Instagate, Frauenpanorama, Mundgekloeppelt

1. Instagate: Die Generalabrechnung einer Instagrammerin mit Fake Influencern
(onlinemarketingrockstars.de, Roland Eisenbrand)
Roland Eisenbrand schreibt über das von der Reisebloggerin Nicki Sunderland („EatLiveTravelDrink“) ausgelöste „Instagate“. Sunderland werfe ihren Kollegen unfaire Methoden vor: Sie habe eine lange Liste von Leuten, die das System betrügen, indem sie Follower kaufen und Engagement faken würden. In einem langen Artikel voller Beweisfotos fasst sie ihre Erkenntnisse zusammen. Außerdem nennt sie die Namen der Kollegen, denen sie vorwirft, Reichweite gefaket zu haben, um kostenlose Reisen und Hotel-Aufenthalte zu ergattern oder vielleicht sogar dafür bezahlt zu werden. Mit dabei sei auch ein deutscher Reise-Instagrammer.

2. Desinformation durch Weglassen
(de.ejo-online.eu, Stephan Russ-Mohl)
Wie anfällig Journalismus und Forschungsbetrieb sind, selbst Desinformations-Opfer zu werden, ließe sich an der Karriere zweier berühmter wissenschaftlicher Zitate zeigen, so Journalismus-Professor Stephan Russ-Mohl auf „ejo-online.de“. Die beiden von vielen Medienforschern zitierten Aphorismen von Niklas Luhmann und Stewart Brand würden einen ganz anderen Sinn bekommen, wenn man den jeweils fehlenden Teil ergänzen würde.

3. Wie eine Frauenseite rechte Propaganda als weibliche Selbstermächtigung verkauft
(broadly.vice.com, Sarah Ulrich)
Auf „Broadly“ berichtet Sarah Ulrich über eine Art Trojanisches Pferd der Rechtenszene: Die Webseite „Frauenpanorama“ locke mit Beziehungstipps, Traumabewältigung und Inhalten für die Frau „von nebenan“. Doch hinter der freundschaftlichen Ansprache verstecke sich Neonazi-Rhetorik: „Wenn rechtsgesinnte ihre Ideologie durch die Beiträge bestärkt sehen, ist das eine Sache. Eine andere ist, wenn nichtsahnende Frauen auf eine Seite stoßen, die sich als vermeintlichen Ratgeber und nettes Magazin präsentiert, dabei aber kaum merklich rechte Propaganda lanciert.“

4. Trumps meistgehasste Zeitung
(deutschlandfunk.de, Sacha Verna)
Die „New York Times“ sieht sich immer wieder verbalen Angriffen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump ausgesetzt. Wie geht die Redaktion der Zeitung mit der Situation um, die an die pressefeindliche Nixon-Zeit erinnere? Sacha Verna hat mit dem Medienreporter der „New York Times“ Michael Grynbaum gesprochen. (Für Audiobeitrag auf den rechts im Screenshot eingebetteten Button klicken)

5. «20-Minuten» verbreitet PR-Beiträge der Post
(infosperber.ch, Urs P. Gasche)
Die Schweizer Gratiszeitung „20-Minuten“ lässt sich die Wirtschaftsseiten in der gedruckten und in der Online-Ausgabe mit mindestens einer Million Franken jährlich von der „Postfinance“ bezahlen. Die gesponserten Artikel hätten zwar den Vermerk „Paid Post“ seien in der Aufmachung jedoch mit redaktionellen Artikeln zu verwechseln. „Saldo“, die Schweizer Konsumentenzeitschrift, kritisiert die „Kleinstschrift“ dieses Hinweises. Auf der Gegenseite ist man sich erwartungsgemäß keines Fehlers bewusst und verteidigt das Vorgehen.

6. Hör mal, wer da spricht: 25 Jahre Peter Kloeppel
(uebermedien.de, Mats Schönauer, Video, 1:06 Minuten)
Seit 25 Jahren moderiert Peter Kloeppel die Nachrichten-Sendung „RTL aktuell“. Anlass für „Übermedien“ ein filmisches „Best Of Kloeppel 2017“ zu präsentieren.