„FAZ“ verkalkuliert sich beim unkalkulierbaren Griechen-Risiko

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ schlägt in ihrer heutigen Ausgabe Alarm:

Eines der Probleme: Das durchschnittliche Renteneinstiegsalter der Griechen soll so verdammt niedrig sein:

Die griechische Regierung von Alexis Tsipras spricht in ihrer Vorlage für die Reformpartner und Gläubiger Griechenlands davon, dass man für das kommende Jahr als Zielgröße ein durchschnittliches Renteneintrittsalter von 56,3 Jahren ansteuern wolle

Okay, dann noch einmal extra für die „FAZ“: Das stimmt nicht.

Die ausführliche Erklärung haben wir gestern hier aufgeschrieben. Zusammengefasst: Die 56,3 Jahre, die die „FAZ“ als geplantes „durchschnittliches Renteneintrittsalter“ Griechenlands verkauft, beziehen sich nicht auf alle Griechen, sondern nur auf Angestellte im öffentlichen Dienst. Das steht so auch in einer Tabelle (Rententräger „PS Δημóσιο“) der „Vorlage für die Reformpartner“ (PDF), auf die sich die „FAZ“ beruft. Hätte die Redaktion vier Spalten weiter rechts geguckt, hätte sie gesehen, dass das gleiche Papier das für 2016 geplante Renteneinstiegsalter für Angestellte in der griechischen Privatwirtschaft (Rententräger „IKA-ETAM“) mit 60,6 Jahren angibt.

Schon vor drei Tagen hatte die „FAZ“ den Quark mit den 56,3 Jahren verbreitet:

In der heutigen Ausgabe setzt die „FAZ“ aber noch einen drauf:

In Deutschland liegt der durchschnittliche Rentenbeginn derzeit bei 64 Jahren.

Auch das stimmt nicht. Eine Statistik der Deutschen Rentenversicherung (PDF) sagt zwar, dass das durchschnittliche Zugangsalter bei Renten „wegen Alters“ 64,1 Jahre betrage. Rechnet man jedoch all die Fälle hinzu, die „wegen verminderter Erwebsfähigkeit“ früher in Rente gehen (durchschnittlich mit 51 Jahren), sinkt der Wert auf 61,3 Jahre.

Die „FAZ“ baut also zwei Schnitzer — zufälligerweise genau die, die auch „Bild“ gemacht hat. Und wer klammert sich wiederum an die „FAZ“, um seinen eigenen Mist zu rechtfertigen? Na klar: