Betr.: „Bild“-Kolumnist Hauke Brost erklärt BILDblog

Auf seiner Homepage hatte „Bild“-Kolumnist Hauke Brost www.BILDblog.de zu seinen „Lieblings-Links“ gezählt und das wie folgt begründet:

Weil die Macher dieser Seite Tag für Tag geradezu rührend bemüht sind, BILD Fehler nachzuweisen. Zugegeben: Manchmal schaffen sie das tatsächlich (nobody is perfect). bildblog ist für mich wie ein lieber Nachbar, der den ganzen Tag mit dem Sofakissen im Fenster lehnt und in einen Garten glotzt, in dem er Unsittliches vermutet. „Ha, schon wieder ein Wort falsch geschrieben! Typisch BILD!“ „Ha, Wussow ist laut BILD schwerkrank? Vor 4 Wochen war Wussow laut BILD noch fit wie ein Turnschuh, klicken Sie hier!“ „Haben Sie schon diese entsetzliche Glosse von Hauke Brost gelesen?“ So ähnlich geht das den lieben langen Tag. bildblog hat null Humor, weiß grundsätzlich alles besser und macht natürlich niemals Fehler. So ist mir bildblog ans Herz gewachsen – so wie ich oben erwähnten Nachbarn auch fröhlich grüßen würde: „Na, Herr Nachbar? Heute schon jemanden beim Falschparken oder Nacktbaden erwischt?“

bildblog verkörpert die hierzulande weit verbreitete Oberlehrer-Mentalität wie kaum eine andere website und ist deshalb auf jeden Fall einen Besuch wert. Außerdem ist bildblog mehrfach preisgekrönt, also muß ja was dran sein… (???)

Manchmal ist bildblog sogar selbstkritisch. Lesen Sie das (Zitat aus bildblog). „Die Lust, mitzuwirken an BILDblog, scheint grenzenlos. Und führt gelegentlich zu beunruhigenden Auswüchsen. Als wir einmal einen Beitrag über Hauke Brost brachten, einen „Bild“-Kolumnisten, der zu seinen Artikeln voller Klischees über Frauen und Ausländer nur stehen kann, indem er sie als Satire verstanden wissen will, war darin auch ein Link zu seiner Homepage enthalten. In kürzester Zeit hatten unsere Leser dem Mann sein Gästebuch, man kann es nicht anders sagen: vollgekotzt. Eine offenbar jahrelang aufgestaute Wut brach sich Bahn. Erschrocken verfolgten wir, wie sich – trotz unserer Bitten um Zurückhaltung – die Schreiber in immer groteskeren und abstoßenderen Beschimpfungen überboten. Ein Mitarbeiter von „Bild“ sagte später: Da sehe man mal, wir sollten von unserem hohen moralischen Ross runterkommen. Unter unseren Lesern sei genauso ein „Mob“ wie unter denen der Zeitung, für die er arbeitet. Wir hätten ihm den vermeintlichen Beweis für diese Illusion lieber nicht geliefert.“ (Zitat Ende.) Dieser Text enthält zwar eine Reihe von Fehlern und hinterläßt eine Reihe von Fragen. Aber trotzdem danke, bildblog, für diese leisen Ansätze von Selbsterkenntnis.

Brost hat obigen Text inzwischen von seiner Homepage entfernt. Kurzzeitig fand sich dort allerdings offenbar folgender Hinweis:

Und wo ist der Link, den Sie eigentlich lesen wollten? Wegen dem Sie auf dieser Site gelandet sind? Ich habe ihn erst einmal gelöscht, da mir die lieben Kollegen während meines Urlaubs eine Mail geschickt haben, in der sie den bisherigen Text in Frage stellen. Das muss man ernst nehmen. Also denke ich erst einmal in Ruhe darüber nach.

Der Hinweis wurde inzwischen ebenfalls gelöscht.

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