Archiv für 6 vor 9

Trotteln, Sarrazin, Bücherverbrennung

1. „Es gibt schon schöne Trotteln“
(facebook.com, Armin Wolf)
Am Ende eines Beitrags der ORF-Nachrichtensendung „ZiB2″ war ein Facebook-Posting über Flüchtlinge zu lesen: „An die Wand stellen und einen Kopfschuss verpassen“. Moderator Armin Wolf kommentierte das mit den Worten: „Da graust einer Sau“ und „Es gibt schon Trotteln“. Das veranlasste einen Zuschauer zu einer Beschwerdemail an den Publikumsrat, auf die Armin Wolf nun antwortet: „Würde ich es noch einmal sagen? Nein. Ich würde nicht ‚schöne Trotteln‘ sondern ‚Es gibt schon feste Trotteln‘ sagen. ‚Schöne‘ war tatsächlich unpassend.“

2. „Die Eskalation war teilweise inszeniert“
(ostpol.de, Sonja Volkmann-Schluck)
Marco Risovic war als Fotograf an der griechisch-mazedonischen Grenze, als die Regierung dort vergangene Woche den Übergang für Flüchtlinge blockierte. Im Interview spricht er über die Arbeit vor Ort und die Inszenierung von Bildern. Denn dass danach vor allem Fotos von Polizisten zu sehen waren, die mit Tränengas und Blendgranaten auf Flüchtlinge losgehen, war seiner Ansicht nach „von mazedonischer Seite beabsichtigt“.

3. Sarrazins Erbe wirkt weiter
(mediendienst-integration.de, Daniel Bax)
Vor fünf Jahren warnte Thilo Sarrazin schlagzeilenträchtig und begleitet von einem enormen Medienecho vor der Selbstabschaffung Deutschlands. Der „taz“-Journalist Daniel Bax sieht das Buch und die folgende Debatte als Zäsur, die „deutlich gemacht [habe], dass es auch in Deutschland das Potential für eine rechtspopulistische Partei jenseits der Union gibt“ und der AfD und „Pegida“ den Weg geebnet habe. Sarrazin selbst habe mittlerweile an Popularität verloren, seine Thesen seien jedoch salonfähiger als je zuvor.

4. Wie eine Bücherverbrennung erfunden wurde
(wibkeschmidt.com, Wibke Schmidt)
In einer „Provinzbücherei im Schwarzwald“ wurden vor einem Monat 3200 Bücher aussortiert — aus Sicht der „Fachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen“ ein „übliches Vorgehen“, schreibt Wibke Schmidt. Daher wundert sie sich, dass Roland Tichy in seinem Blog die Aktualisierungsaktion in Bad Dürrheim in eine neu aufgelegte Bücherverbrennung umdichtet: „Aus der Aussortierung alter Bücher in einer Gemeindebibliothek eine von höchsten staatlichen Stellen gesteuerte rot-grüne Umerziehungsaktion zu machen — darauf muss man erst mal kommen.“

5. Dramatisches Drama
(udostiehl.wordpress.com, Udo Stiehl)
„Bis zu 50 Flüchtlinge in Schlepper-LKW erstickt“ – diese Schlagzeile tauchte gestern in etlichen Medien auf. Udo Stiehl fragt sich, warum so viele Journalisten „die Verlockung [verspüren], eine ohnehin schreckliche Story sofort zu dramatisieren“. Korrekter wäre es gewesen, sich an der Angabe des Ermittlers auf der Pressekonferenz zu orientieren, der von „mindestens 20 Todesopfern“ sprach. Wenn man bei Todesmeldungen „mindestens“ durch „bis zu“ ersetze, „würden Spekulation und Dramatisierung wohl bald zum Standard von Schlagzeilen erhoben“. (Inzwischen hat das österreichische Innenministerium bekanntgegeben, dass in dem LKW mehr als 70 Tote gefunden wurden.)

6. Neues aus der Bildmontage-Bastelstube: Basteln mit Tieren
(noemix.twoday.net)

„Social Media Murder“, WDR vs. RWE, Zeitungssterben

1. What happens when a ‘social media murder’ suspect wants to go viral
(washingtonpost.com, Abby Ohlheiser & Elahe Izadi, englisch)
In den USA sind zwei Journalisten während eines Interviews vor laufender Kamera erschossen worden. Der Täter filmte den Mord aus seiner Perspektive und stellte das Video online. Die „Washington Post“ zeichnet nach, was daraufhin in den Sozialen Medien passierte. Siehe dazu auch: „Wenn ich die Videos ansehe, verliere ich einen Teil meiner Würde“ (kress.de).

2. WDR contra RWE
(taz.de, Malte Kreutzfeldt)
Nach der Besetzung des Braunkohletagebaus hatte WDR-Redakteur Jürgen Döschner einen Kommentar geschrieben, in dem er die Demonstranten lobte. Das brachte ihm viel Aufmerksamkeit – und noch mehr Kritik von RWE-Mitarbeitern. Nun wehrt sich Döschner mit einem offenen Brief.

3. Und ewig lockt das Zeitungssterben
(nzz.at, Veit Dengler)
Veit Dengler beobachtet, dass das Gespenst des „Zeitungssterben“ schon seit Jahren in Europa umhergeht. „Sterben ist anscheinend eine wesentliche Tätigkeit von Zeitungen.“ Dengler zählt Gründe auf, warum es sie trotzdem noch gibt.

4. Pressefreiheit à la Sachsen
(freelens.com, Roland Geisheimer)
Ein Fotojournalist erlebt in Heidenau eine „sehr merkwürdige Auslegung des Kunsturheberrechtsgesetzes und auch des Artikel 5 des Grundgesetzes“. Als er Beamte fotografiert, wird er im Polizeigriff abgeführt, fixiert und mit Strafanzeige bedroht. Freelens meint dazu: „Die sächsische Polizei sollte sich zukünftig lieber wieder auf ihre originären Aufgaben konzentrieren, in dem sie die Sicherheit der Flüchtlinge vor Ort gewährleistet und diese vor dem rechtsradikalen Mob schützt.“

5. Weiße Kommentare
(spreeblick.com, Johnny Haeusler)
Johnny Haeusler hat die Schnauze voll. Sein Blogeintrag über Rechtsradikalismus in Deutschland ist zum wiederholten Mal zum Sammelbecken für rechte Trolle geworden. Seine Lösung: „Kommentare, die mich nerven, haben ab jetzt weiße Schrift auf weißem Grund. Wer diese Kommentare dennoch lesen will […], kann den Text markieren und dann wieder erkennen.“

6. Unsere Haltung beim Thema Tagesschau
(titanic-magazin.de, Torsten Gaitzsch)
Eine Reaktion auf diesen Blogeintrag des „Tagesschau“-Chefredakteurs.

Im Auftrag Ihrer Majestät, Heidenau, Ultra-Berichterstattung

1. Wie das „vermutlich“ bei Heidenau in die Überschrift kam
(kress.de, Froben Homburger)
dpa-Nachrichtenchef Froben Homburger erklärt, wie die Überschrift mit den „vermutlich Rechten“ entstand, und warum er die Häme in den Sozialen Netzwerken für ungerecht hält. Auf FAZ.net unterstützt Michael Hanfeld diesen Eindruck und lobt die Sorgfalt der dpa: „Je genauer die Deutsche Presse-Agentur formuliert, so scheint es, desto heftiger, oberflächlicher, tumber wird sie kritisiert – von rechts oder von links. Das darf die Nachrichtenagentur ruhig als Auszeichnung verstehen.“

2. Heidenau in den Köpfen der sz.de
(nice-bastard.blogspot.de, Dorin Popa)
In der Dienstagsausgabe der „Süddeutschen Zeitung“ findet man einen Kommentar von Constanze von Bullion. Es geht um das Ost-West-Gefälle in der finanziellen Ausstattung von Kitas und Ganztagsschulen, die Überschrift lautet „Es gäbe jetzt Geld dafür“. Online stand über dem Artikel zunächst: „Geld für Kinder statt Flüchtlinge“. Im Text selbst ist von Flüchtlingen jedoch gar nicht die Rede. Nach heftiger Kritik auf Twitter änderte die SZ schließlich den Titel. Dorin Popa vermutet darin Klickschinderei oder die „innere Überzeugung eines, wie sagt man heute so schön, Asylkritikers“ in der Onlineredaktion.

3. Ultra-Berichterstattung: Hysterie nach Drehbuch
(effzeh.com, David Schmitz)
Nachdem das Stadionverbot für die Kölner Ultra-Gruppe „Boyz“ aufgehoben worden war, gab es bei dem letzten Spiel gegen den VfL Wolfsburg eine Schlägerei vor dem Spiel – mit Beteiligung von „Boyz“-Mitgliedern. Was die „Bild“-Zeitung zum Anlass nimmt, den Dialog des 1. FC Köln mit seiner Fangruppe zu kritisieren, weil die „Boyz“ schließlich nur auf Gewalt aus seien. Diese Verurteilung des gesamten Fanclubs stört David Schmitz: „Schließlich – das wird gerne vergessen in der aktuellen Berichterstattung – hieß die Aufhebung der Stadionverbote vor allem, dass Fans, denen offenbar keine Straftaten nachgewiesen werden konnten, wieder ihre Bürgerrechte wahrnehmen und ins Stadion gehen dürfen. Es ist also weniger eine Gnade, als eine juristische Richtigstellung.“

4. Der Kandidat des Königs
(operation-harakiri.de, Ralf Heimann)
Matthias Pauqué möchte Oberbürgermeister von Bonn werden. Der parteilose Kandidat tritt im Namen einer bizarren Bewegung an, die unter anderem die „Abschaffung gemeingefährlicher Organisationen (IWF, Weltbank, CIA und andere)“ fordert und ein neues Parlament einführen will. Unterstützt wird Pauqué auch von Peter Fitzek, der sich selbst zum „König von Deutschland“ ernannt und auf einem alten Krankenhausgelände einen eigenen Staat ausgerufen hat. Von all dem ist im Kandidaten-Porträt, das der „Bonner General-Anzeiger“ veröffentlicht hat, aber nichts zu lesen — offenbar hatte sich die Redaktion einfach auf die Pressemitteilung der Verschwörungstruppe verlassen.

5. Deutschlands vielleicht kleinste Zeitung
(sueddeutsche.de, Olaf Przybilla)
Die Ostheimer Zeitung ist in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich. Wer dem Chefredakteur etwas zuschickt, wird gedruckt, so sind die Regeln. Das klingt nach einem seltsamen Verständnis von Journalismus – bis man einen Blick ins Impressum wirft: „Inhaber: Volker Gunzenheimer. Lokalchef: Volker Gunzenheimer. Anzeigenchef: Nein, offiziell nicht Volker Gunzenheimer, das macht sein Sohn. Was das Impressum verschweigt, vermutlich aus Bescheidenheit: Auch der Chefreporter, der einzig festangestellte Fotograf, der Chefdrucker und der Chef vom Dienst hören auf den Namen Volker Gunzenheimer.“

6. 14 lieblos ausgewählte Bilder mit schwachsinnigem Text für Sie zum Klicken und Teilen
(der-postillon.com)

Plötzlich arbeitslos, Flüchtlinge, „Constructive News“

1. Und plötzlich arbeitslos
(medienwoche.ch, Nik Niethammer)
Nachdem Nik Niethammer seinen Chefredakteursposten beim Schweizer Radio 1 verlassen hatte, war er ein Jahr lang arbeitslos. In seiner Kolumne beschreibt der Journalist, wie sich das anfühlt, wenn man trotz langer Berufserfahrung kaum Angebote oder Gesprächseinladungen im Postfach findet, wenn man sich auf Dutzende Stellen bewirbt und nur Absagen kassiert. „Ich will kein Mitleid, nur ein bisschen Respekt.“

2. Der Welt geht es doch gut
(faz.net, Stefan Niggemeier)
Mitte August kündigte Florian Harms, der Chefredakteur von „Spiegel Online“, im Spiegel-Blog an, künftig mehr Artikel zu veröffentlichen „die auch bei düsteren Themen einen Aspekt aufzeigen, der Hoffnung macht, der einen Ausweg weist, der viel diskutierte Themen auch mal aus einer anderen Perspektive beleuchtet“. Während das den empörten Georg Altrogge dazu veranlasste, „Spiegel Online“ nach anderthalb Jahrzehnte als Startseite zu löschen, beleuchtet Stefan Niggemeier den Trend zu „Constructive News“ und rezensiert das gleichnamige Buch des Nachrichtenchefs des öffentlich-rechtlichen dänischen Rundfunks.

3. Plattformen wie Infosperber mit PR unterwandern
(infosperber.ch, Urs P. Gasche)
Viele PR-Agenturen bieten Blogs Werbeartikel an, die sie als „redaktionelle“ Texte maskieren wollen. Gerne auch gegen Geld – bloß der Name der Agentur oder der Autoren darf nicht auftauchen. Infosperber zeichnet den Beeinflussungsversuch zweier Agenturen nach.

4. Alles, nur nicht proletarisch
(de.ejo-online.eu, Kurt W. Zimmermann)
Anlässlich des Verkaufs des „Economists“ schaut sich Kurt W. Zimmermann das Wirtschaftsmagazin genauer an. Der „Economist“ sei „zum Großerfolg geworden, weil er das völlige Gegenteil aller anderen Blätter tut“: Die Namen der Autoren werden nicht genannt, es gibt keine stilistischen Spielereien, keine ewig langen Texte, keine Gratiskultur. Damit, so Zimmermann, „schuf der Economist eine gelungene Gegenkultur zu den geltenden Regeln auf europäischen Großredaktionen. Dort sitzen viel zu viele selbstverliebte Schreibgockel, die seitenweise ihre vermeintlich brisanten Enthüllungen wortgewaltig ins Publikum posaunen.“

5. Unsere Haltung beim Thema Flüchtlinge
(blog.tagesschau.de, Kai Gniffke)
Seit Wochen berichtet die Tagesschau in fast jeder Ausgabe über Flüchtlinge. Chefredakteur Kai Gniffke fragt deshalb: „Tun wir das wertfrei? Haben wir dazu eine Haltung? Oder gar eine Meinung?“ Viele Kommentatoren freuen sich dabei vor allem über diese beiden Sätze: „Wir dürfen die Abschiebung eines abgelehnten Asylbewerbers nicht als menschenverachtende Maßnahme einer kaltherzigen Bürokratie darstellen. Ein gerechtes Asylverfahren in einem weltoffenen Land lässt sich nur aufrechterhalten, wenn rechtmäßig zustande gekommene Abschiebebeschlüsse auch in die Tat umgesetzt werden.“

6. Vor 20 Jahren: Windows 95 erscheint
(heise.de, Peter Siering)

Heidenau, Leserinnen, Youtuber

1. Was Medien aus #Heidenau lernen können
(marckrueger.tumblr.com, Marc Krüger)
Am Freitagabend eskalierte die rechtsradikale Gewalt in Heidenau. Bei Twitter war der Hashtag #Heidenau Trending Topic, in den klassischen Medien tauchte das Thema bis Samstag dagegen kaum auf. Ein Grund: Die Nachrichtenagenturen berichteten erst spätabends – und die sind für viele Journalisten auch im Jahr 2015 noch die wichtigste Quelle. Ist das noch zeitgemäß? Nein, glaubt Marc Krüger: „Agenturhörigkeit und das absolute Vertrauen in die Vollkommenheit der Texte sind mittlerweile ebenso fehl am (Nachrichten)Platz wie das Glorifizieren von Twitter als einzig wahre Quelle […] Nachrichten sind auch nicht nur dann wichtig, wenn Agenturen sie als ‚Eil‘ kennzeichnen.“

2. Hereinspaziert, klicken und liken!
(medienwoche.ch, Ronnie Grob)
Im zweiten Teil der Serie über die Veränderungen des Journalismus durch das Internet macht sich Ronnie Grob Gedanken über die Finanzierung von Netzinhalten. Wer heutzutage Geld verdienen wolle, sei „dazu gezwungen, viele Leser zu vielen Interaktionen zu bringen, und das passiert nicht mit ausgewogenem, vernünftigem Journalismus. Sondern mit Emotionen, Sex, Kriminalität, Satire, Gerüchten, Überzeichnungen, Halb- und Unwahrheiten. Das Träumen von einer anderen Welt ist zwar nach wie vor erlaubt, doch die Realität des ‚Journalismus‘ online sieht so schlimm aus wie Focus.de oder Huffingtonpost.de. Portale, die für einen Klick oder ein Like wohl auch ihre Großmutter verkaufen würden.“

3. Wenn sich Männer nicht mitgemeint fühlen
(blogs.taz.de, Lalon Sander)
Viele Medien verwenden ganz selbstverständlich das generische Maskulinum. Wenn sie von „Lesern“ sprechen, sollen sich die Leserinnen natürlich mitgemeint fühlen. Aber was passiert, wenn man das Ganze umdreht? Lalon Sander hat das bei der „taz“ ausprobiert und in einem Artikel über E-Mail-Verschlüsselung von Absenderinnen und Empfängerinnen geschrieben. Die Reaktionen der Facebook-Nutzerinnen und -Nutzern zeigen: Drei Buchstaben können für ganz schön viel Empörung sorgen.

4. Letters: Mario Vargas Llosa Responds
(nytimes.com, Mario Vargas Llosa)
Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa beschwert sich in einem Leserbrief, dass in einer Buchrezension der „New York Times“ mehrere Falschinformationen über ihn stehen: Weder habe er einen Twitter-Account, noch exklusive Fotos über eine neue Liebesbeziehung an ein Magazin verkauft. „I am flabbergasted to learn that this kind of gossip can work its way into a respectable publication such as the Book Review.“

5. Nehmt Youtuber ernst!
(tagesspiegel.de, Tim Klimeš)
Tim Klimeš ärgert sich über die Häme und die „ablehnenden Anspannung“, mit der viele klassische Medien Youtubern begegnen. „Wenn ich mich nun an meinen Schreibtisch setze, einen Text schreibe, mit dem ich nicht einmal versuche zu verstehen, wie solche Videos erfolgreich werden können, wenn ich stattdessen einen Eimer Häme über dieser neuen Kultur ausküble, dann gewinne ich vielleicht ein paar Fans auf Twitter und werde in einem Branchendienst zitiert. Was ich verliere, ist die Glaubwürdigkeit bei denjenigen, die meine Berichterstattung in den nächsten Jahren noch für voll nehmen sollen.“

6. „vermutlich Rechte“
(twitter.com/morgenpost)
Dass sie achtsam mit Sprache umgehen, wird besonders von denen erwartet, die damit arbeiten. Wie zuvor bereits „Spiegel Online“ mit der „Asylgegner“-Bezeichnung hat sich nun die Nachrichtenagentur dpa mit ihrer Überschrift „Randale zwischen Linken und vermutlich Rechten“ scharfe Kritik eingefangen. Dpa-Nachrichtenchef Froben Homburger erklärt, warum der Text so verschickt wurde.

Michael Jeannée, Drohnen, Kaffee gegen Krebs

1. Die Stille vor dem Schuss
(nzz.at, Barbara Kaufmann)
Florian Klenk, Chefredakteur der Wiener Zeitung „Falter“, hat gemeinsam mit der „Vice“ über ein Video berichtet, das Polizeigewalt zeigt. Nun wird er als „Polizistenhasser“ verunglimpft: „Kronen Zeitung-Kolumnist Michael Jeannée schießt scharf gegen Klenk, und seine Zeilen lassen andere schießen.“ Denn das greift der FPÖ-Politiker Strache auf, unter dessen Facebook-Post Morddrohungen gegen den Journalisten auftauchen. Und der Politiker gibt dem bedrohten Journalisten selbst die Schuld an der Bedrohung. Barbara Kaufmann beklagt nun die ohrenbetäubende Stille: „Die Stille vor dem Schuss ist eine trügerische. Wenn sie vorüber ist, wird man nicht sagen können, man hätte nichts gehört.“

2. Amnesty will gegen Jeannée vorgehen
(derstandard.at, Oliver Mark)
Der bereits zuvor erwähnte Kronen-Kolumnist Michael Jeannée (eine Art Franz-Josef Wagner Österreichs) hat derzeit nicht nur mit dem „Falter“ und dem Presserat, sondern auch mit Amnesty International Ärger. Denn die Menschenrechtsorganisation will den jüngsten Ausritt des Kolumnisten „nicht einfach hinnehmen“, wie Generalsekretär Heinz Patzelt dem „Standard“ sagte. Jeannée machte sich über Amnesty-Mitarbeiter lustig, die zur Flüchtlingsunterkunft Traiskirchen gereist sind. Der Kolumnist leugnete die kritischen Zustände und verunglimpfte die Amnesty-Berichterstatter, schreibt Oliver Mark. Dagegen wehrt sich die Organisation nun.

3. Kaffee schützt vor erneutem Darmkrebs – oder auch nicht
(medien-doktor.de, Marcus Anhäuser)
Marcus Anhäuser hat in der „Rheinischen Post“ gelesen, dass „vier Tassen Kaffee vor Darmkrebs-Rückfall schützen“. Allein: Das behaupten die Wissenschaftler gar nicht, die die Studie erstellt haben, auf die sich zuerst die AFP und dann die RP beziehen. Schließlich handelt es sich nur um eine Beobachtungsstudie über einen Zeitraum von sechs Monaten, die nach Aussage der Forscher keinen Kausalitätsschluss zulässt. Korrekterweise müsste es zum darmkrebsheilenden Kaffee also heißen: „Kann sein oder kann nicht sein.“

4. „Laßt uns doch mal eine Drohne einsetzen!“
(get.torial.com, Max Ruppert)
„Copter-Blogger“ Max Ruppert erklärt, was Journalisten beachten sollten, wenn sie eine Drohne einsetzen wollen.

5. 10 neue Podcasts, die du dir anhören solltest
(t3n.de, Luca Caracciolo)
Luca Caracciolo stellt zehn Podcasts vor, „bei denen ein genauerer Blick lohnt“.

6. Feinderklärungen in den Medien
(taz.de, Rudolf Walther)
Wolfgang Storz hat für die Otto-Brenner-Stiftung eine „Recherche-Studie“ über rechte Medien-Netzwerke erstellt. Das „Querfront-Netzwerk“ rund um Jürgen Elsässer („Compact“) und Ken Jebsen („Ken.fm“) sowie dem Kopp-Verlag „versteht sich als jenseits von links und rechts, wirbt für die aktuelle Politik des Kremls und für die AfD, agitiert gegen die EU, Israel und die Westorientierung der BRD und warnt vor dem ‚moralisch-kulturellen Zerfall‘ der Demokratie infolge der Zuwanderung von Muslimen.“ Storz sieht darin eine große Gefahr und befürchtet „eine Demontage von qualifizierter Öffentlichkeit und Demokratie“.

Fußball ohne Journalisten, Netzhass, Pressemitteilungen

1. Wie aus Netzhass Gewalt wird und was dagegen hilft
(spiegel.de, Sascha Lobo)
Die rassistische Hetze im Netz lässt viele ratlos zurück; sie reagieren mit Wut und Unverständnis, wissen aber nicht, was sie dagegen tun sollen. Sascha Lobo macht in seiner Kolumne einen Vorschlag. Er verweist auf die Forschungsergebnisse der Wissenschaftlerin Susan Benesch. So sprach sich der Amsterdamer Bürgermeister nach dem islamistischen Mord an Theo van Gogh öffentlich gegen anti-muslimische Racheakte aus. Das Ergebnis: „In den Tagen nach dem Mord geschahen im ganzen Land Racheakte gegen Muslime – außer in Amsterdam.“ Lobos Fazit: „Hassrede im Netz kann zu Gewalt führen – aber mit nicht hasserfüllter Gegenrede kann die Gesellschaft das verhindern helfen.“

2. Bauer Verlag: Mit Leid und Gier auf Klickjagd im Social Web
(medienrauschen.de)
Die „TV Movie“ ist nicht das einzige Medium aus dem Hause Bauer, das bei Facebook auf hemmungsloses Clickbaiting setzt. Auch die „Bravo“ und die „Auto Zeitung“ (und die „Intouch“) wollen die Leser mit geschmacklosen Rätseln auf ihre Seiten locken — mit Erfolg, wie Medienrauschen schreibt: „Schaut man auf die Klick-Zahlen der Links, gibt die Strategie des Bauer-Verlages den Machern zumindest im Teil Recht.“

3. Geldentschädigung – (k)eine ernste Gefahr für Journalisten?
(fachjournalist.de, Frank C. Biethahn)
Die Androhung hoher Entschädigungsforderungen wird immer wieder benutzt, um Medien von ihrer Berichterstattung abzubringen. Gerade freie Journalisten, die keine Redaktion (und Hausjuristen) im Rücken haben, könnte sowas schnell einschüchtern. Frank C. Biethahn erklärt, was der Unterschied zwischen Schadensersatz und Geldentschädigung ist – und warum der zweite Fall nur äußerst selten zum Thema für Journalisten werden kann.

4. Fußballclubs brauchen keine Journalisten mehr
(zeit.de, Fabian Scheler)
Glasgow, Southampton, Sunderland, Blackpool, Port Vale, Rotherham, Newcastle, Nottingham Forest und Swindon Town – in den Stadien der Fußballvereine aus diesen Städten sind Journalisten nicht mehr willkommen: Die Clubs haben die Pressevertreter ausgeschlossen. Damit steht Großbritannien an der Spitze einer Entwicklung, die auch in Deutschland zu beobachten ist: Sportjournalisten werden hofiert, solange sie wohlwollend berichten; sobald Medien ihren eigentlich Job machen und nicht bloß Jubelmeldungen wiederkäuen, stoßen sie auf Widerstand.

5. Wie wichtig ist die Pressemitteilung heute noch? (Teil II)
(sacharklein.de, Sachar Klein)
Sachar Klein hat Redakteure verschiedener Medien gefragt, wie wichtig Pressemitteilungen heute noch für sie sind. Im ersten Teil hatten PR-Leute geantwortet.

6. Neues vom Bilderklärungs-Beauftragten
(noemix.twoday.net)

Boulevardmäuse in Klickfabriken, Windows-Mythen, Plagiate

1. Der Journalismus im Internet ist eine Enttäuschung. Denn damit Du diesen Text liest, brauchst Du so eine Schlagzeile.
(medienwoche.ch, Ronnie Grob)
Ronnie Grob ist enttäuscht vom Onlinejournalismus: „Vielleicht muss ich einigen Kritikern des Internets recht geben. Denn die großen, mit der Explosion von Möglichkeiten im Internet geschmiedeten Träume konnten bisher nicht erfüllt werden.“ Trotz der grenzenlosen Möglichkeiten des Internets seien viele Online-Journalisten „kleine Boulevardmäuse geblieben, bemitleidenswerte Klickfabrik-Arbeiter“. Der „große Teil des wertvollen Journalismus“ finde immer noch offline statt, „und zwar oft auf Papier“. Der Beitrag ist der Auftakt einer Serie, in der die „Medienwoche“ beleuchten will, wie das Internet den Journalismus verändert hat.

2. Tagebau von Presse befreit
(taz.de, Malte Kreutzfeld)
Am Samstag demonstrierten in Garzweiler rund 1000 Menschen gegen Braunkohleabbau. Journalisten, die über die Protest-Aktion berichten wollten, wurden dabei offenbar massiv behindert und eingeschüchtert: „Eine Reporterin, die für die Tageszeitung Neues Deutschland und das Online-Magazin klimaretter.info schreibt, wurde nach eigenen Angaben im Tagebau ohne erkennbaren Grund aus nächster Nähe mit Pfefferspray besprüht und konnte ihre Arbeit nicht fortsetzen.“ Auch eine Redakteurin der dänischen Tageszeitung Dagbladet Information habe stundenlang gefesselt in einem Polizeikessel ausharren müssen. Die betroffenen Medien haben sich nun beim nordrhein-westfälischen Innenminister Ralf Jäger beschwert und eine Stellungnahme eingefordert.

3. Plagiarismus, getarnt als Recherche
(faz.net, Frank Fischer und Joseph Wälzholz)
Der Autor und Bachmannpreisträger Tex Rubinowitz hat sich anscheinend nicht nur für seinen Text im „SZ Magazin“ vom Metafeuilleton „Der Umblätterer“ inspirieren lassen, sondern auch ganze Absätze seines aktuellen Buches aus der Wikipedia abgeschrieben: „Jedenfalls könnte man ‚Irma‘ streckenweise auch ‚Irmapedia‘ nennen, denn was darin zum Haussperling, zu ‚Deep Space Nine‘, zu Mary Hopkin, zu Bruce Dickinson, zu den Najaden und noch zu ein paar anderen Sachen steht, ist wieder satzweise und ohne Quellenangabe aus der Wikipedia rausgeklaubt.“

4. Fünf falsche Windows 10 Mythen: Wenn für Klicks die Journalistenethik mit Füßen getreten wird
(wprea.de, Albert Jelica)
Vor genau drei Wochen wurde Windows 10 veröffentlicht, und seitdem reißt die Kritik nicht ab. Verbraucherschützer warnen vor der „Datenschleuder“, Tech-Blogs und Online-Medien sind voll mit Ratgebern, „wie Sie Windows 10 am Spionieren hindern“, viele Kunden sind mittlerweile ernsthaft verunsichert und zögern das Update heraus. Doch ist Microsoft wirklich daran interessiert, seine Nutzer zu überwachen und mit den Daten Geld zu verdienen? „Manche Kritik ist sicher berechtigt“, bilanziert Albert Jelica, nachdem er fünf weit verbreitete Mythen näher beleuchtet hat. Doch bei der „Dichte an Falschmeldungen ist an Flüchtigkeitsfehler mittlerweile schwer zu glauben. Die neue Währung im Online-Journalismus heißt Click und um diese zu generieren, treten viele Journalisten ihre Berufsethik mit Füßen.“

5. Warum wir über „Nazi-Patrouillen in Dortmund“ nicht berichtet haben
(deutschlandfunk.de, Marco Bertolaso)
„Es ist immer eine Gratwanderung und keine leichte Abwägung. Über wichtige Themen müssen und wollen wir berichten. Wir machen aber keine PR. Erst recht nicht für Rechtsextreme in Dortmund.“

6. Julian Reichelt, der gute Mensch von bild.de
(leogfischer.com, Leo Fischer)

Sportjournalismus, Lokalmedien, „Wahrheit“ über Cannabis

1. Hetzt die „Bild“-Zeitung gegen Flüchtlinge?
(de.nachrichten.yahoo.com, Jan Rübel)
Ex-Springer-Mitarbeiter Jan Rübel hat sich einige differenzierte Gedanken zu unserer Auseinandersetzung mit Bild.de-Chef Julian Reichelt gemacht.

2. Der Sportjournalismus trägt Mitschuld an der Doping-Problematik
(andreasgriess.de, Andreas Grieß)
Auf die jüngsten Doping-Enthüllungen der ARD reagierten viele Vertreter der Leichathletik-Verbände empört. Das deute „eklatant darauf hin, dass diese Menschen kritischen Journalismus gar nicht gewohnt sind“, glaubt Andreas Grieß. Es sei kein Zufall, dass der Doping-Skandal von einem „kritischen Außenstehenden“ aufgedeckt wurde, und nicht etwa von einem Leichtathletik-Journalist. Sein bitteres Fazit: „Damit passiert auch im Sport, was bereits im Lokalen geschieht: Es wird kaputt gespart. Es gibt in Deutschland Sportberichterstattung, aber kaum Sportjournalismus.“

3. Bitte, kein Kommentar!
(de.ejo-online.eu, Fabian Prochazka und Patrick Weber)
Kommunikationswissenschaftler der Universität Hohenheim wollen herausgefunden haben, dass sich das Niveau der Leserkommentare auf Nachrichtenseiten auf die wahrgenommene Qualität der Artikel auswirkt: Je mehr Trolle, desto schlechter werden auch die Texte beurteilt. Besonders erstaunlich: „Auch höfliche Kommentare und solche mit Argumenten verschlechtern die wahrgenommene Qualität eines Artikels im Vergleich zu einer Version ganz ohne Kommentare.“

4. Trennung zwischen Arm und Reich wirkt sich auf Lokalnachrichten aus
(netzpiloten.de, Laura Hazard Owen)
Wohlhabende Städte haben besseren Zugang zu Lokaljournalismus, dort werden die Bewohner häufiger und umfassender informiert, als in ärmeren Städten. Allerdings ist die Stichprobe der Rutgers-Untersuchung sehr klein, nur drei Städte im US-Bundesstaat New Jersey wurden untersucht. Trotzdem müsse man anhand dieser Ergebnisse annehmen, dass die demokratischen Werkzeuge nicht gleichmäßig verteilt sind, sagt Philip M. Napoli, Professor für Journalismus und Leiter der Studie – „was uns Sorgen machen sollte“.

5. Germanwings: Klage gegen „Österreich“ wegen falschem Co-Piloten
(derstandard.at)
Nach dem Germanwings-Unglück hatten unter anderem die „Kronen Zeitung“ und „Österreich“ das unverpixelte Foto eines Mannes gedruckt, das aber nicht, wie angegeben, den Co-Piloten Andreas L. zeigte, sondern einen Unbeteiligten. Mit der „Krone“ gab es eine außergerichtliche Einigung, „Österreich“ steht nun vor Gericht.

6. Sagt die Bild wirklich „die Wahrheit über Cannabis“?
(vice.com, Michael Knodt)
„Zugegeben, ein wenig mehr Mühe als sonst hat die Redaktion sich im Rahmen der Recherche schon gegeben. Aber man muss nicht lange lesen, um zu verstehen, dass die Bild immer noch keine Ahnung von Weed hat.“

Pegida-Lügen, Journalisten als Aktivisten, Ai Weiwei

1. Warum macht ihr nicht den Mund auf?
(jetzt.sueddeutsche.de, Friedemann Karig)
Im Jahr 2015 gab es bereits mehr als 150 Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte, andere Quellen sprechen von 200. Das ist „unfassbar schlimm. Es ist eine Schande. Es darf nicht sein“, schreibt Friedemann Karig in einem Brandbrief, der mit drei wütenden Fragen endet: „Was ist mit Dir, lieber Politiker? Was machst Du so im Sommer 2015? Worauf verfickt noch mal wartest Du?“ Auch die Kolumnisten von „Spiegel Online“ haben sich am Wochenende damit beschäftigt, wie Medien über Flüchtlinge berichten: Sibylle Berg wirft Journalisten unnötige Panikmache vor, während Georg Diez dazu auffordert, sich endlich von der „gläserne[n] Wand der Objektivität“ zu verabschieden und zu Aktivisten zu werden: „Um auf die neue Gegenwart zu reagieren, braucht es auch einen anderen Journalismus, analytischer, individualistischer, klarer, härter, aktivistischer, mutiger, offener, verständlicher, entschlossener, leidenschaftlicher.“

2. Mit Lügen gegen die „Lügenpresse“: Pegida fälscht „Spiegel Online“-Überschrift
(stefan-niggemeier.de, Stefan Niggemeier)
„Asylbetrüger besteigen Eurocity aus Mazedonien Richtung Germany“ – so lautete ein „Spiegel Online“-Artikel, den „Pegida“ gestern bei Facebook geteilt hat. Diese Überschrift kam aber nicht von „Spiegel Online“, sondern von „Pegida“, wie Stefan Niggemeier schreibt: „Die Pegida-Leute aber sind nicht nur Lügner, sondern auch Stümper. Denn die falsche Überschrift, die sie ‚Spiegel Online‘ untergeschoben haben, kann schon formal gar keine ‚Spiegel Online‘-Überschrift sein. ‚Spiegel Online‘-Artikel-Überschriften enthalten immer einen Doppelpunkt.“ Siehe dazu auch: „Wie Rechtsaußen-Desinformanten gegen Flüchtlinge hetzen“ (netz-gegen-nazis.de).

3. Wie Putin in Russland den Journalismus abschafft
(welt.de, Oliver Bilger)
Oliver Bilger schreibt über die Situation der Presse in Russland: Seit Maidan und der Krim-Krise habe Putin „die Daumenschrauben noch einmal schmerzhaft angezogen. Strengere Gesetze erschweren die Arbeit der Journalisten, Propaganda und gezielte Desinformation flutet das ganze Land“, was vor allem die kritischen Journalisten der „Nowaja Gaseta“ zu spüren bekommen.

4. Die posthume mediale Vergewaltigung der Gabriele Z.
(rheinneckarblog.de, Hardy Prothmann)
Vergangene Woche druckte der „Mannheimer Morgen“ das Foto einer Studentin, die 2013 in Mannheim vergewaltigt und ermordet wurde. Das Foto ist Teil des „MM-Sommerrätsels“: Wer unter anderem das Herkunftsland der ermordeten Frau kennt, kann einen von „drei attraktiven Hauptgewinnen“ gewinnen. Für Hardy Prothmann sind die verantwortlichen Redakteure „journalistische Schwerverbrecher“: „Das Andenken an die junge Frau wird auf ordinärste Art und Weise geschändet, indem man sie zum Teil eines ‚Rätselspaßes‘ macht.“

5. Die fehlenden Worte des Ai Weiwei
(tagesspiegel.de, Christiane Peitz)
Der chinesische Künstler Ai Weiwei wirft der „Zeit“ vor, ein Interview mit ihm sinnentstellend gekürzt zu haben. Die Autorinnen verwehren sich gegen die Anschuldigungen und veröffentlichen ihrerseits die chinesische, englische und deutsche Version des Gesprächs.

6. Flucht
(zoebeck.wordpress.com, Zoë Beck)
Ein Freund von Zoë Beck hat einen Text über die Situation in Syrien geschrieben, den man als Antwort verwenden könne, „wenn sich, wie gerade immer wieder geschieht, auf Facebook Menschen melden, die der Meinung sind, dass Flüchtlinge noch viel zu gut in unserem Land behandelt werden“ und „dass die doch alle nur herkommen, um was vom Kuchen abzubekommen“.

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