Archiv für Spiegel Online

Einmal Ente mit ohne Katze

Eine Nachricht schockiert die Welt.



Dieser „Aufreger“ geht ursprünglich auf die L.A. Times zurück. Dort hatte eine Anthropologin vor zwei Tagen behauptet (Übersetzung von uns):

Mir wurde [von der Herstellerfirma] gesagt, dass Hello Kitty keine Katze ist. Sie ist eine Cartoon-Figur. Sie ist ein kleines Mädchen. Sie ist ein Freund. Aber sie ist keine Katze. Sie wurde nie auf allen Vieren gesehen. Sie geht und sitzt wie ein zweibeiniges Wesen. Sie hat selbst eine Katze als Haustier.

Okay. Nehmen wir mal an, das stimmt alles so. Aber was ist dann zum Beispiel mit Micky Maus? Der geht und sitzt schließlich auch auf zwei Beinen und hat sogar einen Hund als Haustier. Aber würde jemand bezweifeln, dass er eine Maus ist? Und was ist mit Donald Duck? Und Bugs Bunny? Und Tom & Jerry? Und Winnie Puuh?

Das englische Blog Kotaku wollte dem katzenfreien Braten auch nicht so recht trauen und hat bei Sanrio, der Herstellerfirma von Hello Kitty, nachgehakt.

Und plötzlich klang die Sache dann doch ganz anders:

Als wir in Sanrios Hauptquartier in Tokio fragten, ob Hello Kitty wirklich eine Katze sei, erklärte eine Sprecherin: „Hello Kitty wurde nach dem Vorbild einer Katze erschaffen. Es würde zu weit gehen zu sagen, dass Hello Kitty keine Katze ist. Hello Kitty ist eine personifizierte, eine vermenschlichte Katze.“

Um sicherzugehen, fragte ich noch einmal: „Also würde es zu weit gehen zu sagen, dass Hello Kitty keine Katze ist?“ Die Sprecherin antwortete: „Ja, das würde zu weit gehen“.

Dieser Blogeintrag ist heute Morgen unter dem schönen Titel „Seid nicht bescheuert, Hello Kitty ist eine Katze“ erschienen und pflückt die Geschichte von der angeblichen Nicht-Katzen-Katze sehr schön auseinander, was Journalisten wie die von „Spiegel Online“, Stern.de, „Focus Online“, dpa und Süddeutsche.de aber nicht davon abgehalten hat, sie im Laufe des Tages trotzdem zu verbreiten. Letztere haben es immerhin geschafft, die neuesten Erkenntnisse in den Text einzubauen und die Überschrift (ursprünglich: „Hello Kitty ist keine Katze“) in „Mensch, Kätzchen!“ zu ändern.

Na, wenigstens bei einem sollte es in Zukunft keine Missverständnisse mehr geben:

Mit Dank an den Hinweisgeber

„Spiegel Online“ stolpert Treppenwitz hinunter

Die peinlichste Geschichte hat sich „Spiegel Online“ für den Schluss aufgehoben. Ganz am Ende der Klickstrecke (zum Thema, kein Witz: Die spektakulärsten Kontroversen, die von Wolkenkratzern entfacht wurden) erzählt das Portal folgende Geschichte:

Der Turm ist nicht geschlossen, wie „SpOn“ behauptet, sondern wurde vor vier Monaten eröffnet. Gut, kann passieren. Da wäre allerdings noch eine Kleinigkeit: Diese peinliche Sache mit den fehlenden Aufzügen nämlich, die ist zwar sehr amüsant, aber leider kompletter Blödsinn. Eine Falschmeldung, die seit fast einem Jahr kursiert.

Das hätte der verantwortliche Klickstreckenbefüller auch ganz schnell bei Wikipedia rausfinden können. Und bei uns. Und sogar im eigenen Archiv. Im vergangenen Jahr ist „Spiegel Online“ nämlich schon mal drauf reingefallen und musste eine (wenn auch sehr halbherzige) Korrektur veröffentlichen.

Vielleicht basteln wir demnächst auch mal eine Klickstrecke zum Thema: „Die peinlichsten Mediendummheiten, die von Wolkenkratzern entfacht wurden“. Wir wissen auch schon, welche Geschichte wir uns für den Schluss aufheben.

Mit Dank an Thomas L., Yannik O. und Sascha K.

Nachtrag, 11 Uhr: „Spiegel Online“ hat den „Treppenwitz“ aus der Klickstrecke gelöscht und folgenden Hinweis veröffentlicht:

In einer früheren Version dieses Artikels war auch das „Residencial in Tempo“ im spanischen Benidorm aufgeführt. Über diesen Wolkenkratzer gibt es widersprüchliche Informationen in deutschen wie spanischen Medien. Da wir diese aktuell nicht selbst überprüfen können, haben wir das Gebäude aus der Aufzählung genommen. Die Red.

Die „leicht zu entlarvende Propaganda-Lüge“ der Hamas

Als Anfang der Woche die Hamas bekannt gab, einen israelischen Soldaten gefangen genommen zu haben, und Israel das dementierte, war für „Spiegel Online“ unmittelbar klar, wer hier die Wahrheit sagt (Israel) und wer nicht (Hamas). „Leicht zu entlarven“ sei sie gewesen, die „Mär“, die „Propagandalüge der schlechteren Art“:

Nur stellte sich dann später heraus, dass es offensichtlich die israelische Seite war, die die Unwahrheit gesagt hatte. Jedenfalls meldete „Spiegel Online“ dann plötzlich am Dienstag: „Israel meldet vermissten Soldaten im Gazastreifen“, und die Korrespondentin Ulrike Putz beschrieb nun ausführlich das, was sie tags zuvor noch als leicht zu durchschauende Lüge abgetan hatte: „Vermisster israelischer Soldat: In den Händen der Hamas.“

Von einer „Propagandalüge“ auf israelischer Seite war nun allerdings nicht die Rede. Stattdessen hieß es nur:

Es hat gedauert, doch am Dienstag gab die israelische Armee (IDF) bekannt, dass sie seit Sonntag einen ihrer Soldaten im Gazastreifen vermisst.

Wäre es bei einem so heiklen und unübersichtlichen Thema wie dem Gazakrieg nicht entscheidend wichtig, sich nicht die Behauptungen der einen Seite unmittelbar zu eigen zu machen, bzw. offenbar anzunehmen, dass die eine Seite (Hamas) „Propagandalügen“ verbreitet, die andere (Israel) aber die Wahrheit sagt? Und wäre es nicht gut, in der Berichterstattung auch auf die eigenen Fehler hinzuweisen bzw. die vorherigen Artikel entsprechend zu ergänzen?

Der stellvertretende Chefredakteur Florian Harms antwortet darauf, dass „Spiegel Online“, „wie es unseren Standards entspricht“, ebenso prominent über das Hamas-Statement berichtet habe wie über das israelische Dementi. Als sich der Fall weiterentwickelte, habe man wieder ausführlich berichtet. „Unsere Leser konnten sich also fortlaufend über den Fortgang des Falles informieren.“

Harms räumt ein:

Das kritisierte Autorenstück hätte am Artikelbeginn sicherlich vorsichtiger und zurückhaltender formuliert werden müssen, und es entspricht ebenfalls unseren Standards, dass wir unsere Leser darauf hinweisen, wenn sich herausstellt, dass die Faktenlage anders ist als beschrieben. Das holen wir nun nach.

Bei den einzelnen Artikeln finden sich seit heute tatsächlich Anmerkungen wie:

Anmerkung der Redaktion: SPIEGEL ONLINE hatte nach einer Meldung über die Mitteilung der Hamas und einer weiteren Meldung über das Dementi Israels in diesem Artikel berichtet, es werde kein israelischer Soldat vermisst, und von einer „Lüge“ der Hamas gesprochen. Das entspricht nach aktuellem Kenntnisstand nicht der Faktenlage. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Mit Dank an Peter M.!

Ein schönes, falsches Bild von Google

Wenn Digitalthemen Schlagzeilen machen, ist es ein Alptraum für Bildredakteure. Denn das Internet ist nicht fotogen. An Hackern in Skimasken, Snowden-Fotos und abfotografierten Bildschirmen hat sich das Publikum schon lange sattgesehen.

Nicht ganz so schlimm war es, als der Europäische Gerichtshof am Dienstagmorgen eine überraschende Entscheidung verkündete: Der Suchmaschinenkonzern Google wurde verpflichtet, bestimmte Artikel über den spanischen Kläger nicht mehr zu verlinken. Es war kein Problem, denn die dpa hatte das perfekte Bild im Angebot: Eine Google-Angestellte, die einsam zwischen den riesigen Serverschränken an einem Laptop sitzt und Wartungsarbeiten vornimmt. Das Foto ist so perfekt, dass es bei vielen Online-Portalen verwendet wurde.

Auf sueddeutsche.de, …

Screenshot: Sueddeutsche.de

… auf spiegel.de ,…

googlefoto-spon

welt.de

googlefoto-welt

… bei der Frankfurter Rundschau, beim Handelsblatt und vielen anderen.

Das Problem an dem Bild: Es ist eine Fälschung. Oder eine künstlerische Neuinterpretation des Google-Rechenzentrums in Oregon.

Es stammt aus der Hochglanzproduktion „Where the Internet lives„, mit dem sich Google 2012 von seiner besten Seite präsentieren wollte. Die Fotografin Connie Zhou hatte, wie Google nach herber Kritik schließlich einräumte, aus ästhetischer Gründen Korrekturen an den Originalbildern vorgenommen. Mal wurden die Kontraste bereinigt, mal ein störender Lichtfleck ausgeblendet, mal die Perspektive des Bildes digital verändert. Bei dem heute so prominenten Bild baute sie jedoch gleich das Gebäude um: Der breite Gang neben der Google-Mitarbeiterin — hier die Originalaufnahme — wurde kurzerhand in der Nachbearbeitung mit einem Serverschrank überdeckt, sodass sie komplett von Computern eingeschlossen scheint. Sehr symbolisch, aber eben auch falsch.

Die prominente Bildverfälschung, die zum Beispiel vor zwei Jahren von Zeit Online aufgegriffen worden war, war der Bildredaktion der dpa entgangen. Auf unsere Nachfrage hat ein Sprecher der Nachrichtenagentur nun Konsequenzen versprochen: „Wir ziehen das Bild jetzt aus dem Dienst zurück, denn Bildmanipulationen jeglicher Art sind mit den dpa-Standards nicht vereinbar.“

Nachtrag, 13:02 Uhr: Süddeutsche.de hat das Bild inzwischen transparent ersetzt.

Küss mich, wo die Sonne nie scheint

Peking und andere chinesischen Metropolen leiden mal wieder unter extremer Luftverschmutzung. Aber Smog Not macht ja bekanntlich erfinderisch:

Peking versinkt im Smog - Jetzt scheint die Sonne von Bildschirmen! - Am späten Nachmittag lässt die Regierung den Sonnenuntergang auf Bildschirmen untergehen

Smogalarm in Peking: Die 12-Millionen-Metropole versinkt in Abgasen. Sogar die Sonne kommt kaum durch den dichten Dunst. Die chinesische Regierung lässt bereits auf öffentlichen Bildschirmen und Displays die Sonne auf und untergehen.

Auch der „Express“ berichtet …

Auf den großen Bildschirmen, die sonst für touristische Sehenswürdigkeiten werben, werden jetzt virtuelle Sonnenaufgänge gezeigt.

… ebenso wie Blick.ch

Damit die Bürger nicht vergessen, wie schönes Wetter aussieht, hat man nun auf den Bildschirmen am Platz des himmlischen Friedens in Peking die Bilder angepasst.

… die „Berliner Morgenpost“

So installierte die Regierung am Tiananmen-Platz eine riesige LED-Wand, um Licht ins derzeitige Dunkel der 20-Millionen-Einwohner-Metropole zu bringen.

… und „Spiegel Online“:

Ein gigantischer LED-Schirm auf dem Tiananmen-Platz in Peking zeigt einen virtuellen Sonnenaufgang. […] Die Menschen strömen mit Schutzmasken über Mund und Nase zu den großen Plätzen der Stadt, dorthin, wo große Bildschirme normalerweise touristische Sehenswürdigkeiten bewerben. Nur hier können die Chinesen in diesen Wochen einen Sonnenball erblicken.

Auch in internationalen Medien fand die kuriose Geschichte vom virtuellen Sonnenauf- bzw. -untergang (so ganz können sich die Journalisten da nicht einigen) reichlich Beachtung.

In die Welt gesetzt wurde die Meldung von der nicht gerade für ihre Zuverlässigkeit bekannte „Daily Mail“, was aber niemanden der abschreibenden Journalisten gestört hat. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass der „Daily Mail“-Reporter gar nicht in Peking sitzt, sondern in New York. Oder dass die Bildschirme schon seit 2009 auf dem Platz stehen. Oder das Logo der Touristen-Behörde der Provinz Shandong, das man bei etwas näherer Betrachtung unten rechts auf dem Bildschirm erkennen kann — und das nicht ohne Grund dort zu finden ist.

Denn das Sonnen-Video hat in Wirklichkeit einen ganz anderen Hintergrund, wie ein Journalist aus Peking berichtet:

Die Wahrheit ist, dass der Sonnenaufgang sicher weniger als zehn Sekunden zu sehen ist — als Teil einer Tourismus-Werbung für die chinesische Provinz Shandong. Die Werbung wird jeden Tag gespielt, das ganze Jahr über; unabhängig davon, wie schlimm die Verschmutzung ist. Der Fotograf hat das Foto einfach in dem Moment geschossen, als der Sonnenaufgang erschien.

(Übersetzung von uns.)

Der Autor verweist auf ein ähnliches Werbe-Video auf der offiziellen Tourismus-Website von Shandong, in dem ebenfalls viele Sonnenaufgänge zu sehen sind — und fährt fort:

Schande über alle Medien, die diese Farce verbreitet haben. China hat durchaus seine Probleme, doch die Medien haben bewiesen, dass sie viel zu sehr darauf aus sind zu kritisieren, nur um über den Schock-Faktor Klicks zu generieren. Pekings Verschmutzung ist schon schlimm genug ohne diese unehrliche Sensationsgier.

Time.com, „CBS News“ und andere internationale Medien haben sich inzwischen korrigiert. Die deutschsprachigen Medien nicht.

Mit Dank an Lars A.

Nachtrag, 23. Januar: „Spiegel Online“ hat den Text transparent korrigiert.

Google-Ausfall sorgt für Journalismus-Ausfall

In der vergangenen Nacht funktionierte Google für ein paar Minuten nicht. Was das für Folgen hatte, steht heute überall: Der Internet-Verkehr ist halb zusammengebrochen.



„Spiegel Online“, Bild.de, „Welt Online“, sie alle berichten dasselbe: einen Rückgang der „weltweiten Internetaktivitäten“ oder des „weltweiten Internetverkehrs“ um 40 Prozent.

Es gibt für diese Zahl exakt eine Quelle: den Analyse-Anbieter GoSquared. Der hat den vermeintlichen Traffic-Einbruch in einem Blog-Eintrag behauptet und auch gleich mit einer tollen Grafik belegt:

Die hat diverse Medien in aller Welt so sehr beeindruckt, dass sie damit gleich ihre Meldungen illustriert haben. Dass die eindrucksvolle Kurve keinerlei Legende hat und die Y-Achse nicht beschriftet ist, das hat sie nicht gestört. Hey, eine Kurve! Statistik! Wissenschaft! Fakten!

Aber was genau ist da zurückgegangen? GoSquared spricht von der Zahl der Seitenaufrufe, die von GoSquared erfasst werden („the number of pageviews coming into GoSquared’s real-time tracking“).

GoSquared hat also nicht den Internetverkehr auf der ganzen Welt gemessen, mit welchen Methoden auch immer, sondern nur die Abrufe auf den Seiten der Kunden von GoSquared. Was für Seiten das sind und wie typisch sie für das Internet insgesamt sind — man weiß es nicht.

Überhaupt lässt sich die Zahl der Seitenabrufe (pageviews) keineswegs mit dem „Internetverkehr“ oder den „Internetaktivitäten“ gleichsetzen. Die Datenmenge, die bei einem Seitenabruf bewegt wird, kann winzig oder gewaltig sein.

Ist der Internettraffic also in Folge des Google-Ausfalls um 40 Prozent heruntergegangen? Vielleicht, aber wahrscheinlich nicht. In der Traffic-Statistik von DE-CIX, dem großen Internet-Knoten in Frankfurt/Main, hat der Google-Ausfall jedenfalls nur winzige Spuren hinterlassen.

Die GoSquared-Leute aber stehen im Stau und nehmen einfach an, dass zu dem Moment jeder im Stau steht: Autos auf jeder Straße, Fußgänger und Flugzeuge gleichermaßen. Und sie freuen sich, dass die halbe Welt auf ihre Bullshit-Meldung hereingefallen sind.

(Basierend auf einem Post von Torsten Kleinz.)

Nachtrag, 18. August, 12 Uhr. „Welt Online“ und derstandard.at haben ihre Artikel klammheimlich verbessert.

Nachtrag, 19. August. Nun hat sich auch „Spiegel Online“ etwas halbherzig, aber transparent korrigiert.

Sei cool, lern’ lesen

Heute auf der Startseite von „Spiegel Online“:

"Sei cool, fang

„Sei cool, fang’ an zu rauchen“ wäre im Jahr 2013 in der Tat ein durchaus gewagter Slogan.

Stellt sich dann aber raus, dass „Sei cool, fang’ an zu rauchen“ gar nicht der Claim einer „aktuellen Kampagne“ ist.

Otmar Wiestler sagt im Interview:

Eine Auswertung der Don’t-Be-A-Maybe-Kampagne von Philip Morris zeigt, dass sie junge Menschen anspricht. Nach dem Motto: sei cool, verhalte dich nicht wie die anderen und fang’ an zu rauchen!

Die Bedeutung von Anführungszeichen ist Journalisten offenbar nicht mehr ganz so geläufig.

„Spiegel Online“ hat sich aber auch schon korrigiert.

Also: Nicht wegen der Slogan-Nummer, aber wegen eines anderen Fehlers.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Interviews stand fälschlicherweise, dass es den Philip-Morris-Forschungspreis der Philip Morris Stiftung noch immer gibt. Tatsächlich gibt es ihn seit 2008 nicht mehr. Wohl aber die Philip Morris Stiftung, die jährlich mit 100.000 Euro ausgewählte wissenschaftliche Projekte finanziert. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Nachtrag, 12. Juli: „Spiegel Online“ hat eine weitere Anmerkung der Redaktion ans Ende gesetzt:

In einer früheren Version des Teasers hieß es, mit den Worten „Sei cool, fang’ an zu rauchen“ animiere eine aktuelle Kampagne junge Leute zum Griff zur Zigarette. Das ist falsch, es gibt keine Kampagne, die diese Worte verwendet. Vielmehr sollte das Zitat sinngemäß eine Aussage des Interviewpartners wiedergeben, der eine aktuelle Kampagne interpretiert hat. Wir haben beide Fehler korrigiert und bitten, sie zu entschuldigen.

Der Vorspann beginnt jetzt so:

Rauchen ist cool – so die sinngemäße Aussage einer aktuellen Kampagne, die auf junge Leute abzielt.

Wechseln ist gar nicht so einfach

Kaum ein Mensch weiß, wie so eine Krankenkasse funktioniert, wie viel sie kostet und wann sie zahlt (oder auch eben nicht). Journalisten greifen deshalb gerne zu Beispielen, anhand derer sie erklären können, was im Gesundheitswesen so falsch läuft.

So wie beim Fall von Aikaterini Katsoura, Krankengymnastin aus Bayern, auf „Spiegel Online“:

Wegen einer Krebserkrankung aus dem Jahr 2007 wurde der Tarifwechsel also abgelehnt. Katsoura wollte das nicht hinnehmen. Sie schaltet im Januar den Versicherungsmakler Javier Garcia ein. Dieser erreicht, dass die BBKK den Wechsel rückwirkend zum 1. Oktober 2012 umstellt. Denn der Versicherer hätte wegen der Vorerkrankung einen Risikozuschlag verlangen dürfen – oder einen Mehrleistungsausschluss vereinbaren können. Einfach ablehnen durfte die BBKK den Wechsel aber laut Gesetz nicht.

Aufmerksamen BILDblog-Lesern könnte Javier Garcia bekannt vorkommen — aufmerksamen Lesern von „Spiegel Online“ sowieso: Der Versicherungsmakler aus Bad Oeynhausen war zuvor schon drei Mal als Zitatgeber zum Thema private Krankenversicherungen aufgetaucht (BILDblog berichtete).

Im November 2012 hatte uns „Spiegel Online“-Chefredakteur Rüdiger Ditz mitgeteilt, man werde sich in Zukunft bemühen, auch andere Ansprechpartner zu Wort kommen zu lassen. Auf unsere Nachfrage, ob es keinen anderen Ansprechpartner für die aktuelle Geschichte gegeben habe, hat Ditz bisher nicht geantwortet.

Mit Dank an Max G. und Klaus P.

Wenn Sprache die Wirklichkeit besiegt

Am Montag haben wir gezeigt, dass die Ansprache „Herr Professorin“, die angeblich an der Uni Leipzig eingeführt werden soll, einzig und allein eine Erfindung von „Spiegel Online“ ist – und nichts mit der tatsächlichen Entscheidung der Uni zu tun hat.

Einige Medien haben es aber immer noch nicht kapiert.

Die „Aachener Zeitung“ schrieb am Mittwoch unter der Überschrift „Guten Tag, Herr Bürgermeisterin“:

An der Universität Leipzig müssen sich männliche Dozenten künftig „Herr Professorin“ schimpfen. Kein Scherz.

Auch kein Scherz: Im ZDF-morgenmagazin wurde am Dienstag im „richtig oder falsch“-Gewinnspiel die Frage gestellt, ob sich die Ansprache an der Uni Leipzig in „Herr Professorin“ ändern werde. Die „moma“-Tassen gab es dann für die Antwort „richtig“.

Und in einem Blogeintrag der „Leipziger Volkszeitung“ findet sich dieser schöne Schlusssatz:

Putzende Jungs wären auf jeden Fall ein stärkeres Zeichen für Geschlechtergerechtigkeit im Alltag als ein Wissenschaftler, der sich mit „Herr Professorin“ ansprechen lassen muss.

Und so gibt es immer noch Journalisten (und Journalistinnen), die sich über etwas lustig machen, das niemand (!) jemals (!) in Erwägung gezogen hat.

Besonders bescheuert aber sind jene Geschichten, in denen die Journalisten das Kunststück vollbringen, den Sachverhalt sowohl richtig als auch falsch wiederzugeben.

So heißt es im Feuilleton der aktuellen „Zeit“:

[…] das generische Femininum soll in der neuen Verfassung der Alma Mater verankert werden. Damit seien, so versichern Fußnoten, alle gemeint, Frauen wie Männer.

Das stimmt. Endlich mal. Und doch schafft es die „Zeit“, noch im selben Satz wieder alles kaputt zu machen:

In Leipzig wird es bald „Herr Professorin“ heißen […].

Ein paar Sätze später heißt es:

In Leipzig etwa, wo es bald „Herr Professorin“ heißt […].

Die „Rheinische Post“ machte es nicht besser und schrieb am Montag:

[…] in der Grundordnung der Universität soll künftig nur noch die weibliche Personenbezeichnung stehen. Eine Fußnote ergänzt, dass diese Bezeichnung sowohl für Personen männlichen als auch weiblichen Geschlechts gilt.

Das ist korrekt. Im Gegensatz zu dem Unsinn, der im nächsten Satz folgt:

In Leipzig lehrt also der Herr Professorin den Herrn Studentin demnächst die Germanistik.

Die „Bunte“ hat derweil mal richtig auf den Putz:DIE SPINNEN, DIE SACHSEN! - Die Uni Leipzig hat die Einführung der einhitlichen Bezeichnung für Professoren beider Geschlechter beschlossen - und die neue Hochschulverfassung sieht nur noch weibliche Bezeichnungen vor! "Herr Professorin" heißen dann offiziell auch Männer. Die Leipziger Hochschuldirektorin Beate Schücking geht aber davon aus, dass Studenten ihren Professor auch in Zukunft mit "Herr Professor" anreden. Ja, was soll das Ganze dann?

Und auch die „Stuttgarter Zeitung“ schafft es in einer verschwurbelten Kolumne, Realität und Fiktion bedenkenlos zu verquicken:

[An der Leipziger Universität] hat ein Senatsbeschluss für die neue Verfassung den Professoren männlichen Geschlechts zumindest sprachlich den Garaus gemacht. Sie werden nun alle als Professorinnen geführt, auch wenn das, wie die Rektorin jetzt verkündet, keine Auswirkung im alltäglichen Umgang haben wird. Trotzdem gilt: So besiegt man mit Sprache die Wirklichkeit.

Die Kolumne trägt den Titel: „Grüß Gott, Herr Professorin“. Tja – so besiegt man mit Sprache die Wirklichkeit.

Wir haben am Donnerstag bei „Spiegel Online“ nachgefragt, warum die irreführende Überschrift, auf der dieser ganze „Herr Professorin“-Quatsch beruht, immer noch nicht geändert wurde.

„Spiegel Online“ antwortete uns:

[…] die Zeile „Guten Tag, Herr Professorin“ ist keine Nachrichtenüberschrift, sondern lediglich unser Versuch, humorvoll mit dem Thema der verweiblichten Grundordnung der Universität Leipzig umzugehen. Als Überschrift ist sie eine Anspielung auf die häufig verwendete Formulierung „Frau Professor“. Ähnlich wie die Uni Leipzig in ihrer neuen Grundordnung haben wir die Geschlechterrollen für die Überschrift spielerisch vertauscht und eine Zeile gewählt, die leider mehrfach missverstanden und abgeschrieben wurde. Ein Grund, die Überschrift zu ändern, ist das nicht. Darüber hinaus wurde im Text sowohl das Verfahren als auch die künftige Verwendung der Begriffe genau beschrieben.

Soso.

Die ganze Aufregung um die Entscheidung der Leipziger Uni wirkt noch viel absurder, wenn man sieht, dass an der Universität Karlsruhe schon vor einigen Jahren das generische Femininum eingeführt wurde. Dort ist seither nicht von „Studenten“ die Rede, sondern ausschließlich von „Studentinnen“. Zumindest in der Studien- und Prüfungsordnung (PDF) des Studiengangs Maschinenbau.

Übrigens: Auch die Entscheidung aus Leipzig ist eigentlich keine Neuigkeit mehr. Schon im Dezember 2011 berichteten die „Leipziger Volkszeitung“ (PDF) und die Leipziger Hochschulzeitung „student!“ über die Pläne des Senats. Einen Aufschrei gab es damals nicht.

Mit Dank auch an die vielen Hinweisgeber.

Nachtrag, 16. Juni: Wie uns einige Leser mitgeteilt haben, hat das „Morgenmagazin“ seinen Fehler am nächsten Tag richtiggestellt. Und „Spiegel Online“ hat den Teaser schon vor der Veröffentlichung unseres Eintrags geändert. Statt „setzt [die Uni Leipzig] nur noch auf weibliche Bezeichnungen“ heißt es jetzt: „setzt [die Uni Leipzig] in ihrer Grundordnung nur noch auf weibliche Bezeichnungen“.

Manche haben es aber immer noch nicht kapiert.

Mein lieber Frau Gesangsverein

Ein Shitstorm ist für die, die drinstehen, keine angenehme Sache. Doch wenn sie zu Unrecht drinstehen, wird es besonders beschissen.

Die Uni Leipzig muss sich derzeit viele Vorwürfe gefallen lassen. Der Stammtisch ist entsetzt, die Feuilleton-Chefs genauso, die sozialen Netwerke schreien auf. Und das alles wegen einer ziemlich banalen Entscheidung.

Rektorin, Dozentinnen, Wissenschaftlerinnen – da, wo früher in der Grundordnung der Universität Leipzig die sogenannte Schrägstrich-Variante genutzt wurde, also etwa Professor/Professorin, steht künftig ausschließlich die weibliche Personenbezeichnung. Eine Fußnote ergänzt, dass diese feminine Bezeichnung sowohl für Personen männlichen als auch weiblichen Geschlechts gilt.

Bevor es jetzt zu Missverständnissen kommt, wollen wir das mal kurz erklären.

Der erweiterte Senat der Uni Leipzig hat in seiner Sitzung unter anderem über die Grundordnung, also die Verfassung der Hochschule diskutiert. Dabei ging es auch um die Frage, wie man die Personen bezeichnen soll, die in diesem Dokument vorkommen.

Bisher hatte die Uni die Schrägstrich-Variante genutzt. Das sah dann so aus:

Die Vertreter/innen der Gruppe der Hochschullehrer/innen, der Gruppe der akademischen Mitarbeiter/innen und der Gruppe der sonstigen Mitarbeiter/innen im Fakultätsrat, die Dekane/Dekaninnen, Prodekane/Prodekaninnen und Studiendekane/Studiendekaninnen sowie die Gleichstellungsbeauftragten werden für eine dreijährige Amtszeit gewählt.

Statt „Vertreter/innen“ könnte die Uni auch „Vertreter_innen“ schreiben. Oder „VertreterInnen“. Oder „Vertreter/Vertreterinnen“. Oder „Vertreterinnen und Vertreter“. Sie könnte auch — wie es bisher jahrzehntelang üblich war — einfach nur „Vertreter“ schreiben und in einer Fußnote klären, dass damit auch Frauen gemeint sind.

Sie könnte aber auch — und damit kommen wir zur neuen Variante an der Uni Leipzig — einfach nur „Vertreterinnen“ schreiben und in einer Fußnote klären, dass Männer damit auch gemeint sind.

In der Grundordnung – und zwar nur in diesem Dokument – sollen künftig also ausschließlich weibliche Personenbezeichnungen benutzt werden. Dies sei eine „spontane Entscheidung ohne politische Ziele“ gewesen, sagte der Professor, der die Variante vorgeschlagen hatte.

So viel zum Kern der Geschichte.

Nachzulesen war das alles erstmals in einem Artikel der Universitätszeitung „duz“:

Geschlechtergerechtigkeit - Uni Leipzig verweiblicht ihre Grundordnung - Nach 600 Jahren Männerdominanz setzt sich die Uni Leipzig auf feminine Personenbezeichnungen. Die Schrägstrich-Variante "Professor/Professorin" ist Geschichte. Ein Novum in Deutschland.

Der Artikel erschien am 31. Mai, danach geschah ein paar Tage lang erst mal gar nichts. Kaum jemand nahm Notiz von den Neuigkeiten aus Leipzig.

Bis der „UniSpiegel“ kam. Der übernahm den Text zu Beginn der Woche. Und „Spiegel Online“ verpasste ihm gleich mal eine knackigere Überschrift:

Sprachreform an der Uni Leipzig: Guten Tag, Herr Professorin

Fatalerweise hat sich der Erfinder dieser Schlagzeile den Artikel nicht richtig durchgelesen. Denn sie hat rein gar nichts mehr mit der eigentlichen Nachricht zu tun. Geschweige denn mit der Wahrheit.

Der Teaser macht es nicht gerade besser:

Das ist ein Novum in Deutschland: Nach 600 Jahren Männerdominanz schwenkt die Uni Leipzig radikal um und setzt nur noch auf weibliche Bezeichnungen: Der Titel „Professorin“ gilt künftig auch für Männer. „Jetzt läuft das mal andersrum“, freut sich eine Befürworterin im Hochschulmagazin „duz“.

Der „UniSpiegel“ erweckt in der Überschrift und im Teaser den Eindruck, als müssten die Studierenden künftig auch die männlichen Professoren als „Professorin“ ansprechen.

Doch das größte Problem ist: Einige haben diesen Unfug tatsächlich geglaubt.

Bild.de, 4. Juni:

Irsinn an der Uni Leipzig - Ab heute sagt man: "Herr Professorin"
Dass die Männer an den Universitäten dominieren, das war einmal. In Leipzig denkt man jetzt völlig neu: An der Uni heißen jetzt auch die Männer „Professorin“.

Bild.de, 5. Juni:

Gleichberechtigungs-Irrsinn in Leipzig - An der Uni heißen alle Dozenten jetzt Herr ProfessorinEs klingt wie ein Kalauer aus der Emanzen-Ecke: Ab sofort heißen männliche Dozenten an der Uni Leipzig nicht mehr „Herr Professor“, sondern „Herr Professorin“.
Mehr noch: Die neue weibliche Personenbezeichnung soll von nun grundsätzlich an der Uni verwendet und sogar im Statut der 600 Jahre alten Alma Mater festgeschrieben werden.

Bild.de, 5. Juni:

Jörg Junhold an der Uni-Leipzig - Zoo-Chef wird ProfessorinJörg Junhold übernimmt eine Honorarprofessur an der Uni Leipzig. Eine neue Regel an der Uni legt fest, dass künftig alle Dozenten mit Herr Professorin angesprochen werden – also auch Junhold. [...] Die Bezeichnung Professorin ist künftig an der Leipziger Uni vorgeschrieben, unabhängig vom Geschlecht.

Berliner Kurier, 4. Juni:

Bald heißt es also Herr Doktorin, Herr Professorin etc. Und das ist gut und richtig – endlich Schluss mit plumper männlicher Dominanz.

Focus.de, 5. Juni:

Feminisierte Sprachreform - An der Uni Leipzig heißen nun auch Herren ProfessorinHerr Professorin? Ja, Herr Professorin, sollen Studenten der Uni Leipzig ihre männlichen Hochschullehrer künftig nennen.

rtl.de, 4. Juni:

"Guten Tag, Herr Professorin!": Gender-Wahn an der Uni LeipzigAlle männlichen Professoren sind jetzt Professorinnen. Der Rektor wird zur Rektorin – zumindest an der Universität Leipzig. Hier werden die männlichen Kollegen künftig mit weiblichen Titeln angeredet, auch in offiziellen Schreiben.

Berliner Zeitung, 4. Juni:

Sprachreform Uni leipzig - Hallo, Herr Professorin!
Mit einer kleinen Begriffsreform will die Universität Leipzig als erste in Deutschland umständliche sprachliche Gleichstellungsversuche beenden. In Texten künftig soll es nur noch eine Form geben: Professorin.

Heute.at, 5. Juni:

Gleichberechtigung - "Herr Professorin": 1. Uni schafft männliche Titel abKein Scherz! Die Universität in Leipzig (D) orderte jetzt an, außschließlich weibliche Bezeichnungen zu verwenden. Mit dem Wort „Professorin“ sind künftig auch Männer gemeint.

Süddeutsche.de, 6. Juni:

Ein Sprachstreit ist entbrannt, seit an der Uni Leipzig männliche Dozenten mit „Herr Professorin“ tituliert werden.

Die Welt, 7. Juni:

Sprachstreit - Herr Professorin, was denken Sie sich dabei?An der Uni Leipzig werden männliche Dozenten jetzt als „Herr Professorin“ bezeichnet. Problematisch ist daran nicht die falsche Grammatik, sondern das Sprach-Opfer im Namen des Feminismus.

All diese Journalisten und Kommentatoren waren also entweder zu faul, den ganzen Artikel zu lesen — oder sie haben ihn einfach nicht verstanden.

Doch selbst solche Medien, die die Entscheidung der Uni korrekt wiedergegeben haben, konnten sich nicht von dieser bescheuerten Formulierung lösen:

Kleinezeitung.at, 4. Juni:

"Herr Professorin" eckt an

„Süddeutsche Zeitung“, 5. Juni:

feminin12

Berliner Kurier, 5. Juni:

"Herr Professorin" - Leipziger Universität macht alle Männer zu Frauen

BR.de, 5. Juni:

Uni Leipzig wird weiblich - Respekt, Herr Professorin!

„Spiegel Online“, 5. Juni:

Sprachreform: Uni Leipzig verteidigt Herr Professorin

Tagesspiegel.de, 4. Juni:

Uni Leipzig schafft die männliche Schreibweise ab - Hallo, Herr Professorin!

Tagesspiegel.de, 5. Juni:

Gender-Debatte an der Uni Leipzig - Auch die FU Berlin erwägt den "Herrn Professorin"

Derwesten.de, 7. Juni:

Bildung - "Herr Professorin" - Nicht in Essen

Genau. Nicht in Essen, nicht in Leipzig, nicht in Sonstwo. „Herr Professorin“ gibt es nicht und wird es auch nicht geben! Ein für allemal: Diese Ansprache ist nichts weiter als eine Erfindung von „Spiegel Online“.

Dennoch entwickelte sich vergangene Woche eine hitzige Debatte, die zu großen Teilen auf diesem Trugschluss basierte. Viele Kommentatoren ereiferten sich über die (nie dagewesenen!) Pläne, „alle Fachkräfte nur noch als Frauen“ anzusprechen, in sozialen Netzwerken forderten Tausende den Rücktritt der Uni-Rektorin.

Selbst der Dekan der Juristenfakultät ließ in einer Erklärung (PDF) verkünden:

Wir missbilligen den Beschluss des Senats. Wir werden ihm nicht folgen. Kein männlicher Student der Juristenfakultät Leipzig muss damit rechnen, als „Studentin“ angesprochen zu werden.

Ähm, ja.

Natürlich darf man die Entscheidung der Uni kritisieren. Aber dann sollte man doch bitteschön bei den Fakten bleiben.

Die Uni sah sich jedenfalls gezwungen, eine Richtigstellung zu veröffentlichen. Darin heißt es, bei der „umfangreichen Berichterstattung zur neuen Grundordnung der Universität“ sei „ein klares Missverständnis zu Tage getreten“. Die Rektorin schreibt:

„Da wird von vielen ein Missverständnis gesät, als ob die neue Grundordnung so furchtbar viel verändern würde. Zur Klarstellung möchte ich sagen, dass diese Neuerung auf den Alltag an der Universität und auf den universitären Sprachgebrauch keinerlei Auswirkungen haben wird.“

Doch das Märchen vom deutschen „Herrn Professorin“ wird inzwischen sogar schon im Ausland erzählt.

Mit Dank an Simon, Thomas D. und Benjamin M.

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