Kommentarmoderation, Dopingberichterstattung, Trump

1. Moderation bleibt Handarbeit: Wie große Online-Medien Leserkommentare moderieren
(netzpolitik.org, Markus Reuter & Ingo Dachwitz)
„Netzpolitik.org“ hat zehn große deutsche Tageszeitungen und Onlinemedien gefragt, wie sie intern ihre Moderation organisieren. Vier von ihnen haben geantwortet: „Sueddeutsche.de“, „taz.de“, „Zeit Online“ und „Spiegel Online“. Das Ergebnis: Die Moderation beruhe auf individuellen Entscheidungen, Facebook sei herausfordernder als die eigenen Seiten und Lösch-Statistiken gäbe es wenige. Algorithmen und feste Moderationsregeln – außer der Netiquette – würden keine Rolle spielen.

2. Sportjournalismus: Dopingberichterstattung im Abseits
(fachjournalist.de, Michael Schaffrath)
Die Sportfakultät der TU München hat eine Onlinebefragung durchgeführt, an der sich 850 Sportjournalisten beteiligt haben. Die Daten flossen in die Studie „Wissen und Einstellung von Sportjournalisten in Deutschland zum Thema Doping“ ein. Das Fazit in Sachen Dopingberichterstattung: „Die Befragung zeigt, dass eine gegenüber dem Einzelsportler kritische und trotzdem Strukturen reflektierende Dopingberichterstattung nicht am Wollen der Sportjournalisten scheitert, sondern – neben defizitären Ressourcen – auch am Nicht-Können der Medienmitarbeiter liegt.“

3. Gerichtsberichterstattung: Grottenschlecht? Thomas Fischer antwortet auf kress.de seinen Kritikern
(kress.de, Thomas Fischer)
Das Deutschlandfunkinterview mit dem meinungsstarken und für seinen kraftvollen, gelegentlich beißenden, Ton bekannten „Zeit“-Kolumnist und BGH-Richter Thomas Fischer löste bei einigen Journalisten Proteste aus. Sie fühlten ihren Berufsstand zu Unrecht angegriffen und veröffentlichten entsprechende Antwortartikel. Nun meldet sich Thomas Fischer erneut zu Wort. Wie nicht anders zu erwarten in ungeschönter Direktheit.

4. Der Hashtag #CoverTheAthlete prangert sexistische Berichterstattung über Athletinnen an.
(jetzt.de, Christina Waechter)
Die Kampagne „Cover The Athlete“ will ein Bewusstsein für Sexismus in der Sportberichterstattung schaffen und Journalisten für das Thema sensibilisieren. Schließlich würden weibliche Athleten, wie Christina Waechter berichtet, überdurchschnittlich oft von Reportern zu Dingen befragt, die mit ihrer sportlichen Leistung nichts zu tun haben: zu ihrem Privatleben oder ihrer Erscheinung. Waechter berichtet über die Kampagne, erzählt von einer Studie, die belegt, wie unterschiedlich über Sportler und Sportlerinnen berichtet wird und stellt einige Beispielfälle vor.

5. Das wichtigste Medium des US-Wutbürgertums
(sueddeutsche.de, Hubert Wetzel)
Das Propaganda-Organ „Breitbart News“ sei Donald Trumps Wahlkampf-Helfer. Nun werde der Chef der Website sein Wahlkampfleiter. Eine explosive Mischung, wie Hubert Wetzel auf „sueddeutsche.de“ findet: „Krawall und Provokation sind Teil der Strategie, mit politischen Konzepten oder Ideen setzt sich Breitbart News nicht auseinander. Die Seite ist weitaus amateurhafter und ruppiger als etwa Fox News, der konservative Fernsehsender. Auch Ironie ist Breitbart News fremd, Selbstironie sowieso. Die Autoren sind ernste Eiferer, auch wenn ihre Artikel manchmal wie Satire klingen.“

6. Heuchelei 24/7?
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Am letzten Tag der Olympischen Spiele in Rio will das IOC einen eigenen globalen Fernsehkanal starten. 443 Millionen Euro hat man dafür bereitgestellt. Joachim Huber fragt im „Tagesspiegel“, was das Ganze soll: „Was wird da laufen, was soll erreicht werden? Propaganda Tag und Nacht, die Weißwaschung des Sports, der längst in der Grauzone agiert? Oder der Spagat, wie ihn ARD und ZDF Tag für Tag zelebrieren – Jubel und Jammer?“