Finnischer Trump, Gelifteter Playboy, Elmar Hörig

1. Stadt der Lügner
(zeit.de, Ulrich Ladurner)
Während des amerikanischen Wahlkampfs wurden unzählige gefälschte Nachrichten in Umlauf gebracht. Viele davon nicht aus politischen, sondern wirtschaftlichen Gründen: Mit den Klicks lässt sich jede Menge Geld machen. Ulrich Ladurner ist in die mazedonische Kleinstadt Veles gereist, aus der besonders viele Falschnachrichten kamen: „Die Fake-News aus Mazedonien wirken wie die Sabotage einer jungen Generation, die nichts anderes erlebt hat als Zynismus und Gier – und daraus einen Schluss zieht: dass man zuallererst schauen muss, wo man selbst bleibt.“

2. Zentralorgan
(sueddeutsche.de, David Pfeifer)
David Pfeifer hat sich den in Sachen Layout gelifteten „Playboy“ angesehen. Es hätte ein gelungener Relaunch sein können, doch dann hätten sich nach seiner Ansicht auch die Inhalte ändern müssen: „Die Inhalte kommen über das Niveau von Bar-Gequatsche nicht hinaus, wo ein paar Typen zusammenstehen, um Frauen aufzureißen, dann aber so lange über diese statt mit ihnen sprechen, dass sie am Ende allein nach Hause gehen. Auch im neuen Glanz bleibt der Playboy also das Zentralorgan jener Männer, die wollen, aber nicht können.“

3. Kritische Medien erträgt er nicht
(faz.net, Jüri Reinvere)
Wie ein kleiner Trump geriere sich der finnische Ministerpräsident Sipilä gegenüber den Medien, so Jüri Reinvere in der „FAZ“: „Mit dem Ministerpräsident Sipilä ist nicht, wie etwa durch die PiS in Polen, eine neue Ideologie an der Macht, sondern jemand, der zwischen privater und politischer Sphäre nicht zu trennen weiß und meint, er könne die Dinge von Staatswesen lenken, als habe er es mit seiner eigenen Firma zu tun.“

4. Parlamentsberichterstattung nicht beschneiden
(reporter-ohne-grenzen.de)
Reporter ohne Grenzen kritisiert die in Polen geplanten Einschränkungen der Parlamentsberichterstattung und der Zugangsrechte für Journalisten zur Parlamentskammer Sejm. „Die geplanten Einschränkungen der Parlamentsberichterstattung zeigen überdeutlich, worum es der Regierungspartei PiS mit ihren fortgesetzten Eingriffen in die Pressefreiheit geht: Medien sollen systematisch daran gehindert werden, die Arbeit von Regierung und Parlament unabhängig zu dokumentieren und kritisch zu begleiten“, so der ROG-Geschäftsführer.

5. Treten Sie zurück!
(diekolumnisten.de, Heinrich Schmitz)
Die „B.Z.“ hat sich jüngst über die Berliner Staatsanwaltschaft geärgert und titelte „Warum sind sechs Stiche in die Brust kein Mordversuch?“ Heinrich Schmitz ist nicht nur Kolumnist, sondern auch Strafverteidiger und hat sich die Mühe gemacht, die Sache auch für juristische Laien verständlich zu erklären.

6. Lieber Elmar Hörig, was ist passiert?
(spiegel.de, Arno Frank)
„Spiegel“-Kolumnist Arno Frank war einmal ein Fan des Radiomoderators Elmar Hörig. Davon ist nicht viel übrig geblieben, wie man seinem offenen Brief entnehmen kann. Er spricht dabei vielen aus dem Herzen, die gelegentlich über eine der rassistischen und geschmacklosen Äußerungen des Social-Media-Ekels stolpern.