Auf Täuschung angelegt

Gestern hat die „Bild“-Zeitung ihren Lesern erklärt, was eine „Lüge“ ist.

Lüge: bewußt falsche, auf Täuschung angelegte Aussage
(Definition laut Duden)

Sie hat es aber, natürlich, nicht bei der Theorie belassen, sondern die Technik gleich mal in der Praxis ausprobiert. In einem Artikel über die angeblichen „5 Lügen der Linkspartei“ heißt es:

BILD hat nachgerechnet: Die Wahlversprechen [der] Linkspartei kosten unbezahlbare 90 Milliarden Euro!

Das ist eine interessante Neudefinition des Wortes „nachrechnen“. Die drei beteiligten „Bild“-Redakteure haben die Zahlen nämlich einfach aus dem Wahlprogramm der angeblich verlogenen Linkspartei abgeschrieben. „Nachrechnen“ heißt nach „Bild“-Definition also soviel wie: „ungeprüft übernehmen“.

BILD enttarnt fünf unbezahlbare Wahl-Lügen von Lafo, Gysi & Co.

„Enttarnen“? Richtig, „enttarnen“ heißt bei „Bild“: aufschreiben, was für jeden nachlesbar im Entwurf des Wahlprogramms steht. Denn nicht nur die Forderungen nach höherem Kindergeld, einer Mindestrente, Steuerfreiheit für Renten und niedrigeren Steuern für Geringverdiener stehen sämtlich für jeden nachlesbar im Steuerkonzept der Linkspartei [PDF-Datei]. Dort steht auch, was jede einzelne Maßnahme nach Angaben der Linkspartei (und ungeprüft übernommen nachgerechnet von „Bild“) kosten würde. Und dort steht sogar an exakt derselben Stelle (Seite 13, siehe Ausriss rechts), wie die Linkspartei diese Wahlversprechen gegenfinanzieren will — aber beim Abschreiben der anderen Zahlen müssen die „Bild“-Redakteure ausgerechnet diesen Teil komplett übersehen haben. Sonst könnten sie ja nicht so massiv den Eindruck erwecken, die Linkspartei hätte überhaupt keine Vorschläge zur Finanzierung (über deren Sinnhaftigkeit man natürlich streiten darf).

Bleiben noch zwei „Lügen“. Eine davon ist die Forderung nach einer Erhöhung des Arbeitslosengeldes II („Hartz IV“), deren Kosten nicht erst „Bild“ auf 3 Milliarden Euro geschätzt hat und zu der die konkreten Finanzierungsvorschläge der Linkspartei tatsächlich vage sind. In diesem Zusammenhang bezeichnet „Bild“ auch die Forderung nach einer längeren Bezugsdauer von Arbeitslosengeld I als „Lüge“ — dies fordert allerdings auch die Union.

Und schließlich ist da noch die „Investitions“-„Lüge“. „Bild“ schreibt:

Die Linkspartei verspricht 30 Mrd. Euro staatliche Investitionen in Bildung, Kultur, Umwelt und öffentlichen Nahverkehr.

Nein, verspricht sie nicht. Im Entwurf für das Wahlprogramm [PDF-Datei] heißt es lediglich:

Würde Deutschland einen solchen Anteil seines Sozialprodukts wie die USA für öffentliche Investitionen aufwenden, wären das 30 Milliarden Euro mehr im Jahr als gegenwärtig.

(Liebe „Bild“-Redakteure, diese fremden Wörter darin, das sind Konjunktive.)

Schließlich fragt „Bild“:

Sind die Deutschen einfach nur leichtgläubig? Laut Emnid kommt die Linkspartei schon auf 11 bis 12 Prozent!

Tja, sind die Deutschen einfach nur leichtgläubig? Laut Media Analyse lesen sogar über 18 Prozent der Bevölkerung „Bild“!

Vielen Dank an André K. für den Hinweis!

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Allgemein  

Recht und Gerechtigkeit

Gerechtigkeit ist für „Bild“ eine wichtige Sache. Als am 30. Januar 1995 Walter Dräxler vom Vorwurf freigesprochen wurde, die 16-jährige Melanie aus Kulmbach ermordet zu haben, berichtete die „Bild“-Zeitung groß über den Fall und ließ wenig Zweifel daran, dass sie das Urteil für ungerecht hielt.

Melanie nach Disco erstochen -- Freispruch!

lautete eine „Bild“-Überschrift am 31. Januar 1995, die geschickt den Eindruck erweckte, als sei nicht ein Unschuldiger freigesprochen worden, sondern der Täter.

Am Tag darauf war das Thema der Aufmacher auf Seite 1 von „Bild“. Die Schlagzeile lautete:

Melanies Tod bleibt ungesühnt -- die Eltern: Gott, strafe ihren Mörder

Auf Seite 3 lautete die „Bild“-Überschrift:

Melanies Vater: „Wir haben auf Gerechtigkeit gehofft“

Auch im Artikel selbst erweckte „Bild“ den Eindruck, man habe den Mörder laufen lassen müssen:

Jetzt steht fest: Kein Richter wird die Tat je sühnen. Der einzige Mordverdächtige mußte freigesprochen werden — aus Mangel an Beweisen.

Und was das Indiz angeht, das auf Dräxler als Täter hindeutete, war „Bild“ an entscheidender Stelle ungenau:

Einziger Beweis: Faserspuren von Melanies Anorak klebten an seiner Jeansjacke. Ein Gutachter: „Sie könnten auch von einem anderen Anorak stammen.“

Tatsächlich klebten keine Faserspuren von Melanies Anorak an Dräxlers Jeansjacke. Der Freispruch war, auch wenn „Bild“ damals den gegenteiligen Eindruck erweckte, richtig und gerecht. Walter Dräxler wurde Opfer eines Rufmordes, an dem nicht nur „Bild“, sondern auch die Polizei und andere Medien mitwirkten.

Das war vor zehn Jahren. Inzwischen hat ein anderer den Mord an Melanie gestanden: Stefan K. Gefasst wurde er, nachdem er im vergangenen Jahr ein weiteres junges Mädchen getötet haben soll: seine Nichte Julia. Beide Fälle werden seit gestern vor dem Landgericht Bayreuth verhandelt — und in „Bild“ geht es deshalb wieder um Gerechtigkeit. In einem Kommentar schreibt Willi Schmitt:

Recht ist eine verzwickte Sache. Der Sache wird es manchmal nicht gerecht. Und zu oft leidet das Rechtsempfinden der normalen Menschen — sie verlieren allmählich das Vertrauen in die Justiz.

Für diesen angeblichen Vertrauensverlust ist die „Bild“-Zeitung maßgeblich mitverantwortlich. Diesmal deutet sie schon an, dass das Urteil nicht gerecht ausfallen werde, bevor es überhaupt gesprochen wurde. „Bild“-Kommentator Schmitt empört sich, dass der Fall vor der Jugendstrafkammer behandelt wird:

Also Jugendstrafrecht, höchstens 10 Jahre für zwei Morde.

Das ist falsch. Die Höchststrafe von zehn Jahren betrifft ausschließlich den Fall Melanie, zu dessen Zeitpunkt der Angeklagte noch ein Jugendlicher war. Um den Fall Julia wird es erst später im Prozess gehen, und auch eine Verurteilung nach Erwachsenenstrafrecht ist möglich. In diesem Fall droht ihm eine lebenslange Haft ohne Aussicht auf vorzeitige Entlassung. Erst in seinem Urteil entscheide das Gericht, welches Strafmaß den Angeklagten erwartet, sagte ein Gerichtssprecher: ob Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht angewandt wird oder eine Jugendstrafe plus eine Erwachsenenstrafe verhängt wird.

Die „Bild“-Zeitung ignoriert das: Sie hat das Wort „zunächst“ im Zusammenhang mit der Verhandlung nach Jugendstrafrecht, das sich in fast allen anderen Berichten zum Prozess findet, in ihrem Kommentar und dem zugehörigen Artikel einfach weggelassen.

„Bild“-Kommentator Schmitt reimt zum Finale fröhlich:

Zu Ende gedacht hieße das doch: Stell als Jugendlicher was an, dann bist du später vor Gericht viel besser dran.

Das ist nicht nur falsch, das ist grotesk irreführend.

Die Überschrift über Schmitts Kommentar lautet übrigens:

Gerechtigkeit, aber für die Opfer!

Das ist ein merkwürdiges Verständnis von Gerechtigkeit. Es hätte vor zehn Jahren beinahe einen Unschuldigen ins Gefängnis gebracht.

Woran Harald Schmidt nicht dachte

In der vergangenen Woche erschien in der „Weltwoche“ ein Interview mit Harald Schmidt. Darin finden sich u.a. folgende Passagen:

Wenn Sie Hemingway kopieren, müssen Sie sich auch umbringen.
Alles klar. Aber das kommt für mich nicht in Frage. Ich will niemandem zu nahe treten, der sich umgebracht hat. Aber Selbstmord finde ich uncool. (…)

Hatten Sie noch nie Selbstmordgedanken?
Doch, natürlich habe auch ich schon an Selbstmord gedacht.

In jüngeren Jahren?
Immer mal wieder, so nach dem Motto von Nestroy: Wenn alle Stricke reissen, häng ich mich auf. Aber an die praktische Umsetzung habe ich nie gedacht. Ehrlich gesagt, käme ich mir dabei auch etwas lächerlich vor.

In einer „Bild“-Meldung liest sich das heute so:

Harald Schmidt dachte an Selbstmord

(…) In dem Interview bekannte er auch, schon an Selbstmord gedacht zu haben. Schmidt: „Wenn alle Stricke reißen, hänge ich mich auf.“

Mehr steht dazu nicht in „Bild“.

Danke an Felix F. für den Hinweis!

Nachverurteilung

Vor einigen Monaten starb ein vierjähriges Mädchen an einer Überdosis Kochsalz. Anschließend wurde gegen die Stiefmutter des Mädchens ermittelt.

Und dass Bild.de bei der Überdosis Kochsalz von einer Natriumvergiftung“ spricht, obwohl es doch eine Natriumchloridvergiftung gewesen sein dürfte*, kann man Bild.de nicht unbedingt anlasten. Das schreiben unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AP leider auch Stern.de und Spiegel Online.

Und wie Stern.de und Spiegel Online berichtet auch Bild.de über das heute verkündete Urteil. Bei Stern.de etwa heißt es:

„Das Schwurgericht des Landgerichts Frankenthal schloss in der Urteilsbegründung einen Mord aus und verurteilte die junge Frau lediglich wegen vorsätzlicher Körperverletzung.“

Spiegel Online schreibt:

„In der Urteilsbegründung schloss die Schwurkammer einen Mord aus und verurteilte die junge Frau lediglich wegen vorsätzlicher Körperverletzung.“

Und auch Bild.de formuliert sachgemäß:

„Das Landgericht Frankenthal schloß einen Mord aus, verurteilte die Stiefmutter lediglich wegen vorsätzlicher Körperverletzung.“

Hat sie Angelina umgebracht, weil sie nicht ihr Kind war?Mit anderen Worten: Bei „Bild“ hatte man bereits im Vorfeld mit vorverurteilenden Formulierungen und Spekulationen (siehe Ausriss) nicht gegeizt: „Unfaßbar, trotz der Ermittlungen sind Angelinas Vater und die Stiefmutter zehn Monate nach dem Tod der Tochter noch immer auf freiem Fuß!“ hieß es da u.a.

Laut Stern.de und Spiegel Online allerdings hatten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die leiblichen Eltern (als Nebenkläger) die Mordanklage fallenlassen. Stern.de und Spiegel Online zitieren zudem aus der Urteilsbegründung, in der es u.a. hieß, „die Angeklagte sei nicht die ‘böse Stiefmutter’ gewesen. Sie habe sich um die Tochter ihres 31-jährigen Lebensgefährten gekümmert und das Mädchen geliebt. Für einen Mord gebe es kein Motiv: (…) sowohl ein Totschlag als auch eine Körperverletzung mit Todesfolge kämen juristisch nicht in Betracht“.

Und Bild.de?

Bild.de nennt die wegen vorsätzlicher Körperverletzung verurteilte Stiefmutter in der zur Meldung gehörigen URL ungerührt:

salz__moerderin__</b/>urteil.html’ title=“Ausriss: Bild.de“/></p>
<p><em>Mit Dank an Adrian B. für die Anregung.</em></p>
<p><b>*) Nachtrag, 18.7.2005:</b><br />
Offenbar kann man eine Kochsalzvergiftung doch als Natriumvergiftung bezeichnen, weil die Natrium-Ionen für die Vergiftung verantwortlich sind.</p>
<p><em>Mit Dank an die zahlreichen Hinweisgeber für die Info.</em></p>
		</section>
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	<li class="date"><time datetime="2005-07-15" itemprop="datePublished">15.7.2005, 23:48</time></li>

	<li class= Clarissa

Hopfen und Malz

Als man im Jahr 2001 beim Axel Springer Verlag die „Solidarität in der freiheitlichen Wertegemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika“ in die Arbeitsverträge aufgenommen hat, hat man offenbar eines versäumt. Nämlich, den Redakteuren bei „Bild“ ein wenig politisches Allgemeinwissen über die USA zu vermitteln. Wir wollen das heute gerne nachholen:

In den USA gibt es zwei dominierende politische Parteien, die Demokraten und die Republikaner. William Jefferson Blythe Clinton war Präsidentschaftskandidat der Demokraten. George Walker Bush (Sie wissen schon, der amtierende Präsident der USA) ist quasi von Haus aus Republikaner und der leibliche Sohn von Clintons Vorgänger, George Herbert Walker Bush.

Was also stimmt im „Bild“-Text zum heutigen „Gewinner des Tages“ nicht — abgesehen davon, dass Clinton bereits am 16. Juni in David Lettermans „Lateshow“ das „enthüllte“, was ihn für „Bild“ nun, einen knappen Monat später, zum Gewinner des „Tages“ macht? (Zur Vereinfachung haben wir die fragliche Passage optisch hervorgehoben):

Insofern, liebe Presseagentur AP, vergessen Sie doch unsere Bitte von gestern einfach. Es hat ja offenbar doch keinen Sinn. Es sei denn, man hält es schon für einen Fortschritt, dass Bild.de den Fehler nachträglich und klammheimlich berichtigt hat.

Pizzabäcker schlauer als „Bild“

Im Interesse der „Bild“-Redaktion möchten wir die Nachrichtenagentur AP bitten, ihre Meldungen etwas präziser zu formulieren, damit sich künftig seltener solche peinlichen Fehler bei „Bild“ einschleichen:

Aus Protest gegen den Bundeswehreinsatz im Irak bediente Pizzabäcker Aage Bjerre (46) aus Kopenhagen (Dänemark) keine deutschen Touristen mehr.

So steht’s heute in einer kleinen Meldung („Deutschenhaß! Pizzabäcker muß in Haft“) — Und auch wer weltpolitisch nicht besonders bewandert ist, dem wird auffallen, dass hier etwas nicht stimmen kann. Hatte sich der Bundeskanzler nicht explizit gegen den Irak-Krieg und einen Bundeswehreinsatz im Irak ausgesprochen? Doch, hatte er, und die Bundeswehr ist auch nach wie vor nicht im Irak vertreten.

Hat sich also der dänische Pizzabäcker geirrt? Natürlich nicht, „Bild“ hat sich geirrt. So lautet die AP-Meldung, die offenbar Vorlage für die „Bild“-Meldung war, im Original:

46-Jähriger verweigerte wegen deutschen und französischen Protests gegen Irak-Krieg Touristen auf Fanö die Bedienung (…)

Aage Bjerre hatte kurz vor Beginn des Irak-Kriegs im Februar 2003 Schlagzeilen mit der Ankündigung gemacht, er werde Touristen aus Deutschland und Frankreich wegen der Irak-Politik ihrer Regierungen keine Pizza mehr verkaufen.

Für „Bild“ ist das offenbar nicht eindeutig genug.

Mit Dank für den sachdienlichen Hinweis an Michael und Kai

Nachtrag. Übrigens kommt Aage Bjerre offenbar auch nicht aus Kopenhagen, wie „Bild“ schreibt, sondern wohl eher von der Insel Fanö, die bei Esbjerg in der Nordsee, rund 300 Kilometer westlich von Kopenhagen, liegt. Dort befand sich jedenfalls laut AP sein Restaurant. Nachdem Bjerre das schließen musste, war er auf die Faröer ausgewandert. Kopenhagen taucht lediglich als sogenannte „Ortsmarke“ in der AP-Meldung auf.

Mit Dank für den sachdienlichen Hinweis an Florian F.

Kleiner Unterschied

Es war (laut Bild.de) nicht nur ein „Beinahe-Crash“, nein: sogar ein „Beinahe-Horror-Crash“, der „beinahe über 400 Passagiere samt der Besatzungen das Leben gekostet hätte“: Zwei Flugzeuge kamen sich im Luftraum südlich von Grönland bedrohlich nahe.

Wie nahe? Bild.de schreibt:

Nach Angaben der Fluggesellschaft betrug der Abstand zwischen den Fliegern nur noch 183 Meter (der kritische Wert liegt bei ca. 300).

Das klingt wirklich sehr nahe. Ist aber nur der Höhenabstand der beiden Flugzeuge. Seitlich waren sie immerhin noch 1,8 Kilometer voneinander entfernt. Das steht u. a. bei Spiegel Online, dem Standard und n-tv.de.

Aber nicht bei Bild.de.

Danke an Kerri für den Hinweis!

Gemeinwohl und Privatnutzen

Hätte sie den Begriff nicht gerade erst für einen anderen Laden reserviert, würde die „Bild“-Zeitung Volkswagen angesichts der aktuellen Skandale wohl einen „Saustall“ nennen. Entsprechend flüchtig glaubten die „Bild am Sonntag“-Redakteure Ulrich Deupmann und Holger Karkheck nur hinschauen zu müssen, um auch in anderen Ecken als den bisher bekannten Schmutz zu finden. Und so schrieben sie am gestrigen Sonntag:

Gemeinwohl und Privatnutzen fielen bei Piëch und Hartz, lange Zeit die mächtigsten Männer in Wolfsburg, bisweilen zusammen. Mit ihrer Vision von der „Autostadt Wolfsburg“ (…) schufen sie fast 8000 Arbeitsplätze. Geschäftsführer des Unternehmens ist jedoch nach BamS-Informationen ein Neffe von Ferdinand Piëch, dessen Ehefrau fungiert als „Kreativdirektorin“ und bekam ihren Vertrag trotz Einstellungsstopp.

Der Geschäftsführer der Autostadt, Otto F. Wachs, weiß allerdings nichts von einem Onkel Piëch und lässt ausrichten, er sei weder verwandt noch verschwägert mit dem Aufsichtsrats- und früheren Vorstandschef. Und seine Ehefrau Maria Schneider ist tatsächlich Kreativdirektorin — allerdings schon seit 2002, rund zwei Jahre, bevor VW nach Medienberichten einen Einstellungsstopp verhängte.

Reklame für BILDblog — Der Sieger

Wir haben einen Gewinner! Aus dem Entwurf einer BILDblog-Werbung von Timo F. wird demnächst eine Gratis-Postkarte, die freundliche Menschen kostenlos für uns drucken und verteilen wollen. Toll, oder?

Es war von Anfang an ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der hübschen „BILD-Checkliste“ und der verrückten „Killer-Milchschnitte“. Am Ende konnte sich die Milchschnitte mit insgesamt 3627 Stimmen und einem hauchdünnen Vorsprung von gerade einmal zwei Stimmen durchsetzen. Wir danken nochmals allen fürs Mitmachen — und gratulieren dem Gewinner.

P.S.: Nach den vielen Leserbeschwerden zu urteilen, hat es den Gewinner-Entwurf womöglich einige Stimmen gekostet, dass zwischen „Killer“ und „Milchschnitte“ der Bindestrich fehlt. Aber den werden wir natürlich einfügen.

Nachtrag 21.50 Uhr: Und schon hebt sich ein Sturm der Entrüstung, dass gerade der fehlende Bindestrich diese Karte zum Gewinner gemacht habe. Wir werden uns das also gut, sehr gut überlegen.

Neues aus dem Kämmerchen der Depression

ARD schmeißt TV-Pfarrer Fliege raus

So steht es heute in der „Bild am Sonntag“. Ob’s auch stimmt? Wer weiß. (Möglich ist das schon, gut möglich sogar. Letzten Dienstag erst wurde öffentlich über eine neue ARD-Sendung spekuliert, die am 26. September auf dem „Fliege“-Sendeplatz starten solle. Und ARD-Programmchef Günter Struve sagte zuletzt noch vor einer Woche im „Tagesspiegel“ zu der bekannten Tatsache, dass Jürgen Flieges Vertrag wegen schlechter Quoten nicht verlängert werden könnte: „Wir sind uns mit ihm einig: Der 15. Juli ist der Stichtag. Danach werden wir entscheiden.“) Die „BamS“ indes nennt für ihre heutige Rausschmiss-Meldung keine Quellen, zitiert dafür aber den Moderator selbst – im Anschluss an die Frage „Was sagt Fliege zu seinem Rausschmiß?“ – mit den Worten:

„Ich werde mich nicht ins Kämmerchen der Depression zurückziehen. Es wird für mich immer etwas Neues geben.“

Mit Zusätzen wie „…sagte Fliege der ‘BamS'“ oder „Zum Aus seiner Show sagte Fliege der Zeitung zufolge…“ wird Flieges „Kämmerchen“-Satz aus der „BamS“ aktuell von verschiedenen Nachrichtenagenturen weiterverbreitet, wird also spätestens morgen auch andernorts (als exklusives „BamS“-Zitat) zu lesen sein.

Und offenbar hat Fliege den zitierten Satz ja auch gesagt. Sogar zur „BamS“. Zumindest stand er dort schon einmal — vor drei Monaten nämlich, wortwörtlich, damals allerdings noch als vage Antwort auf die vage Frage: „Und mit welchem Gefühl denkt er ans drohende TV-Aus?“

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