Linke Nummer mit Mutti

Wenn Ermittlungsbehörden neue Zahlen über politisch motivierte Straftaten herausgeben, ist die „Bild“-Zeitung immer gleich zur Stelle, was meist darauf hinausläuft, dass sie die bösen Linken wortreich verteufelt und die Rechten irgendwie aus den Augen verliert.

Auch an der Studie über linke Gewalt, die der Verfassungsschutz in Berlin jetzt veröffentlicht hat, war „Bild“ natürlich sofort dran und hat dabei ein äußerst amüsantes Detail entdeckt:

Der Verfassungsschutz hat in einer Studie, die BILD exklusiv vorliegt, den linken Durchschnitts-Täter ermittelt: Er ist männlich, 21 bis 24 Jahre alt, hat trotz mittlerer Reife meist keinen Job – und 92 Prozent von ihnen wohnen noch bei Mutti.

Hihihi!

Auch die „B.Z.“ gluckst:

Diese Studie liegt allerdings nicht nur den Springer-Blättern vor, sondern jedem, der Internetzugang hat (PDF).

Dort kann man dann auch nachlesen, dass es 1. nur um Tatverdächtige geht und dass 2. die erhobenen „Daten zur Wohnsituation, Schulbildung und zum Beruf“ auf „freiwilligen, hier nicht nachprüfbaren Daten“ beruhen – und nur sehr wenige Verdächtige überhaupt Angaben gemacht haben. Die Zahlen sind also keineswegs repräsentativ. In der Studie heißt es:

Aufgrund der geringen Fallzahl, die hier zur Verfügung stand (insgesamt lagen nur zu 65 Tatverdächtigen valide Aussagen über ihre Wohnsituation vor), sind diese Angaben jedoch in keiner Weise repräsentativ und auch nicht mit den Ergebnissen der Vorgängerstudie vergleichbar.

Im November 2014 gab es übrigens eine ähnliche Studie zu rechter Gewalt in Berlin (auch dort inkl. Bei-Mutti-Wohn-Quote). In der „Bild“-Zeitung stand darüber — nichts.

Mit Dank an Jonas!