TTIP-Berichte, Lachen über Gewalt, Kritiker-Dinner beim „Spiegel“

1. War da was?
(cicero.de, Petra Sorge)
Zwischen 150.000 und 250.000 Menschen demonstrierten am Wochenende gegen TTIP, es könnte die meistbesuchte Protestkundgebung seit den Demonstrationen gegen den Irakkrieg gewesen sein. Für die Medien war das allerdings kaum ein Thema, selbst der „Tagesspiegel“ als Berliner Regionalzeitung begnügte sich mit einem „mit dpa-Material“ angereicherten Stimmungsbild im Wirtschaftsteil. Erst die gegen Sigmar Gabriel gerichtete Guillotine griffen Kommentatoren auf und stellten „den Protest gegen den Freihandel deswegen pauschal in die rechte Ecke“, kritisiert Petra Sorge. Dabei hätten sich die Veranstalter der Demonstration „eindeutig und sogar auf der Bühne von US-Feinden, der AfD und von rechten Gruppierungen“ distanziert. Es sei falsch, wenn Journalisten den Protest gegen TTIP „nun braun anfärben statt neutral abzubilden, wenn sie sich der ernsthaften Debatte über das Handelsabkommens verweigern“.

2. Vorratsdatenspeicherung gefährdet Journalismus
(ndr.de, Carolin Ebner, Video, 3:43 Minuten)
Gestern ist der Entwurf erfolgreich durch den Rechtsausschuss gekommen, morgen ist er Thema im Parlament — das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung wird aller Voraussicht nach kommen. „Zapp“ erklärt, wie das „Anti-Whistleblower-Gesetz“ Journalisten, Hinweisgeber, Blogger und Aktivisten in puncto Datenhehlerei in Schwierigkeiten bringen könnte.

3. „Lachen“ über Gewalt gegen Schwulen: Presserat kritisiert bild.de
(queer.de, dk)
Der Presserat hat einen „Hinweis“ gegen Bild.de ausgesprochen, weil unter einem Artikel über den Angriff auf einen schwulen Politiker das Moodtagging eingeschaltet war. Es schade dem Ansehen der Presse, so der Presserat, „wenn ein Medium bei einem Beitrag, der sich mit einer Gewalttat gegen einen Menschen beschäftigt, den Usern die Möglichkeit eröffnet, den Artikel mit einer Emotion wie ‚Lachen‘ zu bewerten“.

4. Kritiker zu Gast beim Spiegel
(heise.de, Katrin McClean)
Ein „Spiegel“-Redakteur hat neulich mehrere Leser, die ihm kritische Mails geschrieben hatten, zum Dinner eingeladen. Unter den Auserwählten war auch Katrin McClean, die das Treffen im „Spiegel“-Haus für eine ganz bestimmte Mission nutzen wollte: Herauszufinden, warum das Magazin so sanft über die USA, aber so kritisch über Russland berichte. In ihrem Artikel lässt sie den Abend voller Tumulte, George W. Bush und Wein Revue passieren.

5. „Jugendportale“
(kraftfuttermischwerk.de, Ronny)
Die Debatte um Jugendportale wie „Bento“, „Ze.tt“ und all die anderen zieht sich nun schon eine ganze Weile. Völlig unsinnig, meint Ronny vom „Kraftfuttermischwerk“, denn: „Die Jugendlichen, über die ihr immer schreibt, geben einen Scheiß auf all diese Jugendangebote! Sie haben mittlerweile ihr eigenes Netz gebaut, was großartig ist. Von dem wir halb und darüberhinausalten allerdings keine Ahnung mehr haben.“

6. Nach Bento und Ze.tt – Fünf Portale die wir unbedingt brauchen
(kotzendes-einhorn.de, Daniel)