Symbolfoto XLV

Netter Versuch.

Aber die heute von „Bild“ abgebildete Boeing 747 (also das als „Jumbo-Jet“ bekannte Flugzeug mit dem charakteristischen „Buckel“) wird leider auch dadurch nicht zum Airbus 330-300, dass die „Bild“-Zeitung „Airbus A330-300“ draufschreibt.

Mit Dank an die vielen Hinweisgeber.

PS: Bild.de zeigt das falsche Flugzeug immerhin kommentarlos.

Nachtrag, 13.2.2007: „Bild“ hat’s heute in ihrer „Korrekturspalte“ korrigiert.

Kurz korrigiert (314)

Heute morgen um kurz nach 8 Uhr veröffentlichte die Nachrichtenagentur AP eine Meldung über die für heute erwartete Entscheidung zur Freilassung der ehemaligen RAF-Terroristin Brigitte Mohnhaupt. Darin hieß es:

Mohnhaupt war 1985 unter anderem wegen Mordes an (…) Arbeitgeberpräsident Hanns-Eberhard Schleyer (…) verurteilt worden.
(Hervorhebung von uns.)

Das ist etwas peinlich. Schließlich weiß ja jeder, dass der ermordete Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer hieß (Hanns-Eberhard ist sein Sohn). Fast jeder. Bei Bild.de nämlich merkte man nicht nur nicht, dass AP da ein Fehler unterlaufen war, sondern übersah offenbar auch die Berichtigung, die AP eine dreiviertel Stunde später herausgab. Und auch, als der Bild.de-Text überarbeitet wurde, nachdem die Entscheidung zur Freilassung Mohnhaupts bekannt wurde, bemerkte noch immer niemand den „Eberhard“. Bei Bild.de heißt es um kurz nach 13 Uhr weiterhin:

Dass der Name in einer Fotounterzeile in demselben Bild.de-Text richtig ist, macht’s übrigens auch nicht besser.

Mit Dank an die zahlreichen Hinweisgeber.

Nachtrag, 13.21 Uhr: Das ging jetzt aber schnell.

6 vor 9

Springer baut Online-Geschäft aus
(handelsblatt.com, Hans-Peter Siebenhaar)
Vorstandschef Mathias Döpfner treibt den Ausbau des Internet-Geschäfts des Medienkonzerns Axel Springer massiv voran. „Die Digitalisierung ist von existenzieller Bedeutung für die Zukunft und hat daher Priorität“, sagte Döpfner im Interview mit dem Handelsblatt. Er sieht den Konzern im Internet in der „Beschleunigungsphase“.

Papier wird ungeduldig
(zeit.de, Matthias Nass)
Den Tageszeitungen laufen die jungen Leser davon – das Internet ist für sie wichtiger.

Informationssuche im Internet – Blogs als neues Recherchetool
(blogstudie2007.de)
Die Uni Leipzig hat in Kooperation mit der Suchmaschine Ask.com über 600 Internetnutzer in Deutschland zum Thema Weblogs befragt. Die Online-Umfrage zeigt: Blognutzer sind „investigative Multiplikatoren“, es gibt fünf Typen von Blognutzern, Weblogs sind wichtige Impulsgeber für neue Ideen und die Meinungsbildung, aber schwer auffindbar. (pdf, 356 kb)

Der Korresponaut
(berufundchance.fazjob.net, Matthias Hannemann)
Als Junge wollte er ins All fliegen, wegen einer Sehschwäche wurde er aber erst mal Lokal-Journalist in Köln und brachte es später immerhin bis nach Washington: Claus Kleber, ZDF-Moderator.

Sex.com
(ftd.de, David Schumacher)
Vor fast zwölf Jahren klaute ein Schwindler die wertvollste Domain der Welt. Der Kampf ist noch lang nicht vorbei: Es geht um 80 Millionen Dollar.

Was ist los in Second Life?
(titanic.de)
Ein Tagebuch aus der „virtuellen Welt“.

Allgemein  

„BamS“ stellt Wahrheit richtig

In der vergangenen Woche stand ein Artikel über die ehemalige „No Angels“-Sängerin Vanessa Petruo in der „Bild am Sonntag“. Darunter standen die Kürzel von nicht weniger als vier Autoren. Und darüber in der Schlagzeile ein großes Wort: „Wahrheit“.

VANESSAS ungeschminkte Wahrheit

Auch in dieser Woche steht ein Artikel über die ehemalige „No Angels“-Sängerin Vanessa Petruo in der „Bild am Sonntag“. Darunter steht der Name ihres Anwaltes. Und darüber in der Schlagzeile ein anderes großes Wort:

RICHTIGSTELLUNG

Die „Bild am Sonntag“ hatte behauptet, Vanessa sei niedergeschlagen, wolle sich nicht wieder „dem Druck der Erfolgsmaschinerie“ aussetzen, solle an Depressionen leiden und deshalb in Behandlung sein, die Musik sei allerdings ihr „Rettungsanker“, und sie habe schon neue Songs im Studio aufgenommen. Jeden einzelnen dieser Punkte bestreitet Vanessa Petruo. Und dadurch, dass die Zeitung über den Text von Vanessas Anwalt nicht „Gegendarstellung“, sondern „Richtigstellung“ schrieb, räumt sie ein, dass Vanessa recht hat — und an dem Ursprungsartikel ungefähr nichts stimmte.

Außer das Zitat aus der E-Mail, die Vanessa der Redaktion geschickt hatte:

„Ich möchte wirklich keinen Kommentar abgeben. Ich hoffe, ihr könnt das akzeptieren.“

Natürlich nicht.

Allgemein  

„…dass sich das nicht wiederholt“

Am vergangenen Freitag gab „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann im Hamburger NDR-Radio 90,3 eines seiner seltenen Interviews. Angesprochen auf die Rügen durch den Presserat sagte er:

„Wir drucken diese Rügen selbstverständlich ab und achten auch sehr darauf, dass sich das nicht wiederholt. Es gibt, um ein Thema zu sagen, das Thema der Selbstmorde. Da hat sich eben etwas verändert, auch in der öffentlichen Wahrnehmung. Bei uns muss jede Berichterstattung über einen Selbstmord vom Chefredakteur abgesegnet werden, ob das zulässig ist oder nicht zulässig. Egal, ob das in einer Regional- oder einer Lokalausgabe ist. Das muss mit mir abgestimmt werden. Einfach um zu verhindern, das wir in diesem Bereich — weil wir das insgesamt in dem Pressekodex, den wir uns als Printmedium gegeben haben, sehr sehr eng sehen.“

Kai Diekmann ist seit 1. Januar 2001 Chefredakteur der „Bild“-Zeitung.

Im selben Jahr rügt der Presserat „Bild“ dafür, „in ausführlichen Bildstrecken und unter voller Namensnennung den Tod eines jungen Mannes dargestellt“ zu haben, „der erfolgreich an einem Selbstmordversuch gehindert wurde, beim Abstieg von einem Gerüst jedoch zu Tode stürzte.“

Ebenfalls 2001 rügt der Presserat „Bild“ dafür, „ohne erkennbares öffentliches Interesse über den Selbstmord eines jungen Mannes berichtet“ zu haben.

2002 rügt der Presserat „Bild“ dafür, dass die Zeitung von einer Frau, die sich auf einem Friedhof angezündet hatte, das gut erkennbare Leichenfoto gezeigt, „jegliche Zurückhaltung vermissen“ gelassen und sich hinterher nicht öffentlich entschuldigt habe.

2003 rügt der Presserat „Bild“ dafür, dass die Zeitung identifizierbar über den Tod eines Mannes berichtet und die Zurückhaltung bei der Berichterstattung über Selbstmorde „grob missachtet“ habe.

2005 rügt der Presserat „Bild“ dafür, über den Freitod eines Polizisten unangemessen sensationell berichtet und keine Rücksicht auf das Leid der Opfer und die Gefühle der Angehörigen genommen zu haben.

2006 rügt der Presserat „Bild“ dafür, detailliert, identifizierbar und mit ausführlichen Spekulationen über den Selbstmord einer überschuldeten Mutter berichtet zu haben.

Andererseits: Seit wann die behaupteten Vorsichtsmaßnahmen in der „Bild“-Redaktion in Kraft sind, hat Diekmann ja nicht gesagt.

PS: Der zuletzt vom Presserat gerügte Selbstmord-Artikel aus dem Jahr 2006 ist bei Bild.de nach wie vor unverändert online.

Mehr Vagheit wagen

Im Fall der Morde in einem China-Restaurant in Sittensen gibt sich die „Bild am Sonntag“ heute in einem wichtigen Detail besser informiert als die Konkurrenz:

Nach BamS-Informationen befand sich darauf zwar keine Skizze des Tatorts (das hatten verschiedene Medien berichtet), sondern die Adresse eines Hauses in der Nähe des überfallenen China-Restaurants "Lin Yue" sowie der falsch notierte Ortsname "Zittensen".

Und es stimmt: Die vermutlich falsche Behauptung mit der „Skizze des Tatortes“ stand in verschiedenen Medien. Konkret zum Beispiel in „Spiegel Online“.

Ach ja, und in „Bild“.

+++ Sie hatten eine Skizze des Restaurants bei sich +++

Danke an Tilman H., Thomas und Chakamoto.de.

Aua, aua! Dieses Bild ist ein dicker Klops

Irgendwie war wohl auf der Seite, auf der die „Bild am Sonntag“ heute darüber spekuliert, ob Bernd Schuster von der kommenden Saison an Trainer beim FC Bayern wird, noch ein bisschen Platz. Und irgendwer kam wohl auf die lustige Idee, den Lesern mit einer Foto-Montage schon einmal zu zeigen, wie das dann aussähe, wenn es wahr würde:

DIE BAYERN-ZUKUNFT? In der BamS-Fotomontage gibt Bernd Schuster schon mal Scholl (r.) und Salihamidzic die Richtung vor

Leider war offenbar niemand in der Nähe, der sich ein bisschen mit Fußball auskennt. Die Frage „BAYERN-ZUKUNFT?“, die über der Fotomontage steht, lässt sich jedenfalls klar mit „Nein“ beantworten. Denn selbst wenn Schuster in der nächsten Saison zum FC Bayern kommen sollte, gäbe er Mehmet Scholl und Hasan Salihamidzic nicht „die Richtung vor“. Die beiden verlassen den Verein bekanntlich zum Saisonende.

Und wie nennt man so einen Fehler? Einen „dicken Klops“? Aber mindestens.

Mit Dank an Florian L., Christoph F., Robin A., Salman und Christoph W. und Gruß an Urs von W.!

Bock als Gärtner im Gespräch

Der Branchendienst Kress.de verbreitet derzeit die Meldung, „Bild“ habe offenbar einen Nachfolger für Unterhaltungschef Martin Heidemanns gefunden: Kai Winckler, seit 2001 Chefredakteur von „Das Neue Blatt“ und laut Kress.de ein „Spezi von Heidemanns“.

Winckler wäre ein, nunja, würdiger Nachfolger. Ein Blick ins Archiv zeigt: „Das Neue Blatt“ ist schon so mancher „Fehlinformation aufgesessen“ (Winckler/2003) und verließ sich unter seiner Verantwortung offensichlich „leider immer wieder auf Fehlinformationen“ (Winckler/2004). So berichtete die Zeitschrift beispielsweise 2003 über ein heimliches Wiedersehen zwischen Kronprinzessin Victoria von Schweden und Felipe von Spanien, das aber „nicht stattgefunden“ hatte, wie das Blatt im Nachhinein reumütig einräumte einräumen musste. Und ein Jahr später verbarg sich hinter der Überschrift „Keine Tragödie um Victoria! Nicht verraten, verlassen, verzweifelt. Keine Krebserkrankung!“ der Widerruf von gleich vier grundfalschen Artikeln.

Widerruf - Silvia & Carl Gustaf - Keine Ehekrise! Keine Untreue!
Keine Scheidungsabsichten!Unter einer ganz ähnlichen Überschrift (siehe Ausriss) berichtete Wincklers „Neues Blatt“ übrigens 2004 auch dies:

Das neue Jahr beginnt mit einer guten Nachricht aus dem schwedischen Königshaus: Königin Silvia (60) und König Carl Gustaf (57) sind und waren immer ein glückliches Ehepaar! Berichte über angeblich untreues Verhalten des Königs sowie eine daraus folgende Ehekrise mit Scheidungsabsichten stimmten nicht!

Das hatte die Zeitschrift jedoch nicht von den folgenden, teilweise mehrseitigen, aber allesamt falschen Berichten abgehalten:

„Verzweifelte Königin Silvia — der schlimme Scheidungsskandal! Kann sie ihre Ehe jetzt noch retten?“
(„Das Neue Blatt“, 19/03)

„Weinend unterschrieb sie den Scheidungsvertrag — Die Tragödie einer tapferen Königin“
(„Das Neue Blatt“, 23/03)

„Königin Silvia: Sensationelle Wende! Unter Tränen verzeiht sie ihrem Mann.“
(„Das Neue Blatt“, 26/03)

In Wincklers umfassendem Widerruf hieß es dazu abschließend:

Um so bedauerlicher eine letzte Fehldeutung in Heft Nr. 32/03 vom 30. Juli 2003. Dort schilderten wir (S. 6 bis 7) unter der Überschrift „So gemein missbrauchte Carl Gustaf ihr Vertrauen. Königin Silvia: Die bitteren Tränen einer betrogenen Frau“, wie König Carl Gustaf mit einer fremden Frau gesehen wurde, was die Ehe der beiden erneut in eine Krise gestürzt habe. Auch dieser angebliche Vertrauensbruch stellte sich als falsch heraus.

Allerdings brauchte „Das Neue Blatt“ immerhin zweieinhalb Jahre, um im vergangenen Jahr endlich auch Folgendes öffentlich festzustellen:

Auf der Titelseite von DAS NEUE BLATT Nr. 34 vom 13.08.2003 hatten wir berichtet: „Victoria & ihr Daniel — die Überraschungs-Hochzeit des Jahres… weil die Kronprinzessin ein Baby bekommt“. Daneben hatten wir ein Foto veröffentlicht, das Kronprinzessin Victoria von Schweden und Herrn Daniel Westling zeigt.

Diese Behauptungen widerrufen wir als unwahr. Eine Hochzeit zwischen Kronprinzessin Victoria von Schweden und Herrn Daniel Westling war nicht geplant. Kronprinzessin Victoria von Schweden war auch nicht schwanger. Das Foto ist eine ohne das Einverständnis von Kronprinzessin Victoria von Schweden hergestellte Fotomontage.

Aber zum Schluss zitieren wir vielleicht doch noch kurz aus einer Gegendarstellung von Sabine Christiansen aus dem Jahr 2003, der „Das Neue Blatt“ zuvor eine Liebesbeziehung mit Thomas Roth unterstellt hatte. Denn am Ende der Gegendarstellung stand ein Satz, den wir ganz ähnlich auch aus „Bild“ kennen:

Christiansen hat Recht. Der Verlag

Kurz korrigiert (313)

Auf der „Bild“-Titelseite von heute steht:

Forscher der Uni Nyström in Schweden scheinen mit einem Experiment bewiesen zu haben — Fastfood macht nicht immer dick! Das berichtet das angesehene Fachmagazin „New Scientist“.
(Hervorhebung von uns.)

Nun. Das berichtet das angesehene Fachmagazin nicht. Nyström ist nämlich nicht der Name der Uni, sondern der Name des Forschers. Die Uni heißt Linköping. Und so steht es natürlich — außer in „Bild“ — seit Ende Januar auch weltweit in quasi allen anderen Berichten.

Mit Dank an Benedikt H. für den Hinweis.

6 vor 9

Neue Mode
(zeit.de, Götz Hamann)
In der Internetwirtschaft werden wieder Rekordsummen für junge Firmen bezahlt. Hat sich eine Blase gebildet?

«Von den Fakten Lügen gestraft»
(nzz.ch, ras.)
Ein Zeitungs-Lobbyist pfeift mutig im Blätterwald.

Sprachrohr des Geistes
(taz.de, Nancy du Plessis)
Die New Yorker Zeitschrift „The Nation“ steht seit 142 Jahren für kritischen Journalismus. Heute schreiben dort Naomi Klein und Michael Moore: In der Ära Bush jr. ist das Blatt wichtiger denn je.

Online-Magazin bewegt die USA
(focus.de, Jürgen Schönstein)
Das ?Time?-Magazin, die ?Washington Post?, die ?New York Times? – wer es schafft, bei diesen Blättern zu arbeiten, ist dem journalistischen Himmel schon sehr nah. Doch irgendwie hat es eine gerade erst gestartete und thematisch sehr begrenzte Online-Publikation geschafft, gleich einen ganzen Stab von Top-Journalisten aus Amerikas Top-Publikationen anzulocken: ?Politico?.

Don Alphonso: Bloggen für Profis
(netzeitung.de, Maik Söhler)
Die Politik überschätzt die Weblogs, meint Don Alphonso. Dritter Teil des Interviews mit dem bekannten Blogger.

vanity fair verriss
(wirres.net)
nach dem ich dieses video auf dem oliver gehrs ?nett? über die erstausgabe von ?vanity fair? lästert gesehen habe, war mir auch danach die vanity fair zu verreissen.

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