„Inside“ stinks, TrumpiLeaks, Dauerwerbe-Youtuber

1. Beulenpest und Schenkelschande
(pinkstinks.de, Nils Pickert)
Nils Pickert hat sich die Wut über die „Inside“ von der Seele geschrieben, das „Star-Magazin mit den spannendsten News, Bildern und Reportagen aus der glamourösen Welt der Promis“. Besonders ärgert ihn, dass dort eine rein weibliche Redaktion „eimerweise Häme, Mist und Body Shaming über Geschlechtsgenossinnen auskübelt“. Ein besonderes Spezialgebiet sind unvorteilhafte Frauenfotos, die von der Redaktion mit Alliterationen von peinlicher Bemühtheit kommentiert werden wie „Schenkel-Schande, Knie-Katastrophen, Furchen-Fiasko“ und „Dellen-Drama“. Natürlich nicht ohne Hintergedanken, wie Pickert in seinem offenen Brief an die Inside-Redaktion anmerkt: „Mit 110.000 Exemplaren wanzt du monatlich an Frauen an und erzählst ihnen, dass sie hässliche, wertlose Geschöpfe sind, aber mit diesem und jenem Produkt hier daran womöglich noch was machen könnten.“

2. Konzertierte Repressalien gegen Al-Dschasira
(reporter-ohne-grenzen.de)
Im Zusammenhang mit der diplomatischen Krise um das Golf-Emirat Katar kommt es nun auch zu Repressionen mehrerer arabischer Staaten gegen den Fernsehsender „Al Jazeera“, ob Büroschließung, Lizenzentzug oder Sperrung der Webseite. Der Geschäftsführer der „Reporter ohne Grenzen“ Christian Mihr: „Was Al Jazeera in diesen Tagen erlebt, ist eine offensichtlich international abgestimmte Kampagne unverhohlener politischer Zensur. Mit dieser massiven Repressionswelle gegen einen Nachrichtensender von internationaler Bedeutung demonstrieren Saudi-Arabien und seine Verbündeten ihre völlige Geringschätzung der Medienfreiheit.“

3. So eine Zeitung
(taz.de, Peter Praschl)
Die „Jungle World“ wird 20 Jahre alt. Für Peter Praschl Anlass für eine persönliche Würdigung. Lange Jahre war er regelmäßiger Leser, jetzt ist er es nur noch gelegentlich. Dann jedoch umso begeisterter: „Aber immer wieder schaue ich noch rein, lese mich fest, denke: Wie irre, dass es das noch gibt, wie kann man diesen Spirit 20 Jahre lange durchhalten, und bin dankbar dafür.“
In diesem Zusammenhang lesenswert der „strikt subjektive“ und unterhaltsame Rückblick von Elke Wittich: Teil 1: And so it began, Teil 2: Viel Herumgesitze und eine Besetzung und Teil 3: My private Arbeitskampf

4. Der Datenjournalist Lorenz Matzat fordert: Automatisier‘ Dich, Lokaljournalismus!
(kress.de, Lorenz Matzat)
Datenjournalist Lorenz Matzat wünscht sich einen zeitgemäßen Lokaljournalismus, der ihn punktgenau mit allen wesentlichen Informationen rund um seinen Arbeits- und Wohnort versorgt: „War nicht Personalisierung in Form von Lokalisierung die Stärke des Lokaljournalismus? Ist es wirklich so fernliegend, dass Lokalzeitungen (wieder) Aufgaben des Gemeinwesens übernehmen? Insgesamt ist die Nische im sublokalen Level so groß, dass sie einer klaffenden Wunde gleicht. Die hauptsächlich konsumgetriebenen Angebote von Google, Yelp usw. decken dort nur einen kleinen Teil des Möglichen und des Bedarfs ab. Dieses Niemandsland – Kommunalverwaltungen liefern hier ebenfalls nicht – hat noch kein Anbieter im Digitalen wirklich besetzt.“

5. TrumpiLeaks
(michaelmoore.com)
Der Filmemacher Michael Moore hat „TrumpiLeaks“ gestartet. „Patriotische Amerikaner in der Regierung, den Strafverfolgungsbehörden und in der Privatwirtschaft, die etwas über Verbrechen, Lügen und Verfehlungen von Donald J. Trump und seine Mitarbeiter wissen, sind aufgefordert, dies zu melden, um die Vereinigten Staaten von Amerika vor der Tyrannei zu beschützen.“

6. Medienrat der MA HSH beschließt Geldbuße in Höhe von 10.500 Euro gegen YouTuber „Flying Uwe“ wegen fehlender Werbekennzeichnungen
(ma-hsh.de)
Der Medienrat der Medienanstalt Hamburg / Schleswig-Holstein (MA HSH) hat den YouTuber „Flying Uwe“ (Kampfsport- und Fitness / 1,1 Millionen Abonnenten) zu einem Bußgeld von 10.500 Euro verdonnert. Der Youtuber hatte es trotz mehrfacher Hinweise unterlassen, drei seiner Videos, in denen er Produkte ausgiebig positiv darstellt, als Dauerwerbesendung zu kennzeichnen.