Landesverrat, Meuthen-Mythen, Streaming-Emmys

1. Zwei Jahre später
(taz.de, Christian Rath)
Nach dem Landesverrats-Vorwurf gegen die „Netzpolitik“-Blogger wollte Bundesjustizminister Maas das entsprechende Gesetz reformieren. Christian Rath fragt sich, was daraus geworden ist. Die Antwort fällt nüchtern aus: „Die von Justizminister Heiko Maas (SPD) angekündigte Prüfung des Landesverratsparagrafen führte zu keinerlei Änderung.“

2. Fotojournalisten sofort freilassen
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die „Reporter ohne Grenzen“ sind besorgt über die Festnahme eines myanmarischen Fotojournalisten und seines Assistenten in Bangladesch: „Minzayar Oo und Hkun Lat wollten die dramatische Situation der Rohingya dokumentieren. Es kann nicht sein, dass sie der Spionage beschuldigt werden, nur weil sie ihren Job gemacht haben.“

3. Faktencheck: Meuthen, Merkel, Mythen
(correctiv.org, Inga Wonnemann)
AfD-Bundesvorstand Jörg Meuthen hat ein kurzes Video gepostet, das eine Szene aus einem Merkel-Interview vom Oktober 2015 zeigt: In dramatischer Aufmachung wird Angela Merkel eine Aussage in Sachen Flüchtlingspolitik in den Mund gelegt, die sie so nicht gemeint hat. Der Ausschnitt sei aus dem Zusammenhang herausgerissen, so die Faktenchecker von „Correctiv“. Es sei eine „gezielte Desinformation“.

4. Immer mehr live und weniger kritisch
(deutschlandfunk.de, Matthis Jungblut)
Wenn es in den Medien um Sport geht, dann im ganz überwiegendem Fall um (Männer-)Fußball. Weniger populäre und massenkompatible Sportarten fallen meist durch das Raster. Doch durch das Internet wird es immer einfacher, auch anderen Sportarten eine Bühne zu geben. Und so geht der Trend zu immer mehr Livesport bei immer mehr Anbietern. Dabei bleibe jedoch oft der kritische Sportjournalismus auf der Strecke.

5. Hausverbot für Tagesspiegel bei Auftritt von Petry und Lengsfeld
(tagesspiegel.de)
Die Veranstalter des geplanten gemeinsamen Auftritts von AfD-Chefin Frauke Petry und der ehemaligen DDR-Bürgerrechtlerin und Ex-CDU-Bundestagsabgeordneten Vera Lengsfeld haben ein Hausverbot gegen den „Tagesspiegel“ verhängt. Dieser hatte zuvor über Verbindungen zur rechtsradikalen „Ein-Prozent-Bewegung“ um den umstrittenen Publizisten Götz Kubitschek berichtet.

6. Die Emmys führen das traditionelle Fernsehen vor
(sueddeutsche.de, Kathrin Werner)
In Los Angeles wurden zum 69. Mal die Emmy-Awards verliehen, die als weltweit wichtigster Fernsehpreis gelten. Unter den Gewinnern waren in diesem Jahr zahlreiche Produktionen von Internetstreaming-Diensten wie „Netflix“ und „Amazon Prime“. Entsprechend habe es einiges an Witzen auf Kosten der alten Fernsehsender gegeben, so „SZ“-Korrespondentin Kathrin Werner. Der große Vorteil der Streamingdienste: Sie seien nicht von Einschaltquoten abhängig, müssten nicht auf Werbekunden schielen und könnten sich daher auch Serien außerhalb von Massengeschmack und Mainstream erlauben.