Sicherheitskonferenz, Pseudoskepsis, Brian Williams

1. „Der will doch nur bloggen“
(gutjahr.biz)
Richard Gutjahr antwortet auf Vorwürfe, die ihm als Blogger immer wieder begegnen: „Gerade auf Journalisten-Kongressen bekommt man oft zu hören, Bloggen sei kein Journalismus. Ich halte solche Pauschalurteile für Quatsch. Natürlich ist nicht jedes Blog bzw. jeder einzelne Blogpost, den man verfasst, ein journalistisches Juwel. Umgekehrt zu meinen, nur weil etwas gedruckt oder gesendet wird, handle es sich per se um Journalismus, ist noch viel größerer Unsinn.“

2. „Bundesregierung preist den ‚öffentlichkeitswirksamen Charakter‘ der Sicherheitskonferenz“
(heise.de/tp, Florian Rötzer)
Florian Rötzer liest die Beilage der „Süddeutschen Zeitung“ zur heute beginnenden Münchner Sicherheitskonferenz: „Wie man sich vom kritischen Journalismus verabschiedet, führt schließlich Cornelius noch einmal im Gespräch mit US-Vizepräsident Joe Biden vor und stimmt den geneigten Leser mit dem Titel schon einmal richtig ein: ‚Russland ist der Aggressor.‘ Das ist pure Hofberichterstattung eines unterwürfigen Journalisten und wäre auch nicht anders bei russischen Staatsmedien, die die Ehre haben, Putin zu interviewen, der dann seine in allen Hinblicken segensreichen Aktivitäten hervorhebt.“

3. „Die Frau fürs Soziale. Allein unter Männern im Spiegel-Büro“
(watch-salon.blogspot.de, Tina Stadlmayer)
Tina Stadlmayer berichtet von ihrer Zeit als Redakteurin beim „Spiegel“: „Überall Männer und dazu eine straffe Hierarchie. Ich kann mich an Montagskonferenzen in Hamburg erinnern, bei denen nicht eine einzige Frau zu Wort kam. Während ich bei der Taz für Innenpolitik zuständig gewesen war, landeten jetzt auf meinem Schreibtisch alle Themen, mit denen die Kollegen nichts anfangen konnten: Frauen, Kinder, Homosexualität, Minderheiten…“

4. „Brian Williams admits that his story of coming under fire while in Iraq was false“
(washingtonpost.com, Paul Farhi, englisch)
TV-Journalist Brian Williams gibt zu, nicht in einem unter Beschuss geratenen Helikopter gesessen zu haben. “ I want to apologize. I said I was traveling in an aircraft that was hit by [rocket-propelled grenade] fire. I was instead in a following aircraft.“

5. „Verschwörungstheorien: Zweifeln ist ja so geil“
(spiegel.de, Sascha Lobo)
Sascha Lobo beschäftigt sich mit der Pseudoskepsis, dem „düsteren, dümmlichen Zwilling der Skepsis“. „Nebenbei stellt sich eine merkwürdige Parallele ein zwischen denen, die hysterisch ‚Lügenpresse‘ schreien, und denjenigen Medienleuten, die sich beim besten Willen nicht erklären können, worin dieser Schrei gründen könnte. Das Hinterfragen des eigenen Standpunkts erscheint nicht unbedingt als allergrößte Stärke des deutschen Journalismus. Eigentlich ja von niemandem.“

6. „Das schlimmste Geschiss seit dem Eijafjallanochwas“
(faz.net, Andrea Diener)