Archiv für November, 2012

Wahlnacht, China, Fesselurlaub

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Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Wahlberichte: unterschiedliche Gewichtung USA und China“
(ndr.de, Video, 6:39 Minuten)
Während die Präsidentschaftswahlen in den USA von den Medien mit unzähligen Wahlpartys gefeiert werden, bleibt es fast stumm zum neuen Staatspräsidenten in China. Auch „in den Zeitungen ist die Welt immer noch sehr amerikanisch. China? Unterrepräsentiert.“

2. „Chinabildblog: Die geschlagene Gurke und die ewige Ente“
(doppelpod.com, Sven Hänke)
Sven Hänke erinnert an diverse, nach wie vor online stehende Falschmeldungen von 2008: „Eine offizielle Anweisung, die ausländischen Studenten während der Olympischen Spiele auszuweisen, ist ein so unwahrscheinliches Ereignis, dass ich mich damals gefragt habe, welche Vorstellung denn in den Köpfen der Verantwortlichen vorherrscht – und wie der Unsinn dort hineingekommen ist -, wenn sie so einen Unfug einfach unreflektiert übernehmen, ohne den Wahrheitsgehalt zu prüfen.“

3. „Den Turbo-Journalismus stoppen“
(berliner-zeitung.de, Nikolaus Brender)
Nikolaus Brender schreibt über die Geschwindigkeit im Journalismus: „Schnelle Berichte fürchten Politiker, Unternehmen, Verbände und auch Gewerkschaften mangels Substanz schon lange nicht mehr. Gefahr im Verzug kommt für sie aber dann auf, wenn sich ein Journalist Zeit nimmt. Das scheint verdächtig.“

4. „Peitschen- und Fesselurlaub unter der Teck“
(stuttgarter-zeitung.de, Jürgen Veit)
„Sado-Hotel quält ganzes Dorf“ schreibt „Bild“ über zwei Ferienwohnungen in Owen. „Eine Darstellung, der Verena Grötzinger, die Bürgermeisterin der 3500-Einwohner-Stadt, entschieden widerspricht. Bisher habe sich noch kein Owener über das Etablissement beschwert. Was sie auch nicht wundere, denn es gehe ihrer Erkenntnis nach keine Belästigung von den Gästen der beiden Wohnungen aus.“

5. „‘Talentiert, aber moralisch verkommen’“
(nzz.ch, Rolf Hürzeler)
Annalena McAfee über den Boulevardjournalismus in Großbritannien: „Journalisten kannten während Jahren keine Grenzen bei ihren Recherchen. Aber sie waren immer sehr schnell bereit, den Zeigefinger auf andere zu richten.“

6. „‘Zapping’ von Mi, 07.11.2012″
(facebook.com, Video, 3 Minuten)
Deutsche US-Wahlnacht-Journalisten live.

MDR Sachsenspiegel, Ronaldo, Grower

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1. „Rettet die Pressefreiheit!“
(petertauber.wordpress.com)
Politiker Peter Tauber kommentiert aktuelle Mediendebatten: „Leute! Jeden Tag rufen Pressesprecher in Redaktionen an, versuchen Infos weiterzugeben, Geschichten zu platzieren, Hinweise auf vermeintlich falsche Darstellungen zu geben, Hintergrundinfos zu liefern und zu erreichen, dass der Laden für den sie arbeiten, möglichst gut dargestellt wird. Das ist ihr Job. Und dabei kommt es sicherlich auch vor, dass sie sich mal im Ton vergreifen. Journalisten treiben das umgekehrte Spiel und lassen sich für die entsprechenden Infos auch darauf ein, mal was ‘Nettes’ zu schreiben. Für eine gute Geschichte macht man eben Kompromisse. Es soll sogar schon vorgekommen sein, dass Journalisten eine Story schon fertig hatten, aber nur noch den Namen eines Politikers suchten, dem sie ihre ‘Zitate’ in den Mund legen konnten.“

2. „Verkehrte Welt: Zwischen Wahlpartys und Gelassenheit“
(dwdl.de, Alexander Krei)
Alexander Krei hat sich die US-Präsidentschaftswahlnacht auf verschiedenen TV-Sendern angeschaut. Die Analysen von RTL sind ihm dabei als „wohltuender Kontrast zur Dauer-Wahlparty“ auf ARD und ZDF aufgefallen.

3. „Sensationsmeldung des Focus: Christiano Ronaldo tippt auf Lionel Messi“
(hogymag.wordpress.com)
Focus.de verwechselt Cristiano Ronaldo und Ronaldo.

4. „MDR Sachsenspiegel: Shitstorm wegen Dynamo-Symbolbild“
(flurfunk-dresden.de, owy)
Nach Kritik an einer Symbol-Grafik räumt der MDR Sachsenspiegel ein, dass diese „nicht optimal ist und zu Missverständnissen führen kann“: „Wir bedauern das und werden daraus intern Konsequenzen ziehen.“

5. „Haiti ist die schlechtere Show“
(zeit.de, Alexandra Endres)
Alexandra Endres versucht zu erklären, warum auch Zeit.de kaum über die Folgen des Hurrikans Sandy für karibische Länder berichtet hat, auch wenn diese „viel, viel schlimmer“ waren, „als sie für die New Yorker je sein könnten“. „Die USA sind uns näher als die Entwicklungsländer der Karibik. Wegen der nahenden Präsidentschaftswahlen war die Aufmerksamkeit der Medienhäuser ohnehin dorthin gerichtet. Und was lag näher, als die Korrespondenten in der Zwangspause, die Sandy dem Wahlkampf verschaffte, über den Sturm berichten zu lassen?“ Siehe dazu auch „Zynische Nabelschau“ (nzz.ch, René Grossenbacher).

6. „Immer auf die Grower“
(hanfjournal.de)

Marina Weisband, Gratiszeitungen, Hypertext

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1. “ Von wegen nicht autorisiert: Antwort auf Marina Weisband“
(spiegel.de, Merlind Theile)
Merlind Theile kontert die Vorwürfe von Marina Weisband: „Alle Zitate des Artikels sind so gefallen, und Frau Weisband hat sie kurz nach Erhalt der Mail telefonisch so bestätigt. (…) Die abgedruckten Zitate entsprechen Frau Weisbands Autorisierung.“

2. „Piraten im Spiegel“
(dirkvongehlen.de)
Dirk von Gehlen zieht Schlüsse aus der Auseinandersetzung: „Journalisten, die die Aufmerksamkeit ihrer Leser erlangen und erhalten wollen, müssen mehr als bisher begründen, warum sie arbeiten wie sie das tun. Sie müssen mehr als bisher transparent machen wie sie arbeiten, dokumentieren woher sie Zitate haben und auf welche Quellen sie sich stützen.“

3. „Laut einer aktuellen Statistik“
(noemix.twoday.net)
Die Zahlen zum „Spiegel-Online“-Artikel „Fast 40 Prozent der Europäer sind psychisch krank“.

4. „‘Gratiszeitungen machen uns dümmer’“
(zeit.de, Peer Teuwsen)
Pedro Lenz kritisiert die massive Verbreitung von Gratiszeitungen in der Schweiz. Ihm fällt auf, „dass morgens 80 Prozent der Leute in die Gratiszeitung 20 Minuten starren und abends 90 Prozent in den Blick am Abend. (…) Wenn Honecker in der DDR von allen verlangt hätte, im Zug das Parteiorgan zu lesen, er hätte nie die Abdeckung erreicht, die bei uns die Gratiszeitungen haben.“

5. „BILD erklärt“
(twitter.com/tazgezwitscher)
Was „Bild“ unter „Hypertext“ versteht.

6. “ Kleine Systematik dummer Argumente“
(wahrheitueberwahrheit.blogspot.de, Thomas)

Bild.de  etc.

Das hässliche Gesicht des Journalismus

Stellen Sie sich bitte folgendes vor:

Der Chinese Jian Feng und seine Frau sind glücklich verheiratet. Dann bringt die Frau ein „unglaublich hässliches“ Baby zur Welt, das weder ihr noch ihrem Gatten ähnlich sieht. Jian Feng wähnt sich hintergangen, doch ein DNA-Test ergibt, dass er eindeutig der Vater des Kindes ist. Schließlich gesteht ihm seine Frau, dass sie, bevor sie ihn kennenlernte, umfangreich schönheitsoperiert worden war. Jian Feng reicht die Scheidung ein, verklagt seine frischgebackene Ex-Frau und bekommt 100.000 Euro zugesprochen.

Diese unglaubwürdige „Fake!“ schreiende kuriose Geschichte erzählt Bild.de seit gestern:

Kuriose Geschichte aus Asien: Der Chinese Jian Feng hat seine Frau verklagt, weil sie ein „unglaublich hässliches“ Baby zur Welt gebracht hat.

Vor Gericht hat er jetzt sogar gewonnen! Dem Mann wurden knapp 100 000 Euro zugesprochen, berichtet die Zeitung „The Irish Times“.

Das behaupten viele Medien, nur: im Archiv der „Irish Times“ gibt es keinen Hinweis darauf, dass die Zeitung oder deren Website jemals über den Fall geschrieben hätten.

Allerdings gibt es einen Artikel im „Irish Examiner“ vom 31. Oktober.

Und von dort aus geht die große Quellen-Odyssee erst richtig los:

Wie planetivy.com berichtet, hat sich der Mann aus dem Norden Chinas von seiner Frau scheiden lassen und sie anschließend, offenbar, verklagt, weil sie hässlich war — und er gewann.

(Übersetzung von uns.)

„Planet Ivy“, ein Webmagazin für bunte Meldungen, hatte am 24. Oktober über den Fall berichtet und sich dabei auf interaksyon.com als Quelle berufen.

Dort war in der Tat ein Artikel über den Fall erschienen — allerdings bereits am 15. Mai 2012, was „Planet Ivy“ irgendwie zu erwähnen vergessen hatte.

(Bei der „Huffington Post“ und dem britischen Boulevardblatt „Daily Mail“ gilt übrigens der Fernsehsender Fox31 aus Denver als Primärquelle, der die Geschichte zwei Tage nach „Planet Ivy“ aufgeschrieben hatte.)

Andererseits war die Meldung auch im Mai schon nicht mehr ganz frisch gewesen: interaksyon.com, das Online-Nachrichtenportal des philippinischen Senders TV5, berief sich auf eine Veröffentlichung der mazedonischen (!) Nachrichtenagentur MINA vom 28. Februar 2012.

In Wirklichkeit ist die Geschichte aber noch viel, viel älter: Die älteste von uns gefundene Fassung stammt von der Website der pakistanischen „Daily Times“ und datiert vom 26. Mai 2004. Jian Fengs Geschichte war schon damals kein Stück glaubwürdiger oder von Quellen untermauerter als sie es heute ist.

Aber wer ist dann die (stets namenlose) Frau auf den Vorher-Nachher-Bildern, die die Artikel bei Bild.de, dem „Irish Examiner“ und in diversen anderen Medien zieren?

Das sind zwei Fotos von einer Person: Fengs Frau vor (l.) und nach den Schönheitsoperationen

Die älteste Version, die wir finden konnten, stammt aus dem Mai dieses Jahres, als die Geschichte gerade ihre Spanien-Tour absolvierte.

Tatsächlich stammen die Bilder aber offenbar von der Website eines japanischen Schönheitschirurgen:

Mit Dank an den Hinweisgeber und mit großem Dank an die Leute bei Reddit.

Manhattan Transfer

Am Freitagabend unserer Zeit wurde der für Sonntag geplante New York Marathon abgesagt. Um 00.04 Uhr früh am Samstag berichtete Bild.de auf der Startseite darüber:

New-York-Marathon abgesagt

Das Foto ist, wie Bild.de schreibt, ein „Archivbild“ — allerdings keines vom letzten New York Marathon oder dem davor oder auch nur irgendeinem New York Marathon. Die Skyline im Hintergrund ist die von Frankfurt am Main, das Bild war eine Woche zuvor beim Frankfurt-Marathon entstanden und lag offenbar noch in der Redaktion rum.

Andererseits nennt man Frankfurt ja manchmal auch „Mainhattan“ und Bild.de hätte es insofern noch schlechter treffen können — zum Beispiel mit der Skyline des antiken Marathon in Griechenland.

Mit Dank an Freddy M., Marcus K. und Thomas W.

Äffchen, Deutschlandfunk, Rommel

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1. „Ich habe keinen Bock mehr“
(marinaslied.de)
Marina Weisband klagt darüber, wie sie in einem Artikel auf „Spiegel Online“ zitiert wird. „90% aller Journalisten, mit denen ich mich getroffen habe, waren freundlich und haben sauber gearbeitet, auch wenn sie kritisch schrieben. Aber es gibt immer diese paar wenigen, denen es ums Narrativ geht. Diesen ist es egal, was ihnen gesagt wird. Sie nehmen den ganzen Kontext weg und stürzt sich auf einen Halbsatz, den man zu seinen Gunsten auslegen kann.“

2. „Standardsituationen der Internetkritikkritik“
(katrinschuster.de)
Katrin Schuster vergleicht den „Welt“-Artikel „Als die Lesesucht die Menschen krank machte“ mit dem Wikipedia-Artikel über Lesesucht.

3. „Abt. Qualitätsradio – heute: DLF über BaZ“
(infam.antville.org, patpatpat)
Der Deutschlandfunk befragt in einem Bericht über die „Basler Zeitung“ Markus Somm und Guy Krneta, die beide falsche Zahlen angeben. „Beide Zahlen sind kreuzfalsch und irreführend. Beitragsautor Thomas Wagner hat sie offenbar nicht nachgeprüft.“

4. „One Laptop per Child: Wenn äthiopische Kinder wie Äffchen dargestellt werden“
(androidnext.de, Amir Tamannai)
Amir Tamannai stört sich an der „Kolonialherren-Attitüde“, mit der das Projekt One Laptop per Child eine Geschichte portiert, die davon erzählt, wie äthopische Kinder eine hingestellte Kartonschachtel tatsächlich öffnen und die Laptops darin starten, statt nur mit den Kartons zu spielen. Die Medien griffen den Fall auf: „Der Tenor blieb dabei derselbe: Ach, was ist es erstaunlich, dass die kleinen Äthiopier ja gar nicht so doof sind wie angenommen und uns fast ein bisschen ähnlich sind.“

5. „Disgust over ‘mock abduction’ of Kyrgyz TV reporter“
(bbc.co.uk, englisch)
Eine prominente Journalistin wird in Kirgisistan entführt, mit einer Waffe und mit dem Tod bedroht – angeblich zum Spaß. „The men then produced a mobile telephone to record their victim’s ordeal before revealing themselves as reporters for a populist newspaper which runs a practical jokes column.“

6. „Wie Kräutertee beim Stones-Konzert“
(sueddeutsche.de, Bernd Graff)
Mit einer Einblendung ruiniert die ARD Bernd Graff den tragischen Höhepunkt im Fernsehfilm „Rommel“.

Fürs Protokoll

Bei Bild.de klingen sie fast ein bisschen aufgeregt:

Löst ER die parteitaktischen Blockaden im Bundesrat?

Heute übernimmt Baden–Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (64) als erster grüner Präsident die Länderkammer.

Protokollarisch ist er jetzt der zweit-wichtigste Mann im Staat.

Das stimmt so nicht. Zwar ist es richtig, wenn Bild.de schreibt, dass der „Bundesrats-Chef“ den Bundespräsidenten vertritt, „wenn der seine Amtsgeschäfte nicht ausüben kann“, aber das macht ihn nicht „protokollarisch“ zum „zweit-wichtigsten Mann im Staat“.

Es gibt in der Bundesrepublik Deutschland keine offizielle Rangliste, „welche die innerstaatliche Rangordnung verbindlich festlegt“, wie das Bundesinnenministerium auf seiner Website schreibt, aber:

Hinsichtlich der Rangfolge der Repräsentanten der Verfassungsorgane des Bundes hat sich jedoch im Laufe der Zeit folgende Staatspraxis herausgebildet:

  • Bundespräsidentin oder Bundespräsident
  • Präsidentin oder Präsident des Deutschen Bundestages
  • Bundeskanzlerin oder Bundeskanzler
  • Präsidentin oder Präsident des Bundesrates
  • Präsidentin oder Präsident des Bundesverfassungsgerichts

Wenn man also von einem „zweiten Mann im Staat“ schreiben will, kann man das allenfalls beim Bundestagspräsidenten tun, so wie im Porträt von Norbert Lammert auf der offiziellen Seite des Bundestages geschehen.

Mit Dank an Thorsten N., Andreas M. und Danny W.

Kostas Vaxevanis, Randsportarten, Zensor

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1. „Warum ich die Lagarde-Liste veröffentlicht habe“
(presseurop.eu, Kostas Vaxevanis)
„Hotdoc“-Verleger Kostas Vaxevanis veröffentlichte eine Liste mit Personen, die ein Bankkonto in der Schweiz haben. Nun wurde er vom Landgericht Athen vom Vorwurf der Verletzung des Datenschutzes freigesprochen. Siehe dazu auch „Medienwirbel um den Verleger Vaxevanis“ (nzz.ch, Elisa Hübel).

2. „Verhitlern für die Quote“
(politisieren.at, Florian Machl)
Florian Machl denkt nach über ein Interview, in dem Felix Baumgartner sagte: „Wir würden eine gemäßigte Diktatur brauchen, wo es ein paar Leute aus der Privatwirtschaft gibt, sie sich wirklich auskennen.“ – „Interessiert man sich für die Meinung Baumgartners, kann man aus dem weiteren Gesagten den ungeschickt formulierten Wunsch nach einer Expertenregierung herauslesen.“

3. „Ich streame, also bin ich ein Sport“
(zeit.de, Christian Spiller)
Randsportarten kommen kaum vor im Fernsehen: „Mittlerweile aber haben sich die Vernachlässigten etwas überlegt. Sie produzieren einfach ihre eigenen Bilder und stellen sie ins Internet. Technisch ist das kein Problem mehr, es ist zudem relativ kostengünstig.“

4. „Me and My Censor“
(foreignpolicy.com, Eveline Chao, englisch)
Eveline Chao erzählt von ihrem Zensor: „Every legally registered publication in China is subject to review by a censor, sometimes several. (…) Our censor, an employee of MOFCOMM [Handelsministerium], was a nervous, flighty woman in her forties with long, frizzy hair and a high, childlike voice, whose name was Snow. (Snow requested I only use her English name for this article.) In late September of this year, I learned that Snow left the magazine, enabling me to finally write this story without fear that it would affect her job.“

5. „Immer zur besten Sendezeit“
(freitag.de, Klaus Raab)
Klaus Raab malt sich aus, wie es wäre, wenn alle Fernsehen nur noch auf Abruf sehen würden.

6. „Was Katzen mögen vs. was Hunde mögen“
(graphitti-blog.de, katja)

Jahrhundertsturm, Verifizierung, Griechenland

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1. „Sandy zeigt, was Journalismus
künftig leisten muss“

(netzwertig.com, Martin Weigert)
Martin Weigert fehlt „ein von einem international renommierten Nachrichtenangebot oder einem Startup entwickeltes, rund um den Globus bekanntes Portal zur Verifizierung von nachrichtenrelevantem User Generated Content.“

2. „Syrien-Fotos im SPIEGEL: Zu stark, um echt zu sein?“
(spiegel.de, Matthias Krug)
Ein Leser zweifelt die Echtheit zweier Fotos im „Spiegel“ an, die Fotoredaktion antwortet. „Als einziges Medium in Deutschland verfügen wir über eine Bildverifikation mit insgesamt sieben Mitarbeitern.“

3. „Da bläst er!“
(wahrheitueberwahrheit.blogspot.de, Thomas)
Jedes Jahr wieder: Jahrhundertstürme.

4. „Die Völkerverständiger“
(dialoggers.eu, Diogenes Dimitrakopoulos und Marcus Pfeiffer)
Zusammenarbeit zwischen Journalisten aus Deutschland und Griechenland jenseits der „veralteten Stereotype“, die bestimmte Medien nutzen, „um Politik zu spielen und damit ihre Auflage zu steigern“.

5. „The 13 Worst Reviews of Classic Books“
(publishersweekly.com, Bill Henderson, englisch)
Vernichtende Kritiken über Bücher, die später zu Klassikern wurden.

6. „Postillon24 Nachrichten: Folge 3 – Mann walkt tagelang nordic im Kreis“
(youtube.com, Video, 5:57 Minuten)

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