Fake-News-Strudel, Domian-Missverständnis, Weltradio

1. FAZ und Verfassungsschutz im „Fake News“-Strudel
(heise.de, Paul Schreyer)
In letzter Zeit war öfter von angeblichen Cyberangriffen auf deutsche Politiker und den Bundestag die Rede. Die „FAZ“ titelte sogar von „präzisen Erkenntnissen über staatliches Vorgehen unter dem Deckmantel von Hackern“. Der freie Journalist Paul Schreyer hat bei Verfassungsschutz und „FAZ“ nach Belegen für die Behauptungen nachgefragt und nur ausweichende Antworten erhalten. Der „FAZ“-Beitrag sei insgesamt hart an der Grenze zu „Fake News“. Zudem bestehe eine problematische Nähe zum Verfassungsschutz. So habe ein „FAZ“-Kollege wiederholt auf Konferenzen des Verfassungsschutzes moderiert.

2. „Ein Angriff auf mein persönliches Leben und mein Arbeitsumfeld“
(stern.de, Carsten Heidböhmer)
Gerhard Hensel, (mittlerweile ehemaliger) Executive Strategy Director bei der Agentur Scholz & Friends, wollte Werbetreibende dafür sensibilisieren, keine Banner auf rechten Websites zu buchen. Sein privater Blogpost löste ungeahnte Reaktionen aus. Neben viel Zuspruch sieht sich Hensel in der Mitte eines Shitstorms, der zu einem Angriff auf sein persönliches Leben, sein Arbeitsumfeld, seine Kollegen und seinen Arbeitgeber geworden sei. Im „stern“-Interview erzählt er von den dramatischen Auswirkungen der Aktion.

3. Was von Domian bleiben wird, ist ein großes Missverständnis
(welt.de, Dennis Sand)
Dennis Sand hat für die „Welt“ einen Nachruf auf die nach 20 Jahren zu Ende gehende Radiosendung „Domian“ verfasst. Obwohl in der Sendung oftmals Extreme zu Wort kamen, sei die Sendung keinesfalls eine „Freakshow“ gewesen: „Domians Interesse galt nicht so sehr den Paradiesvögeln. Es galt immer Kerndeutschland. Normaldeutschland. Durchschnittsdeutschland. Menschen, die bei Domian angerufen haben, waren hauptsächlich Menschen, die nicht aus der Masse herausstechen.“

4. Trauma ist kein Tabu mehr
(de.ejo-online.eu, Susann Eberlein & Johanna Mack)
Krisenreporter sind einer größeren Gefahr für ihr Leben und traumatisierenden Erlebnissen ausgesetzt. Im Ausbildungszentrum der Infanterie der Bundeswehr in Hammelburg werden regelmäßig Journalisten von ARD und ZDF ausgebildet, bevor sie für ihre Arbeit in Krisenregionen reisen. Das Training sei eine der wenigen Vorbereitungsmaßnahmen für Kriegsberichterstatter, die es in Deutschland gibt. Doch auch Lokaljournalisten werden gelegentlich mit möglicherweise traumatisierenden Ereignissen konfrontiert. Hier können Fortbildung, Vernetzung und Praxishilfen wie die sogenannten Tip Sheets helfen.

5. Koalition will Verlage retten
(taz.de, Christian Rath)
Nachdem der BGH die Ausschüttungen der VG Wort an die Verlage für illegal erklärt hat, soll diese Praxis anscheinend legalisiert und über ein Gesetz durchs Parlament gepeitscht werden. Ein entsprechender Antrag der Koalitionsparteien wurde am Dienstag im Rechtsausschuss beschlossen und soll bereits nächste Woche abschließend beraten und verabschiedet werden.

6. Radio Garden
(Transnational Radio & Netherlands Institute for Sound and Vision & Studio Moniker)
Recht nett gemachtes Weltradio: Globus drehen, ranzoomen, auf irgendeinen der unzähligen kleinen grünen Punkte klicken und ins dortige regionale Radioprogramm reinhören. Live!