Archiv für 6 vor 9

Landesverrat, wundersamer Wagner, Rechts gegen Rechts

1. Verdacht des Landesverrat: Der Pressespiegel
(netzpolitik.org, Eric Beltermann)
Bei all den (medialen) Entwicklungen rund um den Vorwurf des Landesverrats gegen netzpolitik.org kann man schnell den Überblick verlieren. Eric Beltermann hat einen Pressespiegel zusammengestellt, der ständig aktualisiert wird. Eine „Chronik der Netzpolitik-Affäre“ liefert John F. Nebel. Und das Rechercheteam um Hans Leyendecker und Georg Mascolo rekonstruiert, wer auf offizieller Ebene momentan alles nichts von den Ermittlungen gegen Markus Beckedahl und Andre Meister gewusst haben will, sehr wohl aber etwas gewusst haben dürfte. Rechtsanwalt Markus Kompa vermutet indes ganz andere Gründe für die Anzeige durch den Verfassungschutz.

2. Kurze Geschichte eines Unworts: Asylkritiker
(sprachlog.de, Anatol Stefanowitsch)
Bereits letzte Woche gab es eine Reihe von Texten, die vor verharmlosenden oder hetzenden Begriffen wie „Asylgegner“, „Asylanten“, „Wirtschaftsflüchtlinge“ oder „Flüchtlingsstrom“ warnten (6 vor 9 von Donnerstag: erster Link). Jetzt erklärt Anatol Stefanowitsch den Bedeutungswandel des Wortes „Asylkritiker“: Mitunter stand der Ausdruck auch für eine ablehnende Haltung gegenüber der restriktiven deutschen Gesetzgebung, meinte also eher „Asylpolitik-Kritik“. Erst in den letzten Jahren entdeckten rechte Parteien und Bewegungen den Begriff für sich und verwendeten ihn als Euphemismus für ausländerfeindliche Hetze — eine Deutung, die Medien und Politik oft einfach übernahmen.

3. Flüchtlinge aus der DDR: Zeltstadtbilder
(zebrabutter.net, Kathi Flau)
Bei Facebook tauchen derzeit Fotos von Zeltstädten auf, darauf zu sehen: DDR-Bürger, die in die Bundesrepublik flüchten wollen. Die Posts seien mit der Frage versehen, „ob Dresden, Freital und andere Hochburgen des Flüchtlingshasses die damalige Solidarität vergessen hätten“, schreibt Kathi Flau:

Die Bilder der Zeltstädte von 1989 und 2015, nebeneinander gestellt, suggerieren: Die sich links willkommen heißen lassen, das sind dieselben, die rechts rechts sind.

Doch das sei ein Trugschluss: „Wer damals in einer Zeltstadt aufgenommen worden ist, der schlägt heute nicht vor, die Zeltstadt von Dresden anzuzünden.“

4. „Klar ist das trivial“
(taz.de, Anne Fromm)
Vor einem Jahr startete Buzzfeed in Deutschland. Jetzt blickt die Chefredakteurin Juliane Leopold zurück und zieht eine ehrliche Bilanz: „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich schon völlig zufrieden mit unserer Leistung bin.“ Gleichzeitig verteidigt sie Buzzfeed gegen die oft vorgebrachte Kritik, das Portal biete Unterhaltung statt Journalismus und nimmt das Native-Advertising-Modell in Schutz: Mit optisch nicht vom Rest der Zeitung unterscheidbaren Verlagsbeilagen habe sie größere Probleme

5. Die wundersame Welt des Franz Josef Wagner
(sueddeutsche.de, Jana Stegemann)
Nach Wagners umstrittenen Kolumne über (Nicht-)Mütter hat Springers „Welt“ den „Bild“-Chefkolumnisten vergangene Woche zum Interview gebeten. Jana Stegemann hat sich die (erwartungsgemäß wieder ziemlich bekloppten) Aussagen genauer angeschaut. Auch stern.de muss nach Lektüre des Interviews feststellen: „Es geht immer noch schlimmer“.

6. Rechts gegen Rechts in Bad Nenndorf (Der Film)
(youtube.com, Video, 4 min.)
Vorgestern sind Neonazis in einem „Trauermarsch“ durch das niedersächsische Bad Nenndorf gezogen. Ähnlich wie im vergangenen Jahr in Wunsiedel wurde der Aufmarsch der Rechtsradikalen aber zum unfreiwilligen Spendenlauf: Für jede Minute unerwünschter Aufenthaltszeit in Bad Nenndorf spendeten Bürger und Unternehmen zehn Euro für die Entfernung von rechtsextremen Tattoos. Einen Bericht gibt’s auch im Störungsmelder-Blog von „Zeit Online“.

Landesverrat, Landesverrat, Landesverrat

1. „Verdacht des Landesverrats“: Generalbundesanwalt ermittelt doch auch gegen uns, nicht nur unsere Quellen
(netzpolitik.org, Andre Meister)
Der Generalbundesanwalt hat Ermittlungen gegen das Blog Netzpolitik.org aufgenommen. Der Vorwurf: Landesverrat. Stein des Anstoßes: diese beiden Artikel (nun auch zusätzlich unter landesverrat.org zu finden):

Juristische Hintergründe und die Motivation der Bundesanwaltschaft erklären Hans Leyendecker und Georg Mascolo, auch die „Tagesschau“ hat das Thema ausführlich aufgegriffen.

2. Landesverrat? Nein, netzpolitik.org schützt die Demokratie
(zeit.de, Karsten Polke Majewski)
Die ersten Kommentare fallen eindeutig aus: Viele Medien solidarisieren sich mit Netzpolitik und kritiseren das Vorgehen der Bundesanwaltschaft. „Demokratie und Geheimdienst stehen in einem kaum aufzulösenden Widerspruch zueinander“, bilanziert Karsten Polke Majewski und stärkt Netzpolitik den Rücken: „Der Presse kommt angesichts dieser Schwäche eine wichtige Kontrollfunktion zu. Netzpolitik.org betreibt das mit großer Beharrlichkeit.“ In eine ähnliche Kerbe schlägt Christian Stöcker und wirft Harald Range vor, „gegen befreundete Geheimdienste nicht vorgehen“ zu wollen, wohl aber gegen deutsche Journalisten. Das sei ein klarer Einschüchterungsversuch und ein Angriff auf die Pressefreiheit. Der DJV bezeichnet die Vorgänge als „Justizposse“, Politiker von SPD, den Grünen, der Linken und der FDP reagieren ähnlich empört, und auch der ehemalige Datenschutzbeauftragte der Bundesregierung, Peter Schaar, nennt den Vorwurf des Landesverrates „absurd“.

3. Wer hinter Netzpolitik.org steckt
(sueddeutsche.de, Lena Kampf)
Lena Kampf schreibt über Netzpolitik.org und seine Macher. Das Blog sei „so etwas wie das Referenzmedium für Digitales“ mit fünf festen Mitarbeitern und der Überzeugung, dass die Leser ein Recht darauf haben, „’sich selbst ein Bild zu machen.’“ Siehe auch: Der „Tagesspiegel“ 2009 über Netzpolitik-Gründer Markus Beckedahl: Der Internetevangelist.

4. Der Generalbundesanwalt und die NSA
(blog.beck.de, Henning Ernst Müller)
Schon am 20. Juli hatte der Jurist Henning Ernst Müller kritisiert, dass Verfassungsschutz und Bundesstaatsanwalt vom „Versagen der eigenen Behörde bei der Spionageabwehr ablenken“ wollen. Im Netzpolitik-Fall legen die Behörden nun gerade durch ihre zaghaften Ermittlungen in der Spähaffäre ein großes Problem offen, findet Müller: Diese „Koinzidenz ist es, die geeignet ist, das Vertrauen in die Behörden BfV und GBA und ihre derzeitigen Leitungen nachhaltig zu stören.“ Der Jurist hofft auf das Bundesverfassungsgericht.

Dass Generalbundesanwalt Harald Range nicht nur ermitteln, sondern auch Anklage erheben wird, vermutet Constantin Baron van Lijnden: „Wenn nun also Ermittlungen laufen, dann wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch eine Anklage folgen. Welche tatsächlichen Umstände sollte der Generalbundesanwalt denn im Ermittlungsverfahren aufklären, die nicht ohnehin bekannt sind?“

Anfang Juli hatte der „Freitag“ den Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber porträtiert — und seine Rolle im Vergleich zum deutschen Modell gelobt:

Hierzulande ist der Generalbundesanwalt noch immer ein politischer Beamter, der von der Bundesregierung ausgewählt und vom Bundespräsidenten ernannt wird. Er gehört der Exekutive an, womit er den Weisungen der Bundesregierung und deren sicherheitspolitischen Prämissen unterliegt.

5. Die Spiegelaffäre 1962 — ein Versagen der Justiz?
(PDF, Wolfgang Hoffmann-Riem, 17.10.2012)
Der letzte große Fall, bei dem sich ein Medium dem Vorwurf des Landesverrats ausgesetzt sah, liegt schon einige Jahre zurück: 1962 ermittelte die Bundesanwaltschaft gegen den „Spiegel“. Das Nachrichtenmagazin hatte unter dem Titel „Bedingt abwehrbereit“ kritisch über die mangelhafte Ausrüstung der Bundeswehr und die Rüstungspolitk von Verteidigungsminister Franz Josef Strauß berichtet. 50 Jahre später hat der frühere Bundesverfassungsrichter Wolfgang Hoffmann-Riem in einer Rede erörtert, wie berechtigt „der Vorwurf des Justizversagens“ damals war. Seine Ausführungen bieten die Möglichkeit, Parallelen und Unterschiede zum aktuellen Fall zu suchen.

6. Netzpolitik.org unterstützen
(netzpolitik.org)
Netzpolitik.org finanziert sich zum Großteil über Spenden und kann, gerade jetzt, jede Unterstützung gebrauchen. Wer helfen möchte, findet hier die Kontodaten und alle Infos (oder hier, falls der Server ächzt). Und wer nicht will oder schon hat, kann dabei helfen, die IBAN — DE62430609671149278400 — als Hashtag zum Trend in den Sozialen Medien zu machen.

„Asylkritiker“, Ferrari-Werbung, mit 10 Franken durch die Schweiz

1. „Asylkritiker“ oder „Rassist“? Die Suche nach den richtigen Worten
(sz-online.de, Julia Kilian)
Wenn man über die deutsche Flüchtlingsproblematik … Nein, da fängt es schon an: Wenn man über die deutsche Debatte über den Umgang mit Geflüchteten schreibt, ist es wichtig, seine Worte mit Bedacht zu wählen. Zuerst warnte David Hugendick vor dem Euphemismus „Asylkritiker“, daraufhin reagierte die dpa und kündigte an, künftig auf solche verharmlosenden Begriffe zu verzichten. Das veranlasste Julia Kilian, Sprachwissenschaftler zu Ausdrücken wie „Asylgegner“, „Asylanten“ oder „Wirtschaftsflüchtlinge“ zu befragen. Noch einen Schritt weiter geht Sascha Lobo, der fordert: „Nennt sie endlich Terroristen!“

2. Attacken gegen Flüchtlinge: Terror in Deutschland
(spiegel.de, Maximilian Popp)
Mehr als 200 Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte im ersten Halbjahr 2015 — und Politiker und Journalisten haben eine Mitverantwortung, meint Maximilian Popp. Er wirft etwa dem „Focus“ vor, populistisch Stimmung gegen „falsche Flüchtlinge“ zu machen, nimmt seinen Arbeitgeber aber nicht aus: „DER SPIEGEL hat in den Neunzigerjahren den Populismus, den er heute zu Recht beklagt, mit Titeln wie ‚Zu viele Ausländer?‘ selbst befeuert.“ Auch Kai Budler übt im Störungsmelder-Blog Medienkritik: „Und auch die Medien haben in den vergangenen 20 Jahren offenbar nichts gelernt, denn wieder einmal hantieren sie mit Angstmetaphern wie dem ‚Das Boot ist voll‘-Bild.“ Und Tagesschau-Chefredakteur Kai Gniffke appelliert, den Ressentiments Fakten entgegenzusetzen und Menschen zu portraitieren, die sich für Flüchtlinge engagieren.

3. Talkshow-Kritik: Völlige Einseitigkeit und ein nationaler Wir-Diskurs
(heise.de, Marcus Klöckner)
Die Medienwissenschaftler Matthias Thiele und Rainer Vowe haben die zahlreichen Griechenland-Runden der politischen Talkshows im deutschen Fernsehen untersucht. Die Sendungen seien „vor allem von Polemiken, Ressentiments und einer arroganten Haltung gegenüber der neuen griechischen Regierung und den Griechen dominiert“ gewesen, erzählt Thiele im Interview. Fast durchgehend sei „mit der symbolischen Frontstellung von ‚Wir‘ versus ‚die Anderen'“ operiert worden.

4. Wofür das „F“ in „FAZ“ steht
(stefan-niggemeier.de, Boris Rosenkranz)
Auf der Internetseite der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ erschien in dieser Woche ein Video, in dem ein „FAZ“-Redakteur den Formel-1-Piloten Sebastian Vettel interviewt. Dabei sitzen die beiden in einem Ferrari, machen eine Spritztour mit dem Ferrari, tragen Mützen von Ferrari, sprechen über Ferrari, und produziert wurde das Ganze — von Ferrari. Nach der Kritik von Boris Rosenkranz nahm faz.net den Werbeclip offline.

5. Chronistenpflicht, Chronistenkür
(wortvogel.de, Torsten Dewi)
Eigentlich wollte Torsten Dewi die alte, dicke „Chronik des 20. Jahrhunderts“ in einer Bücherkiste vor dem eigenen Haus verschenken, machte sie dann aber doch zu seiner „Frühstücks/Badezimmer/Bett-Lektüre“:

Und tatsächlich: Das Buch hat auch im Zeitalter von Wikipedia und YouTube seine Existenzberechtigung. Weil es strikt chronologisch vorgeht, Entwicklungen nachvollziehbar macht, Kontext liefert. Information nicht punktuell und im luftleeren Raum, sondern als Bestandteil eines riesigen Puzzles aus Kultur, Politik, Natur und Wissenschaft.

Beim Blättern stößt Dewi beispielsweise auf eine ihm bisher unbekannte und völlig desaströse ARD-Fernsehshow zum Geburtstag des Automobils, die der damalige Daimler-Benz-Chef höchstpersönlich abbrechen ließ.

6. Die Grand Tour of Switzerland mit 10 Franken in 10 Tagen
(herrfischer.net, Tin Fischer)
Tin Fischer wurde zu einer Pressereise durch die Schweiz eingeladen, mit luxuriöser Unterkunft, einem eigenen Auto und „geballter Spitzenkulinarik“. Stattdessen erkundet der Journalist nun alleine die Strecke der Reise. Mit nur 10 Franken und der Hoffnung, auf hilfsbereite Menschen zu treffen.

Und noch ein anderes Journalisten-Projekt aus der Schweiz: Unser lieber Kollege und Ex-6-vor-9-Kurator Ronnie Grob will ebenfalls auf Tour gehen und für das Projekt „Nach Bern!“ sechs Wochen lang den Schweizer Wahlkampf beobachten. Dafür sucht er noch finanzielle Unterstützung.

Autorisierung, Radio Lotte, Wurzeln des Internets

1. So a hacker brought down your news site. Now what? New York magazine found out today
(niemanlab.org, Madeline Welsh, englisch)
Am Montag wurde die Website des „New York Magazines“ mit einer DDoS-Attacke für etliche Stunden lahmgelegt (ob der Angriff im Zusammenhang zur Cover-Story über Bill Cosby steht, ist noch unklar). Die Reaktion: Die Redaktion kommunizierte während der Downtime permanent über Twitter mit ihren Lesern, postete Auszüge der Bill-Cosby-Geschichte auf Instagram und veröffentlichte den kompletten Text später auch auf Tumblr. Gegen solche DDoS-Attacken könnten sich Medien kaum wehren, sagt eine Expertin: „This is like someone buying out the entire print run of New York magazine, for the same reason — that they didn’t want anyone to see the cover.“

2. Blattkritik: Lann Hornscheidt
(blogs.taz.de, Manuel Schubert und Patricia Hecht)
Bei allen Tageszeitungen sind Blattkritiken fester Bestandteil der Morgenkonferenz. Manchmal kommen dafür externe Blattkritiker, so auch bei der „taz“. Kürzlich war dort Lann Hornscheidt, Profx für Gender Studies an der Berliner Humboldt-Universität, zu Gast. Hornscheidt hatte viel zu kritisieren, und die Reaktion der Redaktion fiel „erstaunlich aggressiv“ aus. Deshalb hat die „taz“ Lann Hornscheidt erneut zum Gespräch gebeten und zur Blattkritik interviewt.

3. Keine Häme mehr für Radio Lotte
(deutschlandfunk.de, Henry Bernhard, Audio, 5:05 Min.)
Das mediale Interesse am NSU-Prozess in München war einst so groß, dass die Presseplätze verlost werden mussten. Reichlich Häme gab es damals für das eher unbekannte Bürgerradio „Lotte Weimar“, das — anders als manch großes Medienhaus — einen Platz im Gerichtssaal bekam. Seitdem berichtet Lotte-Korrespondent Friedrich Burschel von der Verhandlung, mitunter in sechsstündigen Sondersendungen. „Lotte“-Kritiker gibt es heute kaum noch. Siehe dazu auch „Zeit Online“: „Was senden sie denn?“

4. Erfahrungen beim Verfassen eines Interviews
(verlag.baz.ch, Benedict Neff und Erik Ebneter)
Benedict Neff und Erik Ebneter trafen Martin Walser für ein Interview. Über zwei Stunden sprachen sie mit dem Schriftsteller, am Ende kam von Walsers Verlag das Veto samt „juristischer Drohkulisse“: unpublizierbar! Über die Gründe können die beiden Journalisten nur spekulieren, ein Grund dürfte in unterschiedlichen Interpretationen des Wortes „autorisieren“ liegen.

5. The hidden dangers of ethnic minority data in big surveys
(onlinejournalismblog.com, Paul Bradshaw, englisch)
Journalisten und Statistik, das ist seit jeher ein schwieriges Verhältnis. Wenn Medien über Umfragen oder Studien berichten, geht das häufig schief. Paul Bradshaw erklärt im Online Journalism Blog, warum man vorsichtig sein sollte, wenn man sich aus einer scheinbar großen Grundgesamheit einzelne Altersgruppen und/oder ethnische Minderheiten herauspickt: Dann wird das Sample schnell so klein, dass es jegliche Aussagekraft verliert.

6. Die wilden Wurzeln des World Wide Web
(arte.tv, Video, 88 Min.)
Die Dokumentation (Erstausstrahlung: 2013) bietet einen interessanten Überblick über die Anfänge des Internets, beleuchtet aber auch entscheidende Wendepunkte und aktuelle Entwicklungen. Zu Wort kommen beispielsweise Julian Assange, Rick Falkvinge, Jeff Jarvis, Richard Stallman und andere Aktivisten, Hacker und Wissenschaftler. Noch bis einschließlich 5.8. kostenlos bei arte+7 abrufbar.

Fehler bei der „New York Times“, kostenlos fliegen, Alpha-Kevins

1. A Clinton Story Fraught With Inaccuracies: How It Happened and What Next?
(publiceditor.blogs.nytimes.com, Margaret Sullivan, englisch)
Vergangene Woche veröffentlichte die „New York Times“ eine Geschichte, in der es hieß, das Justizministerium wolle eine Ermittlung gegen Hillary Clinton starten. Grund: Ihr E-Mail-Verhalten während ihrer Zeit als Außenministerin. Doch die Story bekam schnell Risse und schließlich zeigte sich, dass die „NYT“ die Sache ziemlich falsch dargestellt hatte. Public Editor Margaret Sullivan hat nun versucht zu analysieren, wie es dazu kommen konnte, ob die Redaktion angemessen damit umgegangen ist und wie solche Fehler in Zukunft verhindert werden können.

2. Hi, I’m Ben … And I Don’t Travel The World For Free
(onemileatatime.boardingarea.com, Ben Schlappig, englisch)
Ben Schlappig reist gerne, sucht akribisch nach Möglichkeiten, Bonusprogramme von Fluggesellschaften zu seinem Vorteil zu nutzen, und schreibt darüber in seinem Blog. Das brachte ihm ein Portrait im „Rolling Stone“ ein — und die Artikelüberschrift, er fliege „Around the World for Free“. Das sei absurd, schreibt er jetzt, er gebe „a lot of money“ für seine Reisen aus. Dennoch griffen weltweit Medien die angebliche Kostenlos-Reise-Geschichte auf und machten alles noch schlimmer:

But I think the ridiculous life-of-its-own that the story took on when it was picked up by the „media“ can be summarized by this article, in German: Not only is it suggesting I travel the world completely for free, but the person in the picture is apparently me … except it’s clearly not!

3. Ködern mit den Alpha-Kevins
(sueddeutsche.de, Karoline Meta Beisel)
Karoline Meta Beisel sieht in „ze.tt“, dem neuen jungen Angebot des „Zeit“-Verlags, das seit gestern online ist, eine wenig originelle Mischung aus „Buzzfeed“, „Vice“ und „Leo“, dem verlagseigenen Kindermagazin.

4. Warum das Wort Shitstorm scheiße ist
(wired.de, Hakan Tanriverdi)
Immer wenn in einem Artikel von einem „Shitstorm“ die Rede ist, höre er mit dem Lesen auf, schreibt Hakan Tanriverdi. Das Wort werde von Autoren taktisch eingesetzt: „Kaum ist es geschrieben, kann man plötzlich alle Diskussionspunkte ignorieren. Wer das Wort Shitstorm nutzt, hindert seine Gegner nicht nur daran, Kritik zu äußern, sondern bestraft sie auch für den Versuch einer Debatte.“

5. fiene & mein whatsapp-service
(danielfiene.com, Daniel Fiene)
Markenbildung oder bloß die Ablösung des guten, alten RSS-Feeds? Daniel Fiene startet seinen eigenen Whatsapp-Kanal — bislang nutzen vor allem Medienmarken Whatsapp als weiteren Verbreitungsweg. Fiene ist überzeugt, dass Facebook und Twitter alleine nicht in die „Kommunikationsrealität der Leser“ passen. Der Journalist will auch Inhalte extra für Whatsapp produzieren.

6. Häkelmütze im Pegida-Land
(stefan-niggemeier.de, Ulrich Wolf)
Ulrich Wolf von der „Sächsischen Zeitung“ über seine Erfahrungen mit der „Pegida“-Berichterstattung, die medialen Waffen der Neuen Rechten und darüber, wie der öffentliche Diskurs bedroht werde. „Nahezu ohnmächtig müssen wir mit ansehen, wie viele Menschen für Fakten und Argumente nicht mehr zugänglich sind.“

Der ausgeladene Hulk, Reporterhölle, Spaghettimonster

1. F wie …
(taz.de, Anne Fromm)
Anne Fromm beobachtet mit kritischem Blick den engen Tanz zwischen Verlagen und Facebook bei den sogenannten „Instant Articles“. Dabei veröffentlichen Medien ihre Texte nicht auf ihrer Internetseite, sondern direkt bei Facebook. Ein Deal, bei dem die Journalisten „viel aus der Hand“ geben, den aber auch deutsche Medien eingegangen sind, um ihre „Marke zu festigen“.

Nur: Wie stark kann die Marke sein, wenn Leserinnen und Leser ihre Inhalte künftig größtenteils bei Facebook finden? Heißt es dann bald wirklich noch: „Ich hab dazu einen guten Artikel bei Zeit Online gelesen“, oder wird man nicht eher „Das hab ich bei Facebook gelesen“ sagen?

2. Russland, Die Welt und Hulk — eine unglaubliche Geschichte
(demokratie-reloaded.de, Dominique Schmidt)
Dass der brasilianische Fußballer Hulk am Samstag nicht, wie eigentlich geplant, bei der Auslosung der Gruppen für die WM 2018 in Russland dabei war, ist für „Die Welt“ ein „Skandal“: Hulk sei ausgeladen worden, mutmaßt der Autor und liefert gleich die Begründung: Weil er es „gewagt“ habe, „unangenehme Wahrheiten im Putin-Reich“ anzusprechen. Blödsinn, meint Dominique Schmidt, und erklärt, warum die „Welt“-Spekulation schon aus zeitlichen Gründen unlogisch ist.

3. A Crucial Realization About Journalism is Learned by Being its Subject
(firstlook.org/theintercept, Glenn Greenwald)
Glenn Greenwald über seine Erkenntnisse, wie (falsch) viele Medien berichten, wenn man mal selbst zum Objekt der Berichterstattung wird:

Over the past two years, there’s been extensive media coverage and public discussion of both the Snowden story and the building of First Look Media/The Intercept, in which I’ve been very personally involved. So much of what has been said and still gets said about those things — not just by random online commenters and conspiracy-mongers but by the largest and most influential media outlets — is just plainly wrong: not “wrong” in the sense of resting on unpersuasive opinions or even casting a misleading picture, but “wrong” in the sense of being factually, demonstrably false.

4. This is where I leave you. (For a while.)
(nerdcore.de, René Walter)
René Walter macht erstmal Pause („eine Weile Ruhe im Puff“) mit seinem Blog „Nerdcore“. Weil er reisen will und weil ihm so ziemlich alles nicht passt an aktuellen Entwicklungen im Netz: die Übermacht von Clickbait-Artikeln, das damit einhergehende Verdrängen von interessanten, unbekannten Inhalten, technologischer und kultureller Stillstand. Auf seiner Reise will Walter sich überlegen, wie es nach seiner Rückkehr mit „Nerdcore“ weitergehen könnte.

5. Reporterhölle
(zeit.de, Abdalle Ahmed Mumin)
Der Journalist Abdalle Ahmed Mumin über seine Heimat Somalia — für Journalisten „einer der schlimmsten Orte der Welt“.

6. Auch Spaghettimonster zahlen Rundfunkbeitrag
(faz.net, Patrick Bahners)
Das Verwaltungsgericht München musste klären, ob für ein Grafikbüro, das als Kultstätte der „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ dient, der Rundfunkbeitrag genauso entfällt, wie für gottesdienstlich genutzte Stätten beispielsweise der katholischen Kirche. Patrick Bahners hat die Verhandlung verfolgt, mit einigen Erkenntnissen „über Gott und die Welt. Vor allem über Bayern.“

Florida-Rolf, Selbstinszenierung, Smoothies gegen Wagner

1. „Die ‘zweite Erde‘ die schon wieder mal keine zweite Erde ist!“
(scienceblogs.de, Florian Freistetter)
Die Nasa gab gestern die Entdeckung des „first near-Earth-size“ Planeten Kepler-452b bekannt. Es handele sich dabei „um eine sogenannte Supererde und keinen erdähnlichen Planeten“, schreibt Florian Freistetter, auch wenn Webseiten wie „Focus Online“ anderes berichten. Freistetter, der seit Jahren auf scienceblog.de Fälle von angeblichen Erd-Entdeckungen dokumentiert, sagt, dass die heutigen Teleskope noch nicht so weit seien:

Wir werden die zweite Erde schon noch finden. Wenn die Erde kein Einzelfall ist und dort draußen noch andere Himmelskörper mit entsprechenden Umweltbedingungen vorhanden sind, dann werden wir sie in den nächsten 20 Jahren entdecken. Aber jetzt geht das eben noch nicht.

2. „Ich will nicht immer alles als Risiko sehen“
(horizont.net, Roland Pimpl)
Soziale Netzwerke wie Facebook, aber auch Google, Apple oder Online-Kioske wie „Blendle“ besetzten weiter klassische Verlagsaufgaben. Stefan Plöchinger, Digital-Chef der „Süddeutschen Zeitung“, sieht in der Zusammenarbeit mit den neuen Vertrieblern journalistischer Inhalte „größere Chancen“. Doch die relevanteste Frage bleibt für ihn, „wie der Journalismus (…) – unabhängig, investigativ, tief und kenntnisreich – den digitalen Medienbruch überleben kann“.

3. „Warum unsere Gesellschaft die Armen verachtet“
(sebastian-doerfler.de, Sebastian, Audio, 58:29 Minuten)
„Florida-Rolf“, „Fetti“ oder „Assi“ – in einem „BR“-Radiofeature gehen Sebastian Dörfler und Julia Fritzsche der Frage nach, woher die Bilder vom „faulen Arbeitslosen“ und „faulen Griechen“ kommen. „Es ist eine kleine Ideologiekritik zum laufenden Sozialstaatsabbau geworden, mit allerhand Beispielen aus Funk, Fernsehen und Politik“, schreibt Dörfler in seinem Blog.

4. „Datenschutz? Ist mir doch egal!“
(eaid-berlin.de, Peter Schaar)
Peter Schaar, ehemaliger Bundesbeauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit, mahnt: „Die meisten datengetriebenen Geschäftsmodelle gleichen einem venezianischen Spiegel, der nur einseitig durchsichtig ist.“ Mit Blick auf die Nachlässigkeit beim Datenschutz sei zu befürchten, „dass wir unsere Ignoranz teuer bezahlen müssen.“

5. „Es ist in Ordnung, dass wir uns online selbst inszenieren“
(blog.neon.de, Angela Gruber)
„Auch mit einem Beme-Video wollen Nutzer Aufmerksamkeit und Zuspruch von anderen“, schreibt Angela Gruber. Die neue Video-App sei im Kern eine weitere Möglichkeit der Selbstdarstellung. Und das Internet brauche egozentrische User, die den Anspruch hätten, ihre online geteilten Inhalte zu inszenieren.

6. „Mit Smoothies gegen Franz Josef Wagner“
(meedia.de)
„Bild“-Kolumnist Franz Josef Wagner meint zu wissen, warum „wir“ jedes Jahr „um 200 000 Menschen ärmer“ werden. Schuld seien Smoothie-trinkende Frauen. „Meedia“ sammelt Reaktionen dazu aus dem Netz. Siehe auch: „11 Beweise, dass berufstätige Frauen Deutschland ruinieren“ (buzzfeed.com, Juliane Leopold).

Steuertipps, queerer Blätterwald, Til Schweiger

1. „Geheime Straftäter“
(3sat.de, Video, 6:51 Minuten)
Der Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen hat wegen „des Verdachts des Verrates von Staatsgeheimnissen“ Strafanzeige gegen netzpolitik.org Unbekannt gestellt, netzpolitik.org hatte im letzten Jahr unter anderem zwei Haushaltspläne des Verfassungsschutzes veröffentlicht. „Kulturzeit“ spricht mit den Netzaktivisten Markus Beckedahl und Anke Domscheit-Berg.

2. „Das Internet, das wir bewahren müssen“
(zeit.de, Hossein Derakhshan)
Für Dinge, die er in seinem Blog schrieb, musste Irans „Blogfather“ Hossein Derakhshan sechs Jahren in ein Teheraner Gefängnis. „Im Jahr 2008, als ich verhaftet wurde, waren Blogs pures Gold und Blogger waren Rockstars“, schreibt Derakhshan. Er äußert Bedauern darüber, dass der Einfluss von Blogs beschnitten und durch Soziale Medien ersetzt worden sei.

3. „Zwischen Leichtigkeit und Seichtigkeit“
(freitag.de, Luisa Hommerich) 
Mit „Straight“ gibt es ein neues Magazin auf dem Printmarkt. Die porträtierten Paare hätten das gleiche Geschlecht, ansonsten dekliniere die erste „Straight“-Ausgabe bekannte Frauenmagazin-Schemata durch, schreibt Luisa Hommerich. Ein „Lifestyle-Sprachrohr lesbischer Bürgerinnen“ brauche es trotzdem: „Straight macht den queeren Blätterwald bunter – und Lesben womöglich ein Stück sichtbarer.“

4. „Buchhaltung steuern – praktische Tipps für freiberufliche Fachjournalisten“
(fachjournalist.de, Birgit Groschwitz-Fiebig)
Wie steht es um Verpflegungspauschalen, Abschreibungen, Umsatzsteuer und Urheberrecht? Volkswirtin Birgit Groschwitz-Fiebig gibt Steuertipps für Freie.

5. „Warum wundert sich Til Schweiger über seine Fans?“
(siegstyle.de, Alf Frommer)
Nachdem Schauspieler Til Schweiger am vergangenen Samstag bei Facebook einen Aufruf zur Hilfe für Flüchtlinge des „Hamburger Abendblatts“ geteilt hatte, hagelte es von einigen seiner Fans üble Kommentare. Blogger Alf Frommer fragt, warum sich „der derzeitige Gott des Mainstreams“ darüber wundert.

6. „Die Premium-Community von stern.de“
(stefan-niggemeier.de)

FIFA, Insel-Märchen, Robo-Reporter

1. „Das Märchen von der Buffett-Insel“ 
(capital.de, Christian Kirchner)
Am Wochenende machte eine Falschmeldung die Runde: Der Milliardär Warren Buffett soll eine griechische Insel für 15 Millionen Euro erworben haben. Der angebliche Kauf löste internationale Empörung aus. Diese Meldung wurde unter anderem von Bild.de, „Spiegel Online“ (Klarstellung) und manager-magazin.de (Klarstellung) verbreitet. Christian Kirchner mahnt deshalb:

Der Fall zeigt aber, dass eine verbale Abrüstung Not tut, weil derartige Meldungen wie der Kauf einer Insel durch einen US-Großinvestor Ressentiments schüren und entscheidend zur Meinungsbildung in Sachen Griechenlandkrise beitragen. Das erfordert entsprechende Vorsicht (…).

2. „Die Schreib-Maschinen“
(brandeins.de, Lars Jensen)
Lars Jensen besucht die Agentur „Associated Press“ und die Erfinder des Schreibroboters „Wordsmith“. Beide Unternehmen zeigen sich zufrieden mit der Arbeit, die die „Robo-Reporter“ leisten, auch wenn Autor Lars Jensen anmerkt, die Meldungen läsen sich, „als hätte sie ein leicht gelangweilter Redakteur geschrieben“. Angst müssten Journalisten aber keine haben, sagt Robbie Allen, Gründer von „Wordsmith“, denn: „Eine Filmkritik oder einen Kommentar zu Obamacare kann kein Algorithmus schreiben.“

3. „Wir müssen lernen, den Shitstorm zu lesen”
(meedia.de, Christoph Driessen)
„In einem kollektiven Empörungssturm können sich große gesellschaftliche Fragen zeigen“, sagt der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen im Interview. Er schlägt vor, einen Shitstorm als gesellschaftliche Komponente und nicht als Kampfbegriff zu betrachten. Es ließen sich daraus gar Wertkonzepte aufzeigen.

4. „That FIFA Movie Really Was As Much Of A Bomb As You Heard“
(fivethirtyeight.com, David Goldenberg, englisch)
David Goldenberg entlarvt den 27 Millionen Dollar teuren FIFA-Film „United Passions“ als großen Flop in den USA. Bis in die deutschen Kinos schaffte es der Streifen nicht. Hauptdarsteller Tim Roth, der den FIFA-Boss Joseph Blatter spielt, schäme sich heute für den Film.

5. „Warum machst du es dir so schwer?“
(girlsguidetoblogging.de, Sandra)
Sandra Konrad gibt drei Tipps, die den Einstieg ins Blogger-Dasein erleichtern und sich zum Teil auch Journalisten zu Herzen nehmen können: „Du wirst es nie allen recht machen können. Das ist einfach so. Punkt! Das Gute daran: Du musst es auch nicht.“

6. „Was ich sehe, wenn ich versehentlich auf der Startseite vom FOCUS lande“
(torbenfriedrich.de)

WikiLeaks, Blogfabrik, peinliche Stille

1. „To All of Edit at Gawker Media“
(nick.kinja.com, Nick Denton, englisch)
Nick Denton, der Gründer von „Gawker Media“, löschte einen umstrittenen Artikel über das Privatleben des Chief-Financial-Officer von Condé Nast, dem dort nachgesagt wurde, einen Escort-Service genutzt zu haben. Daraufhin verließen der Chefredakteur und Online-Chef von „Gawker“ das Unternehmen. Auf seinem Blog hinterlässt Denton ein Memo an die Gawker-Redaktuere und -Autoren:

This is the company I built. I was ashamed to have my name and Gawker’s associated with a story on the private life of a closeted gay man who some felt had done nothing to warrant the attention.

2. „Die Liminski-Connection“
(taz.de, Ambros Waibel)
Ambros Waibel empört die Publikation „Familienbunt“ des Familienbundes der Katholiken im Bistum Augsburg. Sie soll „homophobe Positionen“ vertreten, beispielsweise in ihren „10 Thesen gegen die Homoehe“. Das „reaktionär-katholische Potenzial“ werde nach Waibel vom Bayerischen Staatsministerium gefördert.

3. „’We Are Drowning in Material’“
(spiegel.de, Michael Sontheimer, englisch)
WikiLeaks-Gründer Julian Assange spricht im Interview mit Michael Sontheimer unter anderem über die Masse an Dokumenten, die die Enthüllungsplattform noch immer erreicht.

4. „Der Coworking Space Blogfabrik bastelt am Verlagsmodell der Zukunft“
(wired.de, Elisabeth Rank)
Das Projekt „Blogfabrik“ beherbergt 30 Freelancer aus der Berliner Kreativszene unter seinem Dach und gliedert sich in Coworking Space, Magazin und Agentur. Neu am Modell ist, dass die Miete nicht per Überweisung bezahlt wird, sondern mit Beiträgen für das „Blogfabrik“-Magazin „Daily Bread“. Große Youtuber, die momentan die größten Online-Reichweiten hätten, gäbe es dort zwar nicht, „trotzdem ist die Blogfabrik ein neues Modell für eine sich verändernde Arbeitswelt“, schreibt Elisabeth Rank.

5. „Ad tech is killing the online experience“
(theguardian.com, Felix Salmon, englisch)
Der Wirtschaftsjournalist Felix Salmon prophezeit, dass durch die Werbeflut auf mobilen News-Webseiten Leser langfristig auf „Apple News“ oder „Facebook Apps“ umsteigen könnten. „But it won’t be Facebook and Apple who killed the news brands. It’ll be ad tech“, resümiert Salmon.

6. „Peinliche Stille am Familientisch, als Bernd Lucke schon wieder eine neue Partei nach Hause bringt“
(der-postillon.com)

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