Waffengleichheit, Junge Fake Union, Finis Bestsellerlistia

1. Waffengleichheit geschützt
(taz.de, Christian Rath)
Wenn es um Klagen gegen Medien geht, spielt das Landgericht Hamburg eine zentrale Rolle: Hier werden Persönlichkeitsrechte in der Abwägung mit der Pressefreiheit besonders hoch gewichtet. Da bei bundesweit erscheinenden Medien der Gerichtsstand frei gewählt werden kann, bemühen Kläger daher oft das klägerfreundliche Hamburger Gericht und seine Pressekammer. Wie sich eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts auf diese Praxis ausüben kann, erklärt Christian Rath in der „taz“.

2. Gericht verbietet gefälschtes Schulz-Zitat
(faktenfinder.tagesschau.de, Kristin Becker)
Die „Junge Union Bayern“ musste nach einer einstweiligen Verfügung des Hamburger Landgerichts einen Facebookbeitrag löschen. Die Jugendorganisation von CDU/CSU hatte dem Kanzlerkandidaten der SPD Martin Schulz ein gefälschtes Zitat untergeschoben, über einen extra dafür angelegten Fakeaccount. CSU und Junge Union Bayern wurden durch den Gerichtsbeschluss verpflichtet, den fragwürdigen Tweet sofort zu löschen.

3. Stellungnahme: Neue deutsche Medienmacher kritisieren besorgten Wissenschaftler (mit Reaktion)
(neuemedienmacher.de)
Das Netzwerk „Neue deutsche Medienmacher“ versteht sich als „Interessenvertretung für Medienschaffende mit Migrationsgeschichte und tritt für eine ausgewogene Berichterstattung ein, die das Einwanderungsland Deutschland adäquat wiedergibt“. In einer Stellungnahme macht die Vereinigung ihrem Unmut über die Studie „Die „Flüchtlingskrise“ in den Medien“ Luft. Die Antwort des Studienleiters ist dem Beitrag angehängt.

4. Neues Gender-Wikipedia „Agent*In“ will auf eigenartige Weise Klischees bekämpfen
(ze.tt, Milena Zwerenz)
Die Heinrich-Böll-Stiftung, die politische Stiftung von Bündnis 90/Die Grünen, hat gemeinsam mit der Linkspartei-nahen Rosa-Luxemburg-Stiftung die Broschüre „“Gender raus!“ Zwölf Richtigstellungen zu Antifeminismus und Gender-Kritik“ veröffentlicht. Als Hilfestellung, wie man antifeministische Kommentare und Gender-Kritik abwehren kann. Eine gute Idee, findet Milena Zwerenz, doch das Ganze habe einen merkwürdigen Beigeschmack.

5. Fakten gegen Fakes: fünf Verifizierungs-Initiativen made in Germany
(get.torial.com, Bernd Oswald)
Faktencheckerseiten haben gerade Hochkonjunktur. Bernd Oswald stellt fünf Verifizierungs-Initiativen vor: den „Faktenfinder“ der „Tagesschau“, die BR-Verifikation, das sich noch im Betastadium befindliche Projekt „Truly Media“, den „ZDFcheck17“ und „Correctivs“ „Echtjetzt“ (auf das neu hinzugekommene „Stimmtdas“ haben wir in den letzten Tagen in den 6vor9 verwiesen).

6. „Finis Germania“ und die SPIEGEL-Bestsellerliste
(spiegel.de, Susanne Beyer)
Nach einem veritablen Shitstorm um das heimlich von der „Spiegel“-Bestsellerliste entfernte Buch „Finis Germania“ sieht sich die stellvertretende Chefredakteurin des „Spiegel“ nun genötigt, eine Stellungnahme abzugeben. Es ist ein Dokument, das auch der PR-Maschinerie eines Konzerns entsprungen sein könnte und weit entfernt vom Slogan des Nachrichtenmagazins „Keine Angst vor der Wahrheit“.