Nur so zum Vergleich

Gestern war „Bild“ der Ansicht, die ARD sei ein „SAUSTALL“.

Außerdem nannte „Bild“ die ARD (in manchen Regionalausgaben) peinlicherweise „Allgemeine Rundfunkanstalten Deutschlands“ und fuhr fort:

Immerhin, eines klappt fast reibungslos: Gebühren erhöhen, das können sie! Von 1990 bis heute stiegen die GEZ-Einnahmen um 66 %. Die Lebenshaltungskosten in Deutschland nahmen im gleichen Zeitraum nur um etwa 25 % zu.

Doch das ist Quatsch: Statt „GEZ-Einnahmen“ muss „Bild“ hier GEZ-Gebühren meinen, die seit 1990 tatsächlich von umgerechnet 9,71 Euro auf 17,03 Euro gestiegen sind, wohingegen die GEZ-Einnahmen (eigentl.: die Gesamterträge) seither sogar um 144 Prozent gesteigert werden konnten!

Und nur so zum Vergleich: Während die Lebenshaltungskosten, wie wir wissen, von 1990 bis heute nur um etwa 25 Prozent zunahmen, stieg der Preis einer „Bild“-Zeitung im gleichen Zeitraum um 50 Prozent – wobei „Bild“ natürlich jede Preiserhöhung selbst entschieden hat… Die ARD indes kann das bei den Gebührengeldern nicht.

Mit Dank an Nils M. für die Anregung und an Ben. B.
 
Nachtrag, 8.7.2005:
Weil „Bild“ an verschiedenen Erscheinungsorten verschieden viel kostet(e), kann man sogar auf Preissteigerungen von bis zu 96 Prozent kommen. Und den oben zitierten „Bild“-Satz („Von 1990 bis heute stiegen…“) kann man auch einfach ungeprüft von irgendeiner Website abschreiben, die vor über drei Jahren zum letzten Mal „modifiziert“ wurde. Wahrer wird er dadurch nicht.