ZDF  

Verwechslung mit schlimmen Folgen

Der niederländische Politiker Geert Wilders, dessen Freiheitspartei bei der Europawahl in seinem Land zweitstärkste Kraft wurde, ist ein Mann fürs Grobe. Den Islam bezeichnet er als „faschistische Ideologie“, den Koran vergleicht er mit Hitlers „Mein Kampf“; er will ein Einwanderungsverbot für Muslime und gegen ihn wird wegen Volksverhetzung ermittelt.

Doch das bedeutet nicht, dass die Medien bei der Berichterstattung über ihn auch gern mal ein bisschen gröber zu Werke gehen dürfen und es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen müssen.

In einem „ZDF-Spezial“ zur Europawahl berichtete der Sender gestern abend über Wilders:

Für Empörung in der muslimischen Welt sorgte der von Wilders mit Theo van Gogh produzierte islamkritische Film „Fitna“. Intoleranz mit schlimmen Folgen: Theo van Gogh wurde 2004 ermordet.

Das ist ebenso falsch wie perfide.

Falsch, weil das ZDF Wilders‘ Film „Fitna“ mit van Goghs Film „Submission“ verwechselt. Aus „Submission“ stammen auch die Szenen, die der Beitrag zeigt. An dessen Produktion war Wilders aber gar nicht beteiligt. Sein Film „Fitna“ ist von 2008, kann also schlechterdings nicht van Goghs Ermordung 2004 zur Folge gehabt haben.

Und perfide, weil die Formulierung des ZDF van Gogh eine Mitschuld an seinem eigenen Tod zu geben scheint. Der umstrittene Filmemacher wurde von einem Amsterdamer marokkanischer Herkunft auf offener Straße erschossen. Der Mörder schnitt ihm dann die Kehle durch und hinterließ ein Bekennerschreiben, indem er seinem Opfer das Messer mit dem Papier in den Leib rammte. Das sind, laut ZDF, die „schlimmen Folgen“ von van Goghs eigener „Intoleranz“ und der des nicht einmal beteiligten Geert Wilders.

Wenn sie von den Rechtspopulisten kämen, würde man solche Formulierungen und Unwahrheiten als Hetze bezeichnen. Zu Recht.

Mit Dank an Peter B.!