„Last Christmas“ in Dauerschleife, Arbeiter in Katar, Presseausweise

1. Rechtssicherheit auf Kosten der Freien
(taz.de, Anja Krüger)
Beim Verlag M. DuMont Schauberg (MDS) arbeiten allein am Standort Köln mehr als 150 Journalisten als Pauschalisten. Viele seien de facto aber als Redakteure tätig, deshalb ermittle die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Beschäftigung Scheinselbstständiger. Nun habe MDS dauerhaften freien Mitarbeitern eine Festanstellung angeboten. Die Konditionen sollen Betriebsräten zufolge aber „unterirdisch“ sein.

2. „Alle Jahre wieder“ — Die 5 meist kopierten Radioinszenierungen
(fair-radio.net)
Ein Moderator schließt sich bei „Antenne Kärnten“ ins Studio ein und spielt 24-mal hintereinander den Weihnachtsnervsong „Last Christmas“. Über den Vorfall berichten zahlreiche Medien, weil’s ja so irre ist. „Fair Radio“ findet hingegen: „Wie einfallslos! Denn diese Inszenierung gehört definitiv zu den fünf meist kopierten im Radio.“

3. Bis zur WM sollen in Katar 7000 Arbeiter sterben — an was auch immer
(stefan-niggemeier.de)
In sieben Jahren findet in Katar die Fußballweltmeisterschaft statt. Bis dahin sollen angeblich 7000 ausländische Arbeiter ums Leben kommen. Diese Zahl verbreitet jedenfalls der internationale Gewerkschaftsbund ITUC — und viele Medien greifen die Meldung bereitwillig auf. Dabei beruht die Zahl auf einer fragwürdigen Berechnungsgrundlage. Stefan Niggemeier appelliert deshalb: „Ich habe keine Zweifel daran, dass die Arbeitsbedingungen in Katar furchtbar sind (…). Aber der Preis für die Aufmerksamkeit kann nicht darin bestehen, zweifelhafte Horrorzahlen zu verbreiten.“

4. Wer ist heute noch „Charlie“?
(medienwoche.ch, Carmen Epp)
Mit dem Spruch „Je suis Charlie“ solidarisierten sich etliche Medien nach dem Anschlag auf „Charlie Hebdo“ mit der Redaktion. Was ist elf Monate später davon geblieben? Mit Blick auf die Schweizer Medienszene bilanziert Carmen Epp: In Sachen Pressefreiheit „ist noch einiges zu tun.“

5. „Geschäftemacherei“ mit Presseausweisen
derstandard.at, Oliver Mark)
In Österreich gibt es Schätzungen zufolge 7000 Journalisten. Wie viele Presseausweise kursieren, ist nicht bekannt. Vermutlich sind es allerdings deutlich mehr. Es existiere nämlich weder ein offizieller Presseausweis, noch gebe es einheitliche Kriterien für die Vergabe, schreibt Oliver Mark. Dadurch entstünde ein Wettbewerb der Organisationen, die mit den tollsten Rabatten um Mitglieder kämpfen.

6. Für welche Titel-Storys sollen diese Brüste werben?
(buzzfeed.com, Juliane Leopold)
„Stern“, „Spiegel“ und „Focus“ kommen nur schwer ohne Frauenbrüste auf ihren Titelseiten aus. Juliane Leopold hat aus einigen (auch schon älteren) Covern ein Quiz gebastelt.