Linksunten-Verbot, Hasskommentar-Anzeige, Youtube-Kriegsverbrechen

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(bildblog.de)
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1b. Innenministerium verbietet linksextreme Plattform
(spiegel.de, Jörg Diehl)
Das Bundesinnenministerium hat nach Informationen des „Spiegel“ die Internetseite „linksunten.indymedia.org“ verboten. Die Seite laufe „nach Zweck und Tätigkeit den Strafgesetzen zuwider“ und richte sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung. Obwohl die Sicherheitsbehörden das Forum bereits seit einigen Jahren beobachten würden, käme das Verbot überraschend.

2. Deshalb haben wir Anzeige erstattet
(nwzonline.de, Lars Reckermann)
Die „Nordwest Zeitung“ hat einen Facebook-Kommentar gelöscht, in dem einem schwarzen Kleinkind mit beleidigenden Worten der Tod gewünscht wurde. Doch mit der Löschung hat es die Zeitung nicht belassen und den Hasskommentierer wegen Volksverhetzung angezeigt. Chefredakteur Lars Reckermann erklärt, warum seine Zeitung den mittlerweile verurteilten Mann (sechs Monate auf Bewährung und 60 Stunden gemeinnützige Arbeit) vor Gericht gebracht hat.

3. Was kann Facebooks neue Waffe gegen Fake News? Ein Blick hinter die Kulissen
(motherboard.vice.com, Max Hoppenstedt)
Facebook hat ein neues Tool entwickelt, mit dem man Falschnachrichten bekämpfen will. Unter dem Link zu einer Falschmeldung will man einen Verweis auf einen „Related Article“ mit einer Art Richtigstellung einblenden. Erstellt und eingebaut von vier Mitarbeitern des journalistischen Portals „Correctiv“. Max Hoppenstedt blickt hinter die Kulissen und stellt das verwendete Tool und die Vorgehensweise vor. Zurück bleibt die Irritation, warum eines der größten Internetunternehmen der Welt mit einem Börsenwert von mehreren hundert Milliarden US-Dollar eine derartige Dienstleistung an ein Unternehmen mit der vergleichsweise winzigen Manpower von vier Projektmitarbeitern auslagert. Noch dazu unbezahlt. Und warum sich die beauftragte Firma auf einen solchen Deal einlässt.

4. Internetprovider erringt Teilsieg im Streit um US-Nutzerdaten“
(zeit.de)
Das US-Justizministerium verlangte den Zugriff auf Daten von 1,3 Millionen Besucher einer Anti-Trump-Website. Der Grund: Auf der Seite „disruptj20.org“ wurden auch Proteste gegen US-Präsident Donald Trump organisiert. Über eine Durchsuchung der Nutzerdaten wollte das Justizministerium zu Hinweisen über die Organisatoren kommen. Nun hat der Obergerichtshof entschieden: Das Ministerium darf die Daten einsehen, aber mit erheblichen Einschränkungen.

5. Youtube tilgt Dokumentation von Kriegsverbrechen
(sueddeutsche.de, Hakan Tanriverdi)
Youtube setzt auf künstliche Intelligenz, um die Propagandavideos von Terrororganisationen automatisch zu erkennen und zu entfernen. Die Algorithmen sollen den menschlichen Kontrolleuren die belastende Arbeit abnehmen, die verstörenden Aufnahmen zu sichten und zu löschen. Doch das System hat seine Tücken: Tausende Videos, die Kriegsverbrechen aus dem Syrienkonflikt dokumentieren, fielen der Löschpraxis zum Opfer. Damit wird die Arbeit von Aktivisten und Journalisten behindert. So wurde das investigative Recherche-Netzwerk „Bellingcat“ auf YouTube kurzerhand abgeschaltet. „Bellingcat“-Gründer Eliot Higgins: „Teilweise werden drei Videos aus Tausenden als problematisch erkannt und der gesamte Kanal wird gelöscht“

6. Die „Bunte“ schreibt über Guttenbergs angebliche Millionengeschäfte – der klagt
(sueddeutsche.de, Stephan Handel)
Der Ex-Minister Karl-Theodor zu Guttenberg klagt wegen der „Bunte“-Schlagzeile: „Guttenberg: Millionengeschäfte im Steuerparadies“. Er mache keine Millionengeschäfte und schon gar keine in einem Steuerparadies. Doch der Antrag Guttenbergs auf eine Gegendarstellung wird wohl zurückgewiesen werden. Die Schlagzeile mit den Millionengeschäften sei nach Angaben des Richters so „unbestimmt“, dass sie alles Mögliche bedeuten könne. Außerdem fehle der Kammer das „Tu-Wort“.