Archiv für Bild.de

„Bild“ soll Rauswurf-Zitat erfunden haben

Erst hat der 1. FC Kaiserslautern kein Glück, und dann kommt auch noch „Bild“ dazu. Der Verein ist derzeit Letzter in der 2. Fußball-Bundesliga, gerade mal zwei Punkte aus sechs Spielen haben die Pfälzer, am vergangenen Samstag verlor das Team gegen den SV Sandhausen. Und jetzt müssen sich die Verantwortlichen aus Kaiserslautern auch noch gegen die „Bild“-Zeitung wehren.

Grund ist dieser Artikel von gestern, der gedruckt in der Mainz-Wiesbaden-Ausgabe und online bei Bild.de erschienen ist:

Screenshot Bild.de - Nur ein Sieg gegen Aue rettet den Trainer - Lautern Letzter! Meier wackelt

„Bild“-Redakteur Ulli Schauberger zitiert in seinem Text mehrmals Boris Notzon, den Sportdirektor des 1. FC Kaiserslautern. In einer Aussage soll Notzon auch etwas zur beruflichen Zukunft von Trainer Norbert Meier andeuten:

Und wenn das [eine Steigerung im heutigen Spiel gegen Erzgebirge Aue] nicht klappt? Notzon: „Dann weiß auch Norbert, dass das Team einen neuen Impuls braucht.“ Dann muss der Trainer für seine Schlaffis büßen.

Der Satz „Dann weiß auch Norbert, dass das Team einen neuen Impuls braucht.“ soll im Gespräch zwischen Notzon und Schauberger aber nie gefallen sein. Der 1. FC Kaiserslautern hat auf der vereinseigenen Website heute eine Stellungnahme veröffentlicht:

Der 1. FC Kaiserslautern nimmt hiermit Stellung zum inhaltlich fehlerhaften Bericht der Bild-Zeitung vom 18. September 2017 mit dem Titel „Lautern Letzter! Meier wackelt“.

Das diesem Beitrag zugrunde liegende Gespräch zwischen FCK-Sportdirektor Boris Notzon und dem Redakteur der Bild-Zeitung wurde am 17. September 2017 zum Thema „Legt der FCK Einspruch gegen die Schiedsrichter-Entscheidung in Sandhausen ein?“ geführt. Der am 18. September 2017 in der Bild-Zeitung veröffentlichte Artikel gab jedoch nicht die Inhalte des Gesprächsverlaufes wieder. Insbesondere die Aussage „dann weiß auch Norbert, dass das Team einen neuen Impuls braucht“ wurde im Rahmen dieses Gespräches niemals getätigt.

„Gerne hätten wir über die Veröffentlichung dieser nicht getroffenen Aussage locker hinweggesehen, die darauf folgende Berichterstattung, die sich inhaltlich größtenteils auf diese Aussage bezieht, lässt uns jedoch keine andere Wahl, als den Sachverhalt deutlich klarzustellen. Die Aussage ‚dann weiß auch Norbert, dass das Team einen neuen Impuls braucht‘ wurde niemals getätigt. Dies wurde vom zuständigen Bild-Redakteur bereits bestätigt. Eine zugesagte Klarstellung ist bis dato ausgeblieben“, erklärt FCK-Sportdirektor Boris Notzon.

Statt einer „Klarstellung“ veröffentlichte die Mainz-Wiesbaden-Ausgabe der „Bild“-Zeitung heute noch einmal das vermeintliche Notzon-Zitat:

Ausriss Bild-Zeitung - Job-Endspiel für Lautern-Coach Meier - Für Lautern-Trainer Norbert Meier geht es heute gegen Aue um den Job. Eine weitere Pleite - und er ist weg! Sport-Direktor Boris Notzon zu Bild: Dann weiß auch der Trainer, dass das Team einen neuen Impuls braucht.

Mit Dank an Rouven für den Hinweis!

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„Bild“-Ombudsmann verlängert DDR um 25 Prozent

Ernst Elitz ist gnadenlos:

Screenshot Bild.de - Der Bild-Ombudsmann - Eile ist keine Entschuldigung

Viele Fehler seien „der Eile geschuldet“, schreibt der Ombudsmann in seinem neuesten Text in der „Bild“-Zeitung und bei Bild.de. Dann stünde in einem Artikel „das“, wo eigentlich „dass“ stehen müsste, oder „Teater“ statt „Theater“, „was großgeschrieben gehört, wird kleingeschrieben oder umgekehrt“. Doch:

Doch Eile entschuldigt nichts. „Die Ausrede ‚Fehler passieren überall‘ würde ich bei BILD nicht gelten lassen“, meint Leser Heinfried Knigge. Und er hat recht!

Ein Medium wie BILD, das täglich Millionen Leser erreicht, darf Schnelligkeit nicht vor Sorgfalt setzen. Nur wer beides liefert, liefert Qualität.

Um diese „Qualität“ endlich mal herzustellen zu sichern, ist jetzt ja auch Elitz da:

Ich gehe jedem Fall nach. Erkenne ich Fehler, verlange ich Korrekturen. Wenn nicht sorgfältig gearbeitet wurde, übe ich intern oder in meiner Kolumne Kritik an der Arbeit der Redaktion.

Ernst Elitz wacht aber nicht nur über die „Bild“-Medien, er schreibt selbst auch noch für sie (und sieht offenbar kein Problem in seiner Doppelrolle als Redaktions-Wachhund einerseits und Redaktions-Mitglied andererseits). Erst gestern, am selben Tag also, an dem auch seine Ombudsmann-Kolumne veröffentlicht wurde, erschien eine TV-Kritik von Elitz über den Sonntagstalk bei „Anne Will“:

Erst fünfzig Jahre SED-Diktatur, und dann sitzen „in den Chefetagen alles Menschen aus Westdeutschland. Was wäre denn in Bayern los, wenn achtzig Prozent der Führungseliten aus Schleswig-Holstein kommen?“

„Fünfzig Jahre“? Wurde die DDR bereits 1939 (statt 1949) gegründet? Oder fand die deutsche Wiedervereinigung erst im Jahr 2000 (statt 1990) statt? Ernst Elitz schafft es, „fünfzig Jahre SED-Diktatur“ in rund 40 Jahre DDR zu packen.

Dieser Fehler mag in Eile passiert sein. „Doch Eile entschuldigt nichts.“

Mehr über den „Bild“-Ombudsmann:

Mit Dank an Lukas H. für den Hinweis!

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Die digitalen Hühnerdiebe von Bild.de

Folgende Situation: In der Konferenz hat die Online-Redaktion festgelegt, dass noch heute etwas zum „Brodeln“ „unter der Erde“ „in China“ erscheinen solle. Das Thema müsse man machen, schließlich habe das Ganze auch eine politische Komponente: Bereits zehn Minuten, nachdem Nordkoreas Diktator Kim Jong-un am 2. September eine Wasserstoffbombe gezündet haben soll, sollen Wissenschaftler neuerliche seismische Aktivitäten gemessen haben, auch im Grenzgebiet zwischen Nordkorea und China, in der Nähe des Vulkans Mount Paektu. Der könnte unter ungünstigen Umständen ausbrechen.

Seismologie? Mount Paektu? China? Nordkorea? Herrje!

Für die Autoren bei Bild.de ist eine solche Situation aber gar kein Problem:

Screenshot Bild.de - China sperrt Nationalpark - Hat Kims Bombe Super-Vulkan geweckt?

Im Artikel über den „Super-Vulkan“ stecken sogar einige interessante Informationen zum Mount Paektu. Diese hier zum Beispiel:

Angsteinflößend ist er wegen seiner extrem starken Eruption im Jahr 946. Sie dauerte mehrere Jahre und brachte es auf Stufe sieben der Skala, mit der Vulkanausbrüche gemessen werden — die höchste Stufe.

Wir wissen auch, wo der anonyme Bild.de-Schreiber diese Informationen, nun ja, recherchiert hat. Am 24. Februar dieses Jahres veröffentlichte Horst Rademacher bei FAZ.net einen Artikel über Mount Paektu. Darin auch diese Passage:

Berüchtigt ist er wegen einer extrem starken Eruption im Jahr 946 nach Christus, die mehrere Jahre anhielt. Sie erreichte dabei die höchste Stufe auf der siebenteiligen Skala, mit der die Stärke von Vulkanausbrüchen bestimmt wird.

Zurück zu Bild.de. Etwas weiter hinten im Text steht:

In der koreanischen Mythologie spielt Mount Paektu eine besondere Rolle, denn er gilt als Geburtsstätte von Dangun, dem Gründer des ersten koreanischen Königreiches. Auch Kim Jong-il, Vater von Kim Jong-un, behauptet, am Fuße des Vulkans geboren zu sein, was laut sowjetischen Dokumenten nicht stimmt. Demnach soll er in der Nähe der sibirischen Stadt Chabarowsk das Licht der Welt erblickt haben.

Auch das kommt einem alles sehr bekannt vor, wenn man den sieben Monate alten FAZ.net-Text kennt. Horst Rademacher schrieb dort:

In der koreanischen Mythologie spielt der aktive Vulkan Paektu eine besondere Rolle, gilt er doch als die Geburtsstätte von Dangun, dem Gründer des ersten koreanischen Königreiches. Auch Kim Jong-il, der Vater des gegenwärtigen kommunistischen Diktators in Nordkorea, Kim Jong-un, soll an den Flanken des Vulkans geboren worden sein. Dem widersprechen allerdings sowjetische Dokumente, nach denen er in der Nähe der sibirischen Stadt Chabarowsk zur Welt gekommen sein soll.

Die Bild.de-Redaktion hat gleich zweimal geklaut, jeweils einen kompletten Absatz. Einen Hinweis auf Rademachers „FAZ“-Stück hat sie nirgendwo im Artikel untergebracht.

Wir erinnern an dieser Stelle gern noch einmal an einen Vorwurf von Bild.de-Chefredakteur Julian Reichelt, der vor etwa zwei Jahren in Richtung von „Focus Online“-Chefredakteur Daniel Steil twitterte:

Mit Dank an Frank für den Hinweis!

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„Bild“ liefert wieder Futter für rechte Hetzer

Acht Afghanen wurden am Dienstagabend von Düsseldorf aus nach Kabul abgeschoben. Es war die erste Sammelabschiebung nach Afghanistan seit vier Monaten. Die acht Männer waren in Deutschland alle straffällig geworden, einige von ihnen mit abscheulichen Taten wie Vergewaltigung oder Kindesmissbrauch.

Die Düsseldorf-Ausgabe der „Bild“-Zeitung titelte gestern groß:

Ausriss Titelseite Bild-Düsseldorf - Gestern, 19:36 Uhr, startete die Boeing 737 von Düsseldorf nach Kabul - Abschiebe-Flieger voller Sex-Täter!

Und auch Bild.de schrieb von einem „FLIEGER VOLLER SEX-TÄTER“:

Screenshot Bild.de - Flieger voller Sex-Täter! Verbrecher nach Afghanistan abgeschoben

Das ist natürlich maßlos übertrieben und vermittelt ein ziemlich falsches Bild. Eine Boeing 737, mit der die Abschiebung durchgeführt wurde, bietet — je nach Ausführung — Plätze für bis zu 230 Menschen. Acht davon waren durch abgeschobene Personen besetzt. In Düsseldorf startete am Dienstagabend kein „FLIEGER VOLLER SEX-TÄTER!“

Angesprochen auf die Diskrepanz zwischen der reißerischen Überschrift und den Fakten, reagierte „Bild“-Oberchef Julian Reichelt bei Twitter:

Tatsächlich lautet die „Zeile“ bei Bild.de nun anders:

Screenshot Bild.de - Kriminelle aus Deutschland abgeschoben - Hier kommen die Verbrecher in Afghanistan an

In der Düsseldorfer Print-Ausgabe ließ sich der Unsinn vom „ABSCHIEBE-FLIEGER VOLLER SEX-TÄTER“ hingegen nicht mehr anpassen. Und auch nicht auf den rechten und ganz rechten Facebook-Seiten, die die „Bild“-Schlagzeile liebend gern verbreiteten:

Screenshot Facebook-Seite Deutsches Volk bewaffne dich mit Wissen mit Bild.de-Post
Screenshot Facebook-Seite Ich will mein Land zurück mit Bild.de-Post
Screenshot Facebook-Seite Büdingen wehrt sich Asylflut stoppen mit Bild.de-Post
Screenshot Facebook-Seite Deutschland zuerst Gruppe Nordrhein-Westfalen mit Bild.de-Post
Screenshot Facebook-Seite Deutsch sein ist kein Verbrechen mit Bild.de-Post
Screenshot Facebook-Seite Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland Gemeinschaft mit Bild.de-Post

In den Kommentaren unter diesen Postings wird die Sprache der „Bild“-Schlagzeile aufgegriffen und weitergehetzt. So richtig rund ging es aber vor allem auf der „Bild“-eigenen Facebookseite. Der dortige Post wurde inzwischen (Stand: 14. September, 22:48 Uhr) über 26.000 Mal geliked, mehr als 1800 Mal geteilt, über 2800 Mal wurde kommentiert:

Screenshot Facebook-Seite von Bild.de mit Abschiebe-Flieger-Posting

Im Vergleich zu anderen „Bild“-Beiträgen in dem Sozialen Netzwerk ist dieser irre erfolgreich.

Von Julian Reichelts Ankündigung bei Twitter, die „Zeile“ des Artikels anzupassen, ist bei Facebook leider nichts zu sehen. Dafür hätte die Redaktion den Selbstläufer auch löschen müssen. Mit ihm wären immerhin Kommentare wie diese verschwunden:

Es gibt ein Land da wird das Körperteil abgehackt welches die Straftat begangen hat … das wäre doch mal was…aber dafür haben wir zu wenig Pfleger…

Alles Sex Täter?? Naja dann lasst die Maschine abstürzen

Viel zu wenig abgeschoben .Das ganze Dreckspack gehört ohne wenn und aber in die schlimmsten Regionen der Erde gebracht und abgeschlachtet. Das sind keine Menschen aber au h kein Vieh, das ist Abschaum

Dazu auch:

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Die bigotten Hüter des Persönlichkeitsrechts

Vor einer Woche hat Bild.de einen für Bild.de bemerkenswerten Satz geschrieben:

BILD zeigt das Gesicht des blonden Mädchens nicht, das Original-Foto ist nach wie vor auf Sarahs Facebook-Seite zu sehen.

In dem Artikel, aus dem dieser Satz stammt, ging es um ein Foto, das Sängerin Sarah Lombardi auf ihrer Facebook-Seite gepostet hat. Es zeigt ihren zweijährigen Sohn, von hinten aufgenommen, der zu einem etwa ähnlich alten Mädchen schaut, das Mädchen guckt zurück. Sarah Lombardi hat dazu „Casanova“ geschrieben.

Es folgte viel Empörung in den Kommentaren, wobei der Tenor meist der gleiche war: „Das eigene Kind schützen, aber ein anderes Kind zur Schau stellen — geht gar nicht!“ Die Bild.de-Redaktion berichtete über all das, legte ein Emoji über das Gesicht des Mädchens und schützte dadurch deren Rechte. Nicht die schlechteste Entscheidung, die die „Bild“-Medien in letzter Zeit getroffen haben.

Aber ganz gewiss keine aus Überzeugung.

Heute berichtet „Bild“ in der Bundesausgabe über einen tragischen Unfall an einem Vulkankrater in der Nähe von Neapel. Ein Elfjähriger ist dort in ein Loch gefallen, aus dem heiße Gase aufsteigen. Der Junge starb noch am Unfallort. Und auch seine beiden Eltern, die versuchten, ihren Sohn zu retten, kamen ums Leben.

Die „Bild“-Mitarbeiter, die vor sieben Tagen noch betonten, dass sie „das Gesicht des blonden Mädchens“ nicht zeigen, drucken heute in Millionenauflage Fotos von der 42-jährigen Mutter, von dem 45-jährigen Vater und auch von dem elfjährigen Kind — alle ohne Verpixelungen:

Ausriss Bild-Zeitung - Überschrift des Artikels - Drei Tote in Italien - Familien von Vulkan-Loch verschluckt - dazu die Fotos der Verstorbenen
(Die Unkenntlichmachungen bei der Mutter, dem Vater und dem elfjährigen Jungen stammen von uns, die Unkenntlichmachung bei dem zweiten Kind im obersten Foto stammt von „Bild“.)

Die Art und Weise, wie „Bild“ in diesem Fall berichtet, ist wahrlich kein Einzelfall. So gut wie jeden Tag findet man in dem Blatt — ob nun in der Bundesausgabe oder in einer der 24 Regionalausgaben — Fotos verstorbener Menschen, ohne Unkenntlichmachung, ohne Rücksichtnahme auf Persönlichkeitsrechte, ohne Interesse daran, was all das mit Angehörigen und Freunden macht.

Mit Dank an @DPRuettler für den Hinweis!

Bild.de sieht Farben und Lichter

In Frankfurt am Main kann man ein „SELTENES NATURSPEKTAKEL“ ziemlich häufig beobachten: die Bild.de-Polarlichter. Zuletzt war es laut „Bild“-Online-Redaktion in der Nacht zum vergangenen Samstag mal wieder soweit. Zwar fragte sie in der Überschrift noch, ob es sich um Polarlichter handelte, was ihr Fotograf mit seiner Kamera kurz zuvor eingefangen hatte …

Screenshot Bild.de - Überschrift des Artikels - Seltenes Naturspektakel - Polarlichter über der Frankfurter Skyline?

… aber bereits im ersten Satz wurde aus der Frage ein Fakt:

Screenshot Bild.de - Artikeleinstieg - Frankfurt - Wow, was für ein Anblick Polarlichter über der Frankfurter Skyline!

Und auch in der Bildunterschrift des Fotos, das das Bild.de-Polarlicht zeigt, war alles ganz klar:

Screenshot Bild.de - Bildunterschrift - Wahnsinn: Polarlichter über der Frankfurter Skyline

Schaut man sich das dazugehörige Foto an, erkennt man schnell, dass ein Bild.de-Polarlicht nicht das Gleiche ist wie ein richtiges Polarlicht:

Screenshot Bild.de - Foto, das die Polarlichter über der Frankfurter Skyline zeigen soll, dazu die Bildunterschrift Wahnsinn: Polarlichter über der Frankfurter Skyline

Denn damit man normale Polarlichter sehen kann, darf der Himmel in der Regel nicht bedeckt sein. Fürs Bild.de-Polarlicht reichen hingegen schon Lichter einer größeren Stadt und Wolken, gegen die diese Lichter scheinen können. Oder anders gesagt: Beim Bild.de-Polarlicht über Frankfurt am Main dürfte es sich lediglich um Lichtverschmutzung handeln.

Die Redaktion hat das wohl auch mitbekommen und ihren Artikel angepasst. Aus der Überschrift wurde „GLÜHENDER HORIZONT — Flimmern hier Polarlichter über Frankfurts Himmel?“, der Einstieg lautet nun „Es glimmt und glüht am Horizont. Was ist das? Leuchten hier Polarlichter über Frankfurt?“ und in der Bildunterschrift steht inzwischen „Wunderschön: Rötliche Lichtfelder über der Skyline“. Außerdem erklärt jetzt ein Experte, dass es aufgrund des bewölkten Himmels nicht klar sei, ob es sich um echte Polarlichter handele.

Dass sie mal etwas völlig anderes behauptet haben, schreiben die Bild.de-Mitarbeiter an keiner Stelle.

Mit Dank an Sebastian für den Hinweis!

„Bild“ lässt Angst wachsen

Die Menschen in Deutschland haben weniger Angst. Das zeigt eine repräsentative Umfrage, die die „R+V“-Versicherung jedes Jahr durchführen lässt und die den Namen „Die Ängste der Deutschen“ trägt. Nach 20 Sorgen fragt die Studie regelmäßig — bei 18 von ihnen sind die aktuellen Werte niedriger als im vergangenen Jahr. Nur in den Kategorien „Schadstoffe in Nahrungsmitteln“ und „Naturkatastrophen“ gab es jeweils einen Zuwachs.

Ganz vorne liegen die Ängste vor Terrorismus (71 Prozent), politischem Extremismus (62), Spannungen durch Zuzug von Ausländern (61), finanziellen Folgen der EU-Schuldenkrise für die Steuerzahler (58) und den bereits erwähnten Schadstoffen in Nahrungsmitteln (58). Der Durchschnittswert aller Ängste beträgt 46 Prozent und damit sechs Prozentpunkte weniger als im vergangenen Jahr.

Die „Bild“-Zeitung, die seit jeher Angst verkauft, hat die Ergebnisse der Ängste-Umfrage genommen und heute eine Extra-Seite zum Thema veröffentlicht:

Übersicht über Bild-Seite mit sechs Artikel - BILD-Report - Innere (Un-)Sicherheit

Im Teaser steht:

Anschläge, Wohnungseinbrüche, rechtsfreie Räume — die innere Un-Sicherheit in Deutschland wächst! Erst gestern wurde bekannt: Vor nichts haben die Bürger mehr Angst als vor Terrorismus! BILD sagt, welche Missstände es gibt.

Egal, dass in der „R+V“-Studie vornehmlich sinkende Werte zu finden sind — „Bild“ lässt „die innere Un-Sicherheit“ und die Angst der Menschen wachsen.

Die Redaktion nennt in den einzelnen Artikeln auf der Seite Personen, die für die angebliche „Un-Sicherheit“ verantwortlich seien: neben Ausländern, Linksautonomen und Drogendealern auch Richter:

Ausriss Bild-Zeitung - Gerichte denken zuerst an Täter

Unter dieser Populismus-Überschrift geht es ähnlich weiter:

Beide Fälle erschütterten Deutschland: Frank S. (46) stach Kölns heutiger Oberbürgermeisterin Henriette Reker mit einem Messer in den Hals. Hussein K. (laut Gutachten älter als 22) ermordete die Studentin Maria L.

Trotz des breiten öffentlichen Interesses ordneten Strafgerichte an: Medien müssen auf Fotos der Angeklagten „die Gesichtszüge unkenntlich“ machen. Aus Sorge um die Prangerwirkung, um die Persönlichkeitsrechte …

Die Informationsfreiheit der Bürger? Kommt erst an zweiter Stelle …

In „Die Ängste der Deutschen“ wurde nicht nach der Angst vor in Boulevardzeitungen unkenntlich gemachten Angeklagten gefragt. Daher gibt es auch keine Zahlen, wie viele Menschen in Deutschland eine „innere Un-Sicherheit“ verspüren, weil Redaktionen von Richtern dazu aufgefordert werden, einer bisher nicht verurteilte Person Persönlichkeitsrechte zuzugestehen. Die Verpixelung von Gesichtern dürfte jedenfalls nicht zu den Ur-Ängsten zählen.

Was die „Bild“-Redaktion in ihrem Ärger über richterliche Anordnungen zur Unkenntlichmachung der „Gesichtszüge“ ständig vergisst: Das Zeigen eines Angeklagten, der ganze mediale Rummel rund um einen Prozess kann zu milderen Urteilen führen, weil Richter die Verletzungen von Persönlichkeitsrechten und die Vorverurteilungen bei der Wahl des Strafmaßes manchmal einberechnen. Sie könnten die Anordnungen in den beiden genannten Fällen also auch im Interesse der Prozesse und angemessener Strafen erlassen haben.

Doch mit solchen Überlegungen beschäftigen sich die „Bild“-Mitarbeiter gar nicht erst, schließlich haben sie ein Zitat vom Bundesverfassungsgericht gefunden, das ihre Position vermeintlich stärkt:

Dabei entschied das Bundesverfassungsgericht: „Bei schweren Gewaltverbrechen ist ein über bloße Neugier und Sensationslust hinausgehendes Informationsinteresse an näherer Information über die Tat und ihren Hergang, über die Person des Täters (…) anzuerkennen.“

Nun steht dort erstmal nichts über Fotos von Angeklagten. Und auch sonst passt das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, aus dem die Aussage stammt, sensationell schlecht in die „Bild“-Argumentation. Denn in der Begründung, die die Redaktion zitiert, steht zwei Absätze später:

Handelt es sich im Übrigen um ein noch laufendes Ermittlungsverfahren, so ist im Rahmen der Abwägung auch die zugunsten des Betroffenen streitende, aus dem Rechtsstaatsprinzip folgende Unschuldsvermutung zu berücksichtigen (…). Bis zu einem erstinstanzlichen Schuldspruch wird insoweit oftmals das Gewicht des Persönlichkeitsrechts gegenüber der Freiheit der Berichterstattung überwiegen. Eine individualisierende Bildberichterstattung über den Angeklagten eines Strafverfahrens kann allerdings dann gerechtfertigt sein, wenn sich der Betreffende nicht beziehungsweise nicht mehr mit Gewicht auf sein allgemeines Persönlichkeitsrecht berufen kann, etwa wenn er sich in eigenverantwortlicher Weise den ihm gegenüber erhobenen Vorwürfen in der medialen Öffentlichkeit auch im Wege der individualisierenden Berichterstattung gestellt hat (…).

… was weder der eine Angeklagte noch der andere Angeklagte, die „Bild“ als Beispiele nennt, getan hat.

„Bild“ wählt ein Zitat aus einem Urteil, um Richtern zu zeigen, dass das Bundesverfassungsgericht etwas ganz anderes sagt als diese, dabei sagt das Bundesverfassungsgericht in dem Urteil das, was die Richter sagen.

Redaktionen springen über Alice Weidels AfD-Stöckchen

Alice Weidel hat also vorzeitig ein TV-Studio verlassen. Die Spitzenkandidatin der AfD bei der anstehenden Bundestagswahl ist gestern Abend in der knapp 100 Minuten dauernden ZDF-Talkrunde „Wie geht’s, Deutschland?“ bereits nach 65 Minuten gegangen. Heute gibt es fast keine Redaktion, die nicht bei diesem kalkulierten Eklat mitmacht.

Anders als bei CDU-Politiker Wolfgang Bosbach, der vor knapp zwei Monaten die Talk-Runde von Sandra Maischberger — ob nun zu Recht oder zu Unrecht — ehrlich empört verlassen hatte, wirkt Weidels Abgang recht gelassen. Die AfD-Politikerin warf CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer noch vor, dass dessen Partei illegale Einwanderung legalisieren wolle, lächelte dabei, dann packte sie auch schon ihre Unterlagen und ging.

Im Verlauf der Sendung gab es mitunter zwar hitzige Debatten, aber keine Situation, die zwangsläufig zum Verlassen des Studios führen musste. Es scheint so, als wollte Alice Weidel unbedingt gehen, egal wann, Hauptsache gehen, vielleicht auch, weil sie und ihre Partei gesehen haben, wie groß das Medienecho nach Bosbachs Aktion war. Über Weidels Aussagen in der ZDF-Sendung hätte heute wohl kaum eine Redaktion ausführlich berichtet. Über den „Eklat im TV“ berichten so gut wie alle:

Screenshot Spiegel Online - AfD-Spitzenkandidatin - Weidel verlässt ZDF-Sendung vorzeitig
(„Spiegel Online“)

Screenshot Zeit Online - AfD - Alice Weidel verlässt ZDF-Sendung
(„Zeit Online“)

Screenshot Süddeutsche.de - Bundestagswahl - AfD-Spitzenkandidatin Weidel verlässt ZDF-Talk
(Sueddeutsche.de)

Screenshot FAZ.net - Diskussionsrunde zur Wahl - AfD-Kandidatin Weidel verlässt ZDF-Sendung vorzeitig
(FAZ.net)

Ausriss Bild-Zeitung - Eklat im TV - AfD-Weidel verlässt ZDF-Talk
(„Bild“)

Screenshot Bild.de - Eklat beim ZDF - AfD-Weidel verlässt die ZDF-Sendung
(Bild.de)

Screenshot RP Online - AfD-Spitzenkandidatin verlässt Studio - Alice Weidel sorgt bei ZDF-Wahlsendung für Eklat
(„RP Online“)

Screenshot MDR.de - Eklat im TV - AfD-Spitzenkandidatin verlässt Wahlsendung
(MDR.de)

Screenshot Tagesspiegel.de - AfD-Spitzenkandidatin - Weidel verlässt nach Streit ZDF-Talksendung vorzeitig
(Tagesspiegel.de)

Screenshot Welt.de - AfD-Spitzenkandidatin - Alice Weidel verlässt vorzeitig ZDF-Live-Sendung
(Welt.de)

Screenshot BZ - Wie geht's Deutschland? AfD-Spitzenfrau Alice Weidel verlässt ZDF-Sendung
(bz-berlin.de)

Screenshot ruhrnachrichten.de - Eklat: AfD-Spitzenkandidatin verlässt ZDF-Sendung
(ruhrnachrichte.de)

Screenshot saarbruecker-zeitung.de - AfD-Kandidatin Weidel verlässt ZDF-Wahlsendung vorzeitig
(saarbruecker-zeitung.de)

Screenshot nrz.de - Talkshow - AfD-Spitzenkandidatin Weidel stürmt aus Talkshow im ZDF
(nrz.de)

Man könnte diese Liste noch sehr lange fortführen.

Bunte.de schreibt heute:

Screenshot Bunte.de - TV-Eklat: Über diesen Abgang spricht ganz Deutschland

Genau das ist das Kalkül der AfD: Die Schlagzeilen bringen ihr 18 Tage vor der Wahl eine Aufmerksamkeit, die sie sonst nie bekommen würde. Schon in einem Strategiepapier für den Wahlkampf schrieb die Partei, dass sie „vor sorgfältig geplanten Provokationen nicht zurückschrecken“ wolle, negative Reaktionen seien dabei „ganz bewusst“ einkalkuliert. Ein gut inszenierter „Eklat im TV“ ist sicher eine solche „Provokation“. Bei der anschließenden PR-Arbeit machen die Redaktionen, die unreflektiert jede AfD-Kleinigkeit in eine Überschrift packen, immer wieder freiwillig mit.

Immerhin grübeln manche Medien inzwischen, ob Alice Weidel das nicht doch alles geplant habe. Die kostenlose Wahlwerbung für die AfD haben sie aber längst unters Volk gebracht.

Kurz korrigiert (507)

Schon gehört? Kroatien ist nicht mehr Mitglied in der Europäischen Union. Außerdem liegt Bulgarien jetzt in Südamerika. Und den Sieg der deutschen Nationalmannschaft 2014 bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien? Den hat es nie gegeben. Steht so alles bei Bild.de.

Denn „Bild“-Mitarbeiter haben nicht nur ein Talent für die große Desinformation, sie sind auch besonders gut darin, Details zielgenau durcheinanderzubringen. Hier eine kleine Auswahl aus den vergangenen Tagen.

***

Was war das für eine Klatsche für das Team von Bundestrainer Joachim Löw! 1:7 verloren gegen Brasilien im Halbfinale der WM 2014. An dieses Debakel erinnert sich bestimmt jeder. Jedenfalls jeder bei Bild.de:

Als Brasilien im Halbfinale der WM 2014 mit sieben zu eins gegen Deutschland gewonnen hat (#Brager), war #Blitzkrieg kurzzeitig der am häufigsten gebrauchten Hashtag auf Twitter.

Es waren allerdings nicht die Brasilianer, liebe Bild.de-Historiker, die 1939 Polen angegriffen und damit das Wort „Blitzkrieg“ geprägt haben, sondern die Deutschen. Und die deutsche Fußballnationalmannschaft hat das WM-Halbfinale 2014 7:1 gegen Brasilien gewonnen. Und schon erklärt sich das makabere Hashtag #Blitzkrieg.

***

Vor dem TV-Duell am vergangenen Sonntag zwischen Angela Merkel und Martin Schulz hatte Bild.de schon mal das „Netz-Duell“ zwischen der Bundeskanzlerin und dem Herausforderer durchgespielt:

Screenshot Bild.de - Vergleich zwischen Angela Merkel und Martin Schulz, darunter unter anderem die Twitter-Follower: Merkel mit 833000 vom Regierungssprecher, Schulz mit 495000

Was die Grafik in der Kategorie „Twitter-Follower“ vergleicht, ist allerdings ziemlicher Quatsch. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat in der Tat einen eigenen Twitter-Account, im Gegensatz zu Angela Merkel. Die Rolle von Regierungssprecher Steffen Seibert, der den Account @RegSprecher füllt, heißt Regierungssprecher, weil Seibert Regierungssprecher ist und nicht Angela-Merkel-Sprecher und auch nicht CDU-Sprecher. Er twittert zwar häufig über die Arbeit der Bundeskanzlerin, aber auch über die Arbeit der restlichen Bundesregierung. Und die besteht unter anderem aus SPD-Mitgliedern. Es existiert kein Twitter-Account, den man allein Merkel zuordnen kann.

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Bei Bild.de schaffen sie es, mit einem Halbsatz ein ganzes Land aus der EU zu kegeln. In einem Artikel über den Fußballer Ante Rebic, der trotz einiger Interessenten nicht nach England wechselte, schreibt die Redaktion:

Doch weil der Kroate kein aktueller Nationalspieler ist, bekommt er als Nicht-EU-Bürger in England keine Spielgenehmigung.

Den Kroxit — so würden die „Bild“-Medien ihn wohl nennen — gab es aber nie. Ante Rebic ist als Kroate sehr wohl ein Bürger der Europäischen Union.

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Bulgarien haben die Bild.de-Geographen nicht nur aus der EU geschmissen, sondern direkt nach Südamerika verlegt. Dort sollten die Fußballer des Landes gegen Kolumbien um die Teilnahme bei der kommenden WM spielen:

Screenshot Bild-Facebookpost - Kolumbiens Coach José Pékerman will, dass Bayern Münchens James Rodriguez beim WM-Quali-Spiel gegen Bulgarien auflaufen kann.

Tatsächlich spielt die Nationalmannschaft Kolumbiens heute gegen Brasilien. Immerhin auch mit „B“.

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Doch bei Bild.de kennen sie sich nicht nur nicht in Südamerika aus, sondern auch nicht in Süddeutschland. Gestern hielten mehrere Politiker Bierzeltreden im niederbayerischen Abensberg. Dort fand der Gillamoos statt, ein recht bekanntes Volksfest. Bild.de berichtete über die Politiker-Auftritte:

Screenshot Bild.de - Beim Volksfest in Gillamoos - Guttenberg und Lindner spotten über TV-Duell

In Gillamoos witzelte er darüber

So machte Christian Lindner in Gillamoos Wahlkampf

Cem Özdemir, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, in Gillamoos

Bei den politischen Bierzeltreden in Gillamoos

und wurde in Gillamoos gefeiert

„Bild“-Redakteur Ralf Schuler war sogar extra vor Ort:

R.SCHULER (ZZ. IN GILLAMOOS)

Gillamoos ist aber kein geographischer Ort. Man kann nicht „in Gillamoos“ sein, nur beim Gillamoos oder auf dem Gillamoos.

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Am vergangenen Mittwoch meldete Bild.de:

Screenshot Bild.de - Tochter trauert bei Instagram - Back to Life-Sängerin stirbt mit 53 Jahren

Die Sängerin des Songs „Back to Life“, Caron Wheeler, ist aber gar nicht gestorben. Sondern die Sängerin des Songs „Wish“, der vier Jahre später von derselben Band aufgenommen wurde. Und die hieß Melissa Bell. Andere Redaktionen haben Bell ebenfalls fälschlicherweise mit dem Song „Back to Life“ in Verbindung gebracht.

***

Mit Orten haben Bild.de-Mitarbeiter also Schwierigkeiten, genauso mit Namen. Fehlen noch die Zahlen.

Nach den astronomischen Ablösesummen, die der französischen Fußballklub Paris Saint-Germain vor Kurzem zahlte, hat Bild.de mal zusammengerechnet, wie viel die Pariser für ihre Startelf ausgegeben haben:

Screenshot Bild.de - 588 Mio! Mehr als doppelt so teuer wie Bayern - Das ist die neue Paris-Super-Startelf

Im Artikel schrieb die Redaktion:

Screenshot Bild.de - BILD hat die Pariser Top-Elf mit den Sturm Stars wie Neymar, Mbappé und Cavani zusammengestellt. Allein die Startformation kostet 588,4 Millionen Euro, ist damit knapp 50 Mio teurer als der bei transfermarkt.de offizielle aufgeführte Marktwert des gesamten Teams. Zum Vergleich: Bayerns Startelf vom Werder-Spiel (mit Boateng statt Süle) kostet nur 375 Mio Euro, also rund 113 Mio weniger als die Pariser Startformation.

Nur sind 375 Millionen Euro nicht die Hälfte von 588 Millionen Euro. Und man kommt auch nicht, rechnet man 375 Millionen Euro und 113 Millionen Euro zusammen, auf 588 Millionen Euro, sondern auf 488 Millionen Euro.

Zumindest Fehler 1 hat auch das Bild.de-Team bemerkt und die Stelle geändert:

Screenshot Bild.de - BILD hat die Pariser Top-Elf mit den Sturm Stars wie Neymar, Mbappé und Cavani zusammengestellt. Allein die Startformation kostet 588,4 Millionen Euro, ist damit knapp 50 Mio teurer als der bei transfermarkt.de offizielle aufgeführte Marktwert des gesamten Teams. Zum Vergleich: Bayerns Startelf vom Werder-Spiel (mit Boateng statt Süle) kostete nur 239,65 Mio Euro, also rund 113 Mio weniger als die Pariser Startformation.

Die Differenz zwischen der „Pariser Startformation“ und der des FC Bayern München beträgt allerdings nicht 113 Millionen Euro, sondern 348,75 Millionen Euro. Dass Bild.de gleich zwei Fehler auf einmal korrigiert, ist dann wohl doch etwas zu viel verlangt.

Danke an Oliver, Jochen, Thorsten S., Jan H., Sven W., @Cranque, @engmann, @Boneffm, @MoDeutschmann, @RengersAlex und @JessyJessy110 für die Hinweise!

Kurz korrigiert (506)

Das Musikvideo der Sängerin Taylor Swift zu ihrem neuen Song „Look What You Made Me Do“ geht ordentlich durch die Decke: Nach einem Tag hatte es bereits 35 Millionen Aufrufe bei Youtube, inzwischen liegt es bei knapp über 100 Millionen Aufrufen.

Die Popper von Bild.de wissen, warum der Clip so erfolgreich ist:

Screenshot Bild.de - Taylor Swift stößt Adele vom Thron - Warum ihr neues Video durch die Decke geht

Das Erfolgsrezept? Der vier Minuten lange Clip strotzt nur so vor Anspielungen auf Streits und vergangene Ärgernisse der Sängerin! In fast jeder Szene finden sich Hinweise, viele natürlich erst beim dritten oder vierten Ansehen.

Und manche dieser „Hinweise“ sieht man nur, wenn man bei Bild.de arbeitet und gerne mal Fehler macht.

Die Redaktion listet „Die Seitenhiebe und Symbole im Detail“ auf. Darunter sollen auch mehrere Anspielungen darauf sein, dass Taylor Swift von einstigen Freunden hintergangen wurde. Wie zum Beispiel von …

Wie zum Beispiel von Katy Perry (32). Mit ihr hat Taylor immer wieder Streit. Sie wird vorgeführt, indem Taylor das Auto aus Katys Musikvideo zu „Waking Up in Vegas“ zu Schrott fährt, während sie genauso aussieht wie ihre Feindin. Taylor sagte einst auf Twitter, dass sie diesen Song liebt!

In einer Bildunterschrift unter einem Screenshot aus Taylor Swifts neuem Clip schreibt Bild.de:

Screenshot aus dem Musikvideo von Taylor Swift mit der Bildunterschrift von Bild.de - Taylor Swift fährt einen gelben Lamborghini zu Schrott – das gleiche Auto, das Katy Perry in einem Musik-Video fährt. Taylor sieht dabei ihrer Rivalin verdächtig ähnlich

Taylor Swift fährt einen gelben Lamborghini zu Schrott — das gleiche Auto, das Katy Perry in einem Musik-Video fährt. Taylor sieht dabei ihrer Rivalin verdächtig ähnlich

In ihrem Musikvideo zu „Waking Up in Vegas“ fährt Katy Perry tatsächlich einen gelben Lamborghini Murciélago. Das Auto, das Taylor Swift in ihrem Musikvideo fährt und das Bild.de extra zeigt, ist aber kein Lamborghini, sondern ein Bugatti Veyron.

Ganz am Ende des Artikels schreibt Bild.de:

Das offizielle Video wurde am Sonntag bei den „MTV Video Music Awards“ in Los Angeles vorgestellt. Taylor Swift selbst war nicht bei der Award-Verleihung. Bei einigen Leuten im Publikum inklusive der Gastgeberin des Abends — Katy Perry — dürfte der Clip für Verwunderung gesorgt haben.

Mag sein. Dann aber nicht wegen des nicht vorhandenen Lamborghini.

Mit Dank an Frank D. für den Hinweis!

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