ARD-Spiegelfechterei, Präzedenzfall, Hauswinkelspinnen-Hysterie

1. „Simple Schmähkritik“: ARD kontert dem „Spiegel“
(dwdl.de, Alexander Krei)
Der „Spiegel“ beschäftigt sich in der aktuellen Ausgabe sehr kritisch mit dem öffentlich-rechtlichen System („Die unheimliche Macht — Wie ARD und ZDF Politik betreiben“). Die ARD hat mit einer Stellungnahme reagiert, die sie mit dem Wort „Zerrspiegel“ überschreibt. Alexander Krei fasst die Antwort des Senders bei „DWDL“ zusammen. Weiterer Lesetipp zum Thema: „Zapp“ mit „Wie der „Spiegel“ Medienpolitik betreibt“.

2. #np13 – Datenjournalismus als Gegenpol zur staatlichen und kommerziellen Datenanalyse
(netzpolitik.org, Johann Stephanowitz, Video, 26:54 Minuten)
Michael Kreil arbeitet bei „Data Science and Storys“, dem Datenjournalismus-Team der Berliner Zeitung „Tagesspiegel“. Auf der „Netzpolitik“-Konferenz gab er unter dem Titel „Datenjournalismus für die Informationsgesellschaft“ einen Überblick über die Möglichkeiten von Datenjournalismus und stellte verschiedene interaktive Projekte vor. Zum Beispiel das Lobbyradar, das die Lobby-Netzwerke der Hauptstadt grafisch darstellt, oder die GSM Map, die zeigt, wie gut die Mobilfunknetze verschlüsselt sind. Sein Vortrag liegt als Video und als Audiomitschnitt vor.

3. Floskel des Monats: Schlechter Tag für die Demokratie
(journalist-magazin.de, Sebastian Pertsch & Udo Stiehl)
War der 24. September ein „schlechter Tag für die Demokratie“? Ganz im Gegenteil finden die Floskel-Experten Sebastian Pertsch und Udo Stiehl in ihrer Monatsglosse: „Trotzdem war die Bundestagswahl auch 2017 wieder ein guter Tag für die Demokratie — weil die freie Wahl eines ihrer wichtigsten Merkmale ist. Selbst wenn das Ergebnis nicht jedem gefällt.“

4. Bundesnetzagentur zwingt Telekom zum Nachbessern
(zeit.de)
Die Bundesnetzagentur hat entschieden: Die sogenannten „StreamOn-Tarife“ der Telekom verstoßen nur in Details gegen die Netzneutralität. Bei den Streaming-Tarifen werden datenintensive Audio- und Videodienste wie Spotify, Netflix, Apple Music, Amazon Prime und Youtube nicht auf das Datenvolumen des Vertrags angerechnet. Kritiker sehen in der unterschiedlichen Behandlung der Medientypen einen Verstoß gegen das Gebot der Gleichbehandlung allen Datenverkehrs und sprechen von einem „gefährlichen Präzedenzfall“.

5. Unsere kleine Stadt
(sueddeutsche.de, Viola Schenz)
„Merkurist“ ist ein Web-Portal für Lokaljournalismus, das von den Zulieferungen und Vorschlägen seiner Nutzer lebt. Gegründet wurde die Plattform von Manuel Conrad, der das Projekt mit einem Team von Software-Entwicklern hochgezogen hat. Seit zwei Jahren gibt es den „Merkurist“ schon, der von bezahlten PR-Texten und sonstigen Anzeigen lebt. Und Investoren, die an diese Form von Journalismus glauben.

6. Invasion! Plage! Bissig! Die alle Jahre wiederkehrende Hauswinkelspinnen-Hysterie der Online-Medien
(meedia.de)
Social-Media-Star ist derzeit die „Hauswinkelspinne“ und das hat einen schlichten Grund: Im Herbst werden die Tiere am häufigsten gesehen. Da das Thema viele Klicks generiert, überbieten sich viele Online-Medien geradezu mit sensationsheischenden Beiträgen, bei denen auch fleißig voneinander abgeschrieben wird. Das Medienportal „Meedia“ bleibt jedoch gelassen: „Aber wie das so ist mit Medien im Allgemeinen und Online-Medien im Speziellen. Wenn der Winter da ist, wird sich aufgrund der Temperaturen die Spinnen-Hysterie erledigt haben und das „Blitz-Eis“, bzw. der „Russen-Winter“ drohen. Und im nächste Herbst holt dann garantiert wieder jemand das Thema Hauswinkelspinne aus der Schublade.“