ZEITgeschichte, Pressemonopol, Rotjäckchen

1. Der Tag, an dem die Gräfin PDS wählte
(christianankowitsch.atavist.com)
Der Gründungs-Redakteur der „ZEIT Online“ Christian Ankowitsch interviewt sich selbst und nimmt uns mit in die prähistorische Anfangszeit der Seite vor 20 Jahren. Ein mit nostalgischen Bildern und allerlei Anekdoten (und Seitenhieben) versehenes und hübsch zu lesendes Stück Zeitgeschichte.

2. Netz-Hetze: „Da kommt etwas, das ist groß und böse“
(ndr.de, Fiete Stegers)
Der NDR hat sich mit dem „Spiegel“-Kolumnisten und Blogger Sascha Lobo unterhalten. Es geht u.a. um Lobos Aussage, Facebook sei ein „Deppenmagnet“ und seine damit verküpfte Bitte, nicht mit den „stumpfen Horden“ alleingelassen zu werden. Zur Preisverleihung des Axel-Springer-Verlags an Mark Zuckerberg als „innovativer Unternehmer, der sich sozialer Verantwortung stelle“, sagt Lobo u.a.: „Das ist mir egal. Ich lehne das Unternehmen Axel Springer grundsätzlich und aus vollem Herzen ab.“

3. Das Ende der Vielfalt für ein ganzes Bundesland
(opinion-club.com, Falk Heunemann)
Die „Mediengruppe Thüringen“ legt ihre drei Zeitungstitel im Freistaat zusammen. Das ist ökonomisch kurzsichtig und publizistisch gefährlich, sagt Falk Heunemann. Und der kennt die örtliche Presselandschaft aus eigenem Wirken, hat dort einige Jahre als Redakteur gearbeitet. Durch die Pläne der zu Funke gehörenden Mediengruppe drohe nun das das erste Monopol-Bundesland.

4. Die AfD zu Gast bei der Lügenpresse
(kattascha.de)
Die AfD hat es nicht so mit der „Lügenpresse“. Doch ein Blatt bildet die Ausnahme: Die populistische Verschwörungspostille „Compact – Magazin für Souveränität“. Katharina Nocun in ihrem Schlusssatz: „Es spricht für sich selbst, wenn ausgerechnet die „Lügenpresse“-rufende AfD den Schulterschluss mit „Compact“ übt. Beiden geht es keineswegs um den „Mut zur Wahrheit“ sondern darum, mit dem Schüren von Angst Stimmung & Kasse zu machen.“

5.Britta Steinwachs: Abstruse Drehbücher schaffen mediale Zerrbilder
(out-takes.de, Patrick Schreiner)
Die Soziologin Britta Steinwachs befasst sich ideologiekritisch mit popkulturellen Phänomenen. Sie hat ein Buch über die „mediale Inszenierung der Unterschicht“ durch Scripted-Reality-Formate geschrieben. Im Interview erklärt sie die speziellen Mechanismen der Formate und ordnet die Sendungen gesellschaftlich ein.

6. Armes Mädchen in roter Jacke: Ein Bild geht um die Welt
(politplatschquatsch.com)
Ein Foto wandert durch die Medien. „Es ist das kleine arme ostdeutsche Mädchen in der roten Jacke. Eine Ikone der modernen Armutsgesellschaft, rettungslos verloren seit Jahren auf kaltem Beton, vergessen im Neubau-Hinterhof, verleugnet von Mutter und Vater, die nie zu sehen sind. Es hat nur die Puppe, manchmal aber auch nicht.“