Warnschuss, „Bild“ in der Bundesliga, Frauentausch

1. Türkische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Medienkonzern wegen „Terrorpropaganda“
(dw.com)
Es steht nicht gut um die Pressefreiheit in der Türkei: Beinahe täglich treffen neue Meldungen ein, wie Präsident Erdogan regierungskritische Medien einschüchtert. Diesmal hat es die Mediengruppe Dogan getroffen, zu der unter anderem die „Hürriyet“ und „CNN-Türk“ gehören. Wegen angeblicher Verbreitung „terroristischer Propaganda“ hat die türkische Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet. Interessant in diesem Zusammenhang auch der Bericht der „Vice“, die appelliert, einen kürzlich festgenommenen Journalisten freizulassen: „Macht euch die sozialen Netzwerke zu Nutze, um eure Freunde über Rasools Schicksal und über die wackelnde Pressefreiheit aufzuklären.“

2. Charlie Hebdo verspielt Sympathien
(handelsblatt.de, Thomas Hanke)
Satire darf Grenzen ausloten, vielleicht muss sie es sogar. Doch jetzt ist „Charlie Hebdo“ zu weit gegangen — so zumindest der Tenor in den Sozialen Netzwerken, nachdem die französische Satirezeitschrift den toten Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi als Vorlage für zwei Karikaturen genutzt hat. Anscheinend hat eine britische Organisation bereits rechtliche Schritte angekündigt, noch seien aber keine Klagen eingegangen. Unterdessen hat „Charlie Hebdo“ noch ein weiteres Problem: Es fehlt an guten Zeichnern.

3. Wie kam der Warnschuss in die Welt?
(taz.de, Martin Kaul)
Am Dienstagmorgen meldete RTL: „SCHÜSSE AN DER GRENZE“ — in Großbuchstaben und als Tatsachenbehauptung. Angeblich hätten Polizeibeamte an der deutschen Grenze zu Österreich in der Nacht Warnschüsse gegenüber Flüchtlingen abgegeben. Für Martin Kaul ist die Nachricht „ein Beispiel für das, was passiert, wenn Hysterie das Nachrichtengeschäft erobert.“ Zahlreiche andere Medien greifen die vermeintlichen Schüsse auf, später sagt ein Polizeibeamter gegenüber der „taz“: „Es hat definitiv keine Schussabgabe gegeben. Weder von der deutschen Landespolizei, noch von der Bundespolizei, noch von Kollegen in Österreich.“

4. Warum „Bild“ nicht bei Blendle ist und der Löwe den Geiger gefressen hat
(stefan-niggemeier.de)
Am Montag ist Blendle unter großem Medienecho in Deutschland gestartet. Obwohl Axel Springer am niederländischen Start-up beteiligt ist, fehlt die „Bild“-Zeitung im Portfolio des Blendle-Kiosks. Der Grund: „Bild“ forderte eine Sonderbehandlung, die Blendle nicht zugestehen wollte. Während Stefan Niggemeier und seine Kommentatoren außerdem über einen Witz rätseln, den Mathias Döpfner bei der Blendle-Launch-Party erzählt hat, rätseln andere Blogger, ob Blendle nun die Medienbranche rettet oder nicht: Marcel Weiss, Ralf Heimann und Wolfgang Michal sind da eher skeptisch.

5. Powered by Promotion
(11freunde.de, Andreas Bock)
Am Wochenende ist wieder Bundesliga. Die Fußballer in der ersten und zweiten Liga werden dann aber nicht — wie sonst — mit einer Hermes-Werbung auf dem Trikotärmel auflaufen, sondern mit dem Logo der „Bild“-Aktion „Wir helfen“. Andreas Bock findet gut, dass die Deutsche Fußball Liga sich bei der Flüchtlingsthematik positioniert, fragt sich aber, ob dafür „‚Bild‘ der richtige Partner“ ist.

6. Beweisaufnahme mit „Frauentausch“
(lawblog.de)
Das Berliner Verwaltungsgericht hat entschieden, dass einer Neuköllnerin und ihren zwei Kindern kein Wohngeld zusteht — und stützt sich dabei auf eine Folge „Frauentausch“.