Dichtung und Wahrheit

„Bild“-Autor Claus Jacobi schreibt heute in seiner „Mein Tagebuch“-Kolumne, Gerhard Delling habe „vergangene Woche als Ersatz für Ulrich Wickert die ‚Tagesthemen‘ moderiert“, obwohl Delling doch eigentlich vor-vergangenen Woche als Ersatz für Anne Will die „Tagesthemen“ moderierte. Clevererweise hat Jacobi an den Schluss seiner Kolumne aber noch schnell ein Goethe-Zitat gehängt, in dem es heißt:

„Wer nicht mehr irrt und nicht mehr liebt, der lasse sich begraben.“

Wir wollen deshalb mal nicht so sein – zumal Jacobis Chef Kai Diekmann ja sinngemäß mal was ganz ähnliches behauptet hat wie Goethe, als er schrieb:

„Wo gearbeitet wird, da werden Fehler gemacht.“

Und jetzt mal ehrlich: Kann’s nicht sogar Gerhard Delling als Betroffenem piepegal sein, was Claus Jacobi da für Fehler gemacht hat?

Wenn allerdings „Bild“ den Fehler macht, auf ihrer Titelseite zu behaupten, Gregor Gysi zeige „als erster deutscher Politiker den Wählern sein Gehirn“, dann sieht die Sache im Nachhinein vielleicht doch ein ganz klein wenig anders aus. Nämlich so: