Polizeilicher Datenskandal, Linksunten-Klagen, Strunz auf Viagra

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1b. Datenskandal bei der Polizei: Offenbar zehntausende Unschuldige gespeichert
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Es ist ein Datenskandal größeren Ausmaßes: Im Rahmen der Aufarbeitung der 32 nachträglich entzogenen G20-Akkreditierungen stellt sich nun heraus, dass offenbar zehntausende Unschuldige ungerechtfertigt in polizeilichen Datenbanken gespeichert werden. Die Tagesschau spricht gar von Millionen möglicherweise rechtswidriger Daten. Das allgemeine Entsetzen ist groß. Zunächst einmal bei Medien und Journalistenverbänden: Der Deutsche Journalisten-Verband fordert vom Bundeskriminalamt Aufklärung darüber, welche Daten von Journalistinnen und Journalisten aus welchen Gründen gespeichert sind. Und auch die „Reporter ohne Grenzen“ fordern eine Klärung und Beendigung der bisherigen Speicherpraxis: BKA-Datensammlung aufklären und abstellen
Doch es geht längst nicht nur um Journalisten. In den Datenbanken seien zehntausende von Menschen gespeichert, oft wegen Fehlern oder aus nichtigen Gründen. Einige Beispiele unter vielen: Allein unter „Gewalttäter Sport“ seien ca.11.000 Menschen erfasst, von denen viele niemals für eine Straftat verurteilt wurden. Und offenbar befänden sich zehntausende Gelegenheitskiffer ungerechtfertigt in den stigmatisierenden Datenbanken. „Netzpolitik“-Autor Reuter rät am Ende seines Beitrags, im Bedarfsfall eine Selbstauskunft beim BKA oder dem jeweiligen Wohnort-LKA einzuholen und verweist auf entsprechende Musterschreiben.

2. „Wir werden noch lange Zeitungen auf Papier lesen“
(horizont.net, Volker Schütz)
Die „FAZ“ hat ihre Webseite überarbeitet oder neudeutsch ausgedrückt: „relauncht“. „FAZ“-Digitalchef Mathias Müller von Blumencron spricht im Interview über die weitere Digitalstrategie des Frankfurter Verlagshauses: Man setze auf Personalisierung und wolle dem Leser vermehrt Nachrichten anzeigen, die seine Interessen treffen. Dazu analysiere man das Surfverhalten der sich hierfür angemeldeten Leser. (Richtigerweise fasst der Interviewer hier nach und spricht mögliche Bedenken an.) Und ab Herbst wolle man die Anzahl der kostenpflichtigen Geschichten erhöhen. Von Blumencron redet außerdem über die Erfahrungen der „FAZ“ mit Paid Content, das Verhältnis zwischen Print- und Online-Redaktion und gibt eine Einschätzung zum Thema „Roboterjournalismus“ ab.

3. Eine Dampfwalze hat Terry Pratchetts unveröffentlichte Werke zerstört
(wired.de)
Der letzte Wille des Schriftstellers Terry Pratchett, bekannt für seine „Scheibenwelten“-Romane, sah es so vor: Eine Dampfwalze überrollte die Festplatte des berühmten Fantasy-Autoren und zerstörte damit all die zehn Romane, an denen er bis zu seinem Tod gearbeitet haben soll. Randnotiz: Für Pratchetts Nachlassverwalter sei es erstaunlich schwer gewesen, einen Dampfwalzenfahrer zu finden, der zu der Aktion bereit war.

4. Klagen gegen „linksunten“-Verbot
(taz.de, Christian Rath)
Vor wenigen Tagen hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) das Verbot der Webseite „Indymedia linksunten“ verkündet. Dagegen und gegen die damit verbundenen Hausdurchsuchungen der angeblichen Betreiber, klagen nun mehrere Anwälte. Die Klagen haben jedoch keine aufschiebende Wirkung, das Verbot von „linksunten“ bleibt damit zunächst bestehen. Der rechtspolitische Korrespondent der „taz“ Christian Rath fasst zusammen, worum es bei der rechtlichen Auseinandersetzung zunächst geht.

Weiterer Lesetipp: Rechtsanwalt Heinrich Schmitz hat sich für seine Kolumne bei „Tagesspiegel“-Causa die Rechtmäßigkeit der Aktion angeschaut und befindet: Ein Vereinsverbot aus politischen Gründen

5. Die erfundenen Plünderer von Houston“
(faktenfinder.tagesschau.de, Kristin Becker)
Der Tropensturm Harvey hat in Texas nach tagelangem Regen zu einer Hochwasserkatastrophe geführt. Die mediale Aufmerksamkeit auf der Wetterkatastrophe rief einige Rassisten auf den Plan: Über Fake-Profile verbreiteten sie Nachrichten und Bilder, die Schwarze auf Diebestour in Houston zeigen sollen. Kristin Becker vom „Faktenfinder“ erklärt die infame Methode der Hetzer und Nachrichtenfälscher.

6. Voll auf Viagra
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz)
Man kann von Claus Strunz zurückhaltend von einem meinungsstarken Journalisten sprechen, der nicht nur das „Sat1-Frühstücksfernsehen“ produziert, sondern dort auch regelmäßig als Kommentator aktueller Ereignisse zu sehen ist. Man kann ihn aber auch, wie Boris Rosenkranz dies auf „Übermedien“ tut, als „eine Mischung aus AfD, CSU und einem besserwissenden Mittelstufenschüler und Klassensprecher aller Populisten“ bezeichnen. Ein von Rosenkranz geschnittenes zweiminütiges Best-of-Video zeigt den TV-Populisten Strunz bei der Arbeit.