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Die Sautreiber der Schweinegrippe

Die Dresdner Regionalausgabe von „Bild“ hat eine „Riesenpleite“ entdeckt, nach der inzwischen kein Hahn mehr kräht:

Riesenpleite mit der Schweinegrippe

Schweinegrippe! So hieß die Sau, die im vergangenen Jahr durch jedes deutsche Dorf getrieben wurde. Möglichst jeder sollte sich gegen das „gefährliche, tödliche Virus H1N1″ impfen lassen.

Ja, möglichst jeder, auch in der „Bild“-Redaktion. Chefredakteur Kai Diekmann „war der Erste“. Um die Bedenken jener zu zerstreuen, die unsicher waren, ob sie diese Impfung auch wirklich brauchen.

Trotz oder wegen des Vorbilds Diekmann oder wegen möglicher Risiken und Nebenwirkungen reagierten die meisten Bürger zurückhaltend auf die Impfung. Inzwischen sind die Impfdosen verfallen und für den Steuerzahler viele Millionen Euro Kosten aufgelaufen.

Es bleibt, über die Ursache der „Riesenpleite“ nachzudenken. Wer es war, der diese „Sau“ im vergangenen Jahr durch „jedes deutsche Dorf getrieben“ hatte.

Bei „Bild“ und „Bild am Sonntag“ war das Thema Schweinegrippe im Herbst 2009 in weniger als einem Monat zwölfmal die Titelgeschichte (BILDblog berichtete).

Überhaupt wurden 2009 dazu viele, sehr viele Artikel veröffentlicht. Die folgende Auswahl ist daher sicherlich unvollständig:

28. April 2009:

So schlecht sind wir auf die Schweinegrippe vorbereitet

16. Juni 2009:

Wann gibt es endlich einen Impfstoff?

15. Juli 2009:

Reicht der Impfstoff wirklich für alle Deutschen?

17. Juli 2009:

Bekomme ich als Rentner keine Impfung mehr ab?

5. August 2009:

Warum werden nicht alle Deutschen gratis geimpft?

Am 11. November 2009 forderte „Bild“ von Gesundheitsminister Philipp Rösler, Schluss zu machen mit dem „Schweinegrippen-Chaos“. Punkt 1 lautete:

Verhängen Sie Vertragsstrafen für Impfstoffhersteller GlaxoSmithKline, wenn nicht genügend Impfstoff oder nicht pünktlich geliefert wird!

Und jetzt nochmals die Empörung darüber rund zehn Monate später:

150 Millionen Dosen Impfstoff wurden eiligst im Dresdner Pharmaziewerk „GlaxoSmithKline“ produziert. Ein Milliardengeschäft! Allein Sachsen orderte ca. 1,5 Millionen Dosen Impfstoff für rund 20 Millionen Euro.    Und heute? Die Riesenpleite. Kein Hahn kräht mehr nach der Schweinegrippe. Laut Robert Koch-Institut ließen sich gerade mal 340 200 (8,1 %) der 4,2 Millionen Sachsen impfen. Die verbliebenen Dosen stehen nun in Lagern und verfallen nach und nach!

Exekutivpolitiker sind bei drohenden Pandemien in der Zwickmühle. Treffen sie keine Vorkehrungen für den Worst Case, wird ihnen schon präventiv eine mögliche Verantwortungslosigkeit vorgeworfen. Medien wie „Bild“ dagegen sind bei drohenden Pandemien in einer komfortablen Ausgangslage. Sie können zwar Panik schüren, müssen sich aber nicht für die Folgen verantworten.

Markt der Merkwürdigkeiten

Im April eröffnete die Axel Springer AG den „Bild Shop“, in dem Kunden „jede Woche neue Themenwelten je nach Saison oder zu bestimmten Anlässen und Events sowie täglich ein besonders attraktives oder günstiges ‚Produkt des Tages'“ finden können sollen.

Angebot im "Bild Shop"Die Verbraucherzentrale NRW hat die Angebote etwas genauer unter die Lupe genommen und bei ihren Stichproben „viele Merkwürdigkeiten“ entdeckt: Die „Preishämmer“ gab es in anderen Onlineshops im Schnitt fast zehn Prozent billiger, „Publikumslieblinge“ kamen weitgehend ohne Kundenbewertungen daher und das Attribut „Testsieger“ bezog sich teilweise auf Tests, die bis zu fünf Jahre zurück lagen.

Eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem „Bild Shop“ inklusive vieler Beispiele hat die Verbraucherzentrale heute als Pressemitteilung veröffentlicht:

Mit Dank an Martin B.

Es gibt Mais, Baby

Die deutsche Sprache kennt das Phänomen der Auslautverhärtung, die dafür sorgt, dass Begriffe wie „Rad“ und „Rat“ oder „Blog“ und „Block“ gleich klingen, wenn man sie ausspricht. Die englische Sprache kennt dieses Phänomen nicht, „bad“ klingt anders als „bat“.

Bild.de-Koch Andreas „Studi“ Studer möchte den „lieben Bild.de-Usern“ etwas Englisch beibringen und bereitet dazu ein „American barbeque“ zu (natürlich stilecht im Bratschlauch).

Oder, wie Bild.de es formuliert:

Zur Grillparty gehören „garlic“, „honey“ und „corn on the cop“.

Dabei hatte sich Studer sogar Mühe bei der englischen Aussprache gegeben und eben nicht von einem „cop“ gesprochen, sondern von „cob“. Also nix mit Polizisten, sondern lediglich mit Maiskolben.

Mit Dank an Chris und Alexander B.

Nachtrag, 13.16 Uhr: Nachdem Bild.de die Leserkommentare zum Thema über Stunden ignoriert hatte, haben sie schnell auf unseren Eintrag reagiert und den Fehler unauffällig korrigiert.

Der Täter ist immer ein Schüler

Ereignisse, die gerade im Moment stattfinden, sind nicht immer leicht zu durchblicken. Gerade Amokläufe haben die Tendenz, wegen ihrer willkürlichen, oft extremen Gewalt zumindest anfangs sehr unübersichtlich zu sein. Idealerweise hat der Schutz der Bevölkerung, die Entwaffnung des Täters und die Versorgung von Verletzten auch Vorrang vor einer korrekten, detaillierten Berichterstattung der Situation.

Als es gestern in der slowakischen Hauptstadt Bratislava zu einer Schießerei kam, war längere Zeit unklar, was überhaupt los war. Die Deutsche Presseagentur (dpa) vermeldete um 14.22 Uhr:

Die Tageszeitung „SME“ berichtete auf ihrer Internetseite, der Täter sei ein 15-jähriger Drogensüchtiger. Er habe sich anschließend selbst getötet.

Um 15.27 Uhr hieß es plötzlich:

Der etwa 50 Jahre alte Mann habe mit einer Maschinenpistole und zwei Gewehren in einer Wohnung zunächst fünf Menschen erschossen und dann auf dem Weg nach draußen einen weiteren Mann.

In diesem Chaos kann man es den Machern von Bild.de kaum übel nehmen, dass auf ihrer Startseite zu diesem Zeitpunkt folgender Teaser zu sehen war:

Schüler (15) feuert mit MP um sich: 6 Tote

Der dazugehörige Artikel wurde im Laufe des Tages mehrfach überarbeitet und an den aktuellen Erkenntnisstand angepasst. Allerdings nicht vollständig.

Und so heißt es auch heute noch in der Bildergalerie unter dem Foto des 50-jährigen Täters:

Schüler ballert um sich: 6 Tote in Bratislava

Mit Dank an Paul Z., Klaus H. und den anderen Hinweisgeber.

In 80 Fehlern um die Welt (1-3)

Seit dem Siegeszug des Internets ist die Welt ja angeblich kleiner geworden — übersichtlicher aber offenbar nicht, wie drei aktuelle Geographie-Fehler verschiedenster Medien beweisen:

Bild.de:

Stürmer Dimitar Rangelov (27) steht zwar im 18-er Aufgebot, doch auch seine Tage in Dortmund sind gezählt. BILD erfuhr: Dem Rumänien wurde ebenfalls vom BVB nahe gelegt, sich ausleihen zu lassen. Angeblich soll Freiburg Interesse haben…

Mal davon ab, dass Dimitar Rangelov natürlich nicht ganz „Rumänien“ ist, ist er auch nicht Rumäne, sondern Bulgare.

* * *

„Kölner Stadtanzeiger“:

Slowenien

Das mit „Slowenien“ beschriftete Land ist die Slowakei — und in deren Hauptstadt Bratislava fand auch der besagte Amoklauf statt.

* * *

tagesschau.de:

Im westafrikanischen Benin wurden Tausende Menschen finanziell ruiniert, weil sie einem windigen Finanzunternehmen Glauben schenkten. (…) In der Hauptstadt Cotonou spielen sich seit Tagen ergreifende Szenen ab.

Die Hauptstadt Benins heißt Porto Novo, Cotonou ist der Regierungssitz.

Mit Dank an Jan Sch., Simon B., Sebastian und Gregor K.

Nachtrag, 16.24 Uhr: Bei ksta.de heißt die Slowakei jetzt auch „Slowakei“.

2. Nachtrag, 21.01 Uhr: In der Zwischenzeit hat auch tagesschau.de Cotonou zum Regierungssitz ernannt.

Das Pornokino des 21. Jahrhunderts

Neulich ist in „Bild am Sonntag“ und auf Bild.de ein Artikel erschienen, in dem sich Autorin Beate Krämer frei nach dem Motto „Denk doch mal nur einer an die armen Kinder“ über YouTube und die verdorbenen Jugendsender VIVA, MTV beklagte:

Das aktuelle Kinderprogramm Christina Aguilera zwischen zwei Frauenschenkeln, Beyonce mit gespreizten Beinen, Lady Gaga im kinky Domina-Look. Die Pop-Videos, die rund um die Uhr in den Jugendsendern Viva, MTV und auf Youtube laufen, zeigen Bilder, die es früher nur im Pornokino gab.

Krämer schreibt etwa über ein Video mit Christina Aguilera:

Sie trägt Knapptrikot, Peitsche, Bondagefesseln, im Mund einen Knebel mit Strass besetzt, es gibt angedeuteten Gruppensex, Frauen lecken sich ab, Hand im Schritt, Wet-Look-Dancing, gespreizte Schenkel… In Musikvideos geht es immer eindeutiger um Sex und Gewalt.

Bondagefesseln, angedeuteter Gruppensex, Frauen lecken sich ab, gespreizte Schenkel — und das alles ohne Altersbeschränkung und sogar „rund um die Uhr“? Das ist ja unfassbar. Wo gibt’s denn sowas?

Um diese Frage zu beantworten, hilft vielleicht ein Szenewechsel nach Neuburg im Landkreis Nordwestmecklenburg: Dort wurde der Verwaltungschef des Amtes Neuburg suspendiert, weil er laut „Lübecker Nachrichten“ „im Dienst Pornos im Internet betrachtet haben“ soll.

Und wie illustriert „LN-Online“ diese Nachricht? Mit einem vermutlich in der eigenen Redaktion geschossenen Symbolbild:

Neuburg: Porno-Vorwürfe - Verwaltungschef suspendiert Ein Mann schaut auf seinem Büro-Computer eine Erotik-Internet-Seite an (gestellte Szene).

Moment mal! Kommt uns diese „Erotik-Internet-Seite“ nicht irgendwie bekannt vor? Vielleicht mal ein wenig ranzoomen:

Screenshot: Bild.de

Richtig. Auch wenn das Logo verpixelt wurde, handelt es sich hierbei eindeutig um die Startseite von „Bild.de Erotik“ (unser Screenshot wurde am 26. August angefertigt):

Bild Erotik

Und so ganz Unrecht hat „LN-Online“ nicht damit, die Erotikseite von Bild.de symbolisch für Internetpornos stehen zu lassen. Denn all das, was „Bild am Sonntag“ an Viva, MTV und YouTube als Dinge „die es früher nur im Pornokino gab“ kritisiert, können sich Kinder und Jugendliche ab 0 Jahren auch ganz bequem auf Bild.de holen.

Mit Dank an Swen W.

Wo die Straßen keine Sicherheit haben

Nach Plänen der Bundesregierung sollen Führerscheine, die ab 2013 ausgestellt werden, nur noch für 15 Jahre gültig sein, so berichtet es Bild.de. Eine neue Prüfung soll aber für die Verlängerung nicht notwendig sein, ebenso wenig eine ärztliche Untersuchung.

Bleibt die Frage, inwieweit eine solche, routinemäßige Verlängerung „die Straßen sicherer“ machen soll:

Verfallsdatum für Führerscheine – eine gute Idee? A: Ja, denn so werden die Straßen sicherer! B: Nein, diese Regelung ist ein Bürokratiemonster und Geldmacherei!

88% der Bild.de-Leser scheinen den Zusammenhang auch nicht zu sehen und haben sich derzeit für Antwort B entschieden.

Mit Dank an Jan.

Waschen, schneiden, spalten

Hobbypsychologen und Boulevardreporter wissen: Wenn sich eine Frau von ihrem langen Haupthaar trennt, hat es vermutlich eine wichtige Veränderung in ihrem Leben gegeben.

Oder sie hoffte auf eine neue Filmrolle, so wie diese unglückliche Schauspielerin:

Emma Watson (20): Sie wollte sich nach acht abgedrehten „Harry Potter“-Filmen einer neuen Aufgabe widmen und schnitt sich zum Vorsprechen sogar die Haare ab.

Bild.de hat die Formulierung „schnitt sich zum Vorsprechen sogar die Haare ab“ mit einem Link unterlegt, der einen direkt zu einem anderen Bild.de-Artikel vom 6. August bringt.

Damals schrieb Bild.de:

Mit der Frisur erinnert der „Harry Potter“-Star (spielt Zauberschülerin Hermine) ein wenig an 60er-Jahre Stilikone Twiggy. Doch eine Filmrolle ist nicht der Grund für Emmas neuen Look. Sie trennte sich freiwillig von ihrem schönen langen Haar.

„Ich habe das seit vielen Jahren vorgehabt“, schreibt die Britin bei Facebook. „Es fühlt sich unglaublich an. Ich liebe es.“ Es sei „das Befreiendste überhaupt“!

Mit Dank an Mats S.

Nachtrag, 26. August: Bild.de hat den Satz dahingehend geändert, dass sich Emma Watson nicht mehr „zum Vorsprechen“ die Haare abgeschnitten hat, sondern „kurz vor dem Vorsprechen“.

Blöd nur, dass der erste Satz des Artikels immer noch lautet:

Scarlett Johansson wollte sie, Emma Watson ließ sich dafür die Haare abschneiden – die Rolle der düsteren Computer-Hackerin Lisbeth Salander in der Hollywood-Version der Stieg Larssons „Millenium“-Trilogie.

Und falls Sie das auch noch ändern wollen, liebe Bild.de-Redakteure: „Millennium“ schreibt man mit zwei „n“, weil es von „mille“ (tausend) und „annus“ (Jahr) kommt. Mit einem „n“ käme es von

Einfach mal das Gehirn lüften

„Aktuelle Nachrichten“ verspricht Bild.de auf seiner Startseite. Wenn sich aber die Chance bietet, den zwischenzeitlich deformierten Kopf eines Schwerverletzten zu zeigen und als „Alien-Schädel“ zu bezeichnen, dann dürfen sie auch schon einmal eine ganze Woche alt sein.

Unter einem Bild des bemitleidenswerten Skateboardunfallopfers Kyle Johnson kann man lesen:

Kyle Johnson: Ärzte entnahmen ihm Teile des Gehirns und setzten es später wieder ein. So sah er in der Zwischenzeit aus

Hätte die Person, die diese Bildunterschrift verfasst hat, allerdings den dazugehörigen Artikel oder wenigstens die Überschrift „Lebensgefahr! Ärzte frieren Teile von Kyles Schädel ein“ gelesen, dann wüsste sie, dass das ziemlicher Unfug ist. Die Ärzte haben nämlich mitnichten Teile des Gehirns des Patienten entnommen, sondern, wie bei einer dekompressiven Kraniektomie üblich, Teile des Schädels.

Dazu, Teile des Gehirns zu entnehmen und dann wieder erfolgreich einzusetzen, wären höchstens die vorher angesprochenen Aliens imstande.

Mit Dank an die vielen Hinweisgeber!

Nachtrag, 11.51 Uhr: So schnell kann’s gehen. Bild.de hat das Gehirn unauffällig verschwinden lassen:

Kyle Johnson: Ärzte entnahmen ihm Teile der Schädeldecke – und setzten sie später wieder ein

Nachtrag, 26. August: BILDblog-Leser Lutz B. hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass in einer früheren Version des Artikels noch durchweg die Rede davon war, dass man dem Mann Teile des Gehirns entfernt habe. Die Bildunterschrift wurde bei der Korrektur schlicht übersehen. Und tatsächlich: Im Cache von Google findet man diese Version noch, in der es etwa heißt:

Die Ärzte entschieden sich zu einer riskanten OP: Sie schnitten Teile von Kyles Gehirn weg, froren es ein – und setzen es ihm Wochen später wieder ein. (…) Als seine Hirnschwellung zurückging, setzen die Ärzte ihm die eingefrorenen Hirnteile wieder ein.

Die einzigen, die es also letztendlich wirklich geschafft haben, ein Gehirn erfolgreich zu entfernen, waren die Leute von Bild.de. Respekt!

So dumm ist Bild.de schon heute

Die Zeit verfliegt und die Welt ist ein Karussell. Gerade Lehrer merken das immer wieder, wenn sie sich mit einer neuen Generation von Schülern auseinandersetzen müssen. Aus diesem Grund veröffentlicht das Beloit College in Wisconsin jedes Jahr die Mindset List. Diese launige Zusammenstellung soll die Professoren daran erinnern, dass ihre Studenten in einer anderen Welt aufgewachsen sind als sie selbst.

Klingt nicht aufregend? Kein Problem, Bild.de hat einen Dreh gefunden, wie man das Thema interessanter gestalten kann:

US-Bildungs-Studie So dumm ist die Elite von morgen

Dass die Liste keine „US-Bildungs-Studie“ ist — geschenkt. Richtig dumm wird es, wenn Bild.de versucht, die Belege für die Dummheit der US-Studenten zu finden und elf vermeintliche Irrglauben „dokumentiert“:

Frauen dürfen Priester werden.

Diese vermeintliche Dummheit ist ein Fakt. Die römisch-katholische Kirche mag sich immer noch gegen Frauen im Priesteramt stemmen, in der anglikanischen Kirche in den USA ist diese Schlacht jedoch lange entscheiden. Die erste Bischöfin wurde dort bereits vor 21 Jahren geweiht.

Den Kalten Krieg hat es nie gegeben.

Dies wäre wirklich eine geschichtsvergessene Dummheit –steht aber nicht auf der Liste des Beloit College. Hier ist lediglich die Rede davon, dass die Erstsemester sich nie vor einem russischen Raketenangriff auf die USA gefürchtet haben. Und da die meisten der Studienanfänger nach dem Fall des Eisernen Vorhangs geboren wurden, ist dies mehr als verständlich.

Beethoven ist nur ein Filmhund („Ein Hund namens Beethoven“) und kein weltberühmter Komponist.

Dumm nur: Das steht nicht in der „Mindset List“. Hier heißt es lediglich: „Beethoven war schon immer ein guter Hundename“.

Michelangelo ist lediglich ein Computervirus und kein italienischer Künstler.

Auch hier stellte sich Bild.de dumm, denn in der „Mindset List“ steht lediglich, dass die Studenten mit dem Computervirus zuerst in Berührung gekommen sind. Was zweifellos humoristisch gemeint ist, da das Schadprogramm in dem Geburtsjahr der meisten Studienanfänger verbreitet wurde.

Songs der Band Nirvana (1987 – 1994) hört man hauptsächlich auf Radiostationen, die Oldies spielen.

Das mag Bild.de wie ein Sakrileg erscheinen und deshalb sah sich die Redaktion genötigt, etwas hinzuzufügen. Im Original steht lediglich, dass Nirvana auf Oldie-Sendern läuft. Und das stimmt zweifellos.

An dieser Stelle ging Bild.de wohl die Fantasie aus und machte mit vermeintlichen Dummheiten der Mindset List vom vergangenen Jahr weiter. Intelligenter wird es damit aber auch nicht.

Mit Dank an Hauke, Alexander S. und die weiteren Hinweisgeber

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