Maaslos, T-Offline, Dschungelliebe

1. Auf Hass gezielt, die Meinungsfreiheit getroffen
(zeit.de, Patrick Beuth)
Der Gesetzentwurf von Justizminister Maas soll dafür sorgen, dass soziale Netzwerke rechtswidrige Inhalte schneller löschen. Doch der Entwurf stößt auf breite Kritik, nicht nur von Seiten der Industrie, sondern auch von Juristen und Bürgerrechtlern: Er sei verfassungs- und europarechtswidrig, würde eine Aufgabe der Politik auf die Privatwirtschaft abwälzen und gravierende Folgen für die Meinungsfreiheit haben. „Zeit“-Autor Patrick Beuth hat sich den 29-seitigen Entwurf vom Ministerium zusenden lassen und die wichtigsten Kritikpunkte zusammengefasst.

2. Das musst du wissen, um Fake News zu verstehen
(perspective-daily.de, Dirk Walbrühl)
„Perspective Daily“ versteht sich als mitgliederfinanziertes Online-Medium für „konstruktiven und lösungsorientierten Journalismus“ und liefert pro Tag nur einen Beitrag aus. Aktuell beschäftigt sich der Autor Dirk Wahlbrühl mit dem Thema Fake News, welche Gründe dahinter stecken und was man dagegen tun kann. Er hat sich dazu zwei Gesprächspartner aus dem Medienbereich zu Hilfe geholt. Gelungen: Eine Grafik schlüsselt die unterschiedlichen Arten von Fake News auf.

3. 211 Medienschaffende im Bürgerkrieg getötet
(reporter-ohne-grenzen.de)
Syrien ist das weltweit gefährlichste Land für Journalisten: In den letzten sechs Jahren sind im Bürgerkrieg mindestens 211 Medienschaffende in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. „Reporter ohne Grenzen“ verlangt, dass Kriegsverbrechen an Journalisten in Syrien dem internationalen Strafgerichtshof vorgelegt werden. Bei den Vereinten Nationen wirbt die Organisation außerdem für die Einsetzung eines UN-Sonderbeauftragten für die Sicherheit von Journalisten, um die diversen UN-Resolutionen gegen die Straflosigkeit für Verbrechen an Medienschaffenden endlich durchzusetzen.

4. Der schleichende Tod der T-Online-Redaktion
(hessenschau.de, Mark Weidenfeller)
Für das Online-Portal „T-Online“ arbeiteten jahrelang über 100 Redakteure, doch nach dem Verkauf des Portals wird die Redaktion aufgelöst und in Berlin mit deutlich weniger Personal neu aufgebaut. Aus dem Mitarbeiterkreis stamme die Information, es würden gerade einmal eine Handvoll Kollegen nach Berlin wechseln… Mark Weidenfeller berichtet von den unwirklichen letzten Tagen in der Redaktion und dem langsamen Abschied.

5. F wie Frittieren statt Fasten
(taz.de, Carolina Schwarz)
Vier Absolventinnen der Henri-Nannen-Journalistenschule wollten ein Magazin machen, das sie selbst gerne lesen. „Gruner + Jahr“ hat den Versuch gewagt und das „F Mag“ mit einer Auflage von 100.000 Exemplaren herausgebracht. Carolina Schwarz hat sich das Blatt angeschaut: „F Mag kann etwas Neues sein und eine Lücke auf dem Markt schließen, wenn sie über das Empowerment mutiger Frauen hinausgehen und selbst etwas Mut beweisen.“

6. Liebe zum Dschungel
(sueddeutsche.de, Kathrin Hollmer)
Die Trash-TV-Kolumnen von Anja Rützel sind legendär: Ihre Dschungelcamp-Abhandlungen auf „Spiegel Online“ werden von einigen Lesern lieber konsumiert als die Sendung selbst. Nun erscheint von ihr bei Reclam die 100-seitige Fibel „Trash-TV“.