Michael Schumacher, Hansa Rostock, Saarland

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1. "Genau wie bei Prinz Friso (4)"
(topfvollgold.de, Mats Schoenauer)
Wie die Klatschpresse mit dem im Koma liegenden Michael Schumacher umgeht: "Wenn Schumachers Managerin ein Statement zu Schumachers Zustand abgibt — Titelstory. Wenn jemand, der mal mit Schumacher gearbeitet hat, etwas über Schumacher erzählt — Titelstory. Wenn jemand, der vorgibt, mal mit Schumacher gearbeitet zu haben, vorgibt, etwas über Schumacher zu erzählen, oder wenn eine Imbissbudenbesitzerin, die weder mit Schumacher gearbeitet hat noch etwas über ihn erzählen kann, aber zufällig in der Nähe des Krankenhauses arbeitet, in dem Schumacher liegt, berichtet, wie ihr Tag so gelaufen ist — Titelstory."

2. "Fall Jolin S.: Wegen eines medial erfundenen 'Islam-Rabatts' stehen Richter am Pranger"
(wiesbadener-kurier.de, Wolfgang Degen)
Die Kontroverse über einen angeblichen "Islam-Rabatt" im Mordfall Jolin S. (BILDblog berichtete). "Der Fall ist alles andere als ein Armutszeugnis der deutschen Rechtssprechung: Die Religionszugehörigkeit des Angeklagten hat bei dessen Mordmotiven im gesamten Prozess einschließlich der mündlichen Urteilsbegründung überhaupt keine Rolle gespielt."

3. "Fußball-Fans: Beschimpfungen gegen Reporter"
(ndr.de, Video, 4:20 Minuten)
Fans des FC Hansa Rostock wenden sich mit "Scheiß-NDR"-Rufen und –Plakaten gegen eine aus ihrer Sicht ungerechte und einseitige Berichterstattung.

4. "Leser würden deutlich toleranter freischalten"
(20min.ch, Eva Kamber)
20min.ch legt 18 200 Teilnehmern einer Umfrage problematische Leserkommentare vor und lässt sie darüber urteilen: "Aus den Resultaten geht aber auch hervor, dass die Leser eine lockerere Freischaltpolitik vertreten und mehr Kommentare freigeben würden, als 20 Minuten dies tut. Tatsächlich wären alle sieben vorgestellten Kommentare durch die Leser aufgeschaltet worden. Dennoch kristallisiert sich heraus, dass ein Grossteil der 20-Minuten-Community die Freischaltregeln nachvollziehen kann."

5. "Drei Gründe, warum das Internet für Journalisten möglicherweise keine Verbesserung ist, für viele andere aber schon"
(antjeschrupp.com)
Wie Journalisten und Nicht-Journalisten die neuen Publikationsmöglichkeiten im Internet wahrnehmen.

6. "Recht & Ordnung — Iwwerzwersch"
(youtube.com, Video, 11:43 Minuten)
Wie "Breaking Bad" im Saarland aussehen könnte.

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Hotel Ukraina, 24h Jerusalem, Mediakraft

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1. "'Ein reines Schauspiel'"
(taz.de, Lena Kaiser)
Ein Interview mit Jesko Gibs, der sich "Privatdozent des Hedonistischen Instituts für angewandte Populismusforschung in Hamburg" nennt und so in die Medien gelangt: "Ich glaube, es wäre geboten, dass sehr viele Menschen beginnen, die Medien gezielt in die Irre zu führen, um vollkommene Verwirrung zu stiften. Dass viele Menschen beim Lesen von Artikeln den Gedanken im Hinterkopf haben, dass hier vielleicht wieder eine Kommunikationsguerilla am Werk gewesen sein könnte."

2. "Über das Imagetief der Journalisten und ihren Umgang damit"
(abzv.de, Mario Müller-Dofel)
Journalisten gehen gelassen mit ihrem schlechten Image um, schreibt Mario Müller-Dofel: "Doch unser Image ist verheerend, weil es den Job und Erfolge erschwert. Besonders negativ wirkt sich das verbreitete Misstrauen bei Recherchegesprächen und Interviews aus. Und die gehören in allen Mediengattungen zur Jobgrundlage."

3. "Hotel Ukraina"
(journalist.de, Alexander Krex)
Ein Bericht aus dem Hotel Ukraina in Kiew, wo die Weltpresse während der Proteste auf dem Majdan untergebracht war: "Oben im Hotel wird beobachtet, berichtet und analysiert, unten auf dem Platz wird gekämpft, gefroren und gestorben."

4. "Unterm Brennglas"
(tagesspiegel.de, Markus Ehrenberg)
Markus Ehrenberg stellt das Projekt "24h Jerusalem" vor, das am 12. April 2014 auf arte und im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt wird.

5. "'Die Frage, ob wir Rundfunk sind, steht im Raum'"
(dwdl.de, Torsten Zarges)
Torsten Zarges konfrontiert den CEO von Mediakraft Networks, Spartacus Olsson, mit Schleichwerbe-Vorwürfen: "Ob wir damit künftig auch rechtlich wie Fernsehen zu behandeln sind, ist nicht unsere Entscheidung, sondern die des Gesetzgebers."

6. "Auch das noch!"
(umblaetterer.de, Paco)

Aprilscherz, JVA Landsberg, Presseausweise

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1. "Tabu spielen im Knast"
(sueddeutsche.de, Stefan Mayr)
Mehr als 150 Journalisten drängen in die JVA Landsberg, um einen "Gefängnis-Rundgang mit anschließender Fragestunde" zu absolvieren. "Was folgt, ist ein einstündiger Frage-Antwort-Reigen, der an das lustige Gesellschaftsspiel 'Tabu' erinnert. Alle reden über Uli Hoeneß, aber keiner darf den Namen Uli Hoeneß nennen."

2. "Facebook: Wenn dich die Kommentarflut überrollt…"
(freiepressevolontaere.wordpress.com, Cornelia Hennersdorf)
Cornelia Hennersdorf schildert, wie die Redaktion der "Freien Presse" mit Facebook-Kommentaren umgeht und fragt: "Wie soll es eine kleine Online-Redaktion mit wenigen Mitarbeitern schaffen, die Posts aller spannenden, kontroversen Themen rund um die Uhr zu kontrollieren?"

3. "Mehr als eine Rabattkarte"
(taz.de, Daniel Bouhs)
Presseausweise in Deutschland: "'Jeder kann sich eine Karte drucken und darauf 'Presseausweis' schreiben', skizziert Hendrik Zörner vom Deutschen Journalisten-Verband (DJV) den Status quo, auch wenn in der Praxis noch immer eher die Ausweise akzeptiert werden, die sein DJV und fünf weitere Verbände ausgeben."

4. "Konkurs von Radio 3fach: Mässiger Aprilscherz"
(werbewoche.ch)
Radio 3fach macht "in einer Medienmitteilung die Einstellung des Betriebs noch für den Montag" bekannt und stellt vorübergehend den Sendebetrieb ein. "Auf die ausdrückliche Frage, ob es sich um einen Aprilscherz handle, sagte Programmleiter Dani Glur gegenüber der Nachrichtenagentur SDA, es handle sich um keinen Scherz." Die Aktion stellt sich dennoch als Aprilscherz heraus, was die Verantwortlichen der Nachrichtenagentur erzürnt. Chefredakteur Bernard Maissen: "(…) in einer Zeit, in welcher der Journalismus ein grosses Glaubwürdigkeitsproblem hat, leistet ihr der Branche einen Bärendienst, wenn ihr Kollegen einfach anlügt."

5. "Ulli Potofski: 'Die Pöbler tun mir leid'"
(dwdl.de, Manuel Schumann)
Fußball-Kommentator Ulrich Potofski glaubt die Fußballfans zu kennen: "Der gemeine Fußballfan kennt kein Grau, sondern nur Schwarz und Weiß. Daran orientieren sich folglich auch diejenigen, die die Konsumenten bedienen, also wir Sportjournalisten. Drei Punkte, Top-Tabellenplatz, alles geil, Trallala. Oder eben das Gegenteil: Derbypleite, Scheiß-Millionäre, Trainer raus! Profifußball ist nun mal ein stellvertretendes Element unserer Gesellschaft."

6. "Schau! Mich! An!"
(diepresse.com, Julia Ortner)
Julia Ortner denkt nach über das Angesehenwerden im Fernsehen: "Das Nichts überwinden. Größer als die Wirklichkeit – das macht das Fernsehen aus jenen, die öfter auf dem Schirm zu sehen sind. Oder anders gesagt: Wer auf dem Bildschirm zu sehen ist, der spürt das Sein so richtig und überwindet das Nichts."

TV Total, Autoflotte, Experten

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1. "Von Content-Marketing (Y-Titty), Leserporträts (Handelsblatt) und Schleichwerbung"
(socialmediarecht.de, Nina Diercks)
Nina Diercks schreibt über Unternehmensporträts im "Handelsblatt", die derzeit in der Diskussion stehen: "Meines Erachtens ist die Zahlung von 'Lizenzgebühren' für die Nutzungsrechte derartiger Unternehmensporträts nichts anderes als der Versuch mittels dieses vermeintlichen 'Kniffs' das Trennungsgebot von Werbung und Redaktion zu umgehen. Letztlich ist die Zahlung einer Lizenzgebühr in solch einem Fall in der Gesamtschau aus den vorgenannten Gründen als Zahlung eines Entgelts für eine redaktionelle Veröffentlichung zu werten."

2. "Dr. Seltsam ist heute online"
(faz.net, Frank Schirrmacher)
Frank Schirrmacher beklagt einen rasch urteilenden und verurteilenden Echtzeitjournalismus. "Helmut Kohl, Helmut Schmidt und Henry Kissinger haben alle höchst abwägend und behutsam auf die aktuellen Ereignisse reagiert. Der Echtzeitdramaturg sagt: weil sie alt sind. Alter ist kein Kriterium für Rationalität. Entschleunigung aber ist es."

3. "Eine kurze Expertise über die kurzen Expertisen"
(ad-sinistram.blogspot.de, Roberto De Lapuente)
Roberto De Lapuente befasst sich mit dem Experten: "Die Experten in der Mediokratie sind Herolde der Sensationsmeldung, Verkündiger der Eskalation, Boten des schlimmsten anzunehmenden Vorfalls. Wenn irgendwo eine Bombe hochgeht, sagen sie, dass weitere Anschläge wahrscheinlich sind. Gibt es einen Virus, geben sie als Expertise ab, dass es sich wie eine Spanische Grippe auswirken könnte. Dass man beruhigt sein sollte, nichts so heiß gegessen wie gekocht wird, 'Bleibm Se mal cool!' hört man von ihnen eher nicht."

4. "Gefälschte Wahlergebnisse: Autozeitschrift sagt Preisverleihung ab, Chefredakteur schon weg"
(newsroom.de, Bülend Ürük)
Eine Preisverleihung der Fachzeitschrift "Autoflotte" wird abgesagt, weil es "Ungereimtheiten bei der Stimmenauszählung für den Autoflotten-Award gegeben" habe. "Der Verlag wirft einzig dem langjährigen Chefredakteur vor, die Zahlen manipuliert zu haben."

5. "Liebe ARD"
(almostsw.de, Johannes Eber)
Johannes Eber schaut mit seinem Sohn "Frag doch mal die Maus — Die große Familienshow" und wird den Eindruck nicht los, dass die ARD genau das beibehalten hat, was sich überholt hat: "Der große Auftritt des Showmasters im tosenden Applaus. Auswändig gelernte Witze. Absehbarkeit. Blitzendes Licht und laute Musik, statt tatsächlicher Aufregung."

6. "'Blamielen odel Kassielen' oder 'TV Total vs. NEO MAGAZIN mit Jan Böhmermann'"
(youtube.com, Video, 10:13 Minuten)
Jan Böhmermann lässt die Macher von "TV Total" glauben, ihre Sendung werde in China kopiert.

Handelsblatt, Hoodiejournalisten, Beamtworter

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1. "Meinungsschlacht um die Krim: Manipulation in Zeiten der Aufmerksamkeitsökonomie?"
(wiesaussieht.de, F. Luebberding)
Frank Lübberding befasst sich mit Aufmerksamkeitsökonomie: "Nach der Logik der Onlineökonomie ist der Inhalt eines Artikels völlig egal, solange er sich im Wettbewerb durchetzen kann. Relevant ist die Reichweite des einzelnen Artikels und nicht mehr, wie früher, etwa die Vertriebserlöse des Gesamtprodukts Zeitung. Das Misstrauen gegen die Massenmedien befördert somit heute vor allem deren schon immer vorhandene Skandalisierungsneigung. Abgewogene Artikel, oder solche, die sich auf Berichterstattung und Einordnung beschränken, werden nicht in gleicher Weise gelesen."

2. "Hoodiejournalisten als Manager von morgen oder: Welche Führungskräfte braucht die Medienbranche?"
(kress.de, Marcus Hochhaus)
Sind "Hoodiejournalisten" die erfolgreichen Medienmanager von morgen? "Sie sind (zumeist aus budgetärer Not) sehr ziel– und ergebnisorientiert, verstehen Medien als Ecosystem, das sich schnell verändert und in dem man selber flexibel bleiben und sich strategisch positionieren muss. Sie wissen, sich gegen interne und externe Widerstände durchzusetzen, beachten aber auch, dass die Wettbewerber von heute die Partner von morgen sein können."

3. "Verdacht auf Schleichwerbung: Wofür das 'Handelsblatt' 5000 Euro nimmt"
(wuv.de, Frank Zimmer)
Das "Handelsblatt" weist Schleichwerbe-Vorwürfe zurück: "Laut VHB ist die umstrittene Angebotspraxis Anfang März im Verlag aufgefallen und sei 'sofort unterbunden' worden."

4. "Das Jenke-Experiment auf RTL – Reaktionen"
(leidmedien.de)
Leidmedien.de sammelt Reaktionen zur RTL-Sendung "Das Jenke-Experiment: Welche Probleme haben Rollstuhlfahrer im Alltag?".

5. "FragDenStaat sucht den 'Beamtworter des Jahres'"
(blog.fragdenstaat.de)
Die Website "Frag den Staat" will "vorbildliches Verhalten von informationsfreiheitsfreundlichen BehördenmitarbeiterInnen" mit dem Titel "Beamtworter des Jahres" auszeichnen.

6. "Der deutsche Way of Life"
(zeit.de, Harald Martenstein)
Harald Martenstein denkt nach über das Leben in Deutschland und den USA: "Bei allen staatlichen oder offiziellen Sachen ist Deutschland extrem freundlich, friedlich, unaggressiv und verständnisvoll. Sämtliche Aggressions– und Unfreundlichkeitspotentiale kommen im persönlichen Miteinander zum Einsatz."

Scotusblog, Daniel Bröckerhoff, Webradio

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1. "Warum die NASA nicht sagt, dass die Welt untergeht"
(scilogs.de, Thomas Grüter)
Eine Studie, die angeblich von der NASA stammt, soll gemäß Medienberichten den Untergang der Menschheit prophezeien. "Nach einigen Recherchen wurde mir klar, dass in den meisten Berichten kaum etwas stimmt."

2. "Die Erfüllung muss das Honorar ersetzen"
(faz.net, Patrick Bahners)
Patrick Bahners berichtet über das Scotusblog: "Scotusblog ist für alle Interessierten und Beteiligten die wichtigste Informationsquelle über den Supreme Court of the United States (Scotus) – für alle, das heißt: auch für die Anwälte, für die Zuarbeiter der Richter und mutmaßlich auch für die Richter selbst."

3. "ZDF: Mehr Staatsferne für die Gremien"
(ndr.de, Video, 6:28 Minuten)
Ein "Zapp"-Beitrag zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts über den ZDF-Staatsvertrag: "Dass überhaupt Staatsvertreter über das ZDF wachen, im Verwaltungsrat sogar amtierende oder Ex-Ministerpräsidenten, störte das Gericht aber nicht. Die Politik sei halt Teil des Gemeinwesens."

4. "Daniel Bröckerhoff: Der Selbstvermarkter"
(vocer.org, Philipp Löwe)
Ein Interview mit "Zapp"-Mitarbeiter Daniel Bröckerhoff: "(…) wenn du vom privaten Fernsehen ins öffentlich-rechtliche wechselst, ist sehr, sehr viel sehr, sehr anders."

5. "Die neue Webradio-Quote"
(sebastian-pertsch.de)
Die AGMA veröffentlicht erstmals eine Webradio-Quote. Sebastian Pertsch schreibt dazu: "Mit der ma IP Audio hat die agma einen Meilenstein gelegt, der künftig nicht mehr wegzudenken sein wird. Bleibt zu hoffen, dass sich bald deutlich mehr Radios an der Webradio-Quote beteiligen, die Metriken facettenreicher sind, die Quoten vereint werden und endlich die Mobilfunkdaten in die Statistik mit einfließen."

6. "Eine schrecklich private Familie"
(sueddeutsche.de, Ekkehard Müller-Jentsch)
Die Familie Geiss — bekannt aus "Die Geissens" — streitet sich mit Klatschzeitschriften vor Gericht: "In gleich fünf Prozessen haben sich Robert sowie Carmen Geiss samt ihrer Töchter Davina Shakira und Shania Tyra Maria am Mittwoch vor dem Landgericht München I gegen Berichte von zwei Klatschblättern gewandt, die sich mit vermeintlich dunklen Seiten der Geissens befassten."

Ebola, MH370, Staatsferne

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1. "Ebola löst Panik-Epidemie in Redaktionen aus"
(udostiehl.wordpress.com)
Wie Medien mit einem Verdachtsfall einer Ebola-Infektion in Kanada umgehen. Siehe dazu auch "Entwarnung in Kanada: Erkrankter hatte kein Ebola" (tagesschau.de).

2. "Kämpfen Konzerne mit unsauberen Mitteln um jugendliche Kunden?"
(mediathek.daserste.de, Video, 6:06 Minuten)
"Report Mainz" recherchiert am Beispiel von Y-Titty zur gebotenen Trennung zwischen redaktionellen und werblichen Inhalten bei YouTube-Videos.

3. "Flight MH370: the relatives should have been told the worst in private"
(theguardian.com, Joanna Moorhead, englisch)
Die Hinterbliebenen der Passagiere des nun von den Behörden als abgestürzt deklarierten Flugs MH370. "As the 10 O'Clock News beamed all this into my sitting room last night, there was only one thought in my mind: we shouldn't be seeing this. No reporter, no camera, no prying eyes, no public should have been allowed into the room through which the grieving relatives, who had just been told the Malaysian plane has definitely been lost with no survivors, had to walk."

4. "Kapitulation des Gerichts vor der Politik"
(berliner-zeitung.de, Christian Bommarius)
Christian Bommarius kommentiert das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum ZDF-Staatsvertrag: "Natürlich, wer es als Erfolg betrachtet, wenn ein Vier-Zentner-Mann nach mehrmonatiger Diät zwei Pfund verliert, wer dem Alkoholiker gratuliert, dem es endlich gelingt, von dem Kasten Bier, den er gewöhnlich an jedem Tage zu trinken pflegt, einmal in der Woche eine Flasche ungeleert zu lassen, der wird auch das 14. Rundfunkurteil des Bundesverfassungsgerichts als Meilenstein auf dem Weg zur verfassungsrechtlich verlangten Staatsferne des Senders beklatschen." Siehe dazu auch "Triumph des Staatsfunks" (cicero.de, Alexander Kissler).

5. "Alters-Schwäche"
(theeuropean.de, Thore Barfuss)
Der Graben im Journalismus verlaufe nicht so sehr zwischen Online und Print als zwischen jüngeren und älteren Journalisten: "Aus Sicht der alten Hasen gehört Plöchinger mit seinen 37 Jahren einfach noch zu den jungen Hüpfern." Siehe dazu auch "Hoodie-Journalisten rudern lachend die Galeeren" (jensrehlaender.tumblr.com) und "Es war Sonntag. Und es regnete" (medium.com, Simon Hurtz).

6. "Ein halbes Jahrhundert lang Doktorand"
(zeit.de, Hans-Dieter Eberhard)

Uli Hoeneß, taz, Equal Pay Day

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1. "Der Medienfall des Ulrich Hoeneß"
(funkkorrespondenz.kim-info.de, Dietrich Leder)
Mit Verwunderung blickt Dietrich Leder zurück auf jene "bizarre Fernsehwoche", in der in deutschen Medien so über den Prozess gegen Uli Hoeneß berichtet wurde, "als geschehe nichts anderes auf der Welt und in der Bundesrepublik Deutschland". "Erst das Fernsehen machte aus Ulrich Hoeneß jene Medienmarke, jenen Medienakteur und jenen Medienprofiteur, der spätestens seit den 1990er Jahren zur Spitze der bundesrepublikanischen Gesellschaft zählte. Was dazu führte, dass ihn das Fernsehen seither auch außerhalb des Sports hofierte und ihn zu jedem und allem befragte. Hoeneß gehörte zum Stammpersonal der Talkshows, in denen er als Marke und Akteur gleichermaßen saß, um seinen Ruf weiter zu pflegen und gleichzeitig zu vermarkten. (…) Die eigene Rolle hat das Fernsehen in diesen Tagen des Hoeneß-Hypes nicht angesprochen, geschweige denn kritisch aufgearbeitet."

2. "Künstlicher Name für eine Kunstfigur"
(faz.net)
Die neue Frankfurter "Tatort"-Kommissarin wird nun doch nicht nach dem Holocaust-Opfer Selma Jacobi benannt: "Die Fernsehspielchefin des Hessischen Rundfunks, Liane Jessen, sagte: 'Die Diskussion um die Namensgebung unserer Kommissarin hat uns überrascht. Der Rollenname war als eine kleine Geste gegen das Vergessen gemeint. Uns tut es leid, mit der angestoßenen Diskussion die Gefühle einzelner verletzt zu haben'. Nach dieser Diskussion ist die Namensänderung aber auch aus künstlerischer Sicht notwendig geworden: 'Die Rolle wäre immer mit dem Holocaust-Opfer Selma Jacobi in Verbindung gebracht worden. Eine freie Weiterentwicklung der Figur wäre unter diesem Aspekt nicht mehr möglich.'"

3. "Der Equal Pay Day und die 22 Prozent"
(heise.de/tp, Alexander Durin)
Hat es mit Diskriminierung zu tun, dass "Frauen 22 Prozent weniger als Männer verdienen"? Alexander Durin hält das für Unsinn: "Die statistischen Untersuchungen zeigten, dass Frauen eine wesentlich engere Berufswahl als Männer bevorzugten und konsequent in Berufen tätig sind, die geringer entlohnt sind als die von Männern. Nicht das Geschlecht per se, sondern die Berufswahl der Vertreter des Geschlechts ist ausschlaggebend."

4. "Warum die taz sich ein neues Haus baut"
(blogs.taz.de/hausblog, Sebastian Heiser)
Aufgrund "stabiler Werbeeinnahmen", "neuer Angebote" und einem "einzigartigen Geschäftsmodell" steigen die Einnahmen der "taz" kontinuierlich: "In den letzten 20 Jahren um 110 Prozent (und damit deutlich überhalb des inflationsbedingten Preisanstiegs von 42 Prozent in diesem Zeitraum). Derzeit nehmen wir rund 26 Millionen Euro pro Jahr ein."

5. "Warum ich um CC-NC einen großen Bogen mache"
(kaffeeringe.de, Stef­fen Voß)
Warum Stef­fen Voß die Creative-Commons-Lizenz "Non-Commercial" meidet.

6. "Was passiert eigentlich, wenn man einen Mörder und Vergewaltiger foult? Zu Besuch im Strafraum der JVA Lenzburg"
(watson.ch, Alex Dutler)

Russland, Mondlicht, Hoodies

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1. "This is propaganda"
(wahrheitueberwahrheit.blogspot.de)
Die Berichterstattung deutscher Medien über Russland und die Ukraine: "Es ist natürlich offensichtlich, daß Emotionen leicht in die gewünschte Richtung gelenkt werden können, wenn nahtlos an schon bestehende Vorurteile angeknüpft werden kann. Und im Falle Russlands ist dies so unverschämt einfach, jeder Praktikant könnte das übernehmen."

2. "Krim-Krise: Russland ist nicht der Feind"
(schwaebische.de, Alexei Makartsev)
Der Leiter der Online-Redaktion der "Schwäbischen Zeitung", Alexei Makartsev, ruft seinen Vater in Moskau an: "'Uns geht es bestens', hörte ich am anderen Ende der Leitung. 'Die Menschen sind erleichtert darüber, dass ein Stück russischer Erde endlich in den russischen Mutterleib zurückgekehrt ist. Putin hat dazu eine glänzende Rede gehalten, im Saal haben sogar manche vor Freude geweint.' Ich solle mich nicht von der einseitigen Berichterstattung in den westlichen Medien täuschen lassen, wünschte sich zum Schluss mein Vater, ebenfalls ein Journalist. 'Europa versteht Russland nicht, weil ihr nicht gut genug informiert seid.'"

3. "Wir Serienmuffel"
(brandeins.de, Jochen Förster)
In einem ausführlichen Artikel über Fernsehserien beantwortet Medienforscher Lothar Mikos die Frage, warum es in Deutschland keinen Sender wie HBO gibt: "Deutsche Fernsehsender werden dominiert von risikoscheuen, selbstzufriedenen Typen mit Provinzhorizont und dem Hauptanliegen, möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Also setzen sie auf Seilschaften und Rezepte, hinter denen sie ihre Unfähigkeit verbergen. Um es mal etwas zu verkürzen: Hauptsache Ferres, Berben oder Furtwängler sind dabei."

4. "Mondlicht-Fotozellen und 'Small Data'"
(scilogs.de, Markus Pössel)
Markus Pössel wimet sich Berichten über die Energiequelle Mondlicht: "Selbst bei einer um einen Faktor vier gesteigerten Effizienz der Solarzellen — es bleibt ein Missverhältnis Sonne zu Mond von im besten Falle rund einhunderttausend."

5. "Eine unglückliche Frau"
(coffeeandtv.de, Lukas Heinser)
Wie das VOX-Boulevardmagazin "Prominent!" den Tod von L’Wren Scott verarbeitet.

6. "Journalisten & Hoodies"
(journalisten-hoodies.tumblr.com)
Ein Absatz in der FAS (twitter.com/dvg) führt zu Selfies von deutschen Journalisten in Hoodies. Siehe dazu auch "Twitter-Solidarität unter Journalisten: Kapuzenpullis für Plöchinger" (taz.de, Paul Wrusch) und "Nach Plöchinger-Kritik: Die Stunde des #Hoodiejournalismus" (meedia.de, Christian Meier).

Selma Jacobi, Audi, Kimchi

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1. "'Tatort'-Kommissarin wird nach Nazi-Opfer benannt"
(tagesspiegel.de, Sonja Álvarez)
Eine neue "Tatort"-Kommissarin soll den Namen Selma Jacobi tragen, nach einer Frau, die 1943 im Ghetto Theresienstadt starb. Die verantwortliche Leiterin des HR-Fernsehspiels, Liane Jessen, wird im Artikel wie folgt zitiert: "Wir tun hier etwas Gutes. 'Tatort'-Kommissare sind schließlich die modernen Helden unserer Zeit, und wir lassen Selma Jacobi als Heldin wiederauferstehen. Das hätte ihr sicher gefallen."

2. "Audis Pep-Scoop: Wie aus einer PR-Story eine weltweite Sportnews wurde"
(meedia.de, Alexander Becker)
Ein Interview mit Pep Guardiola im Geschäftsbericht 2013 von Audi. "Je wichtiger das Thema Content-Marketing wird, desto häufiger werden wir schon bald solche exklusiven Interviews und Berichte auf PR-Plattformen von Unternehmen lesen, statt in den Sportteilen der großen Medienmarken. Denn längst gilt auch für Unternehmen: Content is King."

3. "Geht es noch öffentlicher als über Twitter?"
(de.globalvoicesonline.org, Jillian C. York)
Eine Diskussion um die Frage, wie öffentlich Tweets sind und was Medien damit machen können: "Mit der immer größeren globalen Verbreitung von Twitter und anderen sozialen Medien müssen Journalisten lernen, vorsichtiger mit ihnen umzugehen."

4. "Ödnis als Tarnkappe"
(textdump.antville.org, gHack)
"Der zuverlässigste Schutz für zeitgenössische Cracker und Fracker, die sich so ein richtig großes und saftiges Stück vom Kuchen abschneiden wollen", bleibe die Langeweile, glaubt gHack: "Es gibt einfach nichts langweiligeres als juristische Fitzeleien, steuerrechtliche Feinsinnigkeiten und EU-Richtlinien. Und genau dort setzen die Experten der Ödnis an. Sie manipulieren mit opaken Formulierungen den Fluss der Geldströme, sichern sich die leckersten Jobs und Aufträge, oft genug unter den Augen der Öffentlichkeit."

5. "Kimchi und Käsebrot"
(freitag.de, Ji-Hun Kim)
Ji-Hun Kim schreibt über sein Leben in Deutschland: "Es klingt absurd, aber in Korea bin ich Ausländer auf den zweiten Blick und nach einigen Wochen wünsche ich mir nichts sehnlicher als ein doppelt gebackenes Vollkornbrot mit Butter und Käse."

6. "Awesomely fake trick shot video shows you can’t trust anything anymore"
(sploid.gizmodo.com, Video, 1:49 Minuten)

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