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Eine Journalistin sieht grün

Noch nie hat es in den Wahlprognosen für die Grünen so gut ausgesehen. Ihre Ansichten in puncto Atompolitik und Umweltschutz kommen inzwischen bei einer breiten Bevölkerungsschicht gut an. „Welt Online“ und der „Welt“ ist es nun jedoch endlich gelungen, die wahren Machenschaften der Grünen und ihrer Wähler zu enttarnen. Mit Umweltschutz ist da nicht mehr viel.

Unter Überschriften wie „Warum gerade Grünen-Wähler die Umwelt belasten“ und „Grüne nicht gut für die Umwelt“, erklärt Autorin Claudia Ehrenstein unter anderem:

Den Deutschen liegt die Umwelt am Herzen – das belegt eine Studie. Unter den schlimmsten Sündern sind auch Grüne-Wähler.

Damit der Leser auch auf jeden Fall weiß, wie er sich die wahren „Mehr-Schein-als-Sein“-Umweltsünder vorzustellen haben, hat „Welt Online“ seinen Artikel mit prototypischen Grün-Wählern bebildert:

Atomkraftgegner wählen oft grün und engagieren sich für Umweltschutz. Doch die Realität sieht anders aus

Doch auf den 96 Seiten der Studie fehlt jeder Hinweis auf die Grünen oder deren Wählerschaft. Was „Welt Online“ explizit als grün verstanden hat, dürfte dem „sozialökologischen Milieu“ entsprechen, einem Personenfeld mit besonders ausgeprägten Einstellungen zum Umweltschutz.

„Welt Online“ beruft sich weiterhin auf Jochen Flasbarth, den Präsidenten des Umweltbundesamts, und zitiert ihn mit den Worten, dass schon viel gewonnen wäre, wenn diejenigen, die ökologisch denken, auch konsequent ökologisch handeln würden. Das soll Flasbarth „vor allem auch mit Blick auf die Wählerklientel der Grünen“ gesagt haben.

Und weiter:

Umweltengagierte Grüne verfügten oft über hohe Einkommen, um entsprechend viel zu konsumieren und zum Beispiel klimaschädlich Fernreisen mit dem Flugzeug zu unternehmen.

Doch um die Grünen und ihre Wähler ging es auch auf der Pressekonferenz nicht. Flasbarths Pressesprecher Martin Ittershagen war bei der Präsentation dabei und erklärte auf Nachfrage von BILDblog:

Die „Welt“ hat unseren Chef bewusst oder unbewusst falsch zitiert. Er hat sich zu Grünen/Grünwählern nicht geäußert. Nur zum Häuschen im Grünen.

Mit Dank an Jan B.

Österreich, Jahrtausendwinter, Udo Reiter

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „‚Wetten dass‘: Geheimauftritt von ‚Take That'“
(politblogger.eu)
Die Sonntagsausgabe der Boulevardzeitung „Österreich“ titelt „So rockte Robbie Gottschalk“ und „Gottschalk: Robbie holte Show aus Koma“, obwohl Robbie Williams am Samstagabend gar nicht in der Sendung „Wetten, dass..?“ auftrat. Wegen eines Unfalls bei einer Wette wurde die Sendung vorzeitig abgebrochen. Siehe dazu auch „‚Österreich‘: Wenn Kaltschreiben pietätlos wird“ (kobuk.at, Yilmaz Gülüm)

2. „Die Jahrtausendwinter – Ente“
(wissenslogs.de, Stefan Rahmstorf und Olivia Serdeczny)
Der polnische Wissenschaftler Michał Kowalewski sieht von ihm getätigte Aussagen zu einem Artikel vermengt, „der so geschickt seine Worte mit einigen meiner Sätze ohne ihren Kontext vermischte, dass eine ganz neue Bedeutung entstand. Eine absolut absurde These. Meine Zitate sind für sich genommen aber korrekt, daher konnte ich keine Richtigstellung verlangen.“ Stefan Rahmstorf und Olivia Serdeczny zeigen auf, wie sich die Meldung fortpflanzt.

3. „Reiter: MDR-Intendant löscht Twitter-Account, Nachspiel im Rundfunkrat“
(flurfunk-dresden.de, owy)
Peter Stawowy kommentiert den Rückzug von MDR-Intendant Udo Reiter (@mdrreiter) aus Twitter: „Es war ein schlechter Witz, ja, Reiter hat sich gleich darauf entschuldigt – so what? Diese und ähnliche Erfahrungen werden eins zur Folge haben: Wir werden in Deutschland noch sehr lange warten müssen, bis sich Politik und andere Entscheiderkreise an Twitter und Co. herantrauen.“

4. „Niebel: ‚Spiegel‘ hat keinen verantwortungsvollen Journalismus betrieben“
(lvz-online.de, Dieter Wonka)
Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel ist unzufrieden mit der Aufarbeitung der ihn betreffenden Wikileaks-Diplomatendepeschen durch den „Spiegel“: „Nachdem ich den Originalbericht über meine Person gelesen habe, kann ich die Aufarbeitung des ‚Spiegel‘ nicht als verantwortungsvollen Journalismus bezeichnen. Auch durch Weglassen kann man falsche Informationen streuen.“

5. „Facie prima“
(ad-sinistram.blogspot.com, Roberto J. De Lapuente)
Roberto J. De Lapuente beschreibt von den Medien ausgewählte Bilder von Julian Assange: „Die Manipulationsmacht, die ein Bild verströmen kann, selten ist sie so zielgerichtet, wie im Falle Assanges; selten wird so manipulativ auf solche Fotos zurückgegriffen, auf denen die Person, über die man berichtet, so unvorteilhaft zur Geltung kommt.“

6. „Medien machen Geschichte(n)“
(heise.de/tp, Wassilis Aswestopoulos)
Nicht nur in Neapel stapelt sich der Müll, sondern auch in Griechenland. Wassilis Aswestopoulos über den aktuellen Zustand des Lands.

Anmerkung: Wegen Serverüberlastung ist Link 1 zwischenzeitlich deaktiviert.

Pferde, Schuhe, Focus

6 vor 9

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1. „Qualitätsmedien erliegen dem Spin einer irischen NGO“
(kobuk.at, Fabian Schmid)
Irren wegen der Wirtschaftskrise 20.000 herrenlose Pferde durch Irland, wie zum Beispiel „Spiegel Online“ berichtet? Die irische Tierschutzorganisation ISPCA antwortet auf Anfrage: „There are no definitive numbers on horses abandoned in Ireland, our Inspectors have brought in 13 horses in 2007, 16 in 2008, 23 in 2009 and 41 so far this year.“

2. „Focus: Können die kein Englisch?“
(greenpeace-magazin.de)
Das Blog des „Greenpeace Magazin“ befasst sich mit der aktuellen „Focus“-Titelgeschichte: „Ein Eisbär ist darauf zu sehen mit (schlecht aufretuschierter) Sonnenbrille – und unter der Schlagzeile ‚Prima Klima!‘ die Behauptung: ‚Die globale Erwärmung ist gut für uns‘.“

3. „24 Paar Schuhe. Im Schnitt …“
(stefanolix.wordpress.com)
Stefan schreibt zu einer von dpa zitierten Studie über das Kaufverhalten britischer Frauen: „Wo ist der Haken? Aller Wahrscheinlichkeit nach ist die Umfrage nicht repräsentativ.“

4. „Sturm im Wasserglas“
(sprengsatz.de, Michael Spreng)
Für Michael Spreng sind die neusten Wikileaks-Enthüllungen (auf cablegate.wikileaks.org), was Deutschland angeht, „völlig bedeutungslos“: „Das Ganze ist eine vom ‚Spiegel‘ und anderen Medien inszenierte Scheinaufregung.“

5. „Wikileaks vs. USA – 4 : 0“
(bulldoglog.wordpress.com, Lars-Marten Nagel)
Lars-Marten Nagel vermutet in der Konzentration von Wikileaks auf die USA finanzielle Gründe: „Assange sagt selbst, dass nach den Großenthüllungen die meisten Spendengelder fließen. Auf Geld ist Wikileaks letztlich zum Selbsterhalt angewiesen. Die letzten Monate haben zudem klar gezeigt: Der riesige Bekanntheitsschub speist sich aus der Konfrontation mit der letzten verbliebenen Supermacht.“

6. „PRrisiert Social Media unsere Gesellschaft?“
(amendedestages.com, Christian)
Christian fragt sich, wie sehr die Gesellschaft durch soziale Medien PRisiert wird. „Das Tun rückt in den Hintergrund, das Darübersprechen in den Vordergrund. Wir machen immer mehr Dinge nur, um anschließend darüber sprechen zu können.“

Winterwetter, Bärenmutter, Peter Hahne

6 vor 9

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1. „Was sich im Wissenschaftsjournalismus ändern muss“
(astirn.de/blog, Alexander Stirn)
Alexander Stirn stellt sechs Thesen auf: „Journalisten, die einfach nur die Pressemitteilungen der Universitäten wiedergeben, braucht kein Mensch. Das können (und machen) die Pressestellen genauso gut.“

2. „Vier Hof-Fotografen ackern im Schichtdienst“
(faz.net, Hendrik Kafsack)
Hendrik Kafsack befasst sich mit der „Propaganda für die EU-Kommission“: „Die EU-Kommission wolle nicht mehr als das, was den Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten zustehe und was Organisationen von der Weltbank bis zu den Vereinten Nationen böten. Wenn Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy zu einem Gipfeltreffen flögen, nähmen sie auch Journalisten mit. Warum also solle Barroso das nicht?“

3. „Wettervorhersage für den Winter – Warum in der BILD Mist steht“
(scienceblogs.de/weatherlog, Frank Abel)
„So eiskalt wird der Winter!“, prophezeit Bild.de. Frank Böttcher, Leiter des Instituts für Wetter- und Klimakommunikation in Hamburg: „Da werden Temperaturkurven für den kommenden Winter veröffentlicht, die der Öffentlichkeit glaubhaft machen sollen, man könne daran ablesen, wie das Wetter an einem bestimmten Tag wird. Das ist so, als würden sie Lottozahlen vorhersagen.“

4. „Geht es Ihnen auch so, Herr Hahne?“
(fernsehkritik.tv, Video, insgesamt 44 Minuten)
Fernsehkritik.tv stellt in der sonntäglichen Talkshow von BamS-Kolumnist Peter Hahne Kritiklosigkeit gegenüber Anwesenden fest. „Keiner kuschelt so sehr mit seinen Gästen wie er.“

5. „Was ist schon dabei? Heutzutage ist das doch kein Tabu mehr“
(zeit.de, Harald Martenstein)
Harald Martenstein reagiert auf eine kritische Besprechung seines Romans in der „Süddeutschen Zeitung“. „Meine Mutter wollte zu der Zeitung fahren und sich den Kritiker vorknöpfen, einen gewissen Schmidt. Das konnte ich verhindern.“

6. „Wie ein kleines Bären-Video die große weite Medien-Welt eroberte – und dabei seine Unschuld verlor…“
(einvideogehtumdiewelt.blogspot.com)
Die Geschichte eines Videos, das durch diese Verlinkung weltweit Aufmerksamkeit gewann. „Mein tiefer, herzlicher und ehrlich gemeinter Dank wird Stefan Niggemeier für ewig verfolgen.“

Fakenews, Matussek, Unter Linken

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1. „Westerwelle ist zurückgetreten“
(tagesspiegel.de, Elisa Georgi und Florian Wessel)
Tagesspiegel.de erinnert sich an den Fall „Bluewater“ (BILDblog berichtete), der am 10. September 2009 den Puls in der Redaktion ansteigen liess. Elisa Georgi und Florian Wessel bezweifeln, „dass durch diese Art der falschen Berichterstattung die Welt wirklich verbessert werden kann“. „Statt über die ‚Blödheit‘ einiger Journalisten zu lachen und von nun an kritisch an das zu gehen, was man täglich in der Zeitung liest, führen ‚Fakenews‘ eher zu einer Verunsicherung der Leser, welche so schon in der Nachrichtenflut ertrinken.“

2. Interview mit Matthias Matussek
(meedia.de, Christopher Lesko)
Teil 1 eines langen Gesprächs mit Matthias Matussek: „Schauen Sie doch auf Nixon, Tony Blair, Clinton: Lügen verschaffen vielleicht einen kurzen, strategischen Vorteil. Letztlich zahlen sie sich nicht aus und werden von der Wahrheit eingeholt. Dauerhafter sind da schon Wahrheits-Sager wie Ghandi oder Martin Luther King.“

3. „Darf ich vorstellen: Der Embedded Advertiser“
(juliane-wiedemeier.de)
„I♥KR“ steht auf dem T-Shirt einer der Kandidatinnen in der Sat.1-Sendung „Deutschlands Meisterkoch“. Juliane Wiedemeier fragt sich, ob KR ihr Freund ist oder ob es sich um eine „Liebesbekundung für das chemische Element Krypton im Speziellen oder Kommerzienräte im Allgemeinen“ handelt.

4. „‚Heute‘ sabbert sich ein Nacktbild von Sibel Kekilli“
(kobuk.at, Helge Fahrnberger)
Die Gratiszeitung „Heute“ illustriert ein Zitat des Gerichts, dass es Sibel Kekilli nicht mehr zu dulden hat, dass das Fernsehen „nach so vielen Jahren“ Szenen aus einem Porno, in dem sie mal mitgespielt hat, ausstrahlt, „ausgerechnet mit einer Nacktszene aus besagtem Porno“.

5. „Unter Linken – Die Links“
(scienceblogs.de/primaklima, Georg Hoffmann, Videos)
Georg Hoffmann fand den Film „Unter Linken“ von Jan Fleischhauer „exzellent und sehr lustig und manchmal auch sehr wahr“. Michael Angele auf freitag.de dagegen: „Das Problem ist, dass Fleischhauer in seinem Film nur am Rande als Satiriker auftritt. Er ist auch nicht erkennbar ein Aufklärer.“

6. „This is a news website article about a scientific paper“
(guardian.co.uk, Martin Robbins, englisch)
Eine Anleitung, wie man einen Online-Newsartikel schreibt über eine wissenschaftliche Erkenntnis.

China, Sperrfristen, Content & Curation

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1. „Die China-Berichterstattung in den deutschen Medien“
(boell.de)
Die Heinrich-Böll-Stiftung untersucht detailiert die Berichterstattung deutscher Medien über China (PDF, 304 Seiten, 2,46 MB). Beklagt wird unter anderem Eurozentrismus, eine Fokussierung auf eine konfliktträchtige Kernagenda, eine „teilweise ideologische Berichterstattung“ und ein starker Fokus auf „auf deutsche Elite-Personen und Unternehmen“.

2. „Raufende Ermittlungen“
(sueddeutsche.de, W. Janisch)
Für W. Janisch ist das Klima für Medien, die über laufende Ermittlungen berichten, rauer geworden: „Das liegt auch daran, dass dort ein Geschäftsfeld für Medienrechtsanwälte entstanden ist, die auf der Seite der Betroffenen agieren. Promi-Anwalt Matthias Prinz war ein Wegbereiter, Christian Schertz in Berlin und Michael Nesselhauf in Hamburg gehören zu den aktivsten Klagevertretern.“

3. „hysterie im web2.0 – chronographie einer twitter-ente“
(stenographique.wordpress.com)
Ein lauter Knall in Göttingen und die Folgen bei Twitter: „so schnell die aufregung kam, so schnell ist sie auch wieder verstummt. gerade einmal 15minuten und mehrere hundert nachrichten lagen zwischen panikähnlichen zuständen und business as usual. 11.15 uhr: man wendet sich wieder der kaffeetasse, dem lernskript oder dem terminplaner zu. als wäre nichts gewesen…“

4. „Skandalöse Rezensionspraktiken im Fall Christa Wolf“
(freitag.de/community/blogs, Michael Angele)
Michael Angele beachtet die Sperrfrist des Suhrkamp-Verlags zum neuen Roman von Christa Wolf, andere Medien aber nicht. Das sei auch „ein Betrug am Leser, denn der kann das besprochene Buch ja noch gar nicht kaufen“.

5. „Content Is No Longer King: Curation Is King“
(businessinsider.com, Steve Rosenbaum, englisch)
„‚Content is King‘ — no longer. Today, the world has changed. ‚Curation Is King.'“

6. „Holzmedien versuchen HTML“
(hetjens.com, Philip Hetjens)
Philip Hetjens prüft die Websites einiger deutschsprachigen Zeitungen mit dem W3-Validator. „Im Boulevard scheint gutes HTML beliebt zu sein, aber sonst sieht es oft eher mässig aus. Den Vogel schiesst aber definitiv das Handelsblatt ab: Bei über 1300 Fehler auf der Homepage müssen die schon absichtlich eingebaut werden.“

Meyer-Landrut, Tunnelbau, Lotterie

6 vor 9

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1. „Der schönste Mix“
(berlinonline.de, Daniel Bouhs)
Das ZDF sucht derzeit per Ausschreibung einen Dienstleister für die „Produktion von Audio-PR und Auswertung aktueller ZDF-Sendungen“. Daniel Bouhs fragt: „Steht solch eine Praxis einer Programmanstalt gut zu Gesicht, die im Wesentlichen von der Allgemeinheit finanziert wird und deshalb mehr als andere einen sauberen Journalismus fördern sollte?“

2. „Alter Hut statt ‚Enthüllung'“
(fastvoice.net, Wolfgang Messer)
Eine Nacktszene von Lena Meyer-Landrut wird als Neuigkeit präsentiert, ist aber schon länger bekannt. Die FAZ dazu: „Es muss ein Skandal her, es braucht Sex and Crime, es muss auch die letzte jugendliche Lichtgestalt in den Dreck gezogen und mit bigotten Kommentaren überzogen werden.“

3. „Abschied vom Besten“
(online-merkur.de, Kathrin Passig)
Kathrin Passig zum Ausspruch von Christoph Keese, es sei die Leistung seines Arbeitgebers Axel Springer, die Rangreihenfolge der Informationen im Netz zu organieren. „Es gibt diese allgemeingültige Rangreihenfolge nicht, und dass Redaktionen eine Weile so tun durften, als gebe es sie, beruhte auf einem Mangel an besseren Lösungen, der mittlerweile behoben ist.“

4. „10 wahnwitzige Dokus bei N-TV und N24“
(fernsehkritik.tv, Video, insgesamt 41:23 Minuten)
Fernsehkritik.tv kommentiert (ab 20:43 Minuten) zehn Dokus, die auf den TV-Sendern N24 und N-TV zu sehen waren. Es geht darin um Themen wie die Ufos der Nazis, den Klimawandel, das Leben von Jesus, Heuschreckenplagen oder den Luftkrieg. Zum Thema Tunnelbau fallen aus dem Off folgende, dramatische Sätze: „Die Grösse der Aufgabe überstieg beinahe jede Vorstellungskraft. Ein Projekt, das den Beteiligten Unmögliches abverlangte – bis sie schliesslich triumphierten. (…)“

5. „Layout Fail“
(failblog.org, englisch)
„Look closely…does that spell what I think it spells?“

6. „Sie haben gewonnen, Herr Hase!“
(20min.ch, Amir Mustedanagic)
Amir Mustedanagic versucht, an die 3 Millionen Euro zu kommen, die er angeblich in der spanischen Lotterie gewonnen hat.

Luxushotels, Zeilenhonorare, Yasmin

6 vor 9

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1. „Interessiert eigentlich jemanden, was in Griechenland wirklich passiert?“
(print-wuergt.de, Michalis Pantelouris)
Michalis Pantelouris bemängelt die Vor-Ort-Recherche von „Spiegel Online“ in Athen, die sich statt auf der Straße auf der Dachterrasse eines Luxushotels abspiele. In einem zweiten Beitrag wird geklärt, wann griechische Beamte in Rente gehen können.

2. „Journalisten nicht wie Bittsteller behandeln“
(kress.de, Matthias Spielkamp)
Kress.de dokumentiert eine Rede von Matthias Spielkamp, die unter anderem die manchmal nur aus wenigen Cents bestehenden Zeilenhonorare von freien Journalisten zum Thema hat. Nachtrag, 5. Juni: Inzwischen ist der Text nur noch hier kostenlos zu lesen.

3. „SF: 20 Unterschriften für eine Beschwerde gesucht“
(arlesheimreloaded.ch, Manfred Messmer)
Manfred Messmer dokumentiert eine Beschwerde von Journalist Markus Schär an die „Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen“ UBI. Das Schweizer Fernsehen SF habe „keinen einzigen Beitrag zur Kritik an der Klimaforschung gebracht, auch nicht zur Debatte um den Weltklimarat IPCC und seinen Chef Rajendra Pachauri, die Anfang Jahr weltweit grosses Aufsehen erregte und über die jedes ernstzunehmende Medium berichtete“.

4. „An meine Kritiker“
(zeit.de, Helene Hegemann)
Romanautorin Helene Hegemann kritisiert angesichts der Plagiatsdebatte um ihr Buch „Axolotl Roadkill“, dass viele Journalisten sich weigerten, „die eigentlich wichtigste Tatsache“ mit einzubeziehen: „nämlich dass es sich bei der als Plagiat bezeichneten Menge von (nicht abgeschriebenen, sondern modifiziert in einen komplett anderen Kontext gesetzten) Stellen um zusammen genommen circa eine einzige von 206 Buchseiten handelt. (…) Die genaue Zahl der Stellen wurde konsequent ausgespart, und zwar ausschließlich, weil sie die Luftblase des perfekten Skandals zum Platzen gebracht hätte.“

5. „Yasmin – zurück im Alltag“
(nzz.ch, Alan Niederer)
„Was von der medialen Kritik an der Antibabypille geblieben ist.“

6. „Die anonyme Welt der Geheimnisverräter“
(jungle-world.com, Elke Wittich)
Elke Wittich setzt sich kritisch mit Wikileaks auseinander. Julian Assange, einer der Sprecher der Whistleblower-Plattform, antwortet hier auf den im Text angesprochenen Artikel „Inside WikiLeaks’ Leak Factory“.

IPCC, Mädchen-WG, Heute

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1. „FR zieht Artikel gegen Klimarat zurück“
(wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge, Stefan Rahmstorf)
Die „Frankfurter Rundschau“ zieht einen Artikel vom Februar mit Vorwürfen gegen den Weltklimarat zurück. „Zahlreiche andere Zeitungen innerhalb und außerhalb Deutschlands haben die falschen Vorwürfe gegen das IPCC ungeprüft nachgedruckt, die das Gespann North/Leake in die Welt gesetzt hat.“ Siehe dazu auch die Übersicht über die angeblichen und echten IPCC-Fehler.

2. „Missbrauch light“
(fernsehkritik.tv/blog)
Der Fernsehkritiker stört sich daran, dass das ZDF für den Kinderkanal „derzeit fünf Mädchen zwischen zwölf und vierzehn Jahren für eine Dokusoap namens ‚Die Mädchen-WG'“ sucht. „Was wäre eigentlich, wenn ein Sender wie RTL ‚Die Mädchen-WG‘ produzieren würde? Sofort wären doch alle Jugendschützer und Politiker (zu Recht) auf den Barrikaden.“

3. Interview mit Sheri Fink
(derstandard.at, Michael Kremmel)
„Sheri Fink arbeitet als Journalistin unter Bedingungen, die sich für die allermeisten Journalisten wie Erzählungen aus einer fernen Welt anhören: Weder Geld noch Zeitmangel bei der Recherche, 140 Gesprächspartner und rund ein Dutzend Personen, die aktiv an der Entstehung eines Artikels beteiligt sind. Zwei alleine dafür, damit alle Fakten noch einmal überprüft werden.“

4. „‚Cicero‘ wehrt sich gegen ‚Linksruck‘-Vorwurf“
(tagesspiegel.de, Sonja Pohlmann)
Alexander Görlach von „The European“ unterschreibt eine Unterlassungserklärung, „die ‚Cicero‘-Chefredakteur Michael Naumann von ihm gefordert hatte“. Görlach dazu: „Wir möchten nicht in einen kostspieligen Prozess und langwierigen Rechtsstreit verwickelt werden. Aus all diesen Gründen haben wir uns entschieden, das Geld lieber in unser Magazin zu investieren. Andernfalls wäre dieses Geld an Anwälte und Gerichte zu zahlen.“

5. „Wieviele Fehler passen in eine Titelgeschichte von ‚Heute‘?“
(kobuk.at, André Pascal Horvath)
Nicht der Staat, sondern die Wirtschaft zahlt die Gehälter, schreibt André Pascal Horvath zur „Heute“-Schlagzeile „Staat zahlt Häftlingen 10 Millionen € Gehalt!“.

6. „SEO-Tipps für Blogger und Journalisten“
(t3n.de)
Suchmaschinenoptimierung ist Alltag in Online-Redaktionen. „t3n“ hat einige Tipps dazu und gibt zu bedenken: „SEO-Maßnahmen machen keinen Sinn, wenn der Artikel darunter leidet!“

Apple, Leserkommentare, VG Wort

6 vor 9

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1. „Beten und Steve Jobs danken“
(epd.de, Martin Meuthen)
Martin Meuthen kommentiert das Verhältnis zwischen den Zeitungsverlagen und Apple. „Renommierte Nachrichtenportale schalten Live-Ticker, Fernsehsender bringen Hintergrundberichte, wenn Apple-Guru Steve Jobs gewohnt unrasiert und in einem Aufzug, als käme er gerade aus dem Baumarkt, die neuesten der sogenannten Meilensteine vorstellt. Apple braucht dafür keine Werbung zu schalten, nicht einmal zu machen. Das erledigen die Medien schon von selbst. Kostenlos.“

2. „Test! Test! Test! Test! Test!“
(faz-community.faz.net/blogs/fernsehblog, Peer Schader)
„Aber, ach, machen wir’s kurz und lösen auf: ‚Der große deutsche IQ-Test by RTL 2‘ bei RTL 2 war kein Versuch, jedenfalls kein absichtlicher. Sondern einfach – schrecklich langweiliges Fernsehen.“

3. „News Sites Rethink Anonymous Online Comments“
(nytimes.com, Richard Pérez-Peña, englisch)
News-Websites überdenken die Frage, ob sich Leser anonym auf ihren Plattformen äussern sollen dürfen.

4. Interview mit Markus Hofmann
(dirkvongehlen.de)
Markus Hofmann erzählt, wie sich die Lage geändert hat, seit auf badische-zeitung.de nur noch mit Klarnamen kommentiert werden kann. „Wir sind der Meinung, dass ein Klima, in dem gepöbelt wird, in dem man sich beleidigt, einfach nicht zu einer Tageszeitung und zu dem Online-Auftritt einer Tageszeitung passt.“

5. „Vergesst das Online-Image!“
(ftd.de, Lucy Kellaway)
Lucy Kellaway rät zu Gelassenheit, was das eigene Image im Internet betrifft. „Als ich das erste Mal etwas Gemeines über mich las, habe ich mich noch aufgeregt. Aber das Leben ging trotzdem weiter, und niemand sonst hatte das Gemeine überhaupt zur Kenntnis genommen. Beim nächsten Mal war ich schon gelassener.“

6. „Wie ihr als Autor Tantiemen für Online-Texte von der VG Wort bekommt“
(berufung-selbststaendig.de, Elke Fleing)
In einem Whitepaper (PDF-Datei, 9 Seiten) erklärt Elke Fleing, wie man Online-Texte der VG Wort meldet.

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