegen KI-Bot gegen X vor
(spiegel.de)
Irische Datenschützer sollen rechtliche Schritte gegen Elon Musks Plattform X/Twitter eingeleitet haben, weil Daten von Nutzerinnen und Nutzern möglicherweise ohne Einwilligung für das Training des KI-Bots “Grok” verwendet wurden. Obwohl X kürzlich eine Opt-Out-Möglichkeit für die Datennutzung eingeführt habe, gelte diese Praxis im europäischen Datenschutzrecht als umstritten. X betone jedoch, alle erforderlichen Maßnahmen zur Einhaltung der Vorschriften getroffen zu haben, und weise darauf hin, dass Wettbewerber wie Meta ähnliche Probleme hätten.

6. Lattendrama: “Spiegel” erklärt Penis fälschlicherweise für unschuldig
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
In Stefan Niggemeiers Text geht es diesmal um einen besonders kuriosen Fall der olympischen Berichterstattung: einen Stabhochspringer, eine berührte Latte und die Frage, was ein Penis damit zu tun hatte.

Gelöschte “Welt”-Umfrage, Unsportlich, Interview-Autorisierung

1. Ja, die Welt hat eine Umfrage, bei der die AfD 70 Prozent erreichte, gelöscht
(correctiv.org, Gabriele Scherndl)
In den Sozialen Medien kursiert ein Screenshot, laut dem bei einer Umfrage der “Welt” zur Europawahl 70 Prozent der Befragten für die AfD gestimmt hätten. Die Grafik ist echt, die Umfrage aber gelöscht. Gabriele Scherndl erläutert die Hintergründe zu der Befragung, bei der es einen “Verdacht auf ‘möglichen Missbrauch’ gegeben habe”.
Dazu auch ein Hörtipp in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator: “Genauso wenig kann es doch angehen, dass man derartige Umfragen mal stehen lässt, wenn einem das Ergebnis in den Kram passt, und andere löscht, wenn nicht – obwohl beide unseriös oder unsauber sind. Das ist doch purer Opportunismus. Entweder man bekennt sich klar zu sauberen, repräsentativen Methoden – oder, naja, man lässt es ganz bleiben. Was übrigens mein abschließender Rat wäre, also das Bleibenlassen.”

2. Gesagt ist gesagt
(taz.de, Ann-Kathrin Leclère)
Die “Bild”-Redaktion habe angekündigt, Interviews mit Politikerinnen und Politikern nicht mehr von den Interviewten autorisieren zu lassen, so dass künftig das gesprochene Wort unverändert gelten soll. Diese Entscheidung solle die Glaubwürdigkeit der Berichterstattung erhöhen, stoße aber auch auf Kritik, da die Autorisierung oft helfe, Missverständnisse aufzuklären und Aussagen in den richtigen Kontext zu stellen. Kritiker würden befürchten, dass ohne Autorisierung die Qualität und die Genauigkeit der Berichterstattung leiden könnte.

3. Wir brauchen eine andere Berichterstattung nach Wahlen
(deutschlandfunk.de, Marina Weisband)
Deutschlandfunk-Kolumnistin Marina Weisband hat genug von den Fernsehsendungen unmittelbar nach einer Wahl: “Wissen Sie, wessen Meinung mich am Wahlabend noch mehr interessiert als die Meinung der Leute, deren Karrieren offensichtlich von diesen Ergebnissen abhängen? Die Menschen, deren Leben von diesen Ergebnissen abhängen.”

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4. So viel öffentliches Geld bekamen Medien 2023
(kobuk.at, Yilmaz Gülüm)
Österreichische Medien hätten im vergangenen Jahr deutlich weniger öffentliche Mittel erhalten als im Jahr zuvor. “Gleichzeitig mussten in diesem Jahr viele Medien einmal mehr Personal abbauen. Das zeigt, wie schwierig es geworden ist, schwarze Zahlen zu schreiben. Und auch, wie wichtig öffentliche Gelder für das Überleben mittlerweile sind.” Yilmaz Gülüm hat die wichtigsten Zahlen zusammengefasst und übersichtlich aufbereitet.

5. HR plant massive Kürzungen bei seinen Radiosendern
(dwdl.de, Alexander Krei)
Wie “DWDL” berichtet, plant der Hessische Rundfunk deutliche Einsparungen bei seinen Hörfunkprogrammen und will sich künftig auf die Primetime am Morgen konzentrieren. Der öffentlich-rechtliche Sender könnte stärker auf Kooperationen und die Nutzung bereits vorhandener Inhalte setzen. Entlassungen seien vorerst nicht geplant, jedoch langfristige Veränderungen und eine Reduzierung auf nur noch drei Vollprogramme mit eigenproduzierten Inhalten nach 2028.

6. Unsportlich! So wird über Athletinnen berichtet
(genderleicht.de, Kerstin Börß)
Kerstin Börß hat untersucht, wie über Sportlerinnen in Medien berichtet wird und wie Frauenthemen in der Sportberichterstattung behandelt werden. Dabei hat sie vier Artikel herausgesucht, die besonders gut als Beispiele für eine verfehlte Berichterstattung dienen können.

Nur noch fünf Fernsehsender?, Frauensport, Schweigende Grenze

1. Nur noch fünf Fernsehsender?
(freitag.de, Wolfgang Michal)
Über eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wird seit Jahrzehnten diskutiert. Seit dem 19. November steht nun ein Entwurf zur Änderung des Rundfunkauftrags auf der Webseite der Rundfunkkommission. Und jeder darf mitdiskutieren. Wolfgang Michal erklärt, worum es im Einzelnen geht und welche politischen Interessen dabei eine Rolle spielen.

2. Grüne Grenze des Schweigens
(taz.de, Christian Jakob)
An den EU-Außengrenzen wird derzeit die Pressefreiheit stark eingeschränkt. Gerade dort sei unabhängige Berichterstattung aber enorm wichtig. Christian Jakob hat einige Beispiele der letzten Zeit zusammengestellt, in denen Reporterinnen und Reporter an ihrer Arbeit gehindert wurden, sei es durch offizielle Verbote, Schikanen oder Festnahmen.

3. Warum vernachlässigen die Medien den Frauensport?
(deutschlandfunk.de, Brigitte Baetz, Audio: 27:35 Minuten)
In der Sportberichterstattung ist der Sport von Frauen oft nur ein Randthema. Warum das so ist und wie das geändert werden könnte, darüber diskutiert eine Deutschlandfunk-Hörerin mit Andrea Schültke aus der Dlf-Sportredaktion, mit Nina Probst, Chefredakteurin des Portals Sportfrauen.net, und mit Brigitte Baetz aus dem Dlf-Medienressort.

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4. Medienvertreter müssen sich schützen
(reporter-ohne-grenzen.de)
In etwa zwei Monaten finden in China die 24. Olympischen Winterspiele statt, und trotz der Corona-Pandemie werden viele ausländische Medien vor Ort sein wollen. Reporter ohne Grenzen rät zur Vorsicht und warnt vor dem Herunterladen von Apps, die es den chinesischen Behörden ermöglichen könnten, Personen zu überwachen: “Es ist legitim, dass die Medien über dieses internationale Großereignis berichten, aber sie müssen sich vor den Manipulationsversuchen des Regimes in Acht nehmen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Überwachung und möglichem Druck schützen. Auch der Deutsche Olympische Sportbund ist gefordert: Er muss öffentlich und deutlich die Einhaltung von Pressefreiheit und Menschenrechten einfordern.”

5. Keine Blase, sondern richtiges Business
(journalist.de, Eva Morlang)
Die freie Journalistin Eva Morlang weist in ihrem Beitrag über den deutschsprachigen Podcastmarkt auf die Notwendigkeit hin, sich als Autor oder Autorin mit der Rechtefrage zu befassen. Sie hat dazu eine nützliche Checkliste erstellt, die die wesentlichen Aspekte abdeckt und viel (juristischen) Ärger ersparen kann.

6. Bushido-Doku “Unzensiert”: Inszenierte “Wahrheit”
(dwdl.de, Jan Freitag)
Die Bushido-Doku auf Amazon trägt den Untertitel “Bushido’s Wahrheit” (Apostroph im Original), was darauf hinweist, dass es sich nur um eine von vielen Wahrheiten handelt, eine ausgesprochen subjektive zudem. Die Serie stammt zudem von “Bild”-Reporter Peter Rossberg, was von Jan Freitag wie folgt kommentiert wird: “Der selbstverliebte Gossenreporter arbeitet schließlich nicht nur bei ‘Bild’, er gehört zum erweiterten Freundeskreis des Porträtierten. Und das kreiert ein filmisches Hybrid der bizarren Art. Einerseits kommt Rossberg seinem Buddy näher als andere, nun ja, ‘Journalisten’ zuvor. Andererseits lässt er ihm dabei ohne lästiges Nachhaken alle Freiheiten zur Selbstdarstellung.”

WDR lässt Westen im Stich, “Fake-News”-Eigentor, Sportwetten

1. Unterlassene Hilfeleistung: WDR lässt den Westen im Stich
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Als es in weiten Teilen des WDR-Sendegebiets zu Unwettern mit dramatischen Folgen kam, habe der Sender die Menschen weitgehend im Stich gelassen, kommentiert Thomas Lückerath: “Man kann dem WDR nur raten, sich in der Verteidigung dieses Totalausfalls in Radio und TV nicht zu viel auf einen einsamen Live-Ticker auf der Website oder Twitter einzubilden. Wenn sich die gesamte Kompetenz des mächtig ausgestatteten Westdeutschen Rundfunk in einer Krisensituation, die weite Teile des Landes erfasst hat, in einem banalen Text-Ticker erschöpfen soll, dann ist das ein Armutzeugnis, aber nicht nur: Wenn Angebote im Netz das Angebot im Rundfunk ersetzen soll, dann untergräbt man damit selbst die Legitimation eines bis heute über TV und Radio definierten öffentlich-rechtlichen Rundfunks.”

2. Wo endet Berichterstattung, wo beginnt Werbung?
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers, Audio: 5:00 Minuten)
Bremens Innensenator Ulrich Mäurer wirft “Bild” eine “besorgniserregende, da gezielt verharmlosende” Berichterstattung über Sportwetten vor und hat sich deswegen an den Presserat gewandt. Der Axel-Springer-Konzern gibt sich unschuldig und weist alle Vorwürfe zurück. Was ist dran an den Vorwürfen? Und welche Rolle spielt der neue Glücksspielstaatsvertrag? Darüber hat der Deutschlandfunk mit Ilona Füchtenschnieder vom Fachverband Glücksspielsucht gesprochen.

3. Springers neue “Welt”-Strategie ist ein Frontalangriff gegen die “FAS”
(meedia.de, Gregory Lipinski)
Der Axel-Springer-Verlag will die “Welt am Sonntag” mit einer Frühausgabe bereits am Samstag an die Kioske bringen. Ein schlauer Schachzug, wie Gregory Lipinski findet, der sich vor allem gegen die “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” richte. Profiteur der neuen “Welt”-Vertriebsstrategie sei Springer-Chef Mathias Döpfner, der sich vor den Investoren von KKR für die schwache Sparte rechtfertigen müsse.

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4. Plädoyer für die Plagiatsjagd
(medienwoche.ch, Lothar Struck)
Lothar Struck hält ein Plädoyer für die Plagiatsjäger, die er als Korrektive für schläfrig gewordene Institutionen bezeichnet: “Sie werden immer dann aktiv, wenn ein Versagen vorliegt. Wenn Promotionsausschüsse ihren Prüfungspflichten nicht ausreichend nachkommen, Lektorate in Verlagen nur oberflächlich ausgeführt werden oder Journalisten in politischer Sympathie Bücher von Mandatsträgern nicht genau untersuchen – dann schlägt ihre Stunde.”

5. Antisemitismus-Eklat um Corona-Bestsellerautor
(t-online.de, Lars Wienand)
Der umstrittene Wissenschaftler Sucharit Bhakdi ist so etwas wie ein Held der Corona-Leugner-Szene. Nun sorgt er mit Äußerungen für Aufsehen, die als antisemitisch wahrgenommen werden können. Der Goldegg-Verlag, der auch Bhakdis letzten Corona-Verharmlosungs-Bestseller veröffentlichte, geht auf vorsichtige Distanz und verlangt von seinem Autoren eine Erklärung. “T-Online”-Redakteur Lars Wienand weist in seinem Beitrag auf einen interessanten Umstand hin: “Bhakdi selbst fasste seine Äußerungen in dem Interview möglicherweise nicht antisemitisch auf: Er sagte in dem Interview auch, er habe Juden verehrt und sei jüdischen Künstlern nachgereist. Marina Weisband, Jüdin, Psychologin und heute bei den Grünen aktive frühere Geschäftsführerin der Piratenpartei, ordnete das auf Twitter ein: ‘Ich glaub ihm das’, schrieb sie. ‘Philosemitismus [jemanden verehren, weil er Jude ist, Anm. d. Red.] ist die kleine Schwester des Antisemitismus. Niemand, der sich als ‘Juden-Verehrer’ bezeichnet, hat ein sauberes Verhältnis.”

6. Fake News Eigentor
(twitter.com, Tilo Jung, Video: 7:07 Minuten)
Tilo Jung dokumentiert auf seinem Youtube-Kanal regelmäßig Veranstaltungen der Bundespressekonferenz. Von der gestrigen Sitzung hat Jung etwas mitgebracht, das er als “Fake News Eigentor” bezeichnet: “Ein ‘Reporter’ von Russia Today hat es heute in der Bundespressekonferenz geschafft, gleich zweimal bei der Verbreitung von Desinformation live entlarvt zu werden.”

“Klima Update”, Muslimfeindlichkeit, Genderdebatte und Sportjournalismus

1. “Der Rechtsstaat im Herzen getroffen”
(deutschlandfunk.de, Sebastian Wellendorf, Audio: 5:55 Minuten)
In Amsterdam wurde am Dienstagabend der bekannte niederländische Kriminalreporter Peter de Vries auf offener Straße niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt. Sebastian Wellendorf hat mit der Korrespondentin Kerstin Schweighöfer über die Hintergründe der Tat gesprochen. De Vries habe in mehreren spektakulären Fällen recherchiert und an der Aufklärung mitgewirkt: “Er ist nicht nur Reporter, er hat sich auch als eine Art Privatdetektiv einen Namen gemacht – spezialisiert auf ‘cold cases’. Zum Beispiel hat er einen 20 Jahre alten Mord an einem elfjährigen Jungen gerade erst aufgelöst.” Zudem herrsche gegenüber Journalistinnen und Journalisten in den Niederlanden schon seit Jahren ein feindliches Klima.

2. Türkischer Exiljournalist in Berlin angegriffen
(reporter-ohne-grenzen.de)
Am Mittwochabend ist in Berlin ein regierungskritischer türkischer Journalist von drei Männern angegriffen und verletzt worden. Für Reporter ohne Grenzen kommentiert Christian Mihr: “Wir kennen die Hintergründe der Tat noch nicht, aber dass ein regierungskritischer Journalist aus der Türkei in Berlin angegriffen wird, ist besorgniserregend und könnte andere Exiljournalistinnen und -journalisten im Land einschüchtern. Die Behörden müssen dem Verdacht nachgehen, dass der Angriff mit seiner journalistischen Arbeit zusammenhängt. Medienschaffende im Exil sind vor Repressionen in ihren Heimatländern geflohen. Sie müssen sich hier sicher fühlen können.”

3. Olympiahoffnung: Mehr Frauen im Sport und im Sportjournalismus
(genderleicht.de, Anna E. Poth)
Angesichts der bevorstehenden Olympischen Spiele in Tokio hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) die Medien in einem offenen Brief (PDF) dazu aufgerufen, mehr über Sportlerinnen zu berichten: “Unsere Forderung ist: das Gewährleisten einer ausgewogenen und gleichwertigen Sportberichterstattung – ohne stereotype und diskriminierende Darstellungen von Sportlerinnen in Wort und Bild.” Die Initiative “Genderleicht” hat sich mit verschiedenen Fachfrauen über den Einfluss der Genderdebatte auf den Sportjournalismus unterhalten: mit Ulrike Spitz, Pressesprecherin des DOSB, mit Susanne Opitz, langjährige Sportjournalistin und Reporterin für das ZDF, und mit Nina Probst, Chefredakteurin des Sportblogs Sportfrauen.net.

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4. “Klima Update” bei RTL: “Zeichen der Zeit erkannt”
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Lange hatten sich die Verantwortlichen der “Klima-vor-acht”-Initiative für ein regelmäßiges Klimaformat im Ersten eingesetzt, waren dort jedoch regelmäßig abgeblitzt. Konkurrent RTL hat die Gunst der Stunde genutzt und bringt das Format als “Klima Update” auf Sendung, das künftig immer donnerstags und samstags im Anschluss an die Nachrichtensendung “RTL Aktuell” zu sehen sei.

5. Muslimfeindlichkeit: Medien unter Druck
(verdi.de, Bärbel Röben)
Beim Interkulturellen Mediendialog in Frankfurt am Main wurde unter anderem über die Studie “Mediale Wahrnehmung des Islam bei Politiker*innen und Journalist*innen” diskutiert. Bärbel Röben fasst den Vortrag und die anschließende Diskussion zusammen.

6. Donald Trump klagt gegen Twitter, Facebook und Google
(zeit.de)
Der frühere US-Präsident Donald Trump will sich seine Socia-Media-Verbannung nicht gefallen lassen und hat Twitter, Facebook und Google auf Wiederherstellung seiner Accounts verklagt.
Weiterer Lesehinweis in Sachen Twitter: “Ein französisches Gericht ordnet an, dass Twitter seine Moderationspraktiken bei Hassrede offenlegen muss. Geklagt hatten französische Organisationen, die zuvor in einer Studie den nachlässigen Umgang des sozialen Netzwerks mit hetzerischen Inhalten angeprangert hatten.” – “Twitter muss endlich Verantwortung übernehmen” (netzpolitik.org, Denise Stell).

Maaßens Gesinnungstest, Sportschau und Wettanbieter, Schmutzkampagne?

1. Maaßen fordert Gesinnungstest für “Tagesschau”-Personal
(spiegel.de)
In einem Interview bei TV Berlin hat der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsschutzes und aktuelle CDU-Bundestagskandidat Hans-Georg Maaßen gefordert, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der “Tagesschau” einem Gesinnungstest zu unterziehen. Angeblich gäbe es Verbindungen zwischen Teilen der “Tagesschau”-Redaktion und der linken und linksextremen Szene. Angesichts dieser verstörenden und hanebüchenen Aussagen kommentiert der ehemalige CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz auf Twitter: “Ich würde meiner Partei zu einem Ausschlussverfahren raten. Ja, auch im Wahlkampf. Gerade jetzt.” SPD, Grüne und Linke würden laut “Spiegel” ein Machtwort Armin Laschets fordern.

2. Jede Wette
(sueddeutsche.de, Lisa Priller-Gebhardt)
Die ARD-“Sportschau” hat sich den Wettanbieter Tipico als Werbepartner mit ins Boot geholt. Glücksspiel scheint in Deutschland ein enormes Wachstums-Potential zu haben. So habe sich zwischen 2013 und 2019 laut Deutschem Sportwettenverband der Umsatz der Branche von knapp vier auf fast acht Milliarden Euro verdoppelt. Bei Süddeutsche.de erklärt Lisa Priller-Gebhardt, warum die Kooperation von “Sportschau” und Wettanbieter aus ihrer Sicht gefährlich ist: “Für Suchtgefährdete heißt das, sie müssen nun auch mit Werbung für geschäftsmäßiges Tippen in den Öffentlich-Rechtlichen leben.”

3. Nein, liebe Grüne, das ist keine Schmutzkampagne, das ist normale Medienarbeit
(meedia.de, Stefan Winterbauer)
In Zusammenhang mit den Vorwürfen bezüglich der Buchveröffentlichung von Annalena Baerbock sprechen einige von “Rufmord” und einer medialen Schmutzkampagne. Stefan Winterbauer hält derlei Vorwürfe für Unsinn: “Die Vorgänge, die da kritisiert werden, sind ja alle wahr. Die Nebeneinkünfte wurden verspätet gemeldet, der Lebenslauf war aufgehübscht, im Buch finden sich abgeschriebene Passagen. Dass all dies grell ausgeleuchtet wird, das ist keine ‘Schmutzkampagne’. Das ist normale Medienarbeit.”

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4. EU-Ratspräsident torpediert Medienfreiheit
(reporter-ohne-grenzen.de)
Eine Untersuchung von Pressefreiheits- und Journalistenorganisationen unter Beteiligung von Reporter ohne Grenzen kommt zu dem Schluss, dass der seit Kurzem amtierende EU-Ratspräsident die Medienfreiheit in seinem Land torpediert: “Die slowenische Regierung hat es in nur 15 Monaten geschafft, die Lage der Pressefreiheit im Land ungarischen oder polnischen Verhältnissen anzunähern. Für Ministerpräsident Janša sind unabhängige Medien kein Bestandteil eines funktionierenden demokratischen Systems, sondern Oppositionskräfte, die bekämpft werden müssen. Diese Haltung darf auf keinen Fall zum Leitgedanken von Sloweniens Ratspräsidentschaft werden.”

5. Wer reguliert die Regulierer?
(zeit.de, Felix Stalder)
Felix Stalder arbeitet als Professor für Digitale Kultur an der Zürcher Hochschule der Künste. Für “Zeit Online” hat er Michael Seemanns neues Buch über “Die Macht der Plattformen” rezensiert: “Es ist eine der großen Stärken von Seemanns’ Buch, zwischen der strukturellen und politischen Analyse des Phänomens Plattform zu unterscheiden und damit die Frage der Regulierbarkeit sehr viel präziser stellen zu können, als dass dies in der Diskussion um ‘Geistiges Eigentum’ oder ‘Fake News’ zumeist geschieht.” Eine Schwäche des Buch sei der Begriffsapparat, der für die breite Öffentlichkeit zu überbordend und für die wissenschaftliche nicht präzise genug sei. Dennoch sei das Buch sehr lesenswert.

6. Christonormatives Radio
(taz.de, Mohamed Amjahid)
Mohamed Amjahid sind beim morgendlichen Hören der Morgenandacht des Deutschlandfunks zwei Fragen in den Sinn gekommen: “Was sagt es über die deutsche Medienlandschaft aus, dass die evangelische und die katholische Kirche exklusive Sendefenster in gemeinschaftlich finanzierten Programmen bekommen? Und was sagt es über die deutsche Medienlandschaft aus, dass andere (religiöse) Minderheiten dies nicht bekommen?”

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