„Bild“ schenkt „Reiter-Held“ eine Ente

Unter der Überschrift „Verband kennt ihn nicht mehr“ berichtete „Bild“ am 6. Juni über den 70. Geburtstag von „Reiter-Held“ Alwin Schockemöhle (siehe Ausriss). Selbst "Reiter-Held Schockemöhle: Verband kennt ihn nicht mehr"Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel hätten gratuliert, schreibt „Bild“. Aber:

Aus aller Welt kamen Glückwünsche. Nur die deutsche Reitsportföderation (FN) in Warendorf vergaß ihren größten Reiter. Kein Anruf, kein Telegramm, keine Würdigung. Wie peinlich!

Als Quelle für die Geschichte dient „Bild“ Schockemöhle selbst, über den dpa anlässlich seines Geburtstags diskret schrieb: „Inzwischen lebt Alwin Schockemöhle (…) zurückgezogen in seiner Villa im niedersächsischen Mühlen“. „Bild“ zitiert ihn mit den Worten:

„(…) Dass sich nun keiner an meinem Geburtstag aus Warendorf bei mir meldete, auch nicht Präsident Breido Graf zu Rantzau und nicht dessen Vorgänger Dieter Graf Landsberg-Velen, das ist wie eine Verschwörung.“

Gut möglich, dass Schockemöhle das tatsächlich zu „Bild“ gesagt hat.

Allerdings entspricht es offenbar nicht den Tatsachen. Gestern dementierte die Reitsportföderation (die übrigens nicht anzweifelt, dass Schockemöhle korrekt zitiert wurde) in einer Pressemitteilung glaubwürdig den eingangs zitierten „Bild“-Satz:

Diese Behauptung ist falsch. Richtig ist: Breido Graf zu Rantzau (Breitenburg), Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), sandte ein handschriftliches Glückwunschreiben an Alwin Schockemöhle. Ein Gratulationsschreiben wurde ebenfalls von Dr. Hanfried Haring, dem Vorsitzenden des geschäftsführenden Vorstands und Generalsekretär der FN, an Alwin Schockemöhle gesandt. Persönlich gratulierten anlässlich des Geburtstagsempfangs mit Ruth Klimke (Münster) und Friedrich Witte (Burscheid) zwei der insgesamt drei Vize-Präsidenten der FN.

Und zumindest was die persönliche Anwesenheit von Friedrich Witte angeht, hätte es der „Bild“-Autor (Kürzel: DL) eigentlich besser wissen müssen. Es handelt sich nach unseren Informationen nämlich um denselben Autor, der auf equinet.de schrieb:

Im Kreise von Familie, Verwandten, Freunden, ihm altbekannten Journalisten und Züchtern feierte gestern Alwin Schockemöhle (…) seinen Geburtstag. (…) Gekommen waren unter anderem als Privatmann Friedrich Witte, Vize-Präsident der FN (…)

Mit Dank an Alexa F. für den sachdienlichen Hinweis.

6 vor 9

„Wenn mir der Chef einer großen Illustrierten droht, hört der Spaß auf“
(sz-magazin.sueddeutsche.de, Alexandros Stefanidis)
Sabine Christiansen hat viel Kritik einstecken müssen. Jetzt wehrt sie sich.

Schurken, Heroen und Clowns auf der «Tagesschau»-Bühne
(nzz.ch, Heribert Seifert)
Die Berichterstattung über das G-8-Treffen in Heiligendamm machte erneut deutlich: Dem Fernsehen fällt es schwer, kritisch Distanz zu wahren, wenn sich Protestbewegungen professionell inszenieren.

Alt, älter, ARD
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Während der „Durchschnittsdeutsche“ 43 Jahre alt ist, zählt der „Durchschnittsfernsehzuschauer“ 51 Lenze – und wird immer älter.

Was vom Tage übrig bleibt
(merkur.de, Daniel Hildebrand)
Die ?Tagesthemen? im Ersten sind ihr Geld wert, stellten wir vor einigen Wochen fest (siehe Medienseite des RM Nr. 19 vom 10. Mai 2007). Wozu brauchen wir überhaupt eine zweite milliardenteure Anstalt mit einer eigenen News-Show? Das ?heute-journal? stellt sich dieser Frage und beantwortet sie mit einem unverwechselbaren Stil.

Unproduktive Bildschirmarbeiter
(focus.de, Peter Glaser)
Ablenkung ist der Quell wahrer Produktivität. In der digitalen Welt heißt es nicht mehr ?Der Weg ist das Ziel?, sondern ?Der Rand ist die Mitte?.

Zieht nach Halberstadt!
(zuender.zeit.de, Christian Bangel)
Die ostdeutsche Provinz braucht mehr couragierte Bürger. Warum nicht junge, großstädtische Freiberufler, die zum Arbeiten nur ein Notebook brauchen? Wir sprachen mit Sascha Lobo, der den Begriff „digitale Bohème“ prägte.

„Bild“ baut an

„There are nine million bicycles in Beijing
That’s a fact, it’s a thing we can’t deny
Like the fact that I will love you till I die.“
(Katie Melua [mp3])

Aber „Bild“ macht ja heute den Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, zum „Gewinner“ des Tages. Der Grund: Bloomberg wolle New York „zur weltweit führenden Metropole der Solarenergie“ machen.

Und tatsächlich berichtete z.B. die „New York Times“ am Dienstag:

Mr. Bloomberg said, the city plans to seek companies to install and maintain solar panels on government buildings.
[Bloomberg sagte, die Stadt habe vor, nach Firmen zu suchen, die Solarzellen auf Regierungsgebäuden installieren und warten.]

„(…) But solar energy is still not as cost-effective as gasfired electricity. And New York City is uniquely expensive: our taller buildings require more wires and cranes to carry equipment to rooftops, while extensive interconnection requirements and inspections delay implementation. (…) In order to facilitate solar projects on City buildings, we will release an RFP to attract private solar developers to build, own, operate, and maintain the panels on City buildings. The City will enter into a long-term contract with the developer to purchase the solar energy generated by these panels.“
(Quelle: PlaNYC 2030, Seite 113)

Wirklich neu ist Bloombergs Ankündigung indes nicht. In dem bereits im April veröffentlichten sog. „PlaNYC 2030“ [pdf, 39,5 MB] wird schon eine Ausschreibung angekündigt, mit der private Solarenergieunternehmen für Bau, Betrieb und Wartung von Solarzellen auf städtischen Gebäuden gewonnen werden sollen (siehe Kasten).

Neu ist eigentlich nur, dass die „Bild“-Zeitung in ihrer heutigen „Gewinner“-Meldung als weltweit wohl einzige Zeitung zu berichten weiß, Bloomberg wolle (siehe Ausriss) sage und schreibe „50 000 Wolkenkratzer mit Solarzellen ausstatten“.

Wo Bloomberg die 50.000 Wolkenkratzer hernehmen soll (sonst ist die Rede von 200), verrät „Bild“ nicht.

Mit Dank an Steffen B. und Torsten R. für den Hinweis.

„Bild“ nennt eigenen Klatsch „Quatsch“

In der (wie „Bild“) im Verlag Axel Springer erscheinenden Berliner Boulevardzeitung „B.Z.“ hieß es am Dienstag vergangener Woche:

Berlins süßestes Knutsch-Paar trennt sich

Es waren Matthias Schweighöfer und seine Anni, die sich auf jeder Party küssten, die Fotografen neidisch machten. Nun ist Schluss

(…) Nun gehen der Star und die Angestellte getrennte Wege. Schweighöfer hat sich bereits mehrere Wohnungen angeschaut. Für sich allein. B.Z. fragte bei Manager Peter Schulze nach: Wie kam es zu der Trennung? Schulze: „Matthias Schweighöfer wird dazu nichts sagen. (…)“ Er dementiert nicht.

In der ebenfalls im Verlag Axel Springer erscheinenden „Berliner Morgenpost“ hieß es deshalb tags drauf:

Die „BZ“ spekuliert, Schweighöfer habe Umzugspläne, weil er sich von seiner Freundin Anni getrennt habe.

Und auch andere Medien berichteten (unter Berufung auf die „B.Z.“) ähnlich vage.

„Bild“ nicht. Unter der selten albernen Überschrift „War seine Unterhose der Trennungsgrund?“ (siehe Ausriss) hieß es am vergangenen Freitag (ohne eine Quellenangabe) in der Berlin-Ausgabe:

Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass sich Filmstar Matthias Schweighöfer (26, „Soloalbum“) von seiner Freundin Anni getrennt hat.

Und heute? Heute spricht „Bild“ (wieder ohne Quellenangabe) plötzlich von „bösen Trennungsgerüchten“ bzw. einem „angeblichen Liebes-Aus“ — und meldet unter Berufung auf eine öffentliche Äußerung Schweighöfers groß:

"Matthias Schweighöfer und seine Anni: Alles Quatsch mit der Trennung!"

6 vor 9

„Meine Mutter ist zum Power-User geworden“
(zeit.de, Falk Lüke)
Der Franzose Tariq Krim, Gründer von Netvibes, über seine wachsende RSS-Feed-Community, die Zukunft der alten Medien im Internet und neue Informationskanäle.

«Ehrgeizig, ich? Eher leidenschaftlich»
(weltwoche.ch, Bruno Ziauddin)
Als Chefredaktorin von Vanity Fair und The New Yorker prägte Tina Brown den amerikanischen Journalismus. Ein Gespräch über Lady Di, die Medien und neurotische Männer.

Ich hab dich zum Fressen gern
(werbewoche.ch, Karin Müller)
Hektisch schmückt sich die Braut und verliert an Gewicht, um dann in ihrem schönsten Kleid dem Bräutigam übergeben zu werden. Die Rede ist vom schleichenden Ausverkauf im Hause Ringier.

Titel, Türken, Temperamente
(tagesspiegel.de, Ferda Ataman)
Warum Migranten Zeitungen lieber in ihrer Muttersprache lesen. Ein Redaktionsbesuch bei ?Hürriyet?.

Der Pfennigfuchser und die Ignoranz von RTL
(faz.net, Karen Krüger)
Fast hätte die Kandidatin bei ?Wer wird Millionär?? die halbe Million gewonnen. Hat sie aber nicht. Ein Zuschauer weist nach, dass die entscheidende Antwort nicht eindeutig ist. RTL lobt seinen ?sportlichen Ehrgeiz? – und legt den Fall zu den Akten.

Die exklusive Revolution der neuesten Generation?
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Klappern gehört zum Handwerk der PR-Branche. Kaum eine Pressemitteilung, die nicht übertreibt und schönt. Was sich aber die Verlage im Markt der Programmzeitschriften einfallen lassen, ist an Absurdität schwer zu überbieten. DWDL.de-Chefredakteur Thomas Lückerath wirft einen Blick auf „tv14“, „tv life“ und „TV Guide“.

„Bild“ versetzt Mann in Todesangst

"Fernsehturm-Putzer abgestürzt!"

Ganz schön spektakulär, diese Geschichte zum heutigen „BILD-Leser-Reporter“-Foto in der „Bild“-Berlin:

Kopfüber baumelt ein Mann unter der silbernen Kugel des Fernsehturms. Hilflos hängt er in der Luft (…)! Aufregung am Alex! (…) Ein Industriekletterer reinigt die Kugel des Fernsehturms. Plötzlich rutscht er ab, stürzt 30 Meter in die Tiefe. Nur ein Sicherungsseil bremst den freien Fall, rettet ihm das Leben. BILD-Leser-Reporter Klaus-Michael Baltruschat (49): „Ich hörte einen lauten Schrei. Der Mann stürzte, schrie ganz laut, sein Hilferuf hallte über den Alexanderplatz.“

Es sieht zwar auf dem Foto nicht so aus, als baumele der Mann „kopfüber“ am Seil, aber „Bild“ überprüft ja bekanntlich die Leser-Reporter-Fotos vor der Veröffentlichung. So auch dieses. „Bild“ hat bei der Funkturm GmbH nachgefragt und zitiert ganz am Ende eine Sprecherin. Allerdings hat man sich offenbar entschieden, ihr nicht zu glauben, sondern sie nur zu zitieren:

Wie konnte der Unfall passieren? Luisa Vollmar (29) von der Deutschen Funkturm GmbH: „Der Kletterer wollte die Seilkonstruktion testen, ließ sich deshalb einige Meter fallen. Es war niemand in Gefahr.“

Uns gegenüber konkretisierte die Sprecherin der Funkturm GmbH ihre Äußerung wie folgt:

Das war kein Unfall, sondern ein Routine-Test. Der Kletterer ist auch nicht 30 Meter in die Tiefe gestürzt — das Seil ist an der Stelle ohnehin nur zehn Meter lang — sondern er hat sich rausbaumeln lassen.

Übrigens: Anders als „Bild“ („Angeblich nur ein Test…“) findet man bei Bild.de, wo dasselbe Foto unter Berufung auf „BILD-Leser-Reporter Uwe Baltruschat (40)“* veröffentlicht ist, die Funkturm-GmbH-Version offenbar plausibel:

Doch was dramatisch aussieht, war eher ungefährlich. Funkturm-Sprecherin Luisa Vollmar (29): „Der Kletterer gehört zu einer Firma, die die Kugel säubert. Er testete die Sicherheit, ließ sich einige Meter fallen.“

*) Bei Uwe Baltruschat handelt es sich laut Klaus-Michael Baltruschat um seinen Bruder.

Nachtrag, 14.6.: Wie uns BILDblog-Leser Andreas G. mitteilt, entschied man sich auch in der Düsseldorfer „Bild“-Ausgabe (und vermutlich auch in anderen), den Text abzudrucken, der bei Bild.de steht, also der Version der Funkturm-GmbH Glauben zu schenken. Und auf lichtjaeger.de gibt es ein kleines, unspektakuläres Video des Fernsehturm-Putzers.

Allgemein  

Multiple-Choice-Journalismus

Heute überprüfen wir einmal das Gerücht, dass man von „Bild“ und Bild.de wenigstens klare Antworten auf seine Fragen bekommt.

Unsere Testfrage ist immerhin eine der „wichtigsten Fragen zum Sommer“ und lautet: „Kann die Sonne auch durch ein T-Shirt die Haut verbrennen?“

BILD beantwortet die wichtigsten Fragen zum SommerUnd?

Ja.
Nein.

Fazit: Das Gerücht stimmt.

Danke an Axel L.!

„Bild“ sieht mehr als 120.000 Augenzeugen

Am Samstag veranstaltete die Supermarkt-Kette Rewe auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg für ihre Kunden das „Rewe Family“-Sommerfest. Das ist vielleicht nicht unbedingt ein Thema, das in die Zeitung muss — aber die Hamburg-Ausgabe der „Bild“-Zeitung war Medienpartner und berichtete deshalb am Montag mit einem kleinen Artikel über die Veranstaltung:

Rekord auf dem Heiligengeistfeld

(…) Die Supermarkt-Kette hatte ordentlich Promis und Programm für die vielen kleinen Gäste und ihre Eltern aufgefahren. Auf der Bühne standen DJ Ötzi, Monrose, Orange Blue und Nevio. (…)

Und neben einem Foto mit Monrose-Fans (siehe Ausriss) stand:

Großer Jubel beim „Monrose“-Gig auf dem Heiligengeistfeld

Dass es großen Jubel gab, wollen wir nicht ausschließen — aber wohl nicht „beim ‚Monrose‘-Gig“. Die Popgruppe Monrose stand nämlich im Stau und erreichte das Heiligengeistfeld erst um 19 Uhr — eine Stunde nach Veranstaltungsende, wie uns von Veranstalterseite bestätigt wurde.

In einem Monrose-Fanforum (wo man übrigens gleich von zwei Staus spricht) heißt es sogar, die Ankunft der Band, die für die ausharrenden Fans noch Autogramme schrieb und mit ihnen für Fotos posierte, habe sich bis 21 Uhr verzögert. Da war der „Bild“-Reporter vermutlich schon längst woanders.

Mit Dank an Chris für Hinweis & Scan.

Nachtrag, 15.6.2007 (wieder mit Dank an Chris für Hinweis & Scan): Sechs Tage nach der Veranstaltung, vier Tage nach dem „Bild“-Bericht und nur zwei Tage, nachdem wir berichtet hatten, heißt es heute in „Bild“: „Leider ist uns bei der Berichterstattung ein Fehler unterlaufen“. Anders als „angekündigt“ (!), so „Bild“, seien Monrose nicht aufgetreten usw. usf.

6 vor 9

Schwarzweißmalerei (+)
(wortfeld.de, Alexander Svensson)
Auf seiner langen, langen Abschiedstournee hat Tony Blair eine Rede über die Medien gehalten. Er erwähnt etwa die Bemühungen der Politiker, den Nachrichtentag mit eigenen Themen zu dominieren.

Entschleunigter Content
(bernetblog.ch, Marcel Bernet)
Der TV-Journalist und Dokumentarfilmer Christoph Müller hat am Fraunhofer-Institut einen Vortrag gehalten, den er heute im Tages Anzeiger publiziert (pdf). Er beschreibt sehr klar, wie Medien heute funktionieren und dass wir dringend eine Entschleunigung brauchen.

?Die meisten Blogs sind Journalismus“
(politik-digital.de)
Am 12. Juni 2007 war Thomas Knüwer, Blogger und Journalist beim Handelsblatt, zu Gast in der Blogsprechstunde von politik-digital.de und den Blogpiloten. Was Journalisten und Blogger voneinander lernen können, steht im Chat-Transkript.

WIKIS in verständlichem Deutsch
(sevenload.com, Video, 3:55 Minuten)
In diesem Video wird erklärt, was ein Wiki ist und warum es je nach Fall besser ist, zusammen ein Wiki zu eröffnen, statt endlos E-Mails hin- und her zu schicken.

Duschen und Schlafen im Internet-Café
(welt.de)
Für immer mehr junge obdachlose Menschen in Tokio wird die Kabine eines Internet-Cafés zum Schlafzimmer, weil sie sich die hohen Mieten in der Millionen-Metropole nicht leisten können. Einige Café-Betreiber bieten den armen Menschen inzwischen sogar eine Dusche an.

»Der Hass ist noch da«
(jungle-world.com, Deniz Yücel)
Viele Thirtysomethings nutzten die Proteste gegen den G8-Gipfel für eine kurze Pause von ihrem Arbeitsalltag. deniz yücel über politische Radikalität jenseits der 30.

Jetzt spricht Kubica auch in BILDblog

Lange, womöglich stundenlang, hatten die Reporter gestern vor dem „Hôpital du Sacrè-Coeur“ in Montreal gewartet und gewartet — und dann, endlich, kurz nach 18 Uhr (MESZ), erschien der polnische Formel-1-Pilot Robert Kubica, der tags zuvor einen spektakulären Unfall überlebt hatte, in der Eingangstür.

Bereits eine Stunde vorher hatte die Nachrichtenagentur dpa angekündigt, Kubica werde offenbar alsbald aus dem Krankenhaus entlassen, und sogar einen ersten (laut dpa „von BMW so übermittelten“) O-Ton vermeldet:

„Mir geht es gut. Mir tut nichts weh. Vielen Dank an die ganze medizinische Betreuung an der Strecke und im Krankenhaus“, sagte der Pole am Montag. Der BMW-Fahrer kündigte an: „Nun fliege ich nach Indy und will Rennen fahren.“

Dann aber stand er endlich da vorm Krankenhaus. Und wenig später meldete die Nachrichtenagentur Reuters, was Kubica den wartenden Reportern in die Mikrofone, Diktafone und TV-Kameras gesagt hatte:

„As you see I’m quite in good shape and I’m hoping (to be) going to Indianapolis if the doctors will say OK for my driving,“ Kubica told reporters outside Montreal’s Sacre-Coeur Hospital. „I feel very good. I was very lucky — big accident, but fortunately, nothing hurt.“

Und Kubicas Arbeitgeber BMW zitierte ihn anschließend sogar in einer Pressemitteilung [pdf] mit ganz ähnlichen Worten:

„Ich habe keine Schmerzen, und es geht mir gut. Ich möchte mich bedanken für die rundum gute medizinische Betreuung, die große Aufmerksamkeit und die guten Wünsche, die ich bekommen habe. Mario Theissen und andere Teammitglieder haben mich besucht, und bei Jarno Trulli möchte ich mich auch für seinen Besuch bedanken. Ich freue mich, dass ich das Krankenhaus so schnell wieder verlassen konnte und werde mich nun auf das Rennen in Indianapolis vorbereiten.“

So, und nun zu „Bild“.

Denn in einer Art Vorabmeldung hieß es bereits gestern auf Bild.de:

"Nach Horror-Crash (...) spricht BMW-Pilot Kubica in BILD"

„Mir geht es gut. Mir tut nichts weh. Danke an die medizinische Betreuung und an Jarno Trulli, der mich hier in der Klinik besucht hat.“ (…) Nur wenige Stunden nach seinem Horror-Crash beim Großen Preis von Kanada in Montreal sprach der Pole mit BILD*. (…) Kubica zu BILD*: „Ich fliege jetzt nach Indy und möchte Rennen fahren.“

Und in der heutigen Printausgabe legt „Bild“ noch einmal nach:

Kubica sprach vor der Klinik ganz kurz mit den wartenden Journalisten. Zu BILD* sagte er: „Ich habe riesiges Glück gehabt. Es war ein sehr großer Unfall. Aber es geht mir gut.“ (…) Kubica: „Ich fliege nun nach Indianapolis und möchte Rennen fahren. Der Arzt hier in der Klinik hat mir gesagt, dass ich Okay bin.“

*) Alle Hervorhebungen von uns.

Mit Dank an Nils K. für die Anregung.

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