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Eine moralische Pflicht

Heute mal ein kleines Ratespiel. Wir suchen ein Unternehmen, über das gestern in einem Zeitungskommentar berichtet wurde.

Und zwar ein Unternehmen, …

das in der Lage ist, ganze Karrieren, Firmen und Existenzen zu zerstören.

das für manche Menschen ein regelrechter Fluch sein kann.

das immer erklärt, es habe nichts mit Gesetzesverstößen zu tun, was jedoch bereits juristisch widerlegt wurde.

das dafür Sorge tragen muss, dass Persönlichkeitsrechte nicht durch Verleumdung, üble Nachrede oder Beleidigung verletzt werden.

das sich gefälligst an die Gesetze zu halten hat – so wie alle anderen auch.

Und? Haben Sie's? Genau: Wir suchen … die "Bild"-Zeitung!

Oh, pardon. Stimmt gar nicht. Das alles stand in der "Bild"-Zeitung. Gemeint war ein ganz anderes Unternehmen – Google.

Redakteurin Christin Martens freut sich in ihrem Kommentar nämlich über das BGH-Urteil zu den Google-Suchvorschlägen. Und schreibt darin Sätze, für die man wohl kein ironischeres Umfeld finden könnte als die "Bild"-Zeitung. Der Schluss ist besonders schön:Der Suchmaschinen-Gigant hat eine moralische Pflicht, wenn Persönlichkeitsrechte durch Verleumdung, üble Nachrede oder Beleidigungen verletzt werden. Auch für Google gelten die Gesetze.

Danke, Frau Martens. Wäre das also geklärt. Dann können Sie ja jetzt anfangen, im eigenen Laden aufzuräumen.

Mit Dank auch an Krabbel.

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Vim Vomlands Finderwahnsinn

Seit vergangenem August läuft in "Bild" die Serie "50 Jahre Bundesliga", in der die Sportredaktion jede Woche zurückblickt: Bunte Anekdoten, "legendäre Fotos" und die jeweilige Abschlusstabelle sollen den Leser an längst vergangene Bundesligaspielzeiten erinnern.

Die gestrige Rückschau auf die Saison 2000/2001 fiel ein bisschen ausführlicher aus als sonst, was damit zusammenhängen könnte, dass es eigentlich nur am Rande um Fußball ging — und hauptsächlich um "Bild":

BILD-Reporter Vim Vomland: So jagte ich Daum durch Amerika

Detailliert beschreibt Vim Vomland, über viele Jahre der ganz persönliche Christoph-Daum-Beauftragte von "Bild", wie das damals war, als Christoph Daum das Land verließ, nachdem seine Haarprobe positiv auf Kokain getestet worden war.

Und mit "detailliert" meinen wir so was:

21. Oktober: Ich, der BILD-Reporter, telefoniere gegen 13 Uhr mit Daums Lebensgefährtin Angelika. Sie sagt einen ungeheuerlichen Satz:

"Der Test bei Christoph ist so, als hätte er eine Lkw-Ladung genommen." Ihre Worte dröhnen in meinen Ohren.

Um 13.45 Uhr fliegt Daum mit dem Lufthansa-Jumbo in der First-Class auf Platz 83 C von Frankfurt nach Miami.

Vomland flog damals hinterher ("Nur mit einem grauen Anzug, ohne Gepäck, aber mit BILD-Fotograf Andreas Pohl") und versuchte alles, um den frisch entlassenen Trainer von Bayer Leverkusen zu finden.

Doch erst hatte er kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu:

24. Oktober: Daum feiert seinen traurigsten Geburtstag (den 47.). Wir spüren sein Versteck auf. Das Privat-Resort "Windstar". Ich bekomme Einlass in die Anlage unter dem Vorwand, eine Mitgliedschaft im Golf-Club kaufen zu wollen. Doch in der Villa eines Freundes ist von Daum nichts zu sehen. Wir mieten uns im "Hilton" auf Marco Island, 30 Kilometer südlich von Naples, ein.

Was wir nicht ahnen konnten: Daum wohnt in dem Augenblick nur 100 Meter in einer Strand-Villa entfernt. Als Calmund erfährt, wo die BILD-Reporter absteigen, lässt er Daum durch die Hotel-Tiefgarage vom gemeinsamen Freund Mark Dillon wegbringen. Von Naples ins neue Versteck nach Orlando Altamonte Springs.

Und so beschreibt Vomland, wie tagelang erst nichts und dann wenig passierte:

2. November: Bei mir klingelt um 11.18 Uhr das Handy. "What's up Maria? — Was gibt es Maria?" Es ist Christoph Daum! Er gehört zu den wenigen, die meinen Taufnamen kennen. Daum: "Mir geht es gut, mich findet keiner." Auf meinen Vorschlag ("Lass uns treffen!") antwortet er: "Ich weiß nicht. Mach es gut. Kopf hoch."

Vomlands hyperaktive Berichterstattung über den "flüchtigen" Daum sorgte schon damals für Erheiterung bei anderen Journalisten, wie zeitgenössische Texte von "Spiegel Online" und der "Berliner Zeitung" zeigen.

Es gab dann aber doch noch ein Happy End:

3. November: ["Daum-Freund" Mark] Dillon ruft an: "Christoph will dich sehen. Aber allein. Halte dich in der Church Street in Downtown Orlando bereit."

In dem Vergnügungsviertel tippt mir Dillon um 12.47 Uhr auf die Schulter. Durch den Hinterausgang eines Irish Pub geht es über Feuerleiter, Treppen, Hinterhöfe, Parkplätze zu Dillons Auto. Dort werden mir die Augen verbunden. 25 Minuten später halten wir.
Über eine Hintertreppe landen wir in einem Büro im 1. Stock. Da sitzt Daum und lacht: "Mensch, Maria, wo ist dein Problem?"
BILD hat Daum gefunden!

"Gefunden", so so.

Man kann sich das gut vorstellen, wie Vim Vomland bei einer Treibjagd durch den Wald pflügt, haufenweise unwichtige Details an die Redaktion durchgibt und am Ende dann mit verbundenen Augen von einem Eichhörnchen zum Hirschen geführt wird. Der Hirsch sagt: "Ich habe auf Dich gewartet", und Vomland ruft: "Ha! Gefunden!"

Alternativ wäre man gerne dabei gewesen, in der Kindheit von Vim Vomland, als er mit den Nachbarskindern Verstecken gespielt hat und immer "Hab dich", gerufen hat, wenn die anderen Kinder nach Stunden aus ihrem Versteck krochen.

Wirklich ergiebig war das Interview nicht, wie Vomland auch zwölfeinhalb Jahre später noch andeutet:

30 Minuten reden wir über Calmund, seine Kinder, seine US-Zeit, seine nächtliche Hotel-Flucht. Daum: "Vim, sage allen, dass es mir gut geht. Ich hoffe, wir sehen uns unter erfreulicheren Bedingungen wieder."

Tatsächlich hat Daum damals offenbar so wenig gesagt, dass Vomland seinen Text in "Bild" vom 4. November 2000 mit banalen Details strecken musste. Aber das konnte er damals schon gut:

Der verschollene Daum. Hockt da, hinter einem Holztisch auf einem der sechs grauen Stühle. Füllt irgendwie den ganzen beigefarbenen Neun-Quadratmeter-Raum. Hinter ihm ein Fenster mit Markise. Daum trägt ein hellblaues Hemd (Button down), eine pinkfarbene Krawatte, eine dunkelblaue Sommerhose, graue Slipper. Sein Gesicht ist gebräunt. Und: Sein Haar ist um etwa die Hälfte kürzer als zuletzt in Leverkusen.

Die tatsächlichen Antworten Daums damals lassen sich in etwa so zusammenfassen: "Dazu sage ich nichts", "Mehr dazu nicht", "Du kannst mit mir reden, aber dazu kein Kommentar."

Dafür erklärte "Bild" damals das besondere Verhältnis zwischen Daum und Vomland:

Christoph Daum (47) und Vim Vomland (45) — der Trainer und der BILD-Reporter aus Köln. Sie kennen sich schon seit dem Winter '76. Damals waren sie beide Studenten der Sporthochschule Köln. In der Mensa kamen sie erstmals ins Gespräch. Als Daum Jugendtrainer beim 1. FC Köln war, berichtete Vomland als junger BILD– Mitarbeiter über diese Spiele. Und später über Daums Aufstieg. Intensiv wurde der Kontakt ab Juli 1996: Daum wechselt zu Bayer Leverkusen. Den Klub, über den Vomland fast täglich berichtet. Der Reporter war dabei, als Daum am Tag vor seinem 45. Geburtstag bekannte: "Vim, ich verlasse meine Familie." Der Reporter erlebte Daum nach dem Unterhaching-Desaster: "Er fiel in sich zusammen. Er tat mir leid." Jetzt war Vomland der erste Journalist, der Daum nach seiner überstürzten Abreise nach Florida gesprochen hat.

Sogar die "Welt" bezeichnete Vomland damals als Daums "zu Berühmtheit gelangten Spezi".

Heute schreibt Vim Vomland noch immer für den Sportteil von "Bild", nur Christoph Daum scheint er seit 2011 nicht mehr gefunden zu haben.

Mit Dank auch an Matthias M.

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Gerüchte mit erstaunlicher Haltbarkeit

Die BVB-Profis Neven Subotic und Mats Hummels haben der "Bild"-Zeitung ein Exklusiv-Interview gegeben. Darin kommen die Fußballer unter anderem darauf zu sprechen, dass "manche Leute bei Facebook, Twitter und Co. es mittlerweile echt schaffen, aus total wilden Phantasien Gerüchte mit erstaunlicher Haltbarkeit zu machen!" Da muss ein "Bild"-Redakteur natürlich sofort nachhaken:

BILD: Welche [Geschichten] gab's denn noch?

Hummels (lacht): "Inzwischen erzählt sich ja die halbe Fußball-Republik, dass Neven ein Verhältnis mit meiner Freundin Cathy hat. Aber pssst..!"

Subotic (lacht): "Ich wollt's dir noch erzählen, Mats. Aber jetzt mal im Ernst: Das ist natürlich totaler Quatsch! Mats und ich sind miteinander befreundet und beide glücklich vergeben."

Es folgt eine klassische Sportreporter-Frage:

BILD: Wie sehr nervt Sie das Gerede?

Hummels: "Es ist schon befremdlich, wenn man sieht, wie leicht sich so eine Lüge verselbstständigt und die Leute meinen, über dein Privatleben Bescheid zu wissen. Aber wir kennen uns so gut, dass wir alle echt darüber schmunzeln können."

Subotic (grinst): "Müssen wir ja auch. Inzwischen spricht uns doch jeder Taxifahrer und jeder Friseur drauf an. Na ja, nach diesem Interview vielleicht nicht mehr. (…)"

Da sind wir uns ehrlich gesagt nicht so sicher.

Denn das haben die Leute von "Bild" aus diesem Interview auf der Titelseite gemacht:
BVB-Stars wehren sich gegen Fremdgeh-Gerüchte - Es geht um Subotic, Hummels und dessen Freundin Cathy

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Auf links gedreht

Anfang der Woche hat das Bundesinnenministerium neue Zahlen zur "politisch motivierten Kriminalität" (PDF) in Deutschland veröffentlicht.

So berichteten deutsche Medien über die Studie:

epd:
Zahl rechtsextremer Straftaten steigt

"Focus Online":
Zentralrat der Juden besorgt - Rechte Gewalt nimmt in Deutschland zu

Die Welt:
Extremismus - Mehr rechtsextreme Gewalttaten in Deutschland

Auch die Texte von dpa und AFP sowie die Online-Auftritte von "taz", "Stern", der "Augsburger Allgemeinen" oder dem "Tagesspiegel" haben ähnliche Überschriften.

Nur die "Bild"-Zeitung setzt einen etwas anderen Schwerpunkt:

Linke Gewalt - Weniger Fälle, aber immer brutaler
Die Zahl links motivierter Straftaten ist 2012 im Vergleich zum Vorjahr (2011) deutlich gesunken. Aber mehr als jede zweite Straftat richtete sich mittlerweile gegen "Leib und Leben" der Betroffenen. Zugleich hat die politisch rechts motivierte Kriminalität 2012 zugenommen, von 16 873 (2011) auf 17 616 Straftaten (plus 4,4 %). (…)

Die Zahl links motivierter Straftaten ist demnach von 8687 (2011) auf 6191 gesunken (minus 28,7 %).

"Bild" schreibt also, "mehr als jede zweite" von diesen knapp 6.000 linksmotivierten Straftaten habe sich gegen "Leib und Leben" von jemandem gerichtet. Das würde bedeuten: Im vergangenen Jahr haben linke Gewalttäter mehr als 3.000 Mal Menschen attackiert oder umgebracht. Doch damit liegt "Bild" ein ganzes Stück daneben: Es waren nicht 3.000 solcher Taten, sondern "nur" etwa 700.

Der Fehler ist simpel: Das Blatt hat die Straftaten mit den Gewalttaten verwechselt. Von den 6.000 Straftaten der Linken werden nämlich "nur" knapp 1.200 als "Gewalttaten" eingestuft — und davon etwa die Hälfte als Angriffe auf Leib und Leben. Der Rest besteht hauptsächlich aus Propagandadelikten ("d.h. Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen") und Sachbeschädigungen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Leute von "Bild" bei der Analyse einer solchen Studie fast ausschließlich nach links schauen. Aber wenigstens haben sie die Gewalt der Rechten diesmal nicht komplett verschwiegen.

Mit Dank an Matthias P.

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"Bild" holt alles für sich raus

Seit Beginn der Woche hat "Bild" neue Werbegesichter. Unter anderem ein schwer verletztes dreijähriges Mädchen aus dem syrischen Aleppo wirbt jetzt für die Zeitung.

Oder, wie "Bild" es selbst formuliert:

Das Bild, mit dem BILD aufrütteln will!

Andere Motive der neuen Kampagne aus dem Hause Jung von Matt zeigen etwa eine Frau mit Gesichtsschleier und die Aktivistinnen von "Pussy Riot". Der Slogan lautet jedes Mal: "Wir haben 500 Reporter und ein einziges Versprechen: Wir holen alles für Sie raus."

Wir finden: Wer über "Bild" spricht, darf vor allem einen dieser 500 Reporter nicht vergessen: Paul Ronzheimer, Träger des Herbert Quandt Medien-Preises und der Mann, der "den Pleite-Griechen die Drachmen zurück" gegeben hat.

Bild  Bild.de  

Neues Bayern-Trikot mit fremden Federn

Was Gerüchte, Mutmaßungen und Rätselraten angeht, ist die Welt des Fußballs der Welt der Unterhaltung inzwischen weit voraus: geplatzte Vertragsverlängerungen, vermeintliche Wechsel und irgendwelche Zerwürfnisse — fast rund um die Uhr tratschen die Medien irgendetwas aus dem sogenannten Umfeld von Spielern, Funktionären und Vereinen weiter. Manches wird dementiert, mal zu recht, mal zu unrecht, wie man natürlich immer erst viel später weiß.

Gegen Ende einer Bundesligasaison kommt dann ein weiteres Thema dazu: Sportreporter und andere Fans spekulieren wild darüber, wie die Trikots einer Mannschaft in der kommenden Saison aussehen könnten.

So zeigte "Bild" am Freitag die vermeintlichen neuen Trikots des FC Bayern München:

Das neue Bayern-Outfit: So zugeknöpft gibt sich der Meister nächste Saison! BILD zeigt das neue Trikot der Bayern für die Saison 2013/2014. Auffällig am weißen Auswärts-Dress: Der hohe Kragen und ein kleiner Knopf am Hals, die stark an ein typisch bayrisches Trachten-Hemd erinnern. Dazu soll nach BILD-Informationen auch eine braune Shorts in Lederhosen-Optik kommen.

Es soll an dieser Stelle nicht darum gehen, ob die Trikots tatsächlich so aussehen werden. Dabei ist es gar nicht unwahrscheinlich, dass die Bilder ziemlich nah dran sind.

Und das hat mit den "BILD-Informationen" zu tun: Im Fußballforum transfermarkt.de diskutieren die User seit Wochen über den möglichen neuen Look. Der Teilnehmer "djaytommy" hatte die neuen Trikots angeblich schon gesehen, der User "jimsen" veröffentlichte aufgrund dessen Beschreibungen eine Art "Phantombild".

Und das sah am vergangenen Samstag so aus:

Transfermarkt.de gehört mehrheitlich zur Axel Springer AG, die auch "Bild" herausgibt. Und die Zeitung kann sich womöglich auf diesen Passus in den Allgemeinen Nutzungsbedingungen bei transfermarkt.de berufen:

4.8. Mit der Übermittlung von Content räumen Sie Transfermarkt das unwiderrufliche, zeitlich und räumlich unbeschränkte und übertragbare Recht ein, den Content zu vervielfältigen, zu verbreiten, zu veröffentlichen, auszustellen, öffentlich zugänglich zu machen, zu verändern, zu übersetzen und zu speichern. Dies umfasst das Recht, den Content zu bearbeiten, zu gestalten, an die zur Nutzung erforderlichen Dateiformate anzupassen und die Darstellungsqualität zu ändern und/oder zu verbessern. Diese Nutzungseinräumung besteht über die Laufzeit dieses Vertrages hinaus fort, das heißt bei einer Beendigung des Vertrags sind wir nicht verpflichtet, Content, den Sie Transfermarkt übermittelt haben, zu löschen.

Sport1.de und spox.com berufen sich in ihren (unbebilderten) Artikeln nun auf "Informationen der 'Bild'-Zeitung", während sich die Münchener "tz" auf die Seite trikot.cc beruft, die die Grafik von "jimsen" am Donnerstag veröffentlicht hatte.

Mit Dank an Olli und Jürgen P.

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"Bild" kennt den Weg

Vor knapp einer Woche hat eine Spaziergängerin in Berlin eine Babyleiche gefunden.

Gestern wurden die Eltern des Säuglings festgenommen. Sie stehen unter Verdacht, das Kind getötet zu haben.

Die Berliner "Bild"-Ausgabe berichtet heute so über die Festnahme:Totes Baby von Hellersdorf - Die Eltern leben nur 200 Meter vom Fundort entfernt

Der Autor beschreibt, in welche Stadtteil die Eltern wohnen, er nennt die Straße samt Hausnummer sowie den Namen des Naturschutzgebietes, das direkt in der Nähe liegt. Außerdem zeigt "Bild" ein Foto von dem Haus und erklärt, in welchem Stock die Wohnung der Eltern liegt.

Für alle, die danach immer noch nicht wissen, wie sie zur Wohnung der mutmaßlichen Täter gelangen, liefert "Bild" auch gleich noch eine Karte mit:
[Eine Karte, auf der sowohl der Fundort der Babyleiche als auch der Wohnort der Eltern eingezeichnet sind]

(Unkenntlichmachungen von uns.)

Das ist Service-Journalismus. So weiß der Mob wenigstens, wo er lang muss.

Mit Dank an Björn S.

Nachtrag, 17.25 Uhr: Wir haben die Karte vorsichtshalber noch ein bisschen unkenntlicher gemacht.

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Wir über uns

Das scheint ein tolles neues Magazin zu sein, das "Bild" da heute mit dieser kleinen Meldung vorstellt:

Kein Platz war dann offenbar mehr für den Hinweis, dass "ME.MOVIES" (wie "Bild") bei der Axel Springer AG erscheint — oder besser noch: für das Wort "Anzeige".

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Ein Fall für den "Hartz-IV-Inspektor"

Vor einigen Jahren hat "Bild"-Autor Dirk Hoeren noch selbst Jagd gemacht auf die "Hartz-IV-Schmarotzer". Heute schaut er offenbar lieber zu.

GEHEIMPLAN - Jagd auf kranke Hartz-IV-Empfänger
(…) Die Bundesagentur für Arbeit (BA) sucht ganz gezielt nach Blaumachern unter Hartz-IV-Empfängern, die sich krankgemeldet haben!! Eine neue interne Weisung der BA (liegt BILD vor) fordert die Jobcenter zu schärferen Kontrollen der Arbeitsunfähigkeit der Arbeitslosen auf.

Nachdem die Agenturen gestern Morgen eine Zusammenfassung des "Bild"-Artikels über die Ticker geschickt hatten, berichteten auch andere Medien über die Pläne der Bundesagentur – wobei sich viele von ihnen ausschließlich auf die Informationen der "Bild"-Zeitung beriefen. Hätten sie stattdessen selbst ein wenig recherchiert, wären sie schnell darauf gestoßen, dass der "Geheimplan" so geheim nicht sein kann.

Denn die "interne Weisung" liegt nicht nur "Bild" vor, sondern jedem, der Internet hat. Wie uns die Bundesagentur auf Anfrage bestätigte, sind die Pläne seit fast drei Wochen öffentlich einsehbar.

Mit Dank an Thorsten V.

Bild  Bild.de  

Fluch der Akribik

Im Februar war das Kreuzfahrtschiff "Carnival Triumph" im Golf von Mexiko nach einem Brand navigierunfähig manövrierunfähig geworden und musste in einen US-Hafen geschleppt werden, während an Bord die Toiletten überliefen. Jetzt hat ein Sturm das Schiff im Hafen losgerissen und es wurde erneut beschädigt.

Und weil der Reederei Carnival auch die "Costa Concordia" gehört, die im Januar 2012 vor der italienischen Insel Giglio mit einem Felsen kollidiert war, fragt Bild.de jetzt:

LUXUSKREUZER "CARNIVAL TRIUMPH"-CRASH: Liegt ein Fluch über dieser Kreuzfahrtlinie?

Eine völlig nahe liegende Frage, angesichts der Fluch-Obsession der "Bild"-Redaktion.

Hier eine sicherlich unvollständige Zusammenstellung der letzten zwei Jahre:

11. März 2013:
HSV hämmert den Labbadia-Fluch weg

11. Februar 2013:
ROTFLUCH! Mainz-Bubi Parker fliegt im 7. Spiel zum zweiten Mal. KARNEVALS-FLUCH! Wenn es närrisch wird, kann Meier nicht gewinnen

8. Februar 2013:
Der Unfall-Fluch von Hoffenheim 2. Crash in fünf Monaten - Advincula mit rund 80 km/h gegen Baum

7. August 2012:

Fahnenträger-Fluch! 12 Jahre ohne Medaille

27. Juli 2012:

Als würde ein Fluch auf der Schauspielerfamilie [Lothar] liegen:

  • Susannes Vater Hanns Lothar wurde nur 37 Jahre alt. Er starb 1967 nach einer Nierenkolik. Lothar war ein Star der frühen TV-Jahre ("Flug in Gefahr", 1964).
  • Susannes Halbbruder Marcel Werner (entstammt einer Affäre ihres Vaters) nahm sich 1986 das Leben, nur 34 Jahre alt.
  • Schauspielerin Jenny Gröllmann, die zweite Frau von Susanne Lothars Ehemann Ulrich Mühe, kämpfte jahrelang gegen den Krebs. Mit 59 starb Gröllmann 2006 in Berlin.
  • Im Jahr darauf erlag auch Ulrich Mühe seinem Krebsleiden, nur 54 Jahre alt.

20. Juli 2012:
Vettel hat den Deutschland-Fluch!

18. Mai 2012:

Der Fluch der Kennedys hört nie auf! FRAU VON BOBBY JR. (52) - SELBSTMORD IN DER GARTENLAUBE

5. April 2011:

Hat der Onassis-Fluch wieder zugeschlagen? Athina Onassis (26), letzte überlebende Erbin des milliardenschweren Onassis-Clans, erhielt jüngst eine Schreckensnachricht: Die Ex-Freundin ihres Mannes Doda (38) hat sich umgebracht.

Und hier weitere Flüche im BILDblog-Archiv.

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