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MH17 und die ukrainische Raketen-Ente aus Stuttgart

15 Monate nach dem Absturz des Malaysian-Airline-Fluges MH17 hat der niederländische Sicherheitsrat heute seine Untersuchungsergebnisse veröffentlicht. Das Flugzeug sei von einer Rakete abgeschossen worden, stellten die Ermittler fest.

Die Schuldfrage — Russland und die Ukraine machen sich gegenseitig für den Abschuss verantwortlich — ist bislang aber nicht geklärt, das Expertenteam hatte sie auch nicht untersucht. Auch von welchem Ort genau aus die Rakete abgefeuert wurde, lässt der Bericht offen.

Die „Stuttgarter Zeitung“ wusste es trotzdem:


Als Quelle wird im Artikel die dpa angegeben, doch von „ukrainischer Buk-Rakete“ oder „ukrainisch kontrolliertem Gebiet“ hatte die Agentur gar nichts geschrieben. Im Gegenteil — in der Meldung steht ausdrücklich:

Von welchem Gebiet aus die Rakete abgefeuert wurde, teilte das Gremium nicht mit.

Das internationale Expertenteam unter niederländischer Leitung untersuchte nicht die Schuldfrage. Dies ist Gegenstand noch laufender strafrechtlicher Ermittlungen.

Inzwischen hat die „Stuttgarter Zeitung“ den Artikel unauffällig geändert. Warum zuvor von einer ukrainischen Rakete die Rede war, konnte uns die Redaktion heute Abend nicht genau erklären. Es sei aber ein Versehen gewesen.

Mit Dank an Peter W.!

Nachtrag, 23.08 Uhr: Unter dem Artikel steht nun ein „Hinweis der Redaktion“:

In einer früheren Version dieses Artikel hieß es, die Rakete sei von ukrainisch kontrolliertem Gebiet aus abgefeuert worden. Bei dieser Aussage handelte es sich um einen redaktionellen Fehler – wir bitten alle Leser, dies zu entschuldigen.

Sehen alle gleich aus (7)

Am vergangenen Wochenende fand in Neuhausen ob Eck das Southside-Festival statt. Neben den zahlreichen, im Vorfeld bekannt gewordenen großen Namen gab es auch eine echte Überraschung:

Sänger Notorious B.I.G. unterstützte Macklemore auf der Bühne

Christopher George Latore Wallace, bekannt als Notorious B.I.G., wurde im März 1997 erschossen.

Der Mann, der beim Southside auf der Bühne stand, war Michael Wansley alias Wanz, der auch auf Macklemores Hitsingle „Thrift Shop“ zu hören ist.

Die „Stuttgarter Zeitung“ hat den Fehler am Montag nach einem Blogeintrag bei kessel.tv korrigiert, aber die fehlerhafte Bildunterschrift kam ursprünglich von der Deutschen Presseagentur (dpa).

Die hatte ihren Fehler auch schon bemerkt und korrigiert, konnte uns auf Nachfrage aber auch nicht genau erklären, wie es dazu hatte kommen können. Der Fotograf habe die Information vor Ort erhalten, aber ob er sich verhört hatte, verschaukelt wurde oder es sonstwie zu einem Missverständnis gekommen war, ließ sich nicht mehr rekonstruieren.

Mit Dank an Arno Nym.

Ups, verliehen

Dieses lange Wochenende dürfte bei Medienwissenschaftlern und in etlichen Redaktionsstuben noch für Gesprächsstoff sorgen. Zum einen wird darüber zu diskutieren sein, ob ein Festakt, bei dem die Höhepunkte des letzten Fernsehjahres ausgezeichnet werden sollen, tatsächlich mit 24-stündiger Verspätung ausgestrahlt werden muss — ganz so, als bräuchte RTL so lange, um aus der Verleihung des deutschen Fernsehpreises eine ansehnliche Sendung zu schneiden.

Zum anderen wird man auch (wieder einmal) darüber sprechen müssen, ob das Konzept der „Sperrfrist“, das entwickelt wurde, damit Printmedien am Morgen über Preisträger berichten können, die erst am späten Abend gekürt wurden, im Zeitalter von automatisierten Online-Tickern nicht doch ein bisschen antiquiert wirkt:

Eil +++ Bitte verwenden Sie die Meldung zum Deutschen Fernsehpreis nicht rpt nicht vor Ablauf der Sperrfrist. Die Meldung hat Sperrfrist 3. Oktober 2300. Fernsehpreis für Nina Kunzendorf und Jörg Hartmann = Köln (dpa) - Nina Kunzendorf und Jörg Hartmann sind Deutschlands beste Schauspieler 2011. Sie wurden für ihre Leistungen am Abend in Köln mit dem Deutschen Fernsehpreis bedacht. Die 39-Jährige erhielt die Trophäe für ihre Rolle im ARD-Drama "In aller Stille". Darin spielt sie eine Polizistin spielt, die zunächst wie gewohnt ihre Tochter in den Kindergarten bringt und dann einen dramatischen Tag erlebt. Der 42-jährige Hartmann bekam den Preis für seinen Auftritt in der ARD-Serie "Weissensee" als Stasi-Major Falk Kupfer. Den Publikumspreis erhielt als bester Entertainer Stefan Raab.

Eil +++ Bitte verwenden Sie die Meldung zum Deutschen Fernsehpreis nicht rpt nicht vor Ablauf der Sperrfrist. Die Meldung hat Sperrfrist 3. Oktober 2300. Fernsehpreis für Nina Kunzendorf und Jörg Hartmann = Köln (dpa) - Nina Kunzendorf und Jörg Hartmann sind Deutschlands beste Schauspieler 2011. Sie wurden für ihre Leistungen am Abend in Köln mit dem Deutschen Fernsehpreis bedacht. Die 39-Jährige erhielt die Trophäe für ihre Rolle im ARD-Drama "In aller Stille". Darin spielt sie eine Polizistin spielt, die zunächst wie gewohnt ihre Tochter in den Kindergarten bringt und dann einen dramatischen Tag erlebt. Der 42-jährige Hartmann bekam den Preis für seinen Auftritt in der ARD-Serie "Weissensee" als Stasi-Major Falk Kupfer. Den Publikumspreis erhielt als bester Entertainer Stefan Raab.

Eil +++ Bitte verwenden Sie die Meldung zum Deutschen Fernsehpreis nicht rpt nicht vor Ablauf der Sperrfrist. Die Meldung hat Sperrfrist 3. Oktober 2300. Fernsehpreis für Nina Kunzendorf und Jörg Hartmann = Köln (dpa) - Nina Kunzendorf und Jörg Hartmann sind Deutschlands beste Schauspieler 2011. Sie wurden für ihre Leistungen am Abend in Köln mit dem Deutschen Fernsehpreis bedacht. Die 39-Jährige erhielt die Trophäe für ihre Rolle im ARD-Drama "In aller Stille". Darin spielt sie eine Polizistin spielt, die zunächst wie gewohnt ihre Tochter in den Kindergarten bringt und dann einen dramatischen Tag erlebt. Der 42-jährige Hartmann bekam den Preis für seinen Auftritt in der ARD-Serie "Weissensee" als Stasi-Major Falk Kupfer. Den Publikumspreis erhielt als bester Entertainer Stefan Raab.

Und so weiter und so fort …

Mit Dank an die vielen, vielen Hinweisgeber.

Kennzeichnung auf Anfrage

Preisfrage: Wer spricht hier?

Alles wird teurer! Alles? Nicht ganz! Bei unserem Kaufdown werden einen Monat lang Top-Markenprodukte immer günstiger. Ab dem 5. Juli präsentieren wir Ihnen täglich eine Rückwärtsauktion mit Produkten aus den Bereichen Haushalt, Sport, Elektroartikel und vielen mehr.

„Unserem“? „Wir“? Doch, durchaus: Es ist die „Stuttgarter Zeitung“ selbst, die unter die Internetunternehmer gegangen ist. Mit warmen Worten wird da das neue Internetportal „Kaufdown Stuttgart“ … nun ja: beworben.

Nur das Wort „Anzeige“ fand sich nirgends:

So funktioniert der Kaufdown: Rückwärtsauktion für Schnäppchenjäger

Auf unsere Anfrage hin erklärte die Redaktion der „Stuttgarter Zeitung“, die Kennzeichnung sei „im Eifer des Gefechtes“ „vergessen“ worden.

Entsprechend sah die Dachzeile kurz darauf so aus:

Anzeige: Rückwärtsauktion für Schnäppchenjäger

Erstaunlich, wie weit verbreitet diese Vergesslichkeit unter deutschen Online-Medien ist.

Mit Dank an Marco K.