Nichtige BKA-Listen, Falsches von der Polizei, 50 Jahre „Aktenzeichen“

1. BKA-Listen waren nicht rechtskonform
(faktenfinder.tagesschau.de, Patrick Gensing)
Beim G20-Gipfel in Hamburg wurden einige Medienvertreter von der Polizei nicht ins Medienzentrum gelassen und somit an ihrer Arbeit gehindert. Als Grundlage dienten damals Namenslisten des Bundeskriminalamtes. Nun stellt sich raus: Das BKA hatte diese Listen wieder zurückgezogen, sie durften also gar nicht mehr verwendet werden. „Diese Information erreichte aber nicht die eingesetzten Polizisten am Medienzentrum. Die Beamten beschlagnahmten dort Akkreditierungen von Journalisten, einem wurde sogar Urkundenfälschung vorgeworfen“, so Patrick Gensing. Die „taz“ schreibt ebenfalls über „Pannen der Polizei beim G20-Gipfel“.

2. Wenn die Fake News von der Polizei kommen
(rbb24.de, Markus Pohl)
Oft gibt es Lob für Polizeistellen, die über Einsätze twittern und selbst in Breaking-News-Situationen noch besonnen darauf hinweisen, man möge doch bitte keine Fotos vom Einsatzort in die Welt jagen. Manchmal verbreiten Accounts der Polizei über Twitter aber auch blanke Falschmeldungen: hier sei vermeintlich eine „benzingefüllte Flasche“ geflogen, dort ein Türknauf „unter Strom gesetzt“ worden. Rechtsexperten hielten diese Praxis „für schlicht rechtswidrig“, schreibt Markus Pohl.

3. Der verlängerte Arm der Kripo
(deutschlandfunk.de, Klaus Deuse, Audio, 5:13 Minuten)
Von Raub bis Mord, von Eduard Zimmermann bis Rudi Cerne: Klaus Deuse blickt im „Deutschlandfunk“ auf 50 Jahre „Aktenzeichen XY … ungelöst“ zurück.

4. Was zur Hölle geht eigentlich mit der ‚Heute‘?
(vice.com, Verena Bogner)
Das Knallportal oe24.at (Onlineableger der Zeitung „Österreich“) hat sie sich bereits genauer angeschaut, mit der „Kronen Zeitung“ ist sie ebenfalls durch — nun hat sich Verena Bogner an Österreichs drittes Boulevardmedium gemacht, die Gratis-Tageszeitung „Heute“: „Dass die Heute in der heiligen Dreifaltigkeit des österreichischen Boulevards tatsächlich der ‚gute‘ ist, mag stimmen. Im Gegensatz zu Österreich und Krone wirkt das Blatt beinahe gemäßigt und harmoniebedürftig. Außerdem wird immer wieder der Anschein der Kritikfähigkeit und Selbstreflexion geweckt.“

5. Pfft-pfft to go
(spiegel.de, Anja Rützel)
Seit vorgestern hat Reality-TV-Star Daniela Katzenberger ein eigenes Printmagazin. Der „Bauer“-Verlag hat’s uns eingebrockt möglich gemacht. Anja Rützel rützelt dazu: „Aufs erste Blättern sind das lauter Einlassungen zu einer Lebensführung, die wie ein quietschrosa Luftkissenboot immer eine gute Gürtelbreite über dem Eigentlichen schwebt, die Oberfläche niemals berührt, geschweige denn ankratzt.“ Mehr Rezensionen des neuen Katzenberger-Hefts: „Vice“ mit „Ich habe das ‚Daniela Katzenberger‘-Magazin gelesen, damit ihr es nicht müsst“ und süddeutsche.de mit „Ich über mich“.

6. 17 Leute, die komplett am Postillon scheitern
(buzzfeed.com, Phil Jahner)
Jacqueline „kanns nich fassen“ — da renkt sich ein Flüchtling den Unterkiefer aus, um ein blondes deutsches Kind zu verspeisen. „Und sowas lassen die hier rein langsam reichts“, kommentiert sie zu dem Link, den sie bei Facebook gepostet hat. Der stammt allerdings von den lieben Kollegen des „Postillon“. Phil Jahner hat Jacquelines und 16 weitere Fälle gesammelt, in denen Satire nicht als Satire erkannt wurde.