Antisemitismus-Doku, Falsche Fluten, Kampagnen-Hashtags

1. Streit um Antisemitismus-Doku
(deutschlandfunk.de, Brigitte Baetz, Audio, 7:23 Min.)
Der deutsch-französische Sender „Arte“ will die 90-minütige Doku „Auserwählt und ausgegrenzt — Der Hass auf Juden in Europa“ nicht zeigen. Der Film über die Ausgrenzung von Juden sei nicht ausgewogen. Im Gespräch weist der Autor die Vorwürfe zurück. (Für den Audiobeitrag im Beitragsbild rechts unten auf „HÖREN“ klicken)

2. Die falschen Fluten von Rakka
(ndr.de, Fiete Stegers)
In einem Nachrichtenvideo von „Focus Online“ wird darüber berichtet, dass die Terrormiliz „IS“ Teile der von ihr besetzten Stadt Rakka unter Wasser gesetzt hat und zeigt dabei Bilder der überschwemmten Gebiete. Das Problem: Die gezeigten Gebiete liegen nicht in Rakka, sondern in Amerika und Asien… Fiete Stegers dazu: „Natürlich kommt es bei TV-Beiträgen und Online-Videos häufig vor, dass symbolische Bilder oder Archivmaterial verwendet werden. In der Regel sollte dies sich allerdings den Zuschauern auf den ersten Blick erschließen oder deutlich kenntlich gemacht werden, insbesondere bei klassischen Nachrichten. Dies fehlt bei Focus Onlines phanstasievoller Flut-Kollage völlig.“

3. Warum politische Kampagnen-Hashtags fast immer failen
(fearlessdemocracy.org, Kai Heiderich)
Oftmals wird versucht, eine politische Debatte auf Twitter durch die Verwendung eines Hashtags zu befördern. Doch das kann sich als kontraproduktiv erweisen, wenn politische Gegner den Begriff kapern: „Traurige Realität ist jedoch: die Lustlosigkeit und die wenig an Medienrealitäten angelegte Integration von Hashtags in Kampagnenlogiken führt gerade bei Themen, die speziell die Rechten gerne für sich in Anspruch nehmen wollen, zu Hijacks. Anders ausgedrückt: Öffentlich-rechtliche Anstalten oder die Bundesregierung werben mit Hashtags, die dann faktisch auf twitter von AfD & Co besetzt werden.“

4. Publizistin: „Man kann völlig ungeniert lügen“
(derstandard.at, Lisa Breit)
Der österreichische „Standard“ hat sich mit der am Institut für Publizistik in Wien lehrenden Julia Wippersberg über Fake News unterhalten Der Grundstein für Medienkompetenz müsse in den Schulen gelegt werden. Doch auch das sei nicht einfach: „Dort gibt es aber bereits einen ambitionierten Lehrplan, zu wenig Personal, viele Schüler haben schlechte Deutschkenntnisse. Wie sollen Lehrer da zusätzlich Medienkompetenz unterrichten? Zudem müsste man vielen von ihnen erst einmal Medienkompetenz beibringen.“

5. Einfach weggesperrt
(taz.de, Karim El-Gawhary)
Der ägyptische Pressefotograf Shawkan (Mahmud Abu Zeid) sitzt seit fast vier Jahren ohne Urteil in Haft. Anlass seiner Inhaftierung: Er hat für eine Bildagentur als Pressefotograf am Rabaa-Adawiya-Platz in Kairo ein Protestlager der Muslimbrüder fotografiert. Nach Aussagen des Bruders von Shawkan geht es ihm mittlerweile gesundheitlich sehr schlecht. Er sei zusammen mit 22 weiteren Menschen in einer Zelle eingepfercht und leide an Hepatitis C und Anämie, ohne angemessen behandelt zu werden.

6. TSV 1860 München: Die Medien sind ein ständiger Unruheherd
(journalisten-training.de, Bernd Oswald)
Bernd Oswald ist der Meinung, dass die Medien eine Mitschuld daran hätten, dass es beim Münchner Fußballverein TSV 1860 so chaotisch zugehe. Sein Vorschlag: Statt sich auf die Wiedergabe der Versäumnisse und Schuldzuweisungen im Verein zu beschränken, sollten die Münchner Sportmedien lösungsorientierter berichten.