Flüchtlingskriminalität, Björn Höcke, Martensteins Wohnung

1. „Kehrt um!“
(zeit.de, Alena Jabarine)
Eigentlich wollte Alena Jabarine fürs NDR-Magazin „Panorama“ über den Flüchtlingstreck in Slowenien berichten. Und auf einmal steht sie zwischen den Fronten, auf der einen Seite eingekesselte Geflüchtete, die sich weigern, in ein Camp zu gehen; auf der anderen die Polizei, die droht, Gewalt anzuwenden. Und Jabarine muss vermitteln: „Noch nie habe ich mich so hilflos gefühlt. Wir sind mitten in Europa. Ich bin der Hoffnungsschimmer dieser Menschen, denn sie sind eingeschlossen, und ich bin frei. Frei und handlungsunfähig.“ Beim NDR gibt es die dazugehörigen Videoaufnahmen zu sehen.

2. Fragwürdige Debatte um „Flüchtlingskriminalität“
(ndr.de, Andrej Reisin)
Die „Kieler Nachrichten“ veröffentlichen in acht Tagen zehn Artikel zur „Flüchtlingskriminalität“, darin zitieren sie auch aus internen Polizeilageberichten. Sind das nun Scoops, oder bauscht die Redaktion ein Angstmacherthema auf? Andrej Reisin entschlüssel für „Zapp“ die Berichterstattung.

3. Höcke und die Medien – „Kamerad“ mit grünem Korrekturstift
(carta.info, Klaus Vater)
Björn Höcke ist eigentlich ein Provinzpolitiker — der sich auf N24 mit Michel Friedman streiten durfte, von Sandra Maischberger und Maybritt Illner eingeladen wurde und bei Günther Jauch vor einem Millionenpublikum eine schwarz-rot-goldene Fahne über die Armlehne seines Sessels legte. Der Politologe Klaus Vater glaubt, dass die Medien damit auf Höckes Provokationen hereinfallen und ihm unnötigerweise Aufmerksamkeit verschaffen.

4. Rufmord als Methode (1): Varoufakis
(norberthaering.de, Norbert Häring)
Deutsche Medien hätten den griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis „in aggressiver Penetranz auf sein Äußeres und sein Auftreten reduziert und als Person wahlweise lächerlich oder unmöglich gemacht“, findet Norbert Häring. Und selbst vier Monate nach seinem Rücktritt sei damit noch nicht Schluss: Varoufakis‘ Auftritt am 28. Oktober in München sei boulevardesk verzerrt dargestellt worden, die Spekulationen über seine angeblich überzogenen Vortragshonorare empfindet Häring als unnötig skandalisierend.

5. „Die Angst kann ich nachvollziehen“
(taz.de, Jürn Kruse)
Die Bemühungen von ARD und ZDF, ein öffentlich-rechtliches Jugendangebot zu etablieren, haben noch nicht das Running-Gag-Ausmaß des Berliner Flughafens erreicht — dennoch bezweifeln manche, ob der fürs kommende Jahr anvisierte Start realistisch ist. Der verantwortliche Geschäftsführer Florian Hager ist da zuversichtlicher. Die Eisbrecher-Frage zum Einstieg: „Wie alt wird ein heute 18-Jähriger sein, wenn er das erste Mal einen Inhalt aus dem Jugendangebot sieht?“ Hagers Antwort: „19.“

6. Die Wohnung des Herrn Martenstein
(prinzessinnenreporter.de, Ramona Ambs)
Ramona Ambs über Harald Martenstein, dessen „schöne Wohnung“ und seine vermutliche Angst, dass bald „dunkle Flüchtlingskinder am eigenen teuren Kronleuchter schaukeln“ könnten.