Suchergebnisse für ‘Klima’

ARD-Fernsehlotterie, Vollmond, Frauentag

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Lierhaus: Zu viel Honorar für den guten Zweck?“
(ndr.de, Video, 8:17 Minuten)
Während sich frühere Aushängeschilder der ARD-Fernsehlotterie kostenlos zur Verfügung stellten, wird für Monica Lierhaus ein Honorar bezahlt. Die Sendung „Zapp“ befasst sich damit. „Keine der reinen Hilfsorganisationen zahlt nach Zapp-Recherchen Honorare an ihre prominenten Botschafter. Die ARD-Fernsehlotterie dient zwar ebenso dem guten Zweck, ist aber keine reine Hilfsorganisation. Sie muss sich zudem auf dem Glücksspielmarkt behaupten.“

2. „Der tödliche Supermond“
(wahrheitueberwahrheit.blogspot.com, Thomas)
„Kommt mit dem Super-Mond das Klima-Chaos?“, fragt bild.de. Thomas wertet dazu die Abstände zwischen Erde und Mond aus und vergleicht sie mit Ereignissen: „Offenbar hängen Naturkatastrophen nicht mit einem besonders geringen Abstand der Erde zum Vollmond zusammen.“

3. „Einübungen in die Kaltherzigkeit“
(woz.ch, Eva Pfister)
Eva Pfister schreibt über Pseduo-Dokus im Nachmittagsprogramm: „Die kommerziellen Sender betonen gern,­ dass sie sich um die Realität kümmern und um die Probleme der kleinen Leute. Dabei inszenieren sie vor allem ihre Macht: Sie bieten Lösungen an, sind die Erzieher der Nation, machen Superstars, verschönern und helfen – einigen Auserwählten!“

4. „Gaddafi forces beat up BBC team“
(bbc.co.uk, englisch)
BBC-Journalisten werden in Libyen festgehalten und misshandelt: „The three were beaten with fists, knees and rifles, hooded and subjected to mock executions by members of Libya’s army and secret police.“

5. „Great Pretenders“
(medienspiegel.ch, Hanspeter Spörri)
Hanspeter Spörri, Ex-Chefredaktor der Berner Tageszeitung „Der Bund“, denkt zurück an eine Zeit, in der Journalisten nicht „gehetzt, nervös, atemlos“ waren: „Sie machten tagsüber Spaziergänge, schauten wie zufällig bei Geschäftsleuten oder Politikern vorbei, stellten ihre Fragen im Plauderton. Es sah nicht wie Arbeit aus, aber es kam einiges dabei heraus.“

6. „Barfuß oder Lackschuh“
(juliane-wiedemeier.de)
Wie bebildern TV-Sender Berichte zum Internationalen Frauentag? „Immerhin sind sich die verschiedenen Sender und Formate in einem einig. Dass man als Frau nur erfolgreich im Beruf sein kann, wenn man sich als Mann verkleidet. Das ist doch eine versöhnliche Erkenntnis zum Hundertsten.“

Verliebt in Benzin

Nachdem „Bild“, „Bild am Sonntag“ und Bild.de in den letzten Tagen alles getan haben, um das „Chaos um den Öko-Kraftstoff“ weiter anzuheizen (BILDblog berichtete), scheinen sich die Redakteure jetzt für eine Linie entschieden zu haben:

Nein, tanke! Der Irrsinn mit dem Bio-Sprit

In gleich zwei Artikeln erklären „Bild“ und Bild.de, „warum E10 Mist ist“:

1. Schadet vielen Motoren!*
2. Erhöht Verbrauch!
3. Lässt Preise steigen!*
4. Verschlimmert Hungersnöte!*
5. Schadet dem Klima!*
6. Zerstört Regenwald!*
7. Verteuert Sprit!*

*) Diesen „Fakt“ hatte „Bild am Sonntag“ vorgestern als „Irrtum“ zu widerlegen versucht.

Mit Dank auch an Sebastian S.

Barbara Zehnpfennig, Tom Schimmeck, taz

6 vor 9

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1. „Mich empört das öffentliche Klima: zu meinen, dass Plagiate Bagatellen sind“
(blog.uni-passau.de, Steffen Becker)
Politikwissenschaftlerin Barbara Zehnpfennig, die Teile eines von ihr geschriebenen FAZ-Artikels in der Einführung der Doktorarbeit von Karl-Theodor zu Guttenberg verwendet sah, über den daraus entstandenen „Medienrummel“: „Ich habe schnell gemerkt, dass die Journalisten vor allem Emotionen von mir haben wollten. Die habe ich ihnen nicht geliefert, worauf sie begannen, sie dazu zu erfinden.“

2. „jetzt-Kosmos, Bild und Judith Holofernes“
(jetzt.sueddeutsche.de, Alf Frommer)
Unter dem Nutzernamen „synthie_und_roma“ schrieb Alf Frommer eine fiktive Antwort auf den Text von Judith Holofernes, die vorgab, von der Werbeagentur Jung von Matt zu stammen (BILDblog berichtete): „Niemals hätte ich geglaubt, irgendjemand könnte denken, dass wäre echt.“

3. „Instantprominente allüberall“
(jungewelt.de, Reinhard Jellen)
Tom Schimmeck spricht mit Reinhard Jellen über den Zustand des Journalismus in Deutschland. „Es gibt Zeitschriften in Deutschland, besonders im Reise- und Autogewerbe, so scheint es mir, die vor lauter Deals gar nicht mehr zum Journalismus kommen.“

4. „Unsere finanzielle Abhängigkeit“
(blogs.taz.de/hausblog, Sebastian Heiser)
Die „taz“ zeigt im Hausblog Kuchengrafiken, auf denen Einnahmen und Ausgaben der Zeitung zu sehen sind. Und beantwortet die Frage, ob die „taz“ mit Werbung nicht die „Botschaft des Bösen“ unter ihren Lesern verbreite: „Wenn unsere Leser also ohnehin überall mit Werbung konfrontiert sind und gelernt haben, damit umzugehen: Warum sollten wir dann darauf verzichten, sie abzudrucken?“

5. „Deutschlands schwachsinnigste Meinung(en)“
(mediensalat.beeplog.de, fremdenlegionaer)
Auf Bild.de kann man noch bis Mitte März abstimmen, wie die am 23. Februar ausgetragene Partie zwischen Inter Mailand und dem FC Bayern München ausgeht.

6. „Eine Person in Fußnoten“
(faz.net, Marcus Jauer)
Marcus Jauer setzt das öffentliche Bild von Karl-Theodor zu Guttenberg aus 84 in deutschen Publikationen gefundenen Stellen zusammen.

Eine Journalistin sieht grün

Noch nie hat es in den Wahlprognosen für die Grünen so gut ausgesehen. Ihre Ansichten in puncto Atompolitik und Umweltschutz kommen inzwischen bei einer breiten Bevölkerungsschicht gut an. „Welt Online“ und der „Welt“ ist es nun jedoch endlich gelungen, die wahren Machenschaften der Grünen und ihrer Wähler zu enttarnen. Mit Umweltschutz ist da nicht mehr viel.

Unter Überschriften wie „Warum gerade Grünen-Wähler die Umwelt belasten“ und „Grüne nicht gut für die Umwelt“, erklärt Autorin Claudia Ehrenstein unter anderem:

Den Deutschen liegt die Umwelt am Herzen – das belegt eine Studie. Unter den schlimmsten Sündern sind auch Grüne-Wähler.

Damit der Leser auch auf jeden Fall weiß, wie er sich die wahren „Mehr-Schein-als-Sein“-Umweltsünder vorzustellen haben, hat „Welt Online“ seinen Artikel mit prototypischen Grün-Wählern bebildert:

Atomkraftgegner wählen oft grün und engagieren sich für Umweltschutz. Doch die Realität sieht anders aus

Doch auf den 96 Seiten der Studie fehlt jeder Hinweis auf die Grünen oder deren Wählerschaft. Was „Welt Online“ explizit als grün verstanden hat, dürfte dem „sozialökologischen Milieu“ entsprechen, einem Personenfeld mit besonders ausgeprägten Einstellungen zum Umweltschutz.

„Welt Online“ beruft sich weiterhin auf Jochen Flasbarth, den Präsidenten des Umweltbundesamts, und zitiert ihn mit den Worten, dass schon viel gewonnen wäre, wenn diejenigen, die ökologisch denken, auch konsequent ökologisch handeln würden. Das soll Flasbarth „vor allem auch mit Blick auf die Wählerklientel der Grünen“ gesagt haben.

Und weiter:

Umweltengagierte Grüne verfügten oft über hohe Einkommen, um entsprechend viel zu konsumieren und zum Beispiel klimaschädlich Fernreisen mit dem Flugzeug zu unternehmen.

Doch um die Grünen und ihre Wähler ging es auch auf der Pressekonferenz nicht. Flasbarths Pressesprecher Martin Ittershagen war bei der Präsentation dabei und erklärte auf Nachfrage von BILDblog:

Die „Welt“ hat unseren Chef bewusst oder unbewusst falsch zitiert. Er hat sich zu Grünen/Grünwählern nicht geäußert. Nur zum Häuschen im Grünen.

Mit Dank an Jan B.

Österreich, Jahrtausendwinter, Udo Reiter

6 vor 9

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1. „‚Wetten dass‘: Geheimauftritt von ‚Take That'“
(politblogger.eu)
Die Sonntagsausgabe der Boulevardzeitung „Österreich“ titelt „So rockte Robbie Gottschalk“ und „Gottschalk: Robbie holte Show aus Koma“, obwohl Robbie Williams am Samstagabend gar nicht in der Sendung „Wetten, dass..?“ auftrat. Wegen eines Unfalls bei einer Wette wurde die Sendung vorzeitig abgebrochen. Siehe dazu auch „‚Österreich‘: Wenn Kaltschreiben pietätlos wird“ (kobuk.at, Yilmaz Gülüm)

2. „Die Jahrtausendwinter – Ente“
(wissenslogs.de, Stefan Rahmstorf und Olivia Serdeczny)
Der polnische Wissenschaftler Michał Kowalewski sieht von ihm getätigte Aussagen zu einem Artikel vermengt, „der so geschickt seine Worte mit einigen meiner Sätze ohne ihren Kontext vermischte, dass eine ganz neue Bedeutung entstand. Eine absolut absurde These. Meine Zitate sind für sich genommen aber korrekt, daher konnte ich keine Richtigstellung verlangen.“ Stefan Rahmstorf und Olivia Serdeczny zeigen auf, wie sich die Meldung fortpflanzt.

3. „Reiter: MDR-Intendant löscht Twitter-Account, Nachspiel im Rundfunkrat“
(flurfunk-dresden.de, owy)
Peter Stawowy kommentiert den Rückzug von MDR-Intendant Udo Reiter (@mdrreiter) aus Twitter: „Es war ein schlechter Witz, ja, Reiter hat sich gleich darauf entschuldigt – so what? Diese und ähnliche Erfahrungen werden eins zur Folge haben: Wir werden in Deutschland noch sehr lange warten müssen, bis sich Politik und andere Entscheiderkreise an Twitter und Co. herantrauen.“

4. „Niebel: ‚Spiegel‘ hat keinen verantwortungsvollen Journalismus betrieben“
(lvz-online.de, Dieter Wonka)
Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel ist unzufrieden mit der Aufarbeitung der ihn betreffenden Wikileaks-Diplomatendepeschen durch den „Spiegel“: „Nachdem ich den Originalbericht über meine Person gelesen habe, kann ich die Aufarbeitung des ‚Spiegel‘ nicht als verantwortungsvollen Journalismus bezeichnen. Auch durch Weglassen kann man falsche Informationen streuen.“

5. „Facie prima“
(ad-sinistram.blogspot.com, Roberto J. De Lapuente)
Roberto J. De Lapuente beschreibt von den Medien ausgewählte Bilder von Julian Assange: „Die Manipulationsmacht, die ein Bild verströmen kann, selten ist sie so zielgerichtet, wie im Falle Assanges; selten wird so manipulativ auf solche Fotos zurückgegriffen, auf denen die Person, über die man berichtet, so unvorteilhaft zur Geltung kommt.“

6. „Medien machen Geschichte(n)“
(heise.de/tp, Wassilis Aswestopoulos)
Nicht nur in Neapel stapelt sich der Müll, sondern auch in Griechenland. Wassilis Aswestopoulos über den aktuellen Zustand des Lands.

Anmerkung: Wegen Serverüberlastung ist Link 1 zwischenzeitlich deaktiviert.

Pferde, Schuhe, Focus

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1. „Qualitätsmedien erliegen dem Spin einer irischen NGO“
(kobuk.at, Fabian Schmid)
Irren wegen der Wirtschaftskrise 20.000 herrenlose Pferde durch Irland, wie zum Beispiel „Spiegel Online“ berichtet? Die irische Tierschutzorganisation ISPCA antwortet auf Anfrage: „There are no definitive numbers on horses abandoned in Ireland, our Inspectors have brought in 13 horses in 2007, 16 in 2008, 23 in 2009 and 41 so far this year.“

2. „Focus: Können die kein Englisch?“
(greenpeace-magazin.de)
Das Blog des „Greenpeace Magazin“ befasst sich mit der aktuellen „Focus“-Titelgeschichte: „Ein Eisbär ist darauf zu sehen mit (schlecht aufretuschierter) Sonnenbrille – und unter der Schlagzeile ‚Prima Klima!‘ die Behauptung: ‚Die globale Erwärmung ist gut für uns‘.“

3. „24 Paar Schuhe. Im Schnitt …“
(stefanolix.wordpress.com)
Stefan schreibt zu einer von dpa zitierten Studie über das Kaufverhalten britischer Frauen: „Wo ist der Haken? Aller Wahrscheinlichkeit nach ist die Umfrage nicht repräsentativ.“

4. „Sturm im Wasserglas“
(sprengsatz.de, Michael Spreng)
Für Michael Spreng sind die neusten Wikileaks-Enthüllungen (auf cablegate.wikileaks.org), was Deutschland angeht, „völlig bedeutungslos“: „Das Ganze ist eine vom ‚Spiegel‘ und anderen Medien inszenierte Scheinaufregung.“

5. „Wikileaks vs. USA – 4 : 0“
(bulldoglog.wordpress.com, Lars-Marten Nagel)
Lars-Marten Nagel vermutet in der Konzentration von Wikileaks auf die USA finanzielle Gründe: „Assange sagt selbst, dass nach den Großenthüllungen die meisten Spendengelder fließen. Auf Geld ist Wikileaks letztlich zum Selbsterhalt angewiesen. Die letzten Monate haben zudem klar gezeigt: Der riesige Bekanntheitsschub speist sich aus der Konfrontation mit der letzten verbliebenen Supermacht.“

6. „PRrisiert Social Media unsere Gesellschaft?“
(amendedestages.com, Christian)
Christian fragt sich, wie sehr die Gesellschaft durch soziale Medien PRisiert wird. „Das Tun rückt in den Hintergrund, das Darübersprechen in den Vordergrund. Wir machen immer mehr Dinge nur, um anschließend darüber sprechen zu können.“

Winterwetter, Bärenmutter, Peter Hahne

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1. „Was sich im Wissenschaftsjournalismus ändern muss“
(astirn.de/blog, Alexander Stirn)
Alexander Stirn stellt sechs Thesen auf: „Journalisten, die einfach nur die Pressemitteilungen der Universitäten wiedergeben, braucht kein Mensch. Das können (und machen) die Pressestellen genauso gut.“

2. „Vier Hof-Fotografen ackern im Schichtdienst“
(faz.net, Hendrik Kafsack)
Hendrik Kafsack befasst sich mit der „Propaganda für die EU-Kommission“: „Die EU-Kommission wolle nicht mehr als das, was den Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten zustehe und was Organisationen von der Weltbank bis zu den Vereinten Nationen böten. Wenn Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy zu einem Gipfeltreffen flögen, nähmen sie auch Journalisten mit. Warum also solle Barroso das nicht?“

3. „Wettervorhersage für den Winter – Warum in der BILD Mist steht“
(scienceblogs.de/weatherlog, Frank Abel)
„So eiskalt wird der Winter!“, prophezeit Bild.de. Frank Böttcher, Leiter des Instituts für Wetter- und Klimakommunikation in Hamburg: „Da werden Temperaturkurven für den kommenden Winter veröffentlicht, die der Öffentlichkeit glaubhaft machen sollen, man könne daran ablesen, wie das Wetter an einem bestimmten Tag wird. Das ist so, als würden sie Lottozahlen vorhersagen.“

4. „Geht es Ihnen auch so, Herr Hahne?“
(fernsehkritik.tv, Video, insgesamt 44 Minuten)
Fernsehkritik.tv stellt in der sonntäglichen Talkshow von BamS-Kolumnist Peter Hahne Kritiklosigkeit gegenüber Anwesenden fest. „Keiner kuschelt so sehr mit seinen Gästen wie er.“

5. „Was ist schon dabei? Heutzutage ist das doch kein Tabu mehr“
(zeit.de, Harald Martenstein)
Harald Martenstein reagiert auf eine kritische Besprechung seines Romans in der „Süddeutschen Zeitung“. „Meine Mutter wollte zu der Zeitung fahren und sich den Kritiker vorknöpfen, einen gewissen Schmidt. Das konnte ich verhindern.“

6. „Wie ein kleines Bären-Video die große weite Medien-Welt eroberte – und dabei seine Unschuld verlor…“
(einvideogehtumdiewelt.blogspot.com)
Die Geschichte eines Videos, das durch diese Verlinkung weltweit Aufmerksamkeit gewann. „Mein tiefer, herzlicher und ehrlich gemeinter Dank wird Stefan Niggemeier für ewig verfolgen.“

Fakenews, Matussek, Unter Linken

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1. „Westerwelle ist zurückgetreten“
(tagesspiegel.de, Elisa Georgi und Florian Wessel)
Tagesspiegel.de erinnert sich an den Fall „Bluewater“ (BILDblog berichtete), der am 10. September 2009 den Puls in der Redaktion ansteigen liess. Elisa Georgi und Florian Wessel bezweifeln, „dass durch diese Art der falschen Berichterstattung die Welt wirklich verbessert werden kann“. „Statt über die ‚Blödheit‘ einiger Journalisten zu lachen und von nun an kritisch an das zu gehen, was man täglich in der Zeitung liest, führen ‚Fakenews‘ eher zu einer Verunsicherung der Leser, welche so schon in der Nachrichtenflut ertrinken.“

2. Interview mit Matthias Matussek
(meedia.de, Christopher Lesko)
Teil 1 eines langen Gesprächs mit Matthias Matussek: „Schauen Sie doch auf Nixon, Tony Blair, Clinton: Lügen verschaffen vielleicht einen kurzen, strategischen Vorteil. Letztlich zahlen sie sich nicht aus und werden von der Wahrheit eingeholt. Dauerhafter sind da schon Wahrheits-Sager wie Ghandi oder Martin Luther King.“

3. „Darf ich vorstellen: Der Embedded Advertiser“
(juliane-wiedemeier.de)
„I♥KR“ steht auf dem T-Shirt einer der Kandidatinnen in der Sat.1-Sendung „Deutschlands Meisterkoch“. Juliane Wiedemeier fragt sich, ob KR ihr Freund ist oder ob es sich um eine „Liebesbekundung für das chemische Element Krypton im Speziellen oder Kommerzienräte im Allgemeinen“ handelt.

4. „‚Heute‘ sabbert sich ein Nacktbild von Sibel Kekilli“
(kobuk.at, Helge Fahrnberger)
Die Gratiszeitung „Heute“ illustriert ein Zitat des Gerichts, dass es Sibel Kekilli nicht mehr zu dulden hat, dass das Fernsehen „nach so vielen Jahren“ Szenen aus einem Porno, in dem sie mal mitgespielt hat, ausstrahlt, „ausgerechnet mit einer Nacktszene aus besagtem Porno“.

5. „Unter Linken – Die Links“
(scienceblogs.de/primaklima, Georg Hoffmann, Videos)
Georg Hoffmann fand den Film „Unter Linken“ von Jan Fleischhauer „exzellent und sehr lustig und manchmal auch sehr wahr“. Michael Angele auf freitag.de dagegen: „Das Problem ist, dass Fleischhauer in seinem Film nur am Rande als Satiriker auftritt. Er ist auch nicht erkennbar ein Aufklärer.“

6. „This is a news website article about a scientific paper“
(guardian.co.uk, Martin Robbins, englisch)
Eine Anleitung, wie man einen Online-Newsartikel schreibt über eine wissenschaftliche Erkenntnis.

China, Sperrfristen, Content & Curation

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1. „Die China-Berichterstattung in den deutschen Medien“
(boell.de)
Die Heinrich-Böll-Stiftung untersucht detailiert die Berichterstattung deutscher Medien über China (PDF, 304 Seiten, 2,46 MB). Beklagt wird unter anderem Eurozentrismus, eine Fokussierung auf eine konfliktträchtige Kernagenda, eine „teilweise ideologische Berichterstattung“ und ein starker Fokus auf „auf deutsche Elite-Personen und Unternehmen“.

2. „Raufende Ermittlungen“
(sueddeutsche.de, W. Janisch)
Für W. Janisch ist das Klima für Medien, die über laufende Ermittlungen berichten, rauer geworden: „Das liegt auch daran, dass dort ein Geschäftsfeld für Medienrechtsanwälte entstanden ist, die auf der Seite der Betroffenen agieren. Promi-Anwalt Matthias Prinz war ein Wegbereiter, Christian Schertz in Berlin und Michael Nesselhauf in Hamburg gehören zu den aktivsten Klagevertretern.“

3. „hysterie im web2.0 – chronographie einer twitter-ente“
(stenographique.wordpress.com)
Ein lauter Knall in Göttingen und die Folgen bei Twitter: „so schnell die aufregung kam, so schnell ist sie auch wieder verstummt. gerade einmal 15minuten und mehrere hundert nachrichten lagen zwischen panikähnlichen zuständen und business as usual. 11.15 uhr: man wendet sich wieder der kaffeetasse, dem lernskript oder dem terminplaner zu. als wäre nichts gewesen…“

4. „Skandalöse Rezensionspraktiken im Fall Christa Wolf“
(freitag.de/community/blogs, Michael Angele)
Michael Angele beachtet die Sperrfrist des Suhrkamp-Verlags zum neuen Roman von Christa Wolf, andere Medien aber nicht. Das sei auch „ein Betrug am Leser, denn der kann das besprochene Buch ja noch gar nicht kaufen“.

5. „Content Is No Longer King: Curation Is King“
(businessinsider.com, Steve Rosenbaum, englisch)
„‚Content is King‘ — no longer. Today, the world has changed. ‚Curation Is King.'“

6. „Holzmedien versuchen HTML“
(hetjens.com, Philip Hetjens)
Philip Hetjens prüft die Websites einiger deutschsprachigen Zeitungen mit dem W3-Validator. „Im Boulevard scheint gutes HTML beliebt zu sein, aber sonst sieht es oft eher mässig aus. Den Vogel schiesst aber definitiv das Handelsblatt ab: Bei über 1300 Fehler auf der Homepage müssen die schon absichtlich eingebaut werden.“

Meyer-Landrut, Tunnelbau, Lotterie

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1. „Der schönste Mix“
(berlinonline.de, Daniel Bouhs)
Das ZDF sucht derzeit per Ausschreibung einen Dienstleister für die „Produktion von Audio-PR und Auswertung aktueller ZDF-Sendungen“. Daniel Bouhs fragt: „Steht solch eine Praxis einer Programmanstalt gut zu Gesicht, die im Wesentlichen von der Allgemeinheit finanziert wird und deshalb mehr als andere einen sauberen Journalismus fördern sollte?“

2. „Alter Hut statt ‚Enthüllung'“
(fastvoice.net, Wolfgang Messer)
Eine Nacktszene von Lena Meyer-Landrut wird als Neuigkeit präsentiert, ist aber schon länger bekannt. Die FAZ dazu: „Es muss ein Skandal her, es braucht Sex and Crime, es muss auch die letzte jugendliche Lichtgestalt in den Dreck gezogen und mit bigotten Kommentaren überzogen werden.“

3. „Abschied vom Besten“
(online-merkur.de, Kathrin Passig)
Kathrin Passig zum Ausspruch von Christoph Keese, es sei die Leistung seines Arbeitgebers Axel Springer, die Rangreihenfolge der Informationen im Netz zu organieren. „Es gibt diese allgemeingültige Rangreihenfolge nicht, und dass Redaktionen eine Weile so tun durften, als gebe es sie, beruhte auf einem Mangel an besseren Lösungen, der mittlerweile behoben ist.“

4. „10 wahnwitzige Dokus bei N-TV und N24“
(fernsehkritik.tv, Video, insgesamt 41:23 Minuten)
Fernsehkritik.tv kommentiert (ab 20:43 Minuten) zehn Dokus, die auf den TV-Sendern N24 und N-TV zu sehen waren. Es geht darin um Themen wie die Ufos der Nazis, den Klimawandel, das Leben von Jesus, Heuschreckenplagen oder den Luftkrieg. Zum Thema Tunnelbau fallen aus dem Off folgende, dramatische Sätze: „Die Grösse der Aufgabe überstieg beinahe jede Vorstellungskraft. Ein Projekt, das den Beteiligten Unmögliches abverlangte – bis sie schliesslich triumphierten. (…)“

5. „Layout Fail“
(failblog.org, englisch)
„Look closely…does that spell what I think it spells?“

6. „Sie haben gewonnen, Herr Hase!“
(20min.ch, Amir Mustedanagic)
Amir Mustedanagic versucht, an die 3 Millionen Euro zu kommen, die er angeblich in der spanischen Lotterie gewonnen hat.

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