Wissenschaft, Misstrauen, WhatsApp

1. „Übertreibungen in universitären Pressemitteilungen“
(nzz.ch, Alan Niederer, 18. Dezember)
Nicht Journalisten sind hauptverantwortlich für zugespitzte, verzerrte oder übertriebene Nachrichten aus der Wissenschaft – sondern die Kommunikationsabteilungen der Hochschulen, so ein Text in The BMJ: „Die Forscher haben drei Kategorien von Verzerrungen untersucht: Übertreibungen bei Gesundheitsratschlägen; Übertreibungen bei sogenannten Korrelationsstudien, aus denen in unzulässiger Weise eine Ursache-Wirkungs-Beziehung herausgelesen wird; Übertreibungen bei Tierstudien, aus denen ohne Relativierung auf den Menschen geschlossen wird.“

2. „Stefan Plöchinger: Erfolg ist eine gute Geschichte“
(irights.info, Nina Galla)
Ein Interview mit Stefan Plöchinger, Chefredakteur von Sueddeutsche.de: „Im Journalismus soll es in erster Linie darum gehen, das Weltgeschehen zu dekodieren und erzählenswerte Geschichten aufzutun – nicht in erster Linie um Reichweite oder darum, seine Arbeit als Content zum Verteilen zu sehen. Erfolg ist im Journalismus: eine gute Geschichte. Reichweite kommt dann automatisch.“

3. „WhatsApp – der neue Kanal für Journalisten?“
(daniel-bouhs.de)
Konrad Weber gibt Auskunft über Erfahrungen, die SRF mit Nutzerinteraktionen via WhatsApp gemacht hat: „WhatsApp ist in Deutschland aktuell die meistinstallierte App. (…) Diese riesige Verbreitung stellte uns vor die Frage, wie wir dieses Potential auch journalistisch nutzen könnten.“

4. „Fast jeder Zweite misstraut den Medien“
(zeit.de)
Eine Umfrage unter 1043 Personen ergibt, dass lediglich 40 Prozent von ihnen den Eindruck haben, die Medien in Deutschland würden „im Allgemeinen objektiv und unabhängig“ berichten. „Am stärksten ist das Misstrauen in die Medien im Osten. Dort halten sie laut der Umfrage 55 Prozent für einseitig und gelenkt und nur 34 Prozent für objektiv und unabhängig.“

5. „‚Pegida hat den Nerv der Bevölkerung getroffen'“
(deutschlandfunk.de, Mario Dobovisek)
In einem Gespräch über das Bündnis Pegida thematisiert Mario Dobovisek einen von ihm verspürten „Hass gegen die etablierten Medien“. Werner Patzelt, Politikwissenschaftler an der TU Dresden, antwortet: „Es gibt keine Gesprächsbereitschaft zwischen den Demonstranten und den Medien, weil viele genug davon haben, in den Fernsehausschnitten oder in den Dokumentationen im Internet einfach als töricht, dumm und sozusagen im Tal der Ahnungslosen, weiterhin von relevanten Informationen abgeschnitten, dargestellt zu werden.“

6. „Sämtliche PEGIDA-Anhänger in Wahrheit RTL-Reporter“
(der-postillon.com)