Hans Meiser, VG Wort, Kuschelreise

1. Die bizarre Nebentätigkeit des Moderators Hans Meiser
(vice.com, Matern Boeselager)
Hans Meiser mimt in Jan Böhmermanns „Neo Magazin Royale“ gelegentlich einen Rechtspopulisten, wie er im Buche steht. Nun stellt sich heraus, dass Meiser mehr Gemeinsamkeiten mit seiner Rolle haben könnte, als bisher angenommen: Meiser ist laut „Vice“ das Aushängeschild einer dubiosen Seite namens Watergate.tv, die voller Verschwörungstheorien und Angstmache ist. Die „Bildundtonfrabrik“, die das „Neo Magazin Royale“ produziert, hat inzwischen bei Facebook geschrieben, dass man erstmal nicht mehr mit Hans Meiser zusammenarbeiten werde. Warnung von uns: Nicht vergessen, dass es sich hier um eine Person aus dem Umfeld von Jan Böhmermann handelt — durchaus denkbar, dass eine neue Aktion des Moderators hinter dem merkwürdigen „Watergate“-Engagement von Hans Meiser steckt.

2. Streit um VG-Wort-Ausschüttungen: Mitgliederversammlung wirft Schatten voraus
(irights.info, Henry Steinhau)
Der Streit um die VG-Wort-Ausschüttungen könnte in die nächste Runde gehen. Der Autor und Urheberrechtler Martin Vogel, der schon einmal erfolgreich gegen die VG Wort klagte, hält es für möglich, dass der für die nächste Mitgliederversammlung zur Abstimmung stehende Verteilungsplan teilweise rechtswidrig ist.

3. Baden, wo Schweizer besonders zählen
(infosperber.ch, Christian Müller)
In einem Bericht einer Schweizer Zeitung über einen eskalierten Streit wird mehrmals darauf hingewiesen, dass es sich bei dem Verletzten um einen Schweizer handelt. Christian Müller fragt, ob diese Erwähnung notwendig sei: „Was soll in dieser brandaktuellen Sonntagsgeschichte die mehrmalige Erwähnung, dass es ein Schweizer war, der mitten in Baden verletzt wurde? Will damit gesagt sein, dass es nur halb so schlimm und natürlich keine Meldung in der Schweiz am Wochenende wert gewesen wäre, wenn ein Deutscher oder ein Italiener zu Schaden gekommen wären? Oder suggeriert man den Leserinnen und Lesern, dass der Verletzte ein Schweizer, der Verletzende aber wohl ein Ausländer war, so wie man beim Vierfach-Mord in Rupperswil auch bereits mutmasste, dass da Ausländer am Werk waren?“

4. «Es läuft so gut, ich kehre noch lange nicht zurück»
(medienwoche.ch, Matthias von Wartburg)
Die Schweizer Journalistin Eva Hirschi reist seit einem Jahr um die Welt und verdient ihr Geld mit Journalismus — unter anderem betreut sie den Nachtdienst von „Watson“. Der Job sei nicht einfach, aber möglich. Deshalb soll die Weltreise weitergehen, demnächst nach Japan, Neuseeland und Australien.

5. Von der Leyens Kuschelreise mit dem Fake-Journalismus
(uebermedien.de, Mats Schönauer)
Am 70. Geburtstag des „Spiegel“ hat Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen in ihrer Laudatio noch über die Verantwortung von Journalisten, über Sorgfalt, Wahrhaftigkeit und den Kampf gegen „Fake News“ gesprochen. Zwei Monate später darf die Fake-News-Postille „Das neue Blatt“ die Ministerin auf einer Reise begleiten. Mats Schönauer hat den Sprecher des Verteidigungsministeriums um eine Stellungnahme gebeten, der in der Kooperation mit dem Lügenheft kein Problem sieht. Für Schönauer steht fest: „Wem ihre Kuschelei mit der Regenbogenpresse nützt, ist klar. Dem Kampf gegen Fake-Journalismus auf jeden Fall nicht.“

6. Kuschelig ins Glück: G+J startet „Hygge“
(wuv.de, Anja Janotta)
Die „G+J“-Tochter „Deutsche Medien-Manufaktur“ (DMM) startet im Juni eine neue Zeitschrift. „Hygge — Einfach glücklich sein“ heißt das Magazin, das sechsmal jährlich erscheinen soll. Das Wort „Hygge“ kommt aus dem Dänischen, wo es für eine Mischung aus Glück, Geborgenheit, Gemütlichkeit und Ruhe steht. Der Verlag will das Glück anscheinend erzwingen und geht mit einer Auflage von 250.000 Stück an den Start.