1. In Sachen Mario Voigt
(faz.net)
Die “FAZ” reagiert auf eine Recherche von “FragDenStaat”, laut der der Gastbeitrag des thüringischen Ministerpräsidenten Mario Voigt (CDU) von Mitte August 2025 mit Künstlicher Intelligenz generiert worden sei, und depubliziert den Artikel: “Wir veröffentlichen heute und auch künftig keine Originalbeiträge mit von KI generiertem Text. Es sei denn, die Tatsache, dass der Text von KI generiert wurde, ist der eigentliche Sinn des Beitrags.”
2. Wie die Fifa Geld macht
(taz.de, Yannik Achternbosch)
Bei der heute beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft laufen nur 60 der 104 Spiele bei ARD und ZDF. Die restlichen 44 Partien seien exklusiv bei MagentaTV zu sehen. Yannik Achternbosch ordnet diese Situation als Teil des Geschäftsmodells der Fifa ein: Fernsehrechte, Sponsoring und Tickets würden dem Verband im Vierjahreszyklus Milliarden US-Dollar einbringen. Sportökonom Christoph Breuer warne, dass die Ausweitung auf immer mehr Teams und Spiele das Produkt WM auch entwerten könne. Im Kern gehe es nicht nur um Fußball, sondern um Macht: Je mehr Geld die Fifa, auch durch die TV-Gelder, einnehme und an Mitgliedsverbände verteile, desto stabiler bleibe die Machtbasis von Präsident Gianni Infantino.
3. Wolfram Weimer baut der Eigentlichkeit ein Gehäuse
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Stefan Niggemeier seziert die Rhetorik von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Im Mittelpunkt des Beitrags stehen Weimers Lieblingsbegriffe “Eigentlichkeit” und “Gehäuse”, die er seit Jahren in Kolumnen, Reden und Interviews verwende, oft ohne dass klar werde, was genau damit gemeint ist. Niggemeiers Fazit: “Wolfram Weimer ist ein Großproduzent heißer, nach Intellektualität riechender Luft, und die Eigentlichkeit seines Gehäuses ist ein Gebläse.”
4. Hauptpreis des Zentralrats der Juden: Nuhr betrüblich
(campact.de, Matthias Meisner)
Matthias Meisner kritisiert die Verleihung des Leo-Baeck-Preises des Zentralrats der Juden an Dieter Nuhr. Der Preis gilt als höchste Auszeichnung des Zentralrats und soll Persönlichkeiten ehren, die sich besonders für jüdisches Leben einsetzen. Meisner stellt infrage, ob Nuhr dafür geeignet ist. Zwar positioniere er sich deutlich gegen Antisemitismus, zugleich bediene er nach Ansicht vieler Kritiker rassistische, anti-woke und antiliberale Ressentiments.
5. Der Pudding wird uns auf die Füße fallen
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Beim Blick auf die politische Debatte über verpflichtende Alterskontrollen im Internet sieht Sebastian Meineck gleich mehrere Probleme: Ausweis-Apps würden Menschen ohne passende Dokumente oder Geräte ausschließen, robuste Kontrollen die Privatsphäre gefährden und Sperren sich über VPN oder Tor umgehen lassen. Statt einer scheinbar perfekten Altersverifikation fordert Meineck eine ehrlichere Debatte über die Zielkonflikte. Strenge Alterskontrollen könnten sonst zum Grundstein eines digitalen Kontrollapparats werden.
6. Bildmarkt ächtzt unter KI-Entwicklung
(verdi.de, Susanne Stracke-Neumann)
Susanne Stracke-Neumann fasst die Ergebnisse der Umfrage “Image Market – Business Trends” (PDF) der Hochschule Hannover zusammen und zeigt, wie stark der Bildmarkt durch Künstliche Intelligenz unter Druck gerät. Auf Auftraggeberseite steige die Nachfrage nach derartigen Bildern. Als Gründe nennten Käufer die kreativen Möglichkeiten, vor allem aber Kosteneinsparungen. Die Studie zeige zudem stagnierende Honorare, einen Gender-Pay-Gap und große Skepsis gegenüber KI-Training: Über 90 Prozent der Kreativen würden es ablehnen, ihr Material dafür zur Verfügung zu stellen.



