Die Geschichte mit den falschen Nullen

So. Hefte raus, Klassenarbeit. Als Aufgabe dient uns heute ein Artikel aus dem Online-Angebot des „Stern“:

Ein Paar hatte einen Kredit über 100.000 Neuseeländische Dollar beantragt. Die Bank überwies zehn Mal so viel. Anstatt ihre Tankstelle auszubauen, ist das Paar nun auf der Flucht. Drei falsche Nullen haben ein Pärchen in Neuseeland unverhofft zu Millionären gemacht. Die Westpac Bank hat dem Paar 100 Mal mehr Geld überwiesen, als für einen Kredit beantragt worden war - 10 Millionen Neuseeländische Dollar (4,4 Millionen Euro) anstatt 100.000 Dollar, etwa 4400 Euro.

Frage: Um welchen Faktor hatte sich die Bank vertan?

Fertig?

Na, dann gehen wir den Text schnell zusammen durch:

  • um den Faktor 10 („zehn Mal so viel“)
  • um den Faktor 1000 („drei falsche Nullen“)
  • um den Faktor 100 („100 Mal mehr Geld“)
  • um den Faktor 100 (10.000.000 NZ$ / 100.000 NZ$)
  • um den Faktor 1000 (4.400.000 € / 4400 €)

Oh. Blöd.

(Richtig wäre: 100. Das Paar wollte 100.000 Dollar und bekam 10 Millionen. Am Freitag hieß es noch, das Paar hätte sogar nur 10.000 Dollar beantragt, was stern.de wohl hoffnungslos verwirrte, obwohl der Artikel auf einer völlig korrekten dpa-Meldung beruht.)

Mit Dank an Max S.!

Nachtrag, 25. Mai. stern.de hat gar nicht erst versucht, die Sachen mit den Nullen noch zu durchschauen, und den Artikel nun lieber ganz gelöscht.

Nachtrag, 20.30 Uhr. Jetzt ist der Artikel wieder da — und es ist stern.de gelungen, von den drei falschen Angaben eine zu korrigieren. Ist halt schwierig, wenn man mit Nullen arbeiten muss.