Moscheereport, Mafiamethoden, FBI-Chef-Enttarnung

1. Gesicht der Misstrauenskultur
(taz.de, Daniel Bax)
Der Grimme-Preis-ausgezeichnete Journalist Constantin Schreiber hat Moscheen besucht und über seine Beobachtungen ein Buch verfasst („Inside Islam“) und für die „ARD“ den Mehrteiler „Moscheereport“ produziert. „taz“-Redakteur Daniel Bax wirft Schreiber fehlende Sorgfalt und fehlende Sachkenntnis vor: „Leider nähert sich Schreiber dem Thema aber wie ein Ethnologe aus der Kolonialzeit, der einem vermeintlich wilden und gefährlichen Indianerstamm nachspürt, was sich schon am Buchcover im Lawrence-von-Arabien-Stil zeigt. Und leider unterlaufen ihm ein paar peinliche Schnitzer.“
Schreibers Moscheereport wurde auch von anderer Seite kritisiert. Der „Tagesspiegel“ veröffentlich einen offenen Brief der Freiburger Islamwissenschaftlerin Johanna Pink an die zuständigen ARD-Chefredakteure.
Nachtrag: Daniel Bax ist Verfasser des Buchs „Angst ums Abendland“ und hat insofern zur ähnlichen Thematik publiziert.

2. Die 10 BESTEN Grafiken über Donald Trump aller Zeiten
(medium.com, Frederic Huwendiek)
„Der US-Präsident macht Datenvisualisierung great again“, findet Frederic Huwendiek und zeigt, was sich „New York Times“, „Washington Post“, „Quartz“, „Politico“, „BuzzFeed“ und Co. haben Kreatives einfallen lassen in Sachen Trump-Regentschaft.

3. Wie der FBI-Direktor auf Twitter enttarnt wurde
(zeit.de, Patrick Beuth)
FBI-Direktor James Comey sprach auf einer Veranstaltung von seinem persönlichen Umgang mit Social-Media. Da er „großen Wert“ auf seine „Privatsphäre und Sicherheit im Internet“ lege, hätte er auf Twitter und Instagram „geheime“ Pseudonym-Accounts. Patrick Beuth erzählt, wie die Geheimkonten des FBI-Direktors von einer Journalistin enttarnt wurden und wie lange das Ganze gedauert hat: Etwa vier Stunden.

4. Von der Mafia lernen heißt schweigen lernen
(faz.net, Andreas Rossmann)
„Jeder, der über die Mafia schreibt, tut das auf eigene Gefahr.“ So steht es in einem Beitrag von Petra Reski in der Wochenzeitung „Freitag“. Nun scheint eben dieser Satz die Autorin in mehrfacher Hinsicht einzuholen. Sie wurde verklagt und von ihrer Zeitung im Stich gelassen, wie „FAZ“-Autor Andreas Rossmann findet.

5. Klicken Sie hier, es lohnt sich!
(spiegel.de, Markus Böhm)
Wie aus dem Nichts erschien vor drei Jahren die Webseite „Heftig“, die in Deutschland als so etwas wie der Inbegriff des „Clickbait“ gilt. Aus einem Zweimannprojekt ist eine 70-Personen-Firma geworden, die mehrheitlich der Funke Mediengruppe gehört. Markus Böhm hat sich durchs „Heftig“-Universum geklickt, zu dem mittlerweile vier deutsche Schwesterseiten gehören.

6. Doppelmoderation bei Sat.1 Bayern
(uebermedien.de)
Auf „Übermedien“ hatte man beim Beitrag über den Schottland-Besuch der bayrischen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) ein Déjà-vu … Die Redaktion von „Sat.1 Bayern“ begründet den seltsamen Doppler-Effekt mit unterschiedlichen Lizenzvereinbarungen.