NZZ, Folterbericht, Klatsch

1. „Was lange währt, wird endlich sterben“
(lto.de, Thomas Hoeren)
Das Leistungsschutzrecht für Presseverleger: „Warum kann Politik nicht sagen: ‚Okay, da haben wir einen Fehler gemacht. Den beheben wir und machen alles wieder rückgängig‘? Gerade eine solche ehrliche Politik würde bei den Bürgern deutlich besser ankommen. Der Verweis auf Spanien hingegen hilft gar nichts. Dort hat man sich in typisch spanischer Manier für ein weiteres Stück symbolischer Gesetzgebung entschieden, das nicht durchgesetzt werden wird.“

2. „‚Nähe gehört einfach zum Beruf'“
(sueddeutsche.de, Matthias Kohlmaier)
Ein Interview mit Bettina Hennig, die im Klatschjournalimus gearbeitet und ihn auch untersucht hat: „Journalistisch guter Klatsch muss wahr sein, wie jeder andere Journalismus auch.“

3. „Neue Wege: Stiftungsjournalismus“
(ndr.de, Video, 6:11 Minuten)
Stiftungsfinanzierter Journalismus von Pro Publica bis Correctiv sowie die Frage, inwiefern Journalismus als „gemeinnützig“ gelten kann. Siehe dazu auch „Geschafft: Die INA ist jetzt ein e.V.“ (derblindefleck.de).

4. „Editorial: NZZ“
(weltwoche.ch, Roger Köppel)
Roger Köppel schreibt anlässlich des Abgangs von Chefredakteur Markus Spillmann über seine Zeit bei der „Neuen Zürcher Zeitung“: „Die NZZ war wie die Schweiz damals, hochgradig unterreguliert, bis zum Exzess freiheitlich, ohne autoritäre Führung, aber subtil gelenkt durch unausgesprochene Traditionen und Gewohnheiten, die man verinnerlichen musste. Wer es nicht durchschaute, wurde vom Immunsystem der Zeitung elegant, aber mitleidlos beseitigt.“

5. „Die Revolution des Publikums“
(tageswoche.ch, Tara Hill)
Tara Hill befasst sich mit der Vertrauenskrise der etablierten Medien 2014 und rät den „Alpha-Journalisten“, „schnellstmöglich jenen ‚Autopilot‘-Modus zu beenden, der sie in einer gefährlichen ‚Filter Bubble‘ dazu verleitet, ihre Peer Group ernster zu nehmen als ihre Nutzer. (…) Der beste Weg, den klassischen Journalismus vor der möglicherweise grössten Vertrauenskrise seiner Geschichte zu bewahren, wäre, die Lehren aus diesem folgenschweren Medienjahr zu ziehen. Will heissen: Kritik konstruktiv anzunehmen, ein grösseres Themen- und Meinungsspektrum zuzulassen, den Dialog mit allen Segmenten der Gesellschaft wieder aufzunehmen und vor allem: eine grössere Distanz zur derzeitigen gesellschaftlichen Elite zu wahren.“

6. „Wie illustrieren Schweizer Medien Beiträge über den CIA-Folterbericht?“
(beatmatter.ch)
Wie Deutschschweizer Medien Beiträge zur Veröffentlichung des CIA-Folterberichts durch den US-Senat illustrieren: „Meine Meinung: Die Lektüre des CIA-Folterberichts und der Berichterstattung darüber lösen im Kopf des Lesers/des Betrachters dermassen explizite und starke Bilder aus, dass es nicht nötig ist, die Beiträge mit zusätzlichen schockierenden Fotografien zu illustrieren.“ Siehe dazu auch: „Nach internationaler Kritik: CIA streicht brutale Szenen aus Folterbericht“ (der-postillon.com, Satire).