Lichtermarkt-Hysterie, „Addendum“ mit Brause-Millionen, Kaffee ist alle

1. Wie sowas läuft: Die rechte Digital-Kampagne gegen Elmshorn.
(fearlessdemocracy.org, Gerald Hensel)
Gerald Hensel hat bei „Fearless Democracy“ die Social-Media-Kampagne gegen die Stadt Elmshorn und ihren Lichtermarkt analysiert, vom ersten Tweet bis hin zur hunderttausendfachen Verbreitung. Ein konstruierter Shitstorm, der jeden treffen kann, so Hensel: „Ein Tweet reicht, ein Event-Name, der ins Weltbild passt, und am Ende ein schwarzes Kind auf einem Plakat. Fertig ist die Kampagne. Und eine Stadt, deren Vorweihnachtszeit empfindlich gelitten haben dürfte.“

2. Addendum arbeitet grundsätzliche Themen mit großem Besteck auf
(get.torial.com, Bernd Oswald)
Für seine neue Medienplattform „Addendum“ hat der österreichische Multimilliardär und „Red Bull“-Brauer Dietrich Mateschitz etwas tiefer in die Brieftasche gelangt und gleich 40 Mitarbeiter angeheuert. Mateschitz haftet der Ruf an, rechts der Mitte zu stehen, entsprechend kritisch wurde und wird das Projekt von außen beäugt. Bernd Oswald kann der Seite in seiner Rezension durchaus Gutes abgewinnen. Außerdem fänden sich keine Ansatzpunkte dafür, in „Addendum“ ein populistisches Projekt oder die Schaffung einer „Gegenöffentlichkeit“ zu sehen. Er kritisiert jedoch das Fehlen von konkreten Lösungsvorschlägen.

3. Wenn zwei sich streiten
(deutschlandfunk.de, Thomas Wagner)
Vor 20 Jahren griff der „Südkurier“ aus Konstanz mit einer neuen Lokalausgabe die Konkurrenz der „Schwäbischen Zeitung“ auf deren Gebiet an. Die „Schwäbische Zeitung“ konterte kurze Zeit später mit drei neuen Lokalausgaben im Stammgebiet des „Südkuriers“. Der Wettbewerb findet nun ein Ende: Zum Jahresende will der „Südkurier“ seine Lokalausgabe dichtmachen. Die „Schwäbische Zeitung“ wiederum habe die Schließung ihrer drei Lokalredaktionen im „Südkurier“-Stammgebiet angekündigt. Kritiker bedauern das Schrumpfen der publizistischen Vielfalt.

4. „Townhall-Meetings“ als Nonplusultra der Wahlberichterstattung? Ein Einspruch von Journalismus-Professor Bernd Gäbler
(meedia.de, Bernd Gäbler)
Neuwahlen würden auch einen erneuten Wahlkampf bedeuten. Wie werden die Medien darüber berichten? Auf welche Formate werden sie setzen? Nachdem das letzte „TV-Duell“ eher kritisch gesehen wurde, könnten die Medien verstärkt auf sogenannte „Townhall-Meetings“ mit Bürgerbeteiligung setzen. Journalistik-Professor Bernd Gäbler kann dem Format nur wenig abgewinnen: „Wenn die Politik-Journalisten von sich aus beginnen, in die einseitigen Lobeshymnen dieser „Townhall“-Formate einzustimmen, die als gelegentliche Ergänzung in einem Wahlkampf ihre Berechtigung haben mögen, dann stimmen sie letztlich ein in den Abgesang auf ihre eigentliche Profession.“

5. Cyberkriminologe Thomas-Gabriel Rüdiger über Hass im Netz
(blmplus.de, Elena Lorscheid, Video, 3:59 Minuten)
Thomas-Gabriel Rüdiger ist Kriminologe am „Institut für Polizeiwissenschaft“ der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg. Die Schwerpunkte des Cyberkriminologen liegen unter anderem auf „digitalen Straftaten und Interaktionsrisiken sozialer Medien“. Auf den Augsburger Mediengesprächen 2017 fordert er beim Thema „Hass im Netz“ mehr Schutzmaßnahmen für Opfer und ein höheres Risiko für Täter.

6. Schleichwerbung beim SWR – Jugendradio DASDING handelt sich wegen Kaffeeaktion einstweilige Verfügung ein
(allgemeine-zeitung.de, Markus Lachmann & Mario Thurnes)
Dem Jugendsender des SWR wurde per einstweiliger Verfügung untersagt, im Rahmen der „DASDING Morningshow“ Werbung und/oder Sponsoring für Dritte zu betreiben. Bei der sogenannten „Hallo wach“-Aktion hatte man an verschiedenen Orten kostenlosen Kaffee ausgeschenkt. „Powered by McCafé“, wie es hieß. Dies hätte teilweise vor „McDonald’s“-Filialen stattgefunden. Zudem sei im Internet das „McDonald’s“- Logo abgebildet und auf die „McDonald’s“-Seite verlinkt worden.