Die große Verwandtschaft von „Bild“

Der Präsident des Bundeskartellamtes Ulf Böge sieht Gefahren in dem Plan von Axel Springer, ProSiebenSat.1 vollständig zu schlucken. In der „Süddeutschen Zeitung“ sagte er:

Böge: Mit der Möglichkeit für Springer, nun weit stärker als bisher ins TV-Geschäft einzusteigen, könnte sich die Stellung von Bild durch eine gegenseitige Unterstützung dieser Medien noch verstärken. (…)

SZ: Bild hat schon früher für Sat1 geworben, als der ehemalige Springer-Großaktionär Leo Kirch die Bundesliga zu dem von ihm und Springer dominierten Privatsendern holte. Spielen solche Erfahrungen eine Rolle?

Böge: Dass solche Erfahrungswerte einbezogen werden, liegt auf der Hand.

SZ: Bild und die Pro-Sieben-Gruppe könnten gemeinsame Werbeangebote mit schönen Rabatten machen, um so mehr Anzeigenkunden anzulocken. Spielt das auch eine Rolle?

Böge: Bei Bild kann das natürlich dazu führen, dass die marktbeherrschende Stellung bei Kaufzeitungen weiter verstärkt wird. Diese Gefahr wird jedenfalls von Medienexperten gesehen. Mehr Anzeigen könnten dazu führen, dass Bild mehr in das Blatt investieren und so mehr Leser anziehen kann. Solche eine Spirale zwischen Lesern und Anzeigen ist durchaus vorstellbar.

Nach den Plänen von Springer wäre eine Hälfte des deutschen Privatfernsehens mit „Bild“ verschwistert. Mehr als zwei Dutzend private Hörfunksender und viele Zeitschriften und Zeitungen gehören ohnehin schon zum Imperium von Axel Springer.

Ein Überblick über die große Verwandtschaft von „Bild“.