Ausgegrantelt

Else Kling ist tot. Sie starb am vergangenen Sonntag, kurz vorm Abspann der „Lindenstraßen“-Folge „sanft und ein wenig kitschig“ (Focus Online).

Tags zuvor hatte die „Bild“-Zeitung bereits über Klings drohenden Fernsehtod berichtet — unter der Schlagzeile:

„Else Kling schimpft über den Fernseh-Tod in der Lindenstraße“.

Das mag stimmen. Bereits im Januar hatte die „Bild am Sonntag“ schließlich einen umstrittenen Beitrag veröffentlich, wonach sich die Kling-Darstellerin Annemarie Wendl einen spektakulären Abgang gewünscht hätte. (O-Ton damals: „Ich will ermordet werden!“) Und eine Woche vor Wendls Ausstieg hatte die „BamS“ noch einmal nachgelegt und geschrieben: „Mit dem Drehbuch-Tod nach 21 Jahren ist der TV-Star nicht so ganz zufrieden.“

Und ähnlich stand’s dann also auch am Samstag in „Bild“:

„‚Ich wollte spektakulär sterben, nicht so langweilig‘, grantelt Annemarie Wendl. ‚Ich hatte schließlich eine markante Rolle.‘ (…) Wendls Wunsch, daß die Figur Else Kling erschossen wird, erfüllt sich nicht.“

Dass die Nachrichtenagentur dpa kurz vor der „Bild“ ein Statement Wendls verbreitete, wonach sie den Serientod mit dem „Lindenstraße“-Produzenten Hans W. Geißendörfer durchgesprochen und „gemeinsam (…) das Ende konzipiert“ habe, bleibt „Bild“-Lesern ebenso vorenthalten wie Wendls deutlich weniger grantlerisches Resümee:

„Es wird ein würdiger und ergreifender Abschied — so viel ist sicher.“

Mit Dank an Monica W. für die sachdienliche Unterstützung.

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