Kurz korrigiert (136)

Okay, es ist im Original leicht zu erkennen, was den „Bild“-Mitarbeiter beim Betexten des Nacktfotos von Andrea Kempter auf der Seite 1 der heutigen Zeitung abgelenkt haben könnte. Trotzdem: Frau Kempter ist nicht „Sat.1-Wetterfee“, sondern N24-Wetterfee.

Danke an Nik N. für den Hinweis!

Nachtrag, 21.35 Uhr. Ja: Auch der „Playboy“, aus dem die Fotos stammen, schreibt, Frau Kempter arbeite u.a. für Sat.1. Nur bei dem Sender weiß man nichts davon: „Sie ist ausschliesslich für N24 als Wetter-Moderatorin tätig. Ausschliesslich.“

(Fortsetzung hier.)

Preisrätsel: Wer findet die Bundesliga-Fehler?

Die WM ist vorbei, in einem Monat geht die Bundesliga wieder los, und bei Bild.de kann man sich in einer großen Datenbank jetzt schon über alle Spieler und Vereine informieren.

Gut, die Fehler muss man natürlich selbst korrigieren.

Roque Santa Cruz zum Beispiel ist nicht Spanier, sondern Paraguayer, Claudio Pizarro nicht Italiener, sondern Peruaner,* Owen Hargreaves ist zum Beispiel nicht Deutscher, sondern Brite.

BILDblog-PreisrätselEin Dutzend Fehler hat unser Leser Wolfgang W. in den Tabellen gefunden, und er glaubt: Es sind noch viele, viele mehr. Und weil wir dasselbe Gefühl haben, machen wir daraus das erste BILDblog-Preisrätsel: Wer uns bis heute, 17 Uhr, die meisten Fehler aus den Bundesliga-Tabellen von Bild.de schickt, gewinnt ein BILDblog-T-Shirt seiner Wahl. Einsendungen bitte an preisraetsel@bildblog.de. Leere Felder in den Tabellen zählen nicht. Bei Gleichstand entscheidet das Los.

Viel Vergnügen beim Recherchieren — und Achtung: auch andere ähnliche Tabellen im Netz sind nicht unbedingt fehlerfrei!

*) Hoppla, wir haben übersehen, dass Roque Santa Cruz und Claudio Pizarro inzwischen je zwei Staatsbürgerschaften haben…

Kurz korrigiert (134 – 135)

Ja, nö, das ist gar nicht der Zidane-Beleidiger Marco Materazzi, wie Bild.de glaubt. Das ist der italienische Kapitän Fabio Cannavaro.

Aber was will man erwarten von einem Medium, das über Oliver Kahns Auftreten bei dieser Weltmeisterschaft „doch aber trotzdem“ schreibt:

Er stand zwar keine Minute auf dem Platz, doch Oliver Kahn hat aber trotzdem ganz viele Sympathien gesammelt.

Danke für die vielen Hinweise!

Nachtrag, 9.20 Uhr. Der Satz, dass Kahn nicht auf dem Platz war, ist bei Bild.de verschwunden, als hätte er keine Minute dort gestanden. Und auch Materazzi sieht jetzt anders aus.

„Bild“ verordnet National-Geilheit

Das ARD-Kulturmagazin „Titel, Thesen, Temperamente“ über die „schwarz-rot-geil“-Kampagne der „Bild“-Zeitung:

Mit Autoaufklebern soll gegen „Nörgler“ und „Miesmacher“ zu Felde gezogen werden. BILD fordert: „Ganz Deutschland muss zur No-Go-Area werden. Für all die Miesmacher, die alles besser wissen und nichts besser können“. [Dem Frankfurter Schriftsteller Matthias] Altenburg geht das zu weit. (…) „Es wurde gewarnt davor, bestimmte Gegenden zu betreten, wenn man eine andere Hautfarbe hat. Dass das nun von der Bildzeitung ausgerechnet umgedreht wird und gesagt wird, alle, die sagen, es gibt in diesem Land Ausländerfeindlichkeit, es gibt Fremdenhass, es gibt Übergriffe und nicht zu wenige, dass die plötzlich irgendwo hingeschickt werden sollen, wo kein anderer anständiger Deutscher sich aufhält.“

Marcel Reich-Ranicki: „Worte wie Miesmacher, wie Nörgler sind im Dritten Reich vor allem von Göbbels verwendet worden. Ich würde empfehlen, auf diese Vokabeln eher zu verzichten oder vorsichtiger zu verwenden.“

PS: Eine Abmahnung von „Bild“ wegen mangelnder National-Geilheit erhält heute Wolfgang Thierse. Er ist nicht der erste.

Hallo, Nachbar?

Ach ja, vormittags cool an der Atlantikküste Wellenreiten, nachmittags in Ruhe am Mittelmeer Sonnenbaden, und abends geht’s dann nach Paris, um das Nachtleben zu genießen – So in etwa stellt man sich offenbar bei der „BamS“ Urlaub in Frankreich vor. Jedenfalls heißt es in der aktuellen Ausgabe, im Ressort „Leben Wissen“ (sic):

Das „Hotel du Palais“ in Biarritz verlangt für Pritsche samt Sonnenschrim 275 Euro am Tag. (…) An den öffentlichen Stränden der benachbarten Stadt Cannes kosten Liege und Schirm immerhin noch 30 Euro am Tag.
Hervorhebung von uns.

Mit Dank an Frank G. für den sachdienlichen Hinweis.

Hellseher bei Bild.de

Eventuell wird das Sportgericht in Rom am Dienstagabend ein Urteil im italienischen Fußballskandal sprechen. Vielleicht aber auch erst am Mittwoch. Sollte das Gericht der Anklage folgen, werden dem italienischen Fußballverein Juventus Turin die letzten beiden Meistertitel aberkannt, und er muss in die dritte italienische Liga. Am 4. Juli hatte die Anklage das gefordert. Seit Freitag beraten die Richter nun. Wie sie entscheiden, weiß noch niemand.

Mit Ausnahme von Bild.de. Dort weiß man nicht bloß, wie die Entscheidung ausgeht, nein, der Formulierung nach zu urteilen, kennt man sogar schon die Begründung – und zwar schon spätestens seit dem 5. Juli. Das ist jedenfalls das Datum, das unter diesem Text steht:

Mit Dank an Campino-84 für den sachdienlichen Hinweis.

Nachtrag, 20.57 Uhr. Der Zukunfts-Beauftragte von Bild.de hat den Artikel (nach einem weiteren Blick in die Glaskugel, in die Agenturmeldungen oder auf diese Seite, wer weiß?) entfernt.

Nachtrag, 15. Juli. Jetzt hat das Sportgericht entschieden, und wir wissen: Bild.de kann doch nicht hellsehen.

Kurz korrigiert (133)

Es wäre vielleicht nicht schlecht, wenn derjenige, der die Teaser auf Bild.de beschriftet, den dazugehörigen Artikel nur eine Spur genauer durchlesen würde. Dann ließen sich solche Fehler leicht vermeiden:

Tatsächlich wählt nämlich nicht die FIFA den wertvollsten Spieler der WM, sondern die akkreditierten Medienvertreter. Entsprechend heißt es im Bild.de-Text auch unzweideutig, „Die Journalisten wählten [Zidane] zum wertvollsten Spieler der WM.“

Mit Dank an Thorsten S. für den sachdienlichen Hinweis.

Nachtrag, 14.57 Uhr: Bild.de hat den Teaser flugs korrigiert.

Allgemein  

„BamS“ verkauft Belgier für dumm

„Was tun mit den Deutschland-Fahnen?“, fragt „Bild am Sonntag“ heute und gibt u.a. diesen „Recycling-Ratschlag“ :

an Belgier verkaufen, mit dem Rat, sie verkehrtrum aufzuhängen.

Hmmmm…

Danke für die vielen Hinweise!

Nachtrag, 12. Juli. Die Chefs der „Rheinischen Post“ und ihres Online-Ablegers kommen übrigens von „Bild“. Aber das nur am Rande.

Nachtrag, 17. Juli. Die „Rheinische Post“, die denselben lustigen Rat gegeben hatte, hat diesen anscheinend inzwischen unauffällig aus ihrer Fotogalerie entfernt.

Hinein ins Schleichwerbe-Vergnügen!

Michael Quandt ist keiner von diesen Bild.de-Mitarbeitern, die Verkaufstexte für die Werbekunden schreiben, die dann manchmal als Anzeige markiert werden und manchmal nicht. Nein, Michael Quandt ist Ressortleiter Reise der „Bild am Sonntag“. Nach den Ethikregeln, die bei der Axel-Springer-AG angeblich gelten, dürfte er sich, wenn er über den Heide-Park Soltau schreiben will, von dem Freizeitpark nicht einmal das Hotel bezahlen lassen. Da sind die ganz streng bei Springer.

Außer natürlich, wenn der Heide-Park einfach mal ein paar Freitickets locker macht, die die „Bild am Sonntag“ unter ihren Lesern verlosen kann. Dann schreibt Herr Quandt exakt die gleiche Sorte PR-Text, die sonst die Mitarbeiter in der Werbeabteilung von Bild.de verfassen.

Vergangenen Sonntag jubelte Quandt:


Mit 850.000 Quadratmetern ist der Heide-Park der größte Freizeitpark Norddeutschlands. Und bietet Großen und Kleinen Spaß und Spannung. Beispiele? Bitte sehr!

Schon die Allerkleinsten fühlen sich zum Beispiel in der Seepferdchenbucht mit Spielplatz und Schatzsuche wohl.

(…) Dann ab zum dritten Tip, zu „Colossos“, der weltweit größten Holzachterbahn. Während der 145 Sekunden langen Fahrt geht’s aus 60 Meter Höhe mit 120 km/h fast senkrecht in die Tiefe. Waaahnsinn!

Heute zelebriert Quandt ein großes Jubiläum: den 35. Geburtstag des berühmten Holiday-Parks in Hassloch:

Nicht verpassen sollten Sie die im Jahr 2005 zum vierten Mal hintereinander als weltbeste Achterbahn ausgezeichnete „Expedition GeForce“! (…) Eine Mischung aus Schwerkraft und Schweben — Adrenalin pur! (…)

Und für die ganz Kleinen? Da wartet Maskottchen Holly mit seiner Freundin Dolly in „Holly’s Kinderland“. (…) — da kommt keine Langeweile auf.

Auf je über 100 Zeilen findet sich kein distanziertes Wort über den Park. Die Rätselfragen, die die Leser beantworten müssen, um einen mehrtägigen Aufenthalt dort zu gewinnen, beziehen sich auch auf die tollen Attraktionen. Und für die, die nicht gewinnen, informieren Kästen darüber, was der Besuch sonst kostet, wann geöffnet ist und wo man anrufen kann.

Keine Frage: Längst wird in fast allen Medien bei einem Gewinnspiel der Preis ausführlich (und werblich) vorgestellt. Dass im Gewand eines seitenfüllenden redaktionellen Artikels aber ein ganzes Preisausschreiben zur Werbefläche wird, die auch noch der Ressortleiter selbst füllt — das ist schon eine besondere Spezialität von „Bild am Sonntag“.

Über den beiden gekauften „BamS“-Geschichten steht übrigens nicht „Anzeige“, sondern:

Nachtrag, 11. Juli. Und wenn man wie „BamS“-Ressortleiter Quandt einfach PR-Texte umschreibt, statt selbst zu recherchieren, merkt man natürlich auch nicht, dass die Behauptung des Heide-Parks, der „Colossos“ sei die höchste Holzachterbahn der Welt, gar nicht stimmt.

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