Kakerlaken, Kinder, Care-Teams

1. „Die ‚Kakerlaken‘ und wir“
(taz.de, Dominic Johnson)
„Sun“-Kolumnistin Katie Hopkins vergleicht Flüchtlinge mit Kakerlaken. Eine darauf lancierte Petition, sie zu entlassen, erhält über 200 000 Unterstützer. Siehe dazu auch „Katie Hopkins: Sun migrants article petition passes 200,000 mark“ (guardian.com, John Plunkett, englisch).

2. „Bitte ein Care-Team für Journalisten“
(medienblog.blog.nzz.ch, Rainer Stadler)
Rainer Stadler wundert sich, wie Journalisten auf starken Einspruch reagieren: „Man ist fast schon versucht, ein Care-Team für die geschundenen Seelen anzufordern. Unter den Leidenden finden sich, wen wundert’s, auch solche, welche selber gerne hart austeilen, Personen beschiessen, Unwahrheiten verbreiten oder Aussagen verdrehen und zuspitzen, um besser draufhauen zu können. Schlimm ist das wohl nur, wenn es die andern tun.“

3. „Die Nierensteine waren nicht autorisiert“
(faz.net, Werner Mussler)
Der Start von Politico.eu: „Die Mitglieder der EU-Kommission und die Europaparlamentarier sehnen sich seit langem nach einem Medium wie ‚Politico Europe‘. Sie beklagen, dass die traditionellen Medien nach den Bedürfnissen ihres jeweiligen Heimatlandes berichten, dass sie im Vergleich zur nationalen Politprominenz medial wenig präsent seien und dass keine europäische Öffentlichkeit existiere. Mancher Brüsseler Politiker meint, diese Öffentlichkeit lasse sich gewissermaßen herbeiinszenieren, wenn die Medien das nur wollten.“

4. „Fuck off, wenn Du nicht meiner Meinung bist“
(dondahlmann.de)
„Es ist ja ein Trend geworden, dass man jeden, der auch nur entfernt etwas anderes denkt, meint, sagt oder schreibt, sofort aus der eigenen Timeline und dem Leben entfernt“, stellt Don Dahlmann fest: „Dass man selber bestimmte Dinge in seiner Timeline nicht sehen oder lesen will – ok. Dass man andere aber ohne Diskussion dafür in Sippenhaft nimmt, hat etwas Totalitäres. Statt Fronten aufzulösen, baut man welche auf. Man teilt die Welt in Lager, in Schwarz und Weiß und verbarrikadiert sich hinter seinen Gedankentürmen, von denen man annimmt, dass nur man selber in der Lage ist, die reine Wahrheit zu erkennen. Das hat etwas religiöses, fällt mir, jetzt wo ich es schreibe, so auf.“

5. „Der Missbrauchsvorwurf zieht Schuld von Tätern ab“
(tagesspiegel.de, Susanne Mierau)
Die Debatte um das Zeigen von Kinderfotos im Internet: „Beschämende Bilder oder Videos von Kindern sind wie bei Erwachsenen unangebracht und auch Bilder von Kindern auf dem Töpfchen oder in schwierigen Situationen sind zu vermeiden. Denn tatsächlich ist ein solches Vorgehen, wie auch Frau Fetscher betont, unangebracht. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Kinderbilder generell aus dem Internet verbannt werden sollten.“

6. „One of Monday’s Pulitzer Prize Winners Left Journalism Because It Couldn’t Pay His Rent. Now He’s in PR.“
(slate.com/blogs/moneybox, Jordan Weissmann, englisch)