Wahlsoftware-Debakel, Cato der Neurechte, Schweizer Kaffee

1a. BILDblog braucht Deine Hilfe — unterstütze uns bei Steady
(bildblog.de)
Hier beim BILDblog sieht es finanziell nicht gut inzwischen etwas besser aus. Das ist großartig, aber immer noch knapp kalkuliert. Um BILDblog eine solidere Basis zu geben, brauchen wir Deine Unterstützung. Es fehlen mit Stand von heute morgen nur 60 Euro, und das nächste Ziel ist erreicht. Zur Belohnung erhält jeder Unterstützer exklusiv einmal in der Woche einen Newsletter mit Hintergrundinfos, Werkstattberichten und den schönsten Anfeindungen von „Bild“-Oberchef Julian Reichelt. Unterstütze uns bei Steady (monatlich oder jährlich per Lastschrift, Paypal oder Kreditkarte), und wir erreichen gemeinsam das nächste Ziel!
Unterstütze uns auf Steady

1b. Die Bundestagswahl kann manipuliert werden
(zeit.de, Kai Biermann & Holger Stark)
Noch im Januar sagte der Bundeswahlleiter, man habe die Bundestagswahl technisch so abgesichert, „dass sie gegen alle Manipulationsversuche geschützt ist“. Nun sind einem 29-jährigen Informatiker, der gerade seinen Master an der Uni Darmstadt macht, besorgniserregende Schwachstellen bei der Software „PC-Wahl“ aufgefallen, die eine Manipulation der Bundestagswahl möglich machen. Die „Zeit“ hat daraufhin Experten vom Chaos Computer Club (CCC) gebeten, die Qualität von „PC-Wahl“ zu prüfen. Mit doppelt erschreckendem Ergebnis, denn die Hacker halten auch die mittlerweile eingeleiteten Gegenmaßnahmen für wirkungslos.
Weitere Informationen liefert der netzpolitik.org-Beitrag „Wahlmanipulation für Anfänger: Auswertungssoftware hat Sicherheitsprobleme“

2. Stürme von gestern
(sueddeutsche.de, Johan Schloemann)
„Cato“ heißt das neue Magazin, das sich mit einer Startauflage von 50.000 Exemplaren vornehmlich an eine rechtskonservative Leserschaft wendet. Das Blatt komme vordergründig „nicht als lautes Kampfblatt daher, sondern als kultivierte, sinnliche Sammlung von Essays, Features und Feuilletons.“ Hinter der gediegenen Hülle würden allerdings führende Köpfe der neuen Rechten stecken. Johan Schloemann dröselt die besorgniserregenden Verbindungen auf.
Weitere Leseempfehlung: Andreas Speits Beitrag in der „taz“ „Wie einst in Rom“

3. Russische Drahtzieher sollen bei Facebook Anzeigen geschaltet haben
(spiegel.de)
Facebook hat 470 mutmaßlich russische Konten gesperrt, die im US-Wahlkampf rund 3.000 Anzeigen mit politischen Botschaften geschaltet haben. Das sei bei einer tiefer gehenden Untersuchung zum russischen Einfluss auf die US-Präsidentenwahl festgestellt worden, so Facebook in einem Blogeintrag.

4. Wie Tschechien gegen Fake News kämpft
(de.ejo-online.eu, Zuzana Veselková)
Auch Tschechien ist von „Fake News“ betroffen: Laut einer Studie glaube ein Viertel der Tschechen pro-russischen Falschmeldungen. Zuzana Veselková erklärt die Hintergründe und erzählt, wie Regierungsstellen und private Initiativen gegen die Propaganda angehen.

5. Tagesschau als Sprachrohr des Cafetier-Verbands
(infosperber.ch, Urs P. Gasche)
In der Schweiz sorgt ein „Tagesschau“-Beitrag des SRF für Empörung: Statt seriöser Nachrichten habe die Schweizer „Tagesschau“ einen zweieinviertel-minütigen Beitrag produziert, den die PR-Abteilung des „Cafetier-Verbands“ (eine Lobbyvereinigung Schweizer Gastronomen) nicht besser hätte selber machen können, wie Urs P. Gasche kritisiert.

6. Der blaue Riese treibt die Medien vor sich her
(medienwoche.ch, Nick Lüthi)
Facebook versucht, immer weitere Bereiche unseres sozialen Alltags zu erobern. Aktuell über einen fest verankerten Button zum „Marketplace“. Der Vorstoß bedroht nicht nur Plattformen wie Ebay, sondern sei auch eine potentielle Gefahr für Medienhäuser, so Nick Lüthi: „Das vor noch nicht so langer Zeit für teures Geld zurückgekaufte Anzeigengeschäft droht den Verlagen ein zweites Mal verloren zu gehen, diesmal einfach digital.“